Einleitung
Wer die Geschwindigkeit und das Gleiten mit einem unvergleichlichem Naturerlebnis verbinden möchte kommt am Snowboarden heutzutage wohl zwangsläufig nicht mehr vorbei. In einer harmonischen Mischung aus Eleganz und Kraft zieht der Snowboarder im tiefem Schnee wie auch auf vereisten Pisten in weiten Schwüngen den Hang hinab. Wenn die von Ihm hinterlassene Fahrlinie sich schienenähnlich den Berg hinunterschlängelt und fast einer Schlittschuhspur ähnelt, spricht man vom Carven (engl. = schneiden). Dieses Gleiten auf der Stahlkante des Brettes ohne zu driften, ist jedoch auch erst in jüngerer Zeit möglich, wie zeitgleich auch populär geworden.
Aus dem 16. Jahrhundert stammen erstmals Berichte über Winterfahrgeräte die dem heutigen Snowboard entfernt ähneln. Goldgräber im Rauristal in Österreich benutzten lange Holzbretter, die mit Lenkstangen versehen waren, um von Gebirgsstollen ins Tal zu kommen. Sie gingen als die "Rauriser Knappenrösser" in die Geschichte des Winterfahrsports ein und sind noch heute im Museum in Mürzzuschlag / Österreich zu betrachten.
Die Ursprünge des modernen Snowboards als Spass- und Sportgerät kamen jedoch aus bereits etablierten Sportarten. Das Element des Gleitens wurde vom Inlineskaten, bzw. dem Rollschuhfahren impliziert. Weitere Einflüsse hatten die Skateboarder, wie auch die Wellenreiter und Surfer.
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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Fahrspezifische und boardtechnische Grundlagen
2.1 Besonderheiten und Unterschiede im technischen Aufbau eines Snowboards
2.2 Schwungschule als Basis des Carvingturns
2.3 Einfluss und Abhängigkeit von Board- und Fahrtechnik
3 Der geschnittene Schwung als ultimatives Fahrerlebnis
3.1 Vom fortgeschrittenen Schwingen zum Carving
3.2 Carving am Grenzbereich von Mensch, Material und Physik
4 Resümee und Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Seminararbeit untersucht das alpine Snowboarden mit einem besonderen Fokus auf die Technik des Carvings. Ziel ist es, die physikalischen und technischen Zusammenhänge zwischen dem Aufbau eines Snowboards und der Fahrtechnik zu verdeutlichen, um die Entwicklung vom einfachen Schwung zum geschnittenen Carvingturn nachzuvollziehen.
- Historische Entwicklung und Einflüsse des Snowboardsports
- Technische Grundlagen und Bauweisen von verschiedenen Snowboardtypen
- Methodik des Erlerns der Schwungschule und des Carvings
- Physikalische Kräfte und Belastungsgrenzen beim Carving
- Materialoptimierung in Abhängigkeit vom bevorzugten Fahrstil
Auszug aus dem Buch
3.1 Vom fortgeschrittenen Schwingen zum Carving
Snowboarden und Carven sind zwei zentrale Begriffe, die nur schwer voneinander zu trennen sind. Durch das experimentieren in Bereichen mit hohen Geschwindigkeiten hat sich erst in jüngerer Zeit die Taillierung von Snowboards in allen Einsatzgebieten, mit verschiedenen Kurvenradien etabliert und andere verwandte Sportarten wie das Skifahren inspiriert.
Neben dem Springen und Tiefschneefahren ist es wohl die spektakulärste Form des Snowboardens. "Im Gegensatz zum gedrifteten Schwung ist der geschnittene Schwung fahrtechnisch wesentlich schwieriger zu fahren"15. Der Basis- und Hochschwung sollte dementsprechend schon automatisiert sein.
Beim Carven wird das Brett beim Überqueren der Falllinie nicht gleich umgekantet, sondern beim Schwung mit Hochentlastung wird versucht ohne Driftanteil, also nur auf der Kante über die Fallinie hinaus wieder Hangaufwärts zu fahren und dann erst den Kantenwechsel vorzunehmen. Am leichtesten kann man das Gefühl für die Kante entwickeln, indem man auf ihr bis zum Stillstand Hangaufwätrs fährt. Für diese Versuche sollte eine gut präparierte, mittelsteile, nicht stark frequentierte Piste ohne Unebenheiten vorhanden sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung des Snowboardens von den Anfängen bis zur modernen Sportart und führt in das Phänomen des Carvens ein.
2 Fahrspezifische und boardtechnische Grundlagen: Hier werden der technische Aufbau von Snowboards, die Bedeutung der Schwungschule und der Einfluss des Materials auf die Fahrtechnik detailliert analysiert.
3 Der geschnittene Schwung als ultimatives Fahrerlebnis: Dieses Kapitel erläutert den Übergang zum Carving und beleuchtet die physikalischen sowie fahrtechnischen Herausforderungen am Limit.
4 Resümee und Ausblick: Der abschließende Teil reflektiert den Stellenwert des Carvens im modernen Wintersport und diskutiert aktuelle Trends sowie die Auswirkungen auf den Fahrstil.
Schlüsselwörter
Snowboarden, Carving, geschnittener Schwung, Snowboardtechnik, Boardgeometrie, Taillierung, Kantengriff, Wintersport, Schwungschule, Piste, Fahrphysik, Materialwahl, Freestyler, Raceboarden, Vitelliturn
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die technische Entwicklung und fahrphysikalische Aspekte des Snowboardens, mit einem speziellen Fokus auf die "Hohe Schule" des Sports, das Carving.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themen umfassen die Geschichte des Snowboards, die Bedeutung der Materialeigenschaften für den Kurvenradius sowie die fahrtechnische Ausbildung vom Driftschwung bis zum professionellen Carvingturn.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Leser das Zusammenspiel zwischen Brettgeometrie (insbesondere der Taillierung) und dem fahrtechnischen Körpereinsatz zu vermitteln.
Welche methodische Herangehensweise wird verfolgt?
Es handelt sich um eine sportwissenschaftliche Literaturarbeit, die existierende Lehrmethoden und technische Analysen auf den Bereich des alpinen Snowboardens anwendet.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil werden sowohl die Materialkunde (Bauweise der Boards) als auch die konkrete Fahrtechnik (Hoch- und Tiefentlastung, Jump Turn, Vitelliturn) behandelt.
Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter?
Zentrale Begriffe sind Carving, Kantengriff, Taillierung, alpine Technik und die Synergie von Mensch, Material und Physik.
Was genau ist ein "Vitelliturn"?
Ein Vitelliturn ist eine extreme Carving-Variante, bei der der Fahrer in sehr tiefer Schräglage fährt, wobei die Hand den Schnee berührt, um die Bewegung zu stabilisieren.
Warum ist das Erlernen des Basis-Driftschwungs so wichtig?
Der Autor betont, dass der Driftschwung die Grundlage für den Kantenwechsel bildet und die notwendige Sicherheit für den späteren, technisch anspruchsvolleren geschnittenen Schwung schafft.
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- Johannes Wiesner (Author), 2003, Der Carvingturn als "Hohe Schule" des alpinen Snowboardens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17181