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Amartya Sen. Zwischen Ökonomie und Philosophie

am Beispiel der sowjetdeutschen Minderheit in der UdSSR und später in der Bundesrepublik Deutschland

Titel: Amartya Sen. Zwischen Ökonomie und Philosophie

Seminararbeit , 2021 , 24 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Alexis Reimann (Autor:in)

Jura - Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie, Rechtsgeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Amartya Sen gilt als einer der wichtigsten Akademiker der Postmoderne, der durch die prägnante Vereinbarkeit von Wirtschaft und Philosophie einen wichtigen Beitrag zur Entwicklungsarbeit in Zeiten von globaler wirtschaftlicher, kultureller und politischer Vernetztheit leistete und bis heute leistet. Die zentralen Werke des Nobel-Preisträgers „Collective Choice and Welfare“ (1970), „The Idea of Justice” (2009) und “Development as Freedom” (1999) führten zu seiner weltweiten Bekanntheit.

In dieser Seminararbeit werden, nach einer kurzen Vorstellung Sens Biographie, zentrale Aspekte seiner Sozialwahltheorie, seine Gerechtigkeitsvorstellungen in Verbindung mit den Vorschlägen zur praktischen Umsetzung, und seine Ausführungen zur globalen Gerechtigkeit erläutert. Hierbei werden Aspekte seines Fähigkeitenansatzes (capability approach) von zentraler Bedeutung sein. Auch wird kurz an der Sen´schen Diskursethik Kritik angemerkt.

Anhand des Beispiels der Soziobiographie der sogenannten Sowjetdeutschen soll ein praxisnaher Vergleich zwischen der Sen´schen Idealvorstellung der Befähigung von Menschen, bestimmte Grundgüter wahrnehmen zu können, und einer tatsächlich umgesetzten sozio-politischen Praxis bei den Sowjetdeutschen, gezogen werden. Insgesamt wird versucht, einen Umriss um die wichtigsten Aspekte des Denkens Amartya Sens zu ziehen und anhand eines Beispiels zu konkretisieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Zur Person

B. Sozialwahltheorie

C. Die Idee der Gerechtigkeit

I. Bestehende Gerechtigkeitsdiskurse

1. Suffizienztheorien

2. Prioritätstheorien

3. Gleichheitstheorien

II. Sen´scher Fähigkeitenansatz (capability approach)

III. Globale Gerechtigkeit nach Sen

IV. Anmerkung zur Sen´schen Diskursethik

D. Sens Ausführungen im Kontext der sowjetdeutschen Geschichte

E. Schluss

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das theoretische Werk von Amartya Sen im Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Philosophie, mit dem Ziel, seine Gerechtigkeitsvorstellungen durch den Abgleich mit der sozio-biografischen Realität der Sowjetdeutschen kritisch zu hinterfragen und praktisch zu erörtern.

  • Grundlagen der Sen’schen Sozialwahltheorie
  • Kritik an bestehenden Gerechtigkeitsdiskursen
  • Der Fähigkeitenansatz (capability approach) als Praxisinstrument
  • Globale Gerechtigkeit und das Konzept der pluralen Identitäten
  • Anwendung auf die Integrationsgeschichte der Sowjetdeutschen

Auszug aus dem Buch

C. Die Idee der Gerechtigkeit

Mit der Grundlage des Verständnisses seiner Sozialwahltheorie ist es mithin möglich, Sen weitere ökonomisch-philosophischen Ausführungen zu seinem Gerechtigkeitsdenken zu erfassen. Nach „Collective Choice and Social Welfare“ ist „The Idea of Justice“ (Die Idee der Gerechtigkeit) das zentrale Werk, welches zu Sen weltweiter Bekanntheit und akademischen Respektierung führte.

Schon der Name „Idee“ der Gerechtigkeit lässt darauf hindeuten, dass Sen seine Ausführungen nicht als eine neue Theorie in chronologischer Sicht von vorhergehenden Gerechtigkeitstheorien sieht, sondern als eine Abbildung eines Ist-Zustandes in der Gerechtigkeitsdebatte und wie sie aus seiner Sicht praktisch greifbar werden könne.

Zunächst stellt er dar, wie seine Gerechtigkeitsvorstellung im Lichte der vorläufigen Gerechtigkeitsdiskurse gesehen werden soll. Er teilt dafür zunächst den Diskurs in den „Transzendentalen Institutionalismus“ und in den „Auf Wirklichkeit konzentrierten Vergleich“ auf.

Der Transzendentale Institutionalismus sei die akademische Auffassung, Gerechtigkeit als theoretische Verschriftlichung von z.T. auch metaphysischen Annahmen zu definieren, die, wenn sie nach der jeweiligen Theorie verwirklicht würden, einen zukünftigen Zustand erreichen würde, ab dem Gerechtigkeit „automatisch“ seinen Weg finde. So seien die Erschaffung von dementsprechenden Institutionen zentrale Bestandteile von vorherigen Gerechtigkeitstheorien. Immanuel Kant, Karl Marx und John Rawls seien Beispiele eines solchen transzendentalen Institutionalismus.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Zur Person: Dieses Kapitel gibt einen biographischen Überblick über Amartya Sen und beleuchtet die persönlichen Erfahrungen mit sozialer Ungerechtigkeit, die sein Denken maßgeblich prägten.

B. Sozialwahltheorie: Hier wird Sens Kritik an der ökonomischen Rationalwahltheorie dargelegt, insbesondere sein Plädoyer für die Einbeziehung von Sympathie und Verpflichtung in das Handeln der Akteure.

C. Die Idee der Gerechtigkeit: Dieses Kapitel analysiert Sens zentrales Werk, in dem er zwischen transzendentalem Institutionalismus und einem auf die Wirklichkeit konzentrierten Vergleich unterscheidet, und erläutert verschiedene Gerechtigkeitsansätze wie den Fähigkeitenansatz.

D. Sens Ausführungen im Kontext der sowjetdeutschen Geschichte: Der Autor wendet hier Sens theoretische Konzepte praktisch auf die historische und soziale Realität der Sowjetdeutschen an, um die Diskrepanz zwischen theoretischer Befähigung und realer Lebenswelt aufzuzeigen.

E. Schluss: Die Arbeit resümiert, dass Sens multidimensionaler Ansatz, der ökonomische Analysen mit philosophischen Überlegungen verbindet, einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis globaler Gerechtigkeitsfragen im 21. Jahrhundert leistet.

Schlüsselwörter

Amartya Sen, Gerechtigkeit, Sozialwahltheorie, Fähigkeitenansatz, Capability Approach, Transzendentaler Institutionalismus, Sowjetdeutsche, Identität, Soziobiografie, Globalisierung, Ethik, Ökonomie, Integration, Gerechtigkeitsdiskurs.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet die Gerechtigkeitstheorien von Amartya Sen und prüft deren praktische Anwendbarkeit anhand der soziopolitischen Erfahrungen der Sowjetdeutschen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Hauptthemen umfassen die Sozialwahltheorie, die Kritik an klassischen Gerechtigkeitsdiskursen, den Fähigkeitenansatz sowie die Analyse pluraler Zugehörigkeiten und Identitäten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Sens theoretische Konzepte nicht nur darzustellen, sondern durch einen Vergleich mit der Migrationsgeschichte der Sowjetdeutschen auf ihre Relevanz für reale Gerechtigkeitsprobleme hin zu untersuchen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die mit einem sozio-biografischen Vergleich kombiniert wird, um abstrakte ökonomisch-philosophische Ideen in einen konkreten historischen Kontext zu setzen.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Sozialwahltheorie, die Differenzierung von Gerechtigkeitsdiskursen, den Fähigkeitenansatz und dessen Anwendung auf das Fallbeispiel der sowjetdeutschen Aussiedler.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind der Fähigkeitenansatz (Capability Approach), Gerechtigkeitsdiskurse, Sozialwahltheorie, Identität und die sowjetdeutsche Aussiedlergeschichte.

Warum spielt die Foucault-Habermas-Debatte eine Rolle?

Sie wird kurz eingeführt, um die Diskursethik kritisch zu hinterfragen, insbesondere im Hinblick auf die Machtverhältnisse bei der Einbeziehung unterschiedlicher Akteure in Gerechtigkeitsdiskurse.

Welche Rolle spielt die sowjetdeutsche Geschichte als Beispiel?

Sie dient als konkrete Fallstudie, um zu illustrieren, wie theoretische Ansätze zur Befähigung an realen Problemen wie sprachlicher Barrieren, fehlender Anerkennung von Abschlüssen und Identitätskrisen scheitern oder greifen können.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Amartya Sen. Zwischen Ökonomie und Philosophie
Untertitel
am Beispiel der sowjetdeutschen Minderheit in der UdSSR und später in der Bundesrepublik Deutschland
Hochschule
Universität Hamburg  (Rechtswissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Seminar: Theorien der Gerechtigkeit
Note
1,3
Autor
Alexis Reimann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
24
Katalognummer
V1719313
ISBN (PDF)
9783389189405
ISBN (Buch)
9783389189412
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rechtsphilosophie Rechtssoziologie Gerechtigkeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexis Reimann (Autor:in), 2021, Amartya Sen. Zwischen Ökonomie und Philosophie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1719313
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Leseprobe aus  24  Seiten
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