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Das Phänomen des Verstehens

Auseinandersetzung mit den Arbeiten von Martin Heidegger, Leo Spitzer und Peter Szondi

Title: Das Phänomen des Verstehens

Seminar Paper , 2009 , 51 Pages

Autor:in: Maria Krummenacher (Author)

Literature - Comparative Literature
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Die Möglichkeit oder Unmöglichkeit des Verstehens ist ein allgegenwärtiges Phänomen. Ob es darum geht, einen Gesprächspartner, einen wissenschaftlichen Aufsatz oder ein Kunstwerk zu verstehen, immer sind wir mit dem Problem konfrontiert, dass hier etwas Fremdes an uns herantritt und Verständnis fordert.
Ein bedeutender Begriff hierbei ist das ‚Vorverständnis‘. Das Herantreten an etwas, das es zu verstehen gilt, kann nie losgelöst von dessen Tradition und der Tradition desjenigen, der verstehen will, geschehen. Der angehende Verstehende bringt seine Vorgeschichte, sein Leben, sein Wissen und die gesamte Geistesgeschichte, von der er geprägt ist, in den Verstehensprozess mit ein. Er hat schon bevor er sich mit dem Gegenstand auseinandersetzt, gewisse Vor-stellungen und Erwartungen, die ganz und gar in seinem Verstehenshorizont verwurzelt sind. Auf der anderen Seite steht das, was es zu verstehen gilt. Dieses ist seinerseits von seinen spezifischen Traditionen geprägt und liegt vielleicht weit ausserhalb des Horizonts des Betrachters.

In der Philologie hat das Problem des Verstehens weitreichende Debatten ausgelöst. Die Kernfrage ist, wie ein Schriftstück von einem Ausleger verstanden werden kann. Jeder Ausleger läuft Gefahr, dass sein Vorverständnis ihm den Blick auf die Schrift verstellt. Wie kann also mit dem Vorverständnis umgegangen werden?

In dieser Arbeit soll dieser Frage nachgegangen werden. Dies geschieht anhand eines theoretischen Überblicks zur Hermeneutik, dem hermeneutischen Zirkel und dem damit verbundenen Problem des Verstehens in Anlehnung an Hans-Georg Gadamers Wahrheit und Methode. Danach werden die theoretischen Überlegungen dreier Autoren des 20. Jahrhunderts – Martin Heidegger, Leo Spitzer und Peter Szondi – zum Thema vorgestellt und die jeweilige Umsetzung ihrer Prämissen an Deutungsbeispielen erläutert. Es wird untersucht, wie die Autoren mit dem Problem des Verstehens umgehen und ob sie ihren eigenen Vorgaben in den Deutungen treu bleiben. Die Auseinandersetzung mit dem Vorgehen der Autoren und die Umsetzung ihrer theoretischen Überlegungen steht im Zentrum.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hermeneutik und der hermeneutische Zirkel

2.1. Die Hermeneutik bei Heidegger und Gadamer

2.2. Der hermeneutische Zirkel

3. Martin Heidegger

3.1. Vorbetrachtungen zu Hölderlins Hymne Andenken

3.2. Auslegung von Hölderlins Hymne Andenken

4. Leo Spitzer

4.1 Linguistics and Literary History

4.2 The Style of Diderot

5. Peter Szondi

5.1 Über philologische Erkenntnis und Einführung in die literarische Hermeneutik

5.2 Celan-Studien. Durch die Enge geführt

6. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Phänomen des Verstehens innerhalb der Literaturwissenschaft, indem sie die theoretischen Ansätze von Martin Heidegger, Leo Spitzer und Peter Szondi vergleichend analysiert und deren praktische Anwendung an konkreten Beispielen (Hölderlin, Diderot, Celan) darlegt.

  • Grundlagen der Hermeneutik und des hermeneutischen Zirkels
  • Die Auseinandersetzung mit dem Verstehensprozess bei Heidegger, Spitzer und Szondi
  • Kritische Reflexion der Rolle des Interpreten und des Vorverständnisses
  • Vergleich unterschiedlicher methodischer Ansätze zur Textauslegung

Auszug aus dem Buch

3.1. Vorbetrachtungen zu Hölderlins Hymne Andenken

Das erste Kapitel dieses Werkes ist überschrieben mit „Vorbereitung des Hörens auf das Wort der Dichtung“. Diese Überschrift ist bereits ein Fingerzeig in die Richtung, in die Heidegger mit seiner Deutung gehen will. Der Schlüssel zu Hölderlins Dichtung liegt für Heidegger im Hören des Wortes, darauf alleine kommt es ihm an. 29 In den Vorbetrachtungen zur Hymne will Heidegger seinen Studenten den Weg zum Wort Hölderlins bereiten. Doch diesen Weg zu gehen, bedeutet vieles vermeintlich Einleuchtende hinter sich zu lassen und sich vom geläufigen Verständnis von Dichtung zu lösen.

Heidegger wählt dabei zunächst den Weg der Abgrenzung von allem, „was die Vorlesung nicht will“. Es geht ihm nicht um eine literarhistorische Auseinandersetzung mit Hölderlin und seinem Werk. Damit ist man auf der falschen Fährte, da der Literarhistoriker davon ausgeht, ein Werk erst dann richtig verstehen zu können, wenn er es in die Umstände seiner Entstehungszeit zurückversetzt hat. Doch „die damalige Zeit (...) ist ja für die historische Erfassung genau so verschlossen und genau so offenkundig wie das zu erklärende Werk selbst.“30 Demzufolge ist die Berufung auf historische Tatsachen bei der hier versuchten Suche nach dem Wort der Dichtung eine Irreführung. Dies führt Heidegger zu der Frage, ob so nicht alles dem Belieben ausgeliefert ist und jeder in die Dichtung hineinlesen kann, was ihm gefällt. Doch weder das historische Forschen, noch das wilde Deuten sind erstrebenswerte Verfahren, da beide „im vorhinein gar nicht auf das hören [wollen], was der Dichter sagt.“31

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Problem des Verstehens und Zielsetzung der Untersuchung.

2. Hermeneutik und der hermeneutische Zirkel: Historischer Überblick über die Hermeneutik und Definition des hermeneutischen Zirkels im Kontext von Heidegger und Gadamer.

2.1. Die Hermeneutik bei Heidegger und Gadamer: Vertiefung der hermeneutischen Konzepte der beiden Philosophen mit Fokus auf Vorverständnis und Horizont.

2.2. Der hermeneutische Zirkel: Erläuterung der ontologischen Struktur des hermeneutischen Zirkels.

3. Martin Heidegger: Vorstellung von Heideggers theoretischen Prämissen für die Literaturauslegung.

3.1. Vorbetrachtungen zu Hölderlins Hymne Andenken: Darlegung von Heideggers Vorgehensweise bei der Vorbereitung auf die Deutung von Hölderlins Lyrik.

3.2. Auslegung von Hölderlins Hymne Andenken: Anwendung der theoretischen Überlegungen auf den Text der Hymne.

4. Leo Spitzer: Einleitung in das Werk und die philologische Methode von Leo Spitzer.

4.1 Linguistics and Literary History: Vorstellung von Spitzers essayistischer Grundlage und seiner Herangehensweise.

4.2 The Style of Diderot: Untersuchung von Spitzers Methode am Beispiel von Diderots Stil.

5. Peter Szondi: Darstellung von Szondis Ansatz einer werkzentrierten Literaturwissenschaft.

5.1 Über philologische Erkenntnis und Einführung in die literarische Hermeneutik: Erörterung der theoretischen Grundlagen von Szondis philologischem Konzept.

5.2 Celan-Studien. Durch die Enge geführt: Anwendung der Erkenntnisse an Paul Celans Gedicht Engführung.

6. Schlusswort: Zusammenfassung der Ergebnisse und Reflexion über die Möglichkeiten des Verstehens.

Schlüsselwörter

Hermeneutik, Verstehen, Martin Heidegger, Leo Spitzer, Peter Szondi, Hölderlin, Diderot, Paul Celan, Literaturwissenschaft, Interpretation, Vorverständnis, hermeneutischer Zirkel, philologische Erkenntnis, Textanalyse, Dichtung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das Phänomen des Verstehens in der Literaturwissenschaft theoretisch begründet und praktisch angewendet wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die hermeneutischen Ansätze, das Verhältnis zwischen Interpret und Werk sowie die Frage, wie ein "wahres" Verständnis von Literatur erreicht werden kann.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die theoretischen Ansätze von Heidegger, Spitzer und Szondi vorzustellen und an konkreten Interpretationsbeispielen zu prüfen, wie diese Autoren mit dem Problem des Verstehens umgehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen vergleichenden, hermeneutisch orientierten Ansatz, um die verschiedenen Interpretationsweisen der drei behandelten Autoren zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analysen zu Heidegger (Hölderlin), Spitzer (Diderot) und Szondi (Celan), jeweils unterteilt in theoretische Vorüberlegungen und praktische Textanalysen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Hermeneutik, Verstehen, Interpretation und Philologie charakterisieren.

Inwiefern unterscheidet sich Szondis Ansatz von dem Heideggers?

Während Heidegger die Philosophie zur Interpretation hinzuzieht, strebt Szondi nach einer streng werkzentrierten Auslegung, die ohne Vermischung mit der Person des Auslegers funktionieren soll.

Was kritisiert die Autorin an den vorgestellten Autoren?

Die Autorin stellt fest, dass alle drei Autoren in der Praxis teilweise hinter ihre eigenen theoretischen Forderungen zurückfallen, etwa durch die (trotz Kritik) herangezogene Parallelstellenmethode oder die Unterstellung persönlicher Weltanschauungen in die Texte.

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Details

Title
Das Phänomen des Verstehens
Subtitle
Auseinandersetzung mit den Arbeiten von Martin Heidegger, Leo Spitzer und Peter Szondi
College
University of Zurich
Author
Maria Krummenacher (Author)
Publication Year
2009
Pages
51
Catalog Number
V171763
ISBN (eBook)
9783640913749
ISBN (Book)
9783640912483
Language
German
Tags
phänomen verstehens auseinandersetzung arbeiten martin heidegger spitzer peter szondi
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maria Krummenacher (Author), 2009, Das Phänomen des Verstehens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171763
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