Sachtexterörterung des Textes "Wer rettet das deutsche Fernsehen?"

Von Stefan Niggemeier, mit anschließender Stellungnahme


Referat / Aufsatz (Schule), 2008

8 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Aufgaben:

1. Erörtern Sie den Text.

2. Nehmen Sie vor dem Hintergrund Ihrer medientheoretischen Kenntnisse und eigener Medienerfahrungen Stellung zu der Frage, „ob das Fernsehen ein Medium bleibt, das die Menschen bewegt, sie gut informiert und gut unterhält“ (Z. 77f.)

Quellen:

Zeit Online (Hg.). Niggemeier, Stefan (Autor). (2001). Wer rettet das deutsche Fernsehen?. Abgerufen 12. Mai 2011, von: http://www.zeit.de/2001/11/Wer_rettet_das_deutsche_Fernsehen_

1)

In dem kritischen Kommentar „Wer rettet das deutsche Fernsehen“ des Journa- listen, Grimme-Preis-Trägers und Medienkritikers Stefan Niggemeier gibt dieser, in einer Online-Ausgabe der Zeit aus dem Jahr 2001, seine Meinung wieder, ob und durch wen eine Qualitätsverbesserung im Fernsehprogramm stattfinden kann.

Niggemeier beginnt mit einem vergleichenden Rückblick auf die Entstehungszeit der Privatsender und das, was diese vor nunmehr 22 Jahren ausmachte im Hin- blick auf die Qualität der Sendungen.

Er bezieht sich zudem noch auf die Entwicklung des Radios und zieht negative Parallelen zum Fernsehen.

Nach dieser darstellenden Hinleitung zur Kernproblematik (Z. 14-26) geht Nigge- meier dazu über, die Privatsender als Retter der Qualität zu nennen, und wägt ab, welche dieser Sender geeignet sind, die von ihm erhoffte Verbesserung der Quali- tät herbei zu führen. (Z. 28-38)

Im Folgenden beschreibt der Autor die Vorzüge seiner Wahl und weist nach, wo- durch sich diese Sender dieser Wahl als würdig erweisen. (Z. 40-50)

Er möchte hier den Leser informieren und nicht wie zuvor in erster Linie eine Bewertung vornehmen. Diese Vorzüge stellt er dann in einen Vergleich zu den strukturellen Vorgaben der großen Sender. (Z. 51-55)

Dann nimmt Niggemeier einen Einschnitt in seinem Text vor und beginnt sich ei- ner weiteren Möglichkeit zuzuwenden.

Er geht darauf ein, wie das Programmgestaltungsverhalten der großen Sender aussieht und worin dieses Verhalten begründet ist. (Z. 59-65)

Er führt diese Gedanken weiter und legt dar, inwiefern die Werbeindustrie Ein- fluss auf dieses Verhalten nehmen kann, um eine Verbesserung der Qualität zu er- reichen. (Z. 67-75)

Niggemeier beendet seinen Text mit dem Fazit diese „Silberstreifen“ zu nutzen und nicht lediglich künftig auf „Einzelleistungen“ von bestimmten Medienschaff- enden zu setzen. (Z. 77-84)

Die These, welcher sich Niggemeier in seinem Text widmet, ist die Frage, wer in der Lage ist das deutsche Fernsehen zu retten, was im Hinblick auf die Qualität der Sendungen zu sehen ist.

Hierzu muss Niggemeier zunächst dem Leser vor Augen führen, warum eine Qua- litätsverbesserung aus seiner Sicht überhaupt nötig ist. Er begründet dies damit, dass „die Privatsender es geschafft haben, sich in die Fernsehsteinzeit zurückzu- senden“.

Er erweckt hier das Interesse des Lesers sich ebenfalls dieser Problematik zu widmen, indem er den Kontrast zwischen „Moderne“ und „Rückständigkeit“ im Neologismus „Fernsehsteinzeit“ auf den Punkt bringt.

Er belegt diese Behauptung nun mit den Beispielen des damaligen Fernsehens, welche dem typisch älteren und gebildeten Leserklientel der „Zeit“ noch in Er- innerung sind und somit faktisch nachvollziehbar. (Z. 16-20)

Als weiteren Beleg fügt Niggemeier eine Aufzählung dessen an, was das aktu- elle Fernsehprogramm vermissen lässt: „Vielfalt, Nachhaltigkeit, Relevanz, Origi- nalität“. (Z. 23)

In Verbindung gesetzt mit dem Ausspruch des Volksmundes, dass „aus der Kiste nichts Gutes kommen und werden kann“ (Z. 21-22), erzeugt Niggemeier auf recht ironische Weise einen Appell an seine Leser und hofft gleichzeitig, in diesen die Reaktion auszulösen, sich mehr mit der Qualität des Fernsehens zu befassen und der sinkenden Qualität entgegen zu wirken, da es ja nicht gewollt sein kann, dass das Fernsehen Vielfalt usw. verliert.

Er verleiht diesem Beweis darüber hinaus Nachdruck, indem er behauptet, dass das Radio diese Negativentwicklung bereits vollendet hat, da es nur noch „Werbe- maschine, Hintergrundgeräusch und Alltagslärm darstellt. (Z. 24-26)

Den Leser durch diese aufrüttelnde Einstimmung dem Thema zugänglich gemacht habend, beginnt Niggemeier nun direkt auf die eigentliche Frage ein zu gehen, die er sich anfangs gestellt hatte.

Er wendet sich zunächst der Angelegenheit zu, ob die großen Privatsender wie z.B. RTL, Pro Sieben oder Sat1 eine Wende im „Absacken“ der Fernsehqualität herbeiführen würden. Er belegt jedoch umgehend, dass dies nicht der Fall sein wird, da diese Sender „im Rennen um höchste Renditen“ einfach zu wenig auf ein „bestes Image“ angewiesen seien.

Auch die großen öffentlich-rechtlichen Sender sowie die kleineren, regionalen der Landesmedienanstalten schließt Niggemeier aus. Er macht dies in Form einer faktischen Klarstellung, da seiner Ansicht nach diese Sender nur den Trends der großen Privaten „hinterher hecheln“ oder mit Politik nicht viel am Hut haben möchten, da es sich auf regionaler Ebene nicht gut genug „verkauft“. (Z. 31-32)

Nachdem er zunächst gewisse „ Kandidaten“ ausgeschlossen hat, wendet sich Niggemeier nun seinen „persönlichen Hoffnungsträgern“ in dieser Frage zu.

Als erste Wahl sieht er hier die mittelgroßen Privatsender. Er begründet dies da- mit, dass diese weder „Reste verwerten“, noch einem solchen Druck ausgesetzt sind, sofort das Maximum an Umsatz und Zuschauern erreichen zu müssen. (Z. 35-37) Er sieht hier beispielsweise Kabel 1 und VOX. (Z. 38)

Am Beispiel von VOX begründet er, dass dieser Sender in der Lage ist, eine teure und qualitätvolle Serie wie Ally Mc Beal trotz nur mäßig vorhandenem Publikum in Deutschland anbieten zu können, wodurch seiner Meinung nach diesem Publi- kum eine gehaltvollere Alternative gegenüber dem Programm der großen Sender geboten wird.

Im Fall Kabel 1 nennt Niggemeier das Beispiel der Fernsehshow „Was bin ich“, die dort wieder eingeführt wurde. (Z. 45)

Dem eventuell aufkommenden (Vor-)Urteil der Leser, dies klinge nicht nach einer „Großtat“ (Z. 45-46) setzt er sofort entgegen, dass es sich hierbei um „ge- pflegte Unterhaltung“ und „geistreiche, harmlose Hausmannskost“ handele, wel- che die Qualität des Programms deutlich aufwerte.

Im zweiten Teil beginnt Niggemeier sich von den Sendern selbst abzuwenden und den Einfluss der Quoten zu beleuchten.

Er behauptet hier, dass das werbefinanzierte Fernsehen nur noch soviel ausge- ben möchte, wie es auch bestimmt durch die Werbeeinnahmen, die auf den Quo- ten aufbauen, einnehmen kann. (Z. 59-60)

Als belegenden Zwischeneinschub kann er hier das Pay-TV wie etwa Premiere nennen, da dieses durch das zusätzliche Geld der Zuschauer auch in der Lage ist, ein wenig Qualität einzubringen (Z. 60-62) und nicht nur auf die „Gnade“ der Werbeindustrie angewiesen ist.

In der Werbeindustrie selbst sieht Niggemeier jedoch ebenfalls eine Chance, am qualitätvolleren Programm mitzuwirken.

Diese kann sich gewisse Sendungen mehr oder weniger aussuchen, welche sie dann sponsorn will und wenn ihnen das Format dieser Sendungen nicht zusagt, dann fließt auch kein Geld. ( Z. 70-71) Er setzt hier sozusagen direkt auf die „Ver- nunftbefähigung“ bei den Verantwortlichen der Werbeindustrie, selbst keine ge- haltlosen und „verdummende“ Sendungen, wie sie im Nachmittagsprogramm der großen Privatsender derzeit üblich sind, zu fördern.

Niggemeier untermauert dieses Argument wieder mit Fakten, indem er Bei- spiele nennt, in denen dies bereits der Fall gewesen ist. (Z. 69 und Z. 71)

Niggemeier verwendet in dieser Verdeutlichung vor allem Neologismen wie „Telefon-Horoskop-Firma“ und „Real-Life-Manie“, die sich „schräg“ anhören und seinem eher konservativ veranlagten Lesern vermutlich besonders verstärkt klar machen sollen, warum einige Werbemacher hier zurückhaltend vorgehen und nicht immer die gleichen Konsumenten ansprechen wollen. (Z. 75)

Niggemeier schließt seinen Text ab, ohne eine endgültige Antwort auf seine Frage gefunden zu haben. Er macht jedoch dem Leser klar, dass man aufgrund der von ihm genannten Möglichkeiten eher davon ausgehen kann, dass die Qualität des Fernsehens sich einmal wieder verbessern wird und man künftig auch wieder mehr Qualität auf ganzer Bandbreite erhoffen darf und nicht lediglich einige her- vorzuhebende „Einzelleistungen“ (Z. 77-80)

2)

Um festzustellen, ob das Fernsehen auch weiterhin ein Medium bleibt, das die Menschen bewegt, sie gut informiert und gut unterhält, sollte man zunächst den Entwicklungszeitraum des Fernsehens, seit dem Erscheinen von Niggemeiers Text beleuchten.

[...]

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Sachtexterörterung des Textes "Wer rettet das deutsche Fernsehen?"
Untertitel
Von Stefan Niggemeier, mit anschließender Stellungnahme
Hochschule
Hanse-Kolleg, Lippstadt
Veranstaltung
Leistungskurs Deutsch
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
8
Katalognummer
V171808
ISBN (eBook)
9783640914043
ISBN (Buch)
9783656544555
Dateigröße
372 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Leistungskursklausur in Deutsch am Abendgymnasium. Texterörterung eines Sachtextes zum Programmangebot im Fernsehen.
Schlagworte
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Arbeit zitieren
Christian Johannes von Rüden (Autor), 2008, Sachtexterörterung des Textes "Wer rettet das deutsche Fernsehen?", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171808

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