Diese Bachelorarbeit befasst sich mit den Fördermöglichkeiten zirkuspädagogischer Interventionen in der Jugendarbeit von Kindern und Jugendlichen mit der Verhaltensauffälligkeit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS). In die Zirkuspädagogik fließen die Themenbereiche Pädagogik, Soziale Arbeit, Erlebnispädagogik und die Heilpädagogik mit ein. Da jedoch der erlebnisorientierte Kinderzirkus größtenteils in der praktischen Umsetzung liegt, gibt es bisher noch keine einheitliche theoretische Konzeption über die praktischen Tätigkeiten dazu. Es wurde die qualitative Forschungsposition gewählt und Experteninterviews mit Zirkuspädagogen durchgeführt. Dadurch wurde das spezielle Praxiswissen gewonnen. Aus dem zuvor erstellten Theorieteil, mit den Informationen zum Krankheitsbild der ADHS, den Inhalten der Experteninterviews sowie den Themengebieten der Bewegungskünste, der Psychomotorik und der ästhetischen Erziehung wurde ein integratives zirkuspädagogisches Konzept unter erlebnispädagogischen Qualitätsstandards ausgearbeitet. So ist das offene Trainingssetting der Zirkuspädagogik für Kinder und Jugendliche mit ADHS förderlich um Selbstwirksamkeitsmomente zu initiieren. Dabei werden sie ressourcen-und bedürfnisorientiert integriert, da vor allem in den Bewegungskünsten die motorische Hyperaktivität ausgelebt werden kann und viele künstlerische Gestaltungsmöglichkeiten gegeben sind. Die Zirkuspädagogik als Beispiel der Erlebnispädagogik bietet zahlreiche pädagogische Umsetzungsmöglichkeiten. Jedoch ist die Zirkuspädagogik kein Universalmittel gegen sämtliche Probleme. Die Wirkungsweisen, die auf der motorischen, psychologischen und sozialen Ebene erwähnt wurden, können häufig erst nach langfristigem Training und mit ausreichend Professionalität erreich werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methodik
3. Definitionen
3.1 Die Kinder- und Jugendarbeit
3.2 Definition der Zirkuspädagogik
3.3 Integration in der Sozialen Arbeit
3.4 Die Zielgruppe – Kinder und Jugendliche mit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
4. Das Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom im Kinder- und Jugendalter
4.1 Die Klassifikation
4.2 Die Ätiologie und Epidemiologie
4.2.1 Die Ätiologie
4.2.2 Die Epidemiologie
4.3 Die alterstypischen Symptome der ADHS
4.3.1 Das Grundschulalter
4.3.2 Das Jugendalter
4.4 Die ADHS- Diagnostik und Therapie
4.4.1 Die Differentialdiagnose
4.4.2 Die Therapie
5. Hintergrund und Möglichkeiten der Zirkuspädagogik
5.1 Geschichte der Erlebnis- und Zirkuspädagogik
5.2 Ziele und Erkenntnisse aus der Erlebnis- und Zirkuspädagogik
5.3 Methoden und Fördermöglichkeiten der Zirkuspädagogik
5.3.1 Allgemeine Rahmenbedingungen der Angebote
5.3.2 Gruppenpädagogik
5.3.3 Ästhetische Erziehung
5.4 Die Bewegungskünste
5.4.1 Bedeutung der Bewegungskünste
5.4.2 Bedeutung der Bewegungskünste für die Zirkuspädagogik
5.5 Ziele und Wirkung der Zirkuspädagogik
5.5.1 psychomotorische Ziele
5.5.2 Förderung der Selbstwirksamkeit
5.5.3 Förderung sozialer Kompetenzen
5.5.4 Ausgewählte pädagogische Ziele bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS
5.5.5 Wirkung
6. Zirkuspädagogische Interventionen als integrative Maßnahme für Kinder- und Jugendlichen mit und ohne Verhaltensauffälligkeiten
6.1 Konzept einer Zirkuswoche
6.1.1 Beispiel einer Zirkuswoche
6.1.2 Allgemeines zur Durchführung
6.2 Qualitätssichernde Standards erlebnispädagogischer Maßnahmen
6.2.1 Qualitätssicherung- Leitfrage ‚Wer‘
6.2.2 Qualitätssicherung- Leitfrage ‚Kontext‘
6.2.3 Qualitätssicherung- Leitfrage ‚Situation‘
6.3 Pädagogische Hinweise im Umgang mit Kindern bei Zirkuspädagogische Interventionen
6.3.1 Positives Umfeld
6.3.2 Herausforderungen im Umgang
6.3.3 Vorbereitung und Durchführung
7. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial zirkuspädagogischer Interventionen in der Sozialen Arbeit zur integrativen Förderung von Kindern und Jugendlichen im Alter von 6-14 Jahren mit ADHS. Ziel ist die Entwicklung eines erlebnisorientierten Konzeptes, das Selbstwirksamkeit, soziale Kompetenzen und motorische Fähigkeiten stärkt.
- Integrative Zirkuspädagogik als Methode der Sozialen Arbeit
- Umgang mit ADHS im Kontext von Kinderzirkusprojekten
- Psychomotorik und Selbstwirksamkeit durch Bewegungskünste
- Qualitätssicherung und erlebnispädagogische Standards
- Praktische Umsetzung in Zirkuswochen und Gruppenangeboten
Auszug aus dem Buch
Besonderheiten zu Kindern mit ADHS-Diabolo
V.T.: … (23.02.80) … Ich habe das Gefühl Adhs-Kinder bevorzugen Situationen, in denen Sie selbstregulierend sind, wo sie selbst bestimmen, wo nicht ein Erwachsener oder ein Trainer vorstrukturiert. Das ist zum Beispiel beim Diabolospielen einfacher, weil sie da erst mal selber rumwurschteln und rumprobieren können. Bei manchen Disziplinen hat man erst mal einen kleinen Berg am Anfang wo man erst mal drüber muss und dann können sie erst mal alleine weiter üben. Das ist bei Kindern, die ADHS haben, spannend, da muss man gucken „wie schaffe ich es, dass das Kind da drüber kommt“. Aber wenn es diesen Anfangserfolg erlebt hat dann gibt es auch Phasen wo es selbstregulierend d.h. für sich erst mal entspannend erlebt und macht weiter.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema der zirkuspädagogischen Interventionen zur integrativen Förderung von Kindern mit und ohne ADHS.
2. Methodik: Beschreibung des qualitativen Forschungsansatzes mittels problemzentrierter Experteninterviews.
3. Definitionen: Begriffliche Einordnung der Kinder- und Jugendarbeit, Zirkuspädagogik und Integration sowie Beschreibung der Zielgruppe ADHS.
4. Das Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom im Kinder- und Jugendalter: Detaillierte Darstellung der Symptomatik, Ätiologie, Epidemiologie sowie diagnostischer und therapeutischer Aspekte von ADHS.
5. Hintergrund und Möglichkeiten der Zirkuspädagogik: Historische Entwicklung sowie Analyse der Ziele, Methoden und Fördermöglichkeiten der Zirkuspädagogik, insbesondere im Bereich Psychomotorik.
6. Zirkuspädagogische Interventionen als integrative Maßnahme für Kinder- und Jugendlichen mit und ohne Verhaltensauffälligkeiten: Konkrete Konzeptentwicklung für Zirkuswochen inklusive Qualitätssicherungsstandards und pädagogischer Handlungshinweise.
7. Zusammenfassung: Abschließendes Fazit über das integrative Potenzial der Zirkuspädagogik und die Notwendigkeit professioneller Reflexion.
Schlüsselwörter
Zirkuspädagogik, Soziale Arbeit, ADHS, Erlebnispädagogik, Integration, Selbstwirksamkeit, Psychomotorik, Bewegungskünste, Gruppenpädagogik, Qualitätssicherung, Inklusion, Kind-Zirkus-Projekte, Sozialkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie zirkuspädagogische Angebote als integrative Methode in der Sozialen Arbeit eingesetzt werden können, um Kinder und Jugendliche – insbesondere jene mit ADHS – in ihrer Entwicklung zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Zirkuspädagogik, die Erlebnispädagogik, das Krankheitsbild ADHS sowie die Bedeutung von Integration und pädagogischer Qualitätssicherung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, auf Basis einer theoretischen Analyse und Experteninterviews ein integratives zirkuspädagogisches Konzept zu entwerfen, das zur Stärkung der Selbstwirksamkeit und sozialen Kompetenzen beiträgt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer qualitativen Forschungsmethode, bei der Experteninterviews mit Zirkuspädagogen geführt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den theoretischen Hintergründen von ADHS, der Geschichte und den Zielen der Zirkuspädagogik, psychomotorischen Förderansätzen und der praktischen Implementierung eines Zirkuswochen-Konzepts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zirkuspädagogik, Soziale Arbeit, ADHS, Erlebnispädagogik, Integration, Selbstwirksamkeit und Qualitätssicherung.
Welche Rolle spielt der „Aufforderungscharakter“ bei ADHS-Kindern?
Der Zirkus bietet durch seine Requisiten und den „fremden“ Raum einen hohen Aufforderungscharakter, der Kinder mit ADHS dazu motivieren kann, sich länger auf eine Aufgabe zu fokussieren, wenn diese selbst gewählt und handlungsorientiert ist.
Warum ist die Arbeit mit dem „Entdeckungsdrang“ bei Zirkusmaterialien wichtig?
Anstatt sofort starre Regeln vorzugeben, empfiehlt die Arbeit, den natürlichen Entdeckungsdrang der Kinder zu Beginn einer Einheit zuzulassen, um eine Basis für Motivation und Vertrauen zu schaffen, bevor man in das methodische Training einsteigt.
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- Anonym (Author), 2019, Zirkuspädagogische Interventionen in der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1719299