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Wenn aus Liebe Angst wird

Eine wahre Geschichte über Gewalt, Schweigen und den Weg zurück zu sich selbst

Title: Wenn aus Liebe Angst wird

Novel , 2026 , 199 Pages

Autor:in: Mila W. Arbach (Author)

PureBiography: Biographies
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Summary Excerpt Details

Was als Liebe beginnt, endet nicht immer dort, wo man es erwartet. In "Wenn aus Liebe Angst wird" erzählt Vivien ihre Geschichte: von einer Beziehung, die sich über Jahre von Nähe in Kontrolle, von Hoffnung in Gewalt verwandelt. Sie erzählt von Demütigungen, körperlicher und sexualisierter Gewalt, von Schweigen und von dem langen Weg, sich selbst nicht ganz zu verlieren. Als sie den Mut findet, sich zu lösen, folgt kein Frieden, sondern ein Rosenkrieg – finanzieller Betrug, Existenzangst und schließlich eine lebensbedrohliche Krebsdiagnose.

Doch Vivien ist nicht mehr allein. Mit Unterstützung von Therapie, Familie und einer neuen, respektvollen Liebe beginnt sie, ihr Leben neu aufzubauen. Dieser Roman basiert auf emotionaler Wahrheit und macht sichtbar, was oft verborgen bleibt: dass Gewalt leise beginnt, dass Auswege Zeit brauchen – und dass Würde zurückgewonnen werden kann. Ein eindringliches Buch über Mut, Selbstbestimmung und die leise Kraft, weiterzuleben.

Triggerwarnung: Dieses Buch thematisiert häusliche Gewalt, psychische und körperliche Misshandlung, Alkoholmissbrauch, Manipulation, Trauma und belastende Trennungserfahrungen.

Excerpt


Wenn aus Liebe Angst wird

Cover: Wenn aus Liebe Angst wird

Inhalt

Vorwort

Prolog – Die Feier

Die 80er – Liebe auf den ersten Blick

Abendfrieden

Zwischen Fürsorge und Kontrolle

Die Hochzeit

Hoffnung und Kontrolle

Am Spielfeldrand

Gewohnheiten

Neubeginn ohne Neuanfang

Die 24-Stunden-Party

Hamburg

Isolation

Demütigungen

Der erste Schlag

Erklärungen

Urlaub auf Korfu

Stabile Phasen

Wiederholung und Schweigen

Grenzen

Zerfall

Nicht mehr tragen

Der 40. Geburtstag

Die erste Grenze

Eine neue Therapie beginnt

Zwischen den Jahren

Die Kontrolle entgleitet

Schritt für Schritt

Nägel mit Köpfen

Der Rosenkrieg

Überleben im Kleinen

Die neue Liebe

Die Diagnose

Die Scheidung – Der letzte Termin

Epilog

Nachwort

Auszüge aus dem Buch

Prolog – Die Feier

Der erste Schnaps war ein Fehler. Der zweite hätte eine Warnung sein sollen. Beim dritten wusste ich, dass der Abend eine Richtung nahm, die ich nur zu gut kannte. Ich hatte mir lange eingeredet, sie liege hinter mir. Axel kam. Er war präsent, und er lachte zu laut. Früher hatte ich dieses Lachen gemocht, weil es Räume füllte und mir das Gefühl gab, dazuzugehören. An diesem Abend klang es anders. Schärfer. Angespannter. Es war kein Lachen mehr, das er mit anderen teilen wollte, sondern für sich beanspruchen wollte. Sein Arm lag schwer auf meinen Schultern. Nicht liebevoll, eher wie eine Markierung. Als müsse jeder sehen, dass ich zu ihm gehörte. Dieses Gewicht blieb die ganze Zeit auf mir, selbst als ich versuchte, es nicht zu spüren. Aus Gewohnheit ließ ich es immer wieder zu. Ich wollte keinen Anlass zum Streit geben und keine Situation entstehen lassen, die später gegen mich verwendet werden konnte. Das Haus war voller Stimmen, Musik und Gelächter. Gläser klirrten, irgendwo lief Musik aus den Achtzigern. Lieder, die sich tief in meine Erinnerung eingebrannt hatten und mich sofort zurückwarfen in eine Zeit, in der Feiern noch leicht gewesen waren. Damals musste niemand darauf achten, was er sagte, oder wie, oder wann. Der Geruch von Parfum mischte sich mit Alkohol, mit warmer Luft und überheizten Körpern. Eine schwere Mischung, die sich in den Raum legte und alles ein wenig verschwimmen ließ. Für einen Moment ließ ich mich täuschen. Ich glaubte wirklich, das hier könne ein normaler Abend sein. Vielleicht sogar ein schöner. Axel begann wieder schneller zu trinken, Glas um Glas, als müsse er etwas einholen, das ihm sonst entglitt. Ich beugte mich zu ihm und sagte leise: „Trink bitte etwas langsamer.“ Er sah mich an. „Mach dir nicht so viele Gedanken“, antwortete er. Sein Blick war ruhig, beinahe gelassen. Und genau das machte ihn so gefährlich. Ich kannte diesen Blick. Er sagte mir, dass ich ihn gerade vor anderen infrage gestellt hatte. Und dass er das nicht vergaß. Nicht jetzt. Aber später. Kurz darauf begann er, über mich zu sprechen. Nicht mit mir. Zuerst waren es kleine Bemerkungen, fast beiläufig. Dann wurden sie deutlicher. Als Scherz verpackt, mit einem Lächeln, das die anderen beruhigen sollte. Worte, die harmlos klangen und trotzdem trafen. Ich lächelte, wie ich es gelernt hatte. Ich nickte und versuchte zu glätten, den Abend zu retten, die Stimmung zu halten. Eine Rolle, die ich lange beherrscht hatte. Die Rolle der Frau, die mitlacht, wenn es wehtut. Irgendwann stand jemand neben mir. Ein Mann, den ich kaum kannte. Ruhig und unaufdringlich. Er sagte nichts Besonderes, stellte sich nicht dazwischen, machte kein Drama. Und doch veränderte sich etwas. Seine Präsenz war still, aber sie nahm Raum ein. An diesem Abend fühlte ich mich in meiner Wahrnehmung nicht allein. Axel bemerkte es sofort. Sein Blick blieb an ihm hängen, prüfend und suchend, als wäre allein seine Anwesenheit eine Provokation, als hätte jemand eine Grenze berührt, die nur er ziehen durfte. Dann ging alles schnell. Die Stimmen wurden lauter, Gläser kippten, jemand rief meinen Namen. Ich weiß nicht mehr, wer zuerst schrie. Ich weiß nur, dass etwas ins Rollen kam, das sich nicht mehr aufhalten ließ. Axel packte mich zu fest am Arm. Es tat weh und ich konnte und wollte es nicht mehr aushalten. Jetzt sagte ich zum ersten Mal laut „NEIN.“ Dieses Wort fühlte sich fremd an, gefährlich, als hätte ich etwas ausgesprochen, das es eigentlich nicht geben durfte.

Er beugte sich zu mir herunter und sagte mit einer ruhigen, aber erschreckenden Stimme, „Was? Nein?“ Es fühlte sich wie eine weitere Drohung an, endgültig. Etwas, das keinen Widerspruch zuließ. Ich nahm allen meinen Mut zusammen und riss mich los. Für einen Moment war da etwas, das ich lange nicht mehr gekannt hatte. Der kurze Abstand verlieh mir Luft zum Atmen und ein Gefühl von Sicherheit. Ich schrie ihn an, „Verschwinde!“ Und Axel tat es, er verließ die Wohnung. Wütend, gedemütigt, betrunken. Ich hörte die Tür ins Schloss fallen. Später hörte ich ein Auto starten. Ich zitterte am ganzen Körper und mein Herz schlug laut und wild in meiner Brust. Ich hatte keine Ahnung, wie ich diesen Abend interpretieren sollte. Ich wusste nur, dass etwas unwiderruflich passiert war. Das war nicht der Höhepunkt. Das war die Schwelle.

Damals konnte ich nicht ahnen, wie sehr dieser Abend mein Leben verändern würde. Aber mein Körper hatte mir es längst gezeigt.

[...]

Der erste Schlag

Ich erinnere mich nicht an einen Streit, der ihn ausgelöst hätte. Und vielleicht ist es genau das, was diesen Moment bis heute so schwer greifbar macht. Es gab kein großes Wortgefecht, kein Geschrei, keinen Anlass, den man hätte benennen können. Nichts, das man später hätte zitieren oder rechtfertigen können. Wir schrieben die frühen Neunziger. Nicole war längst kein Baby mehr, sondern schlief abends allein in ihrem Zimmer. Unser Alltag hatte eine gewisse Routine angenommen. Abende verliefen meist gleich: Fernsehen, etwas Ordnung in der Wohnung, Gedanken an den nächsten Arbeitstag. Vielleicht hatte ich gerade deshalb nicht damit gerechnet, dass etwas geschehen könnte. Axel kam spät nach Hause. Er roch nach Alkohol und kalter Luft, nach Treppenhaus und Rauch. Ich war müde, der Tag war lang gewesen. Nicole schlief schon seit Stunden. Als Axel die Jacke auszog, fragte ich ihn nur beiläufig: „Weißt du, wie spät es ist? Dein Kind schläft schon lange. Ich muss morgen früh zeitig aufstehen.“ Meine Stimme war ruhig. Sachlich. So, wie ich gelernt hatte zu sprechen, um nichts zu provozieren. So, wie man spricht, wenn man glaubt, vorsichtig genug zu sein. Er antwortete nicht. Er ging in die Küche, legte die Jacke ab und öffnete sich ein weiteres Bier, als hätte er meine Worte nie gehört. Das Zischen der Flasche schnitt durch die Stille der Wohnung. Ich stand im Türrahmen, zögerte kurz und sagte noch einmal seinen Namen, leiser diesmal. In diesem Moment drehte er sich um. Sein Blick war nicht wütend, nicht laut, sondern kühl und irritiert. Als hätte ich etwas Unangebrachtes getan, etwas, das seine Ordnung störte. Er sagte, ich solle ihn nicht kontrollieren. Ich solle nicht immer alles kommentieren. Ich solle aufhören, ihm Vorschriften zu machen. Ich spürte, wie ich innerlich einen Schritt zurückwich, obwohl ich körperlich stehen blieb. Ich wollte antworten. Erklären. Beschwichtigen. Doch dazu kam es nicht mehr. Seine Hand traf mich überraschend, ohne Anlauf, ohne Vorwarnung. Der Schlag war nicht hart genug, um mich zu Boden zu werfen, aber fest genug, um mich aus der Realität zu reißen. Kein dramatischer Moment. Kein filmischer Augenblick. Kurz. Trocken. Fast beiläufig. Vielleicht war es gerade das, was ihn so verstörend machte. Ich war so geschockt, dass ich nichts sagen konnte. Ich stand einfach da und starrte ihn an. Tränen liefen mir über die Wangen, ohne dass ich sie hätte aufhalten können. Aus dem Flur hörte ich ein Geräusch. Ein leises Schluchzen. Dann ein ersticktes Weinen aus Nicoles Zimmer. Sie war wach geworden. Sie hatte es gehört. Dieser Gedanke traf mich härter als der Schlag. Axel sah mich an, als hätte er selbst nicht ganz begriffen, was passiert war. Für einen kurzen Moment lag so etwas wie Erstaunen in seinem Gesicht. Dann atmete er hörbar aus und sagte, ich solle ihn nicht so weit treiben. Ich wisse doch, wie empfindlich er sei. Ich müsse lernen, rechtzeitig aufzuhören. Seine Stimme war ruhig. Beinahe erklärend. Als würde er mir einen Zusammenhang erläutern, den ich nur zu akzeptieren hatte. Ich spürte die Wärme in meinem Gesicht, dachte aber nicht an den Schmerz. Ich dachte an Scham. Daran, dass unser Kind wach war. Daran, dass sie weinte. Daran, dass ich etwas falsch gemacht haben musste, auch wenn ich nicht wusste, was. Axel drehte sich weg, setzte sich auf das Sofa und trank weiter, als sei nichts geschehen. Ich ging den Flur entlang, klopfte leise an Nicoles Tür und setzte mich zu ihr ans Bett. Sie hatte die Decke bis unters Kinn gezogen. Ihr Gesicht war nass von Tränen. Ich strich ihr über das Haar und flüsterte, dass alles gut sei. Dass sie wieder schlafen solle. Sie fragte nicht. Sie sagte nichts. Sie drehte sich nur zur Wand. Während ich neben ihr saß und versuchte, meine Hände ruhig zu halten, wusste ich, dass nicht nur ich etwas verloren hatte. Später ging ich ins Bad, schloss die Tür und betrachtete mich im Spiegel. Die Rötung war leicht. Etwas, das ich am nächsten Morgen mit Make-up überdecken würde. Im ersten Moment war ich einfach nur erschrocken. Man ist nicht darauf gefasst. Man liebt diesen Mann, und plötzlich schlägt er zu. Ich stand im Bad und fragte mich: Warum? Warum tut er so etwas? Da muss doch einiges in ihm falsch gelaufen sein. Der Alkohol tat das Übrige. Wenn Axel nüchtern war, konnte er nett sein, zuvorkommend, fast zärtlich. Sobald er trank, kippte ein Schalter. Vor allem der Schnaps war schlimm. Ich hatte manchmal zu mir selbst gedacht: Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Zwei Menschen in einem. Ich hoffte, dass es ein einmaliger Ausrutscher gewesen war. Er entschuldigte sich tausendmal. Und ich glaubte ihm. Ich wollte glauben, dass es nie wieder passieren würde. Als ich zurückkam, sagte Axel, er habe es nicht so gemeint. Ich hätte ihn provoziert. Außerdem solle ich die Sache nicht größer machen, als sie sei. Er sagte, er liebe mich. Ich hörte dieses Wort wie durch Watte, weil es nicht mehr an der Stelle saß, an der es früher gewesen war. In dieser Nacht schlief ich schlecht. Ich lag lange wach, hörte seinen gleichmäßigen Atem neben mir und dachte an Nicoles Weinen. An diesen kurzen Moment, in dem alles still gewesen war. Ich wusste, dass ich niemandem davon erzählen würde. Es klang lächerlich, wegen eines Schlages so ein Aufheben zu machen. Und ich wusste nicht, welche Worte ich dafür hätte finden sollen. Am nächsten Morgen war alles wie immer. Axel verhielt sich normal, fast freundlich. Und ich folgte diesem Angebot der Normalität, weil es einfacher war, als Fragen zu stellen. Nicole frühstückte still. Sie sah mich kaum an. Doch tief in mir hatte sich etwas bewegt, auch wenn es nach außen nicht sichtbar war. Diesmal hatte er nicht nur eine Grenze überschritten. Ich wusste es zu genau, ohne es mir einzugestehen. Der erste Schlag war kein lauter Knall. Er war ein leiser Schritt in eine Richtung, aus der es kein Zurück mehr gab.

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Details

Title
Wenn aus Liebe Angst wird
Subtitle
Eine wahre Geschichte über Gewalt, Schweigen und den Weg zurück zu sich selbst
Author
Mila W. Arbach (Author)
Publication Year
2026
Pages
199
Catalog Number
V1719522
ISBN (eBook)
9783389188279
ISBN (Book)
9783389188286
Language
German
Tags
Häusliche Gewalt Roman Biografischer Roman Gewaltbeziehung Wahre Geschichte häusliche Gewalt toxische Beziehung Buch emotionaler Missbrauch Roman Gewalt in Beziehungen Erfahrungsbericht Trauma und Heilung Buch Schweigen und Selbstbefreiung Roman Frauenroman über Gewalt autobiografischer Roman Selbstfindung psychische Gewalt in Partnerschaften Überleben nach Gewalt weibliche Resilienz Roman Beziehungskontrolle und Manipulation Weg zurück zu sich selbst Buch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mila W. Arbach (Author), 2026, Wenn aus Liebe Angst wird, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1719522
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