Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

Der Landgrafenhof der Ludowinger als literarisches Zentrum

Title: Der Landgrafenhof der Ludowinger als literarisches Zentrum

Seminar Paper , 2010 , 12 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Katja Neumann (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Das 12. und 13. Jahrhundert stellen literaturhistorisch betrachtet eine Zäsur dar. Bis zu dieser Zeit war Literatur einzig dem kirchlichen Gebrauch vorbehalten. Mit der Weiterentwicklung der Adelskultur modifizierte sich auch der Literaturbetrieb. An den Fürstenhöfen entstand höfische Dichtung.
Die Intention der vorliegenden Arbeit liegt in der exemplarischen Betrachtung des Landgrafenhofs der Ludowinger in Thüringen, welcher sich am Ausgang des 12. Jahrhundert – unter Hermann I. – zu einem der bedeutendsten Literaturzentren entwickelte. Die Rolle Hermanns I. als Mäzen und Territorialfürst wird dabei erläutert. Persönliche und institutionelle Aspekte sollen die Hintergründe des fürstlichen Literaturinteresses offenlegen. Des Weiteren wird der Begriff des „Höfischen“ zum Leitmotiv der sich neu herausbildenden Adelskultur und wird mit der Entstehung der Hofliteratur erklärt. Abschließend werden die literarischen Konzepte des Hofes beleuchtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Landgraf Hermann I.

2.1 Der bedeutende Mäzen

2.2 Das fürstliche Literaturinteresse

2.3 Neue Formen fürstlicher Repräsentationskunst

3. Der Hof

4. Literarische Konzepte des Hofes

5. Zusammenfassung

6. Literaturangabe

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Ludowinger Landgrafenhof unter Hermann I. als bedeutendes literarisches Zentrum des 12. Jahrhunderts, wobei die Rolle des Fürsten als Mäzen und die Entwicklung der höfischen Kultur im Zentrum stehen.

  • Die Rolle von Landgraf Hermann I. als Förderer der Literatur
  • Entwicklung und Bedeutung der höfischen Kultur im 12. Jahrhundert
  • Der Einfluss von Mäzenatentum auf die volkssprachliche Dichtung
  • Konzepte fürstlicher Repräsentation und höfische Selbstinszenierung
  • Die kritische Perspektive auf den Hof durch Zeitgenossen wie Walther von der Vogelweide

Auszug aus dem Buch

4. Literarische Konzepte des Hofes

Die für das Hofpublikum thematisch interessanten Aspekte lassen sich in zwei verschiedene literarische Konzepte des Hofes unterteilen, welche auch am Ludowinger Landgrafenhof Hermanns I. vertreten waren. Zum einen das Konzept des weltlichen Fürstenhofes, einem Ort des Lasters und der Lüge, zum anderen den idealisierten Fürstenhof, als einen Aktionsraum für eine kultiviertere herrschaftliche Hofgesellschaft.

Im Rahmen einer hofkritischen Perspektive polemisiert Walther von der Vogelweide in der Thüringer Hofschelte den Lärm, die Ausschweifungen, die Trinkgelage und die Verschwendung Hermanns I.

„Der in den ôren siech von ungesühte sî, daz ist mîn rât, der lâz den hof ze Düringen frî, wan kumet er dar, dêswâr, er wirt ertœret. ich hân gedrungen unz ich niht mê dringen mac, ein schar vert ûz, diu ander in, naht unde tac, grôz wunder ist, daz iemen dâ gehœret. der lantgrâve ist sô gemuot, daz er mit stolzen helden sîne habe vertuot, der iegeslîcher wol ein kenpfe wære. mir ist sîn hôhiu fuore kunt: und gulte ein fuoder guotes wînes tûsend pfunt, dâ stüende doch niemer ritters becher lære.“

Die Gründe für diese Hofkritik begründen sich unter Umständen aus einer bereits im 9. Jahrhundert einsetzenden und im 12. Jahrhundert, mit der Ausbildung der Fürstenhöfe, fortführenden Entwicklung einer literarischen Tradition über hofkritische Argumentationsmuster.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt den literaturhistorischen Kontext der höfischen Dichtung im 12. und 13. Jahrhundert und definiert die Zielsetzung der Untersuchung des Landgrafenhofs unter Hermann I.

2. Landgraf Hermann I.: Dieses Kapitel beleuchtet die Biografie des Landgrafen, sein Wirken als Mäzen, seine persönlichen Literaturinteressen sowie neue Ansätze der fürstlichen Repräsentation.

3. Der Hof: Hier werden die sozialen Strukturen, die Verwaltung und die Personenkonstellation am Ludowinger Hof als Voraussetzungen für literarisches Mäzenatentum analysiert.

4. Literarische Konzepte des Hofes: Das Kapitel kontrastiert das Konzept des weltlichen, von Kritik begleiteten Hofes mit dem Idealbild der höfischen Gesellschaftskultur.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese über Hermann I. als bedeutenden Förderer der volkssprachlichen Dichtung und dessen Rolle bei der Etablierung einer neuen Adelskultur.

6. Literaturangabe: Auflistung der verwendeten Monographien, Sammelbände, Abbildungen und Internetquellen.

Schlüsselwörter

Landgraf Hermann I., Ludowinger, Fürstenhof, höfische Dichtung, Mäzenatentum, Literaturgeschichte, Mittelalter, Wartburg, volkssprachliche Literatur, Hofkritik, Walther von der Vogelweide, Adelskultur, Repräsentationskunst, höfische Gesellschaft, Kulturgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der kulturellen und literarischen Bedeutung des Landgrafenhofs der Ludowinger unter Hermann I. im späten 12. Jahrhundert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen das fürstliche Mäzenatentum, die Entwicklung der volkssprachlichen Dichtung und die Ausprägung höfischer Repräsentationsformen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Hof unter Hermann I. zu einem führenden literarischen Zentrum wurde und welche persönlichen sowie institutionellen Hintergründe das Literaturinteresse des Fürsten prägten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine exemplarische Betrachtung und Literaturanalyse, gestützt auf fachwissenschaftliche Standardwerke zur höfischen Kultur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Person Hermann I., die sozialen Voraussetzungen am Hof, die Rolle als Literaturförderer und die zeitgenössischen Konzepte höfischer Literatur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Landgrafenhof, höfische Dichtung, Mäzenatentum, Ludowinger und höfische Gesellschaftskultur gekennzeichnet.

Inwieweit spielte die Wartburg eine Rolle für den Hof?

Die Wartburg wurde von Landgraf Hermann I. ausgebaut und diente als zentraler Ort der höfischen Dichtung sowie als bedeutendes gesellschaftliches Zentrum.

Warum kritisierte Walther von der Vogelweide den Thüringer Hof?

Walther von der Vogelweide übte in seiner "Thüringer Hofschelte" Kritik an Ausschweifungen, Trinkgelagen und der Verschwendung am Hof, um an ein höfischeres Verhalten zu appellieren.

Welche Bedeutung hatten die Psalterien für die Repräsentation?

Die für Hermann I. und seine Frau Sophia angefertigten Psalterien gelten als frühe Zeugnisse fürstlicher Buchkunst und unterstreichen die Selbstdeutung der Auftraggeber.

Was belegt der Briefwechsel zur Erziehung der Söhne?

Der Brief belegt den hohen Bildungsanspruch des Landgrafen, der den Standard des deutschen Adels der Zeit übertraf und auf eine Orientierung an französischen Idealen hindeutet.

Excerpt out of 12 pages  - scroll top

Details

Title
Der Landgrafenhof der Ludowinger als literarisches Zentrum
College
Dresden Technical University  (Geschichte)
Course
Der hochmittelalterliche Fürstenhof
Grade
1,7
Author
Katja Neumann (Author)
Publication Year
2010
Pages
12
Catalog Number
V171834
ISBN (eBook)
9783640914319
ISBN (Book)
9783640914593
Language
German
Tags
landgrafenhof ludowinger zentrum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Neumann (Author), 2010, Der Landgrafenhof der Ludowinger als literarisches Zentrum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171834
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  12  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint