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Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht

Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von handlungs- und produktionsorientierten Verfahren im schulischen Literaturunterricht am Beispiel von Wolfang Herrendorfs Roman "Tschick"

Title: Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht

Term Paper , 2022 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Johannes Raub (Author)

Didactics - German Studies
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Die Hausarbeit untersucht den handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht (HPLU) als Alternative zu traditionellen, primär analytischen Unterrichtsformen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass rein interpretatorische Verfahren häufig nicht allen Lernenden gerecht werden und insbesondere weniger analytisch orientierte Schülerinnen benachteiligen. HPLU zielt daher darauf ab, durch kreative, sinnlich-subjektive Zugänge allen Schülerinnen einen aktiven Zugang zu literarischen Texten zu ermöglichen, Lesemotivation zu steigern und eine emotionale Beteiligung zu fördern.

Theoretisch wird HPLU pädagogisch-didaktisch durch die Heterogenität von Lerngruppen, literaturtheoretisch durch Ansätze wie Rezeptionsästhetik und Konstruktivismus sowie entwicklungspsychologisch durch die Bedeutung aktiven Handelns für Lernprozesse begründet. Methodisch umfasst HPLU ein breites Spektrum: textproduktive Verfahren (z. B. Umschreiben, Fortsetzen), szenische Darstellungen, visuelle Gestaltungen und akustische Umsetzungen. Ziel ist dabei stets ein vertieftes Textverständnis, ergänzt durch die Förderung von Kreativität, Empathie und Imagination.

Neben den Chancen werden auch Grenzen diskutiert. Kritisch gesehen werden insbesondere der hohe Zeitaufwand, die schwierige Leistungsbewertung sowie die Gefahr einer zu starken Subjektivierung, die das Textverständnis verzerren kann. Daher wird betont, dass HPLU sinnvoll mit analytischen Verfahren kombiniert werden sollte.

Am Beispiel von Wolfgang Herrndorfs "Tschick" werden konkrete Einsatzmöglichkeiten aufgezeigt, etwa kreative Schreibaufgaben, Perspektivwechsel oder szenische Inszenierungen. Diese sollen die eigenständige Texterschließung fördern, bergen jedoch auch Risiken wie das Abdriften vom Ausgangstext.

Insgesamt kommt die Arbeit zu dem Schluss, dass HPLU großes Potenzial für einen motivierenden und differenzierenden Literaturunterricht bietet, dessen Wirksamkeit jedoch stark von einer reflektierten, zielgerichteten und ausgewogenen Anwendung abhängt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht

2.1. Definition

2.2. Theoretische Begründung

2.2.1. Pädagogisch-didaktische Begründung

2.2.2. Literaturtheoretische Begründung

2.2.3. Entwicklungstheoretische Begründung

2.3. Methodik/Verfahrensweisen

2.4. Funktion

2.5. Leistungsbeurteilung

2.6. Kritische Betrachtung

3. Möglichkeiten und Grenzen von HPLU anhand von Wolfgang Herrndorfs Tschick

3.1. Der Roman – kurz zusammengefasst

3.2. Ausgewählte Beispiel handlungs- und produktionsorientierter Aufgaben

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale und Limitierungen des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts (HPLU), um einen Zugang zu literarischen Texten zu schaffen, der über eine rein analytisch-reflexive Herangehensweise hinausgeht. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch kreative, szenische und visuelle Verfahren die Lesemotivation gestärkt und eine subjektiv-sinnliche Auseinandersetzung mit Literatur gefördert werden kann, unter besonderer Berücksichtigung des Jugendromans Tschick von Wolfgang Herrndorf.

  • Grundlagen, Definition und theoretische Herleitung des HPLU
  • Methodische Vielfalt und konkrete Verfahrensweisen zur Textarbeit
  • Funktionen und Möglichkeiten der Leistungsbewertung im kreativen Unterricht
  • Kritische Reflexion von Risiken, wie dem Verlust des Textbezugs oder der Gefahr der "Spielerei"
  • Praktische Anwendungsbeispiele für handlungs- und produktionsorientierte Aufgaben am Roman Tschick

Auszug aus dem Buch

3.2 Mögliche handlungs- und produktionsorientierte Aufgaben – ausgewählte Beispiele

In der nun anschließenden Verknüpfung des Jugendromans mit handlungs- und produktionsorientierten Verfahren sollen exemplarisch einzelne Motive, Aspekte und Ausschnitte des Textes herausgegriffen werden, um aufzuzeigen, inwiefern eine handlungs- und produktionsorientierte Herangehensweise die selbstständige Texterschließung von Schüler*innen begünstigen kann. Ebenfalls sollen dabei potenzielle Gefahren benannt werden, die ein Entfernen vom Text und ein Verhindern von Verstehen literarischer Zusammenhänge bedeuten können.

Hierzu eignet sich direkt der Beginn des Romans, da dieser durch ein Vorgreifen auf das Ende der Fahrt einsetzt. Die Schüler*innen könnten somit aufgefordert werden, die ersten Zeilen (gemeinsam) zu lesen und im Anschluss darüber zu spekulieren, welche Gründe dazu geführt haben, dass sich Maik auf der Polizeiwache befindet. Auch das Motiv der Kriminalität könnte thematisiert werden. Die Schüler*innen werden somit zum einen in ihrem kreativen Schreiben und ihrer Vorstellungskraft gefördert und zum anderen textanalytisch gefordert, da zum spekulierenden Schreiben ein analytisch-interpretierendes Verständnis der ersten Texteindrücke nötig ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Entwicklung des HPLU als Antwort auf die Unzulänglichkeiten traditioneller, rein analytischer Unterrichtsmethoden und stellt die Leitfragen der Arbeit vor.

2. Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht: Dieses Kapitel definiert HPLU, begründet den Ansatz theoretisch aus reformpädagogischer und literaturtheoretischer Sicht und erörtert seine Funktionen, Methodik und Herausforderungen bei der Leistungsbewertung.

3. Möglichkeiten und Grenzen von HPLU anhand von Wolfgang Herrndorfs Tschick: Hier wird der theoretische Rahmen auf den Jugendroman übertragen, um anhand konkreter Aufgabenstellungen die Chancen und Risiken des Konzepts praxisnah zu demonstrieren.

4. Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert, dass die Vorteile des HPLU überwiegen, sofern er durch eine fachlich fundierte Didaktik und die Verknüpfung mit analytischen Elementen vor der Gefahr der Beliebigkeit geschützt wird.

Schlüsselwörter

Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht, HPLU, Textverständnis, Lesemotivation, Kreatives Schreiben, Szenische Interpretation, Wolfgang Herrndorf, Tschick, Literaturdidaktik, Schülerorientierung, Leistungsbewertung, Textanalyse, Literarische Kompetenz, Ganzheitliches Lernen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Methode des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts (HPLU) und prüft dessen Eignung als Alternative oder Ergänzung zur klassischen, analytischen Textinterpretation.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die theoretische Begründung des HPLU, seine vielfältigen Verfahrensweisen (textproduktiv, szenisch, visuell, akustisch) sowie die kritische Reflexion hinsichtlich dessen Mehrwerts für das Textverständnis und die Lesemotivation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch handlungs- und produktionsorientierte Verfahren ein tieferes Verständnis literarischer Texte erzielt werden kann, ohne dabei die notwendige fachliche Auseinandersetzung und den Bezug zum Originalwerk zu verlieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse didaktischer Konzepte verschiedener Fachdidaktiker und verknüpft diese theoretische Grundlage mit einer praxisorientierten Anwendung auf den Jugendroman Tschick.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Definition und Einordnung von HPLU sowie in einen praktischen Teil, in dem konkrete Aufgabenbeispiele am Beispiel des Romans Tschick entwickelt und kritisch hinterfragt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind HPLU, Lesemotivation, Textverständnis, handlungsorientierte Aufgaben, kritische Didaktik und schülerzentrierter Unterricht.

Wie wird mit der Kritik umgegangen, HPLU sei nur eine „Spielerei“?

Der Autor argumentiert, dass diese Gefahr besteht, wenn der Bezug zum Text fehlt. Er fordert daher eine konsequente Symbiose aus produktiven Verfahren und anschließender analytischer Betrachtung, um die Tiefe der Auseinandersetzung zu garantieren.

Welche Rolle spielt der Roman „Tschick“ für diese Arbeit?

Der Roman dient als konkretes Fallbeispiel. Die jugendliche Lebenswelt des Romans bietet ideale Anknüpfungspunkte für kreative Aufgaben, die im Rahmen der Arbeit exemplarisch methodisch durchgespielt werden.

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Details

Title
Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht
Subtitle
Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von handlungs- und produktionsorientierten Verfahren im schulischen Literaturunterricht am Beispiel von Wolfang Herrendorfs Roman "Tschick"
College
University of Göttingen  (Deutsche Philologie)
Course
Masterseminar: Über den Umgang mit geschriebenen Menschen
Grade
1,3
Author
Johannes Raub (Author)
Publication Year
2022
Pages
26
Catalog Number
V1718562
ISBN (PDF)
9783389188712
ISBN (Book)
9783389188729
Language
German
Tags
tschick HPLU Literaturunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Raub (Author), 2022, Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1718562
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