Ich möchte ich nachfolgenden Text den Begriff des Fotogramms näher erörtern. Was ist eigentlich ein Fotogramm und wie funktioniert es? Zunächst steht die Frage nach der Erfindung dieser kameralosen Fotografie im Raum. Es ist interessant den Weg nachzugehen, von den ersten Versuchen, die zu dokumentarischen Methoden dienten bis zur Etablierung als ein besondere Form der künstlerischen Fotografie. Dabei werden auch auf die Unterschiede zwichen den drei großen Pionieren des Fotogramms: Christan Schad, Man Ray und Laszlo Moholy-Nagy, eingegangen. Eine Frage ist was sie mit ihren Fotogrammen beabsichtigten. Daneben soll z.B. auch erwähnt werden, welche Materialien sie für ihre Arbeiten verwendeten. Ebenso soll ein kurzer Einblick in die surrealistischen Züge des Fotogramms gewährt und die wichtigsten Aussagen beim Thema Fotogramm erklärt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Geschichte der Entstehung des Fotogramms
3 Funktionsweise des Fotogramms
4 Schadographie
5 Rayographie
6 Laszlo Moholy-Nagy
7 Fotogramme im Dadaismus und Surrealismus
8 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursprünge und die Entwicklung des Fotogramms als kameralose Form der künstlerischen Fotografie. Dabei wird analysiert, wie sich das Verständnis dieses Mediums von den ersten dokumentarischen Versuchen bis zur bewussten Etablierung als eigenständiges künstlerisches Ausdrucksmittel gewandelt hat, unter besonderer Berücksichtigung der unterschiedlichen Ansätze der Pioniere Christan Schad, Man Ray und Laszlo Moholy-Nagy.
- Historische Einordnung der kameralosen Fotografie.
- Technische Funktionsweise und Materialität der Fotogrammerstellung.
- Die unterschiedlichen künstlerischen Ansätze von Schad, Ray und Moholy-Nagy.
- Bedeutung des Fotogramms innerhalb des Dadaismus und Surrealismus.
- Abgrenzung des Fotogramms zur klassischen, kamerabasierten Fotografie.
Auszug aus dem Buch
4 Schadographie
Die “Schadographien” von Christian Schad (1894 - 1982) sind 1919 in Genf entstanden. Fundsachen, Weggeworfenes, kleinteilige Bruchstücke: Solche Gegenstände dienten ihm als Ausgangslage für seine Arbeiten. Somit entstanden völlig neuartige Bilder. Schad organisierte sie in bedeutungslose Gruppen und setzte sie in “deformierte Arenen”,10 wo sie neu auferstanden. Seine vorangegangenen Arbeiten standen dem Expressionismus sehr nahe, doch solch eine radikale “Abstraktion des Materials”11 wie in seinen frühen Schadographien betrieb er dabei nicht. Nie zuvor hatte Schad sich in seinem künstlerischen Werk so weit vom Gegenständlichen entfernt, bei gleichzeitig größtmöglicher Annäherung. Denn in seinen Fotogrammen brachte er die Dinge nicht in der Anschauung zu Fotopapier, sondern in Kontakt damit um sie danach aus dem Bild verschwinden zu lassen. Schadographien hatte Schad in seiner Genfer Zeit als eigenen künstlerischen Beitrag in dadaistische Bewegung eingebracht.
“Charakteristisch für diese frühen Schadographien ist die Verwendung von objets trouvés und die Einbeziehung von Schrift. Bereits seit den 1930er Jahren war er dafür vor allem in Übersee in zahlreichen Ausstellungen - meist ohne, dass er selbst davon erfuhr - gefeiert worden.“12
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Thematik des Fotogramms, der Forschungsfragen sowie der drei zentralen Künstlerpersönlichkeiten.
2 Geschichte der Entstehung des Fotogramms: Rückblick auf die frühen Anfänge der kameralosen Fotografie, von den Entdeckungen Johann Heinrich Schulzes bis zum Aufkommen des Begriffs im 20. Jahrhundert.
3 Funktionsweise des Fotogramms: Erläuterung des technischen Prozesses und physikalischen Vorgangs der Belichtung von lichtempfindlichem Material ohne Kamera.
4 Schadographie: Analyse der von Christian Schad entwickelten künstlerischen Technik unter Verwendung von Fundsachen und dadaistischen Einflüssen.
5 Rayographie: Untersuchung der experimentellen Arbeiten von Man Ray und der Popularisierung des Begriffs der Rayographie.
6 Laszlo Moholy-Nagy: Beleuchtung der kunsttheoretischen Herangehensweise Moholy-Nagys, insbesondere seines Verständnisses von Licht als Gestaltungsmittel.
7 Fotogramme im Dadaismus und Surrealismus: Untersuchung der engen Verbindung des Fotogramms zu diesen Kunstströmungen und dessen Rolle als Medium der Transformation.
8 Zusammenfassung: Synthese der Erkenntnisse über die Einzigartigkeit des Fotogramms im Vergleich zur klassischen Fotografie.
Schlüsselwörter
Fotogramm, Schadographie, Rayographie, Christian Schad, Man Ray, Laszlo Moholy-Nagy, kameralose Fotografie, Dadaismus, Surrealismus, Lichtgestaltung, Lichtmodulator, Experimentelle Fotografie, Objekte, Schattenbild, Bildende Kunst.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem historischen Werdegang und der künstlerischen Bedeutung des Fotogramms als Medium der kameralosen Fotografie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Geschichte der Fotogrammentstehung, die technische Funktionsweise, das Wirken der Pioniere Schad, Ray und Moholy-Nagy sowie die künstlerische Rezeption im Dadaismus und Surrealismus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Wesen des Fotogramms zu klären, seine Unterschiede zur klassischen Kamerafotografie herauszuarbeiten und die unterschiedlichen Intentionen der Künstler zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und die Untersuchung der künstlerischen Praxis der drei genannten Pioniere.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in technische Grundlagen, die detaillierte Betrachtung der individuellen Ansätze von Schad, Ray und Moholy-Nagy sowie die Analyse der Bedeutung für den Surrealismus und Dadaismus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Fotogramm, kameralose Fotografie, Schadographie, Rayographie, Dadaismus, Surrealismus und Lichtgestaltung.
Welchen Stellenwert nimmt die "Schadographie" in dieser Arbeit ein?
Die Schadographie wird als Pionierarbeit gewürdigt, bei der Christian Schad durch die Verwendung von Fundsachen und Abstraktion des Materials einen bedeutenden Beitrag zur dadaistischen Kunstbewegung leistete.
Wie unterscheidet sich Man Rays Ansatz von dem anderer Künstler?
Man Ray setzte bei seinen Rayographien verstärkt auf eine dadaistisch-surrealistische Perspektive, in der er den Entstehungsprozess als quasi erotischen und rätselhaften Vorgang inszenierte.
Warum sah Laszlo Moholy-Nagy das Licht als das "angemessene künstlerische Ausdrucksmittel"?
Für Moholy-Nagy war das Licht ein zentrales Gestaltungselement, mit dem er eine neue Sensibilität des Sehens fördern wollte, indem er Objekte als sogenannte "Lichtmodulatoren" begriff.
- Arbeit zitieren
- Aron Kraft (Autor:in), 2010, Das Fotogramm - die frühen Anfänge, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171812