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Das Konzept der Beveridge-Kurve und empirische Befunde zum aktuellen Mismatch-Problem am deutschen Arbeitsmarkt

Title: Das Konzept der Beveridge-Kurve und empirische Befunde zum aktuellen Mismatch-Problem am deutschen Arbeitsmarkt

Term Paper , 2011 , 29 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Master of Arts (M.A.) Christian Kaufmann (Author)

Economics - Job market economics
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Die Bundesagentur für Arbeit hat für den Monat Januar 2011 eine Arbeitslosenquote von 7,9 Prozent ausgewiesen. Absolut betrachtet handelt es sich um ca. 3.35 Millionen arbeitslose Menschen auf dem deutschen Arbeitsmarkt, die keine bezahlte Beschäftigung vorweisen können (BfA 2011a). Paradoxerweise existierten im selben Zeitraum trotz bestehender Arbeitslosigkeit rund 375.000 durch die Bundesagentur für Arbeit gemeldete nicht besetzte Arbeitsstellen (BfA 2011b). Wie ist ein solcher Mismatch zu erklären und welche Möglichkeiten gibt es, diesen, wenn nicht völlig zu beseitigen, so doch merklich zu mildern?
Die Hauptaufgabe der vorliegenden Arbeit besteht, abgesehen von einer grundlegenden Betrachtung des Problems der Mismatch-Arbeitslosigkeit, insbesondere in der Darstellung des Modells der sogenannten Beveridge-Kurve sowie in dem Versuch, dieses Modell auf die Arbeitsmarktlage in Deutschland anzuwenden. Ziel ist es, empirische Ergebnisse zu generieren und diese auf Grundlage der theoretischen Erkenntnisse zu interpretieren, um somit Aussagen über die aktuelle Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt treffen zu können.
Um eine systematische Abhandlung des Themas zu ermöglichen, wurde diese Hausarbeit in drei Abschnitte unterteilt: Im ersten Kapitel sollen zunächst der Begriff der Mismatch-Arbeitslosigkeit sowie deren verschiedene Ausprägungen skizziert werden. Im anschließenden Kapitel folgt eine Beschreibung des Konzepts der Beveridge-Kurve, wobei nicht nur das Modell selbst erläutert wird, sondern überdies eine theoretische Begründung der Beziehung zwischen Arbeitslosigkeit bzw. Arbeitslosen und offenen Stellen in Form zweier konträrer Arbeitsmarkttheorien gegeben wird. Im letzten Kapitel folgt schließlich eine empirische Untersuchung der Situation in Deutschland.
Die Entscheidung zugunsten dieses Themas ist dem Umstand geschuldet, dass es über die Problematik der Mismatch-Arbeitslosigkeit sowie zu dem Modell der Beveridge-Kurve zwar mittlerweile eine Vielzahl von Artikeln und Diskussionspapieren gibt – dass aber insbesondere in Bezug auf die gegenwärtige Entwicklung in Deutschland nur eingeschränkt Informationen vorliegen und somit weiterer Forschungsbedarf besteht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Mismatch-Arbeitslosigkeit

1.1 Ursachen und Erscheinungsformen

1.1.1 Qualifikatorischer Mismatch

1.1.2 Regionaler Mismatch

1.1.3 Lohnbedingter bzw. Motivatorischer Mismatch

1.2 Auswirkungen dieses Phänomens

1.3 Maßnahmen zur Überwindung des Mismatches

2 Konzept der Beveridge-Kurve

2.1 Darstellung des einfachen ökonomischen Modells

2.2 Modellerweiterung: Qualifikationsspezifische Beveridge-Kurven

2.2.1 Gruppe der Qualifizierten

2.2.2 Gruppe der Geringqualifizierten

2.3 Beveridge-Kurve als Gegenstand der Arbeitsmarkttheorie

2.3.1 Keynesianische Überschussnachfragemodelle

2.3.2 Neoklassischer Arbeitsmarkt mit Friktionen als Erklärungsansatz

3 Aktuelle empirische Mismatch-Befunde für Deutschland

3.1 Beveridge-Kurve für Deutschland

3.1.1 Regionalpezifische Beveridge-Kurven

3.1.2 Geschlechtsspezifische Beveridge-Kurven

3.2 Unterschiede in den Wirtschaftssektoren

3.3 Qualifikationsspezifische Disparitäten

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Mismatch-Arbeitslosigkeit auf dem deutschen Arbeitsmarkt unter Anwendung des Modells der Beveridge-Kurve. Das primäre Ziel ist es, theoretische Erkenntnisse auf die aktuelle Arbeitsmarktlage in Deutschland anzuwenden, um empirische Ergebnisse zu generieren, die Aussagen über die Strukturprobleme und deren Entwicklung in den letzten Jahren ermöglichen.

  • Theoretische Analyse der Ursachen und Erscheinungsformen von Mismatch-Arbeitslosigkeit
  • Konzeptuelle Darstellung und Herleitung der Beveridge-Kurve
  • Empirische Untersuchung der Arbeitsmarktentwicklung in Deutschland (2000-2010)
  • Disaggregation nach Regionen, Geschlechtern und Wirtschaftssektoren
  • Analyse qualifikationsspezifischer Disparitäten am Arbeitsmarkt

Auszug aus dem Buch

1.1 Ursachen und Erscheinungsformen

Die Ursachen für einen Mismatch sind, wie Abbildung 1 verdeutlicht, größtenteils struktureller Natur. Aus diesem Grund ist strukturelle Arbeitslosigkeit als Mismatch-Arbeitslosigkeit im engeren Sinne zu verstehen. Zu ihr zählen der qualifikatorische-, regionale- und sonstige strukturelle Mismatch. So ist der seit Jahrzehnten zu beobachtende Prozess der Deindustrialisierung, sprich die Entwicklung zu einer Dienstleistungsgesellschaft, u. a. ein entscheidender Grund für die Entstehung eines strukturellen Mismatches zwischen Arbeitsnachfrage und Arbeitsangebot. Oft fehlen den Unternehmen, die im Tertiären Sektor ansässig sind, aufgrund der – gemessen an ihren Ansprüchen – Fehl- und Unterqualifikation vieler Arbeitsloser Fach- und Führungskräfte.

Im weiteren Sinne zählen die friktionelle und die sogenannte „Wohlstandsarbeitslosigkeit“ zur Mismatch-Arbeitslosigkeit, wobei unter „Wohlstandsarbeitslosigkeit“ ein Lohnbedingter Mismatch zu verstehen ist. Neben unterschiedlichen Einkommensvorstellungen sind es Faktoren wie z. B. Informationsdefizite, die einen Mismatch zur Folge haben können. Das ist der Fall, wenn dem Arbeitssuchenden die für ihn geeigneten Vakanzen nicht bekannt sind bzw. es den Unternehmen nicht gelingt, die passende Arbeitskraft für die offene Stelle ausfindig zu machen (vgl. Franz, 2006, S. 231).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Mismatch-Arbeitslosigkeit: Dieses Kapitel definiert das Phänomen des Mismatches, skizziert dessen strukturelle, friktionelle und lohnbedingte Ursachen und stellt gängige arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zu dessen Überwindung vor.

2 Konzept der Beveridge-Kurve: Hier wird das theoretische Modell der Beveridge-Kurve als Instrument zur Abbildung struktureller Arbeitslosigkeit erläutert, inklusive Modellerweiterungen für spezifische Qualifikationsgruppen und zwei konträren theoretischen Begründungsansätzen.

3 Aktuelle empirische Mismatch-Befunde für Deutschland: Dieser Hauptteil analysiert die empirische Entwicklung der Beveridge-Kurve in Deutschland zwischen 2000 und 2010 unter Berücksichtigung regionaler, geschlechtsspezifischer, sektoraler und qualifikatorischer Unterschiede.

Schlüsselwörter

Mismatch-Arbeitslosigkeit, Beveridge-Kurve, Arbeitsmarkt, Vakanzen, strukturelle Arbeitslosigkeit, Arbeitsnachfrage, Arbeitsangebot, Qualifikation, Wirtschaftssektoren, Arbeitsmarktpolitik, Arbeitslosenquote, Matching-Prozess, Deutschland, Beschäftigung, Strukturwandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen der Mismatch-Arbeitslosigkeit in Deutschland und untersucht, wie dieses durch das Modell der Beveridge-Kurve theoretisch erfasst und empirisch bewertet werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Definition und Ursachen von Mismatch-Arbeitslosigkeit, das theoretische Modell der Beveridge-Kurve sowie dessen Anwendung auf empirische Daten des deutschen Arbeitsmarktes zwischen 2000 und 2010.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, das Modell der Beveridge-Kurve auf die Arbeitsmarktlage in Deutschland anzuwenden, um durch eine empirische Untersuchung Aussagen über die aktuelle Entwicklung und Strukturprobleme am Arbeitsmarkt treffen zu können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung und führt eine empirische Analyse auf Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit durch, um Beveridge-Kurven für verschiedene Segmente (Regionen, Geschlechter, Sektoren) zu erstellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Mismatch-Formen, die Erläuterung des Modells der Beveridge-Kurve und eine detaillierte empirische Auswertung der deutschen Arbeitsmarktdaten im betrachteten Jahrzehnt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Mismatch-Arbeitslosigkeit, Beveridge-Kurve, Arbeitsmarkt, Strukturwandel, Vakanzen und die arbeitsmarktpolitische Analyse.

Welche Bedeutung hat die Unterscheidung nach Qualifikationsgruppen?

Die Arbeit zeigt auf, dass der qualifikatorische Mismatch besonders die Gruppe der Qualifizierten betrifft, während bei Geringqualifizierten formale Qualifikationsanforderungen als Eintrittsbarriere entfallen, was das Matching-Problem dort andersartig definiert.

Wie unterscheidet sich die Entwicklung in Ost- und Westdeutschland?

Die Kurven zeigen ein ausgeprägtes Ost-West-Gefälle hinsichtlich Arbeitsplatzdefiziten und Arbeitslosenquoten, wobei Ostdeutschland bis 2004 einen deutlich abweichenden, von hohem Mismatch geprägten Verlauf aufweist.

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Details

Title
Das Konzept der Beveridge-Kurve und empirische Befunde zum aktuellen Mismatch-Problem am deutschen Arbeitsmarkt
College
University of Hamburg  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaften)
Course
Arbeitsmarktanalysen
Grade
1,0
Author
Master of Arts (M.A.) Christian Kaufmann (Author)
Publication Year
2011
Pages
29
Catalog Number
V171972
ISBN (eBook)
9783640915798
ISBN (Book)
9783640916146
Language
German
Tags
konzept beveridge-kurve befunde mismatch-problem arbeitsmarkt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Master of Arts (M.A.) Christian Kaufmann (Author), 2011, Das Konzept der Beveridge-Kurve und empirische Befunde zum aktuellen Mismatch-Problem am deutschen Arbeitsmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171972
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