Erlernte und angeborene Fähigkeiten in Graciáns "El Discreto" – Ein Vergleich zu aktuellen Standpunkten der Verhaltensforschung


Hausarbeit, 2010

12 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Kurze Einleitung in das Thema
1.2 Vorstellung des El Discreto

2. Graciáns Ansichten und die moderne Verhaltensforschung
2.1 Naturgegebene Eigenschaften und selbstbestimmtes Handeln bei Gracián – konkrete Textbeispiele
2.2 Standpunkte der Verhaltensforschung
2.3 Graciáns Ansichten unter Berücksichtigung des heutigen wissenschaftlichen Forschungsstandes

3. Zusammenfassung der Ergebnisse

1.Einleitung

1.1 Kurze Einleitung in das Thema

Baltasar Graciáns Werk El Discreto ist Grundlage vieler Forschungsansätze und oftmals steht dabei die Frage nach dem Verhältnis zwischen “genio“ und “ingenio“ im Mittelpunkt der Analysen. Beide Faktoren kann man als „Gaben der Natur“ (Jansen, Die Grundbegriffe des Baltasar Gracián, S.36) bezeichnen. Im Fokus der folgenden Analyse soll jedoch ein anderer Gegensatz untersucht werden, der bei der Lektüre des El Discreto immer wieder auffällt, ein Gegensatz, der dadurch entsteht, dass eben nicht alle Faktoren, die das menschliche Verhalten beeinflussen, solche „Gaben der Natur“ sind. Gracián stellt in seinem Werk zahlreiche Verhaltensweisen und Eigenschaften vor und philosophiert über den vollkommenen Menschen. Einige dieser Verhaltensweisen scheinen dabei erlernbar zu sein, wogegen bestimmte andere dem Menschen laut Gracián angeboren seien. Dies wirf die Frage auf, wie fundiert Graciáns Ansichten und somit seine Anleitungen zur Erlangung der Vollkommenheit unter Berücksichtigung heutiger Erkenntnisse sind und ob sie eventuell heute anders gedeutet werden können. Als Ausgangsthese steht die Behauptung im Raum, Graciáns Ansichten im Discreto seien auf die heutige Zeit nicht mehr übertragbar, da die moderne Verhaltensforschung seine Beobachtungen widerlege oder zumindest in erheblichem Maße einschränke, so dass man diese umdeuten muss. Es steht dabei also vor allem die Frage der Aktualität und des Nutzens Graciáns Ansichten in der modernen Welt im Mittelpunkt. Die Frage, ob diese These tatsächlich zutrifft, soll nach der Analyse in der Zusammenfassung der Ergebnisse beantwortet werden. Natürlich muss dabei immer der historische Kontext berücksichtigt werden, der einen Vergleich schwer macht und eine Wertung ausschließt. Nach einer kurzen Vorstellung des behandelten Werkes Graciáns erfolgt zunächst eine Auflistung der wichtigsten betreffenden Stellen des Discreto anhand von konkreten Zitaten, die Graciáns Ansichten zu angeborenen und erlernbaren Verhaltensweisen verdeutlichen und in Bezug setzen. Dabei wird deutlich gezeigt, welche Faktoren er als angeboren und welche als für jeden erlernbar ansieht, welche Voraussetzungen jeweils gegeben sein müssen und welche Umstände den Entwicklungsprozess eines Menschen beeinflussen. Anschließend erfolgt ein Einblick in die Ergebnisse moderner Verhaltensforschung, der sich allerdings nur auf das Wesentliche beschränken wird und einige Grundlagen erläutert. Besonders wird die Problematik der sogenannten „Anlage-Umwelt“ Debatte aufgezeigt, anhand der ein Vergleich zu Graciáns Standpunkten vollzogen werden kann. Die Ergebnisse dieser beiden Teile werden dann miteinander verglichen und es werden eventuelle Unterschiede oder Übereinstimmungen herausgearbeitet. Mit Hilfe dieser gewonnenen Erkenntnisse ist dann eine Beantwortung der Ausgangsthese möglich, die in einer abschließenden Zusammenfassung realisiert wird.

1.2 Vorstellung des El Discreto

Im Jahre 1646 veröffentlicht der Jesuit Baltasar Gracián sein Werk El Discreto, das zunächst unter dem Titel “El Varón Discreto“ (Batllori, Baltasar Gracián en su vida y en sus obras, S.119) erschien und sich aus insgesamt 25 einzelnen “realces“ (Batllori, Baltasar Gracián en su vida y en sus obras, S.122) zusammensetzt, die Miguel Batllori thematisch in folgende Untergruppen einteilt. Zum einen gäbe es diejenigen, welche von persönlichen Eigenschaften handelten, dann diejenigen, die sich mit den sozialen Eigenschaften beschäftigten und schließlich die “realces“, die negative Eigenschaften vorstellten, die es zu vermeiden gilt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Erlernte und angeborene Fähigkeiten in Graciáns "El Discreto" – Ein Vergleich zu aktuellen Standpunkten der Verhaltensforschung
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
12
Katalognummer
V171810
ISBN (eBook)
9783640914050
ISBN (Buch)
9783640912629
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erlernte, fähigkeiten, graciáns, discreto, vergleich, standpunkten, verhaltensforschung
Arbeit zitieren
Daniel Schiller (Autor), 2010, Erlernte und angeborene Fähigkeiten in Graciáns "El Discreto" – Ein Vergleich zu aktuellen Standpunkten der Verhaltensforschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171810

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