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Bildende Künstler zwischen Breslau, Prag und Dresden

Eine Untersuchung zu Möglichkeiten und Barrieren von Künstlern und Kunstvermittlern im Hinblick auf ein Zusammenwachsen der trinationalen Euroregion Neiße

Title: Bildende Künstler zwischen Breslau, Prag und Dresden

Master's Thesis , 2005 , 81 Pages , Grade: 2,1

Autor:in: Ramona Faltin (Author)

Sociology - Culture, Technology, Nations
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Die vorliegende Studie befasst sich mit Akteuren und Handlungsräumen auf dem Gebiet der bildenden Kunst in der Euroregion Neiße. Als konkretes Forschungsfeld diente dabei das Projekt „Künstler der Euroregion Neiße“. Die Untersuchung setzte zu einem Zeitpunkt an, als sich die Organisatoren um eine Optimierung des Projektes bemühten.
Die Euroregion Neiße, die im weiteren Sinne Gegenstand der Untersuchung ist, ist nicht etwas in der Realität Gegebenes, sondern im Wesentlichen noch immer ein Postulat. Bestenfalls ist diese Region im Entstehen. Um dem Prozess der europäischen Einigung Gehalt und Dynamik zu geben, wurde der Begriff der Euroregion Neiße als politisches Instrument für koordinierte Strukturmaßnahmen aus der Taufe gehoben. Gemeint ist damit das Dreiländereck, in dem sich die Oberlausitz, die ehemals niederschlesische Region in Polen und das tschechische Gebiet um Liberec (Reichenberg) und Turnov (Turnau) treffen. Der Grenzfluss Neiße liefert die regionale und übergreifende Symbolik. Die vorherige Außengrenze der Europäischen Union (EU) gab dieser trinationalen Region eine zusätzliche Teilung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Euroregion Neiße

2.1. Kurze historische Streiflichter

2.2. Wo der Westen auf den Osten trifft

3. Bildende Künstler in der Region – ein Leben ohne lautes Kunstgeschrei

3.1. Gesellschaftliche Wahrnehmung und regionale Künstler

3.2. Bildende Künstler im deutschen Teil der Euroregion

3.3. Künstler im Riesengebirge

3.4. Nordböhmische Künstler

3.5. Vermittelnde Instanzen in der Region

4. Das Projekt „Künstler der Euroregion Neiße“ – Versuch einer Annäherung

5. Zu den Barrieren

5.1. Dialog, Distinktionen, Wahrnehmungen

5.2. Von kunstgeschichtlichen Unterschieden und dem Beliebigkeitsspiel postmoderner Kunstausweitung

5.3. Kunstrezeption im Konflikt zwischen Künstler und Publikum

5.4. Barrieren aus der Sicht der Kunstvermittler

6. Zu den Möglichkeiten

6.1. Möglichkeiten von Künstlern und deren kreatives Potential

6.2. Möglichkeiten aus der Kunstvermittlung heraus

6.3. Die Sprache der Kunst und die daraus erwachsenen Möglichkeiten

7. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Akteure und Handlungsräume bildender Kunst in der Euroregion Neiße, wobei das Projekt „Künstler der Euroregion Neiße“ als zentrales Fallbeispiel dient. Ziel ist es, Möglichkeiten und Barrieren für Künstler und Kunstvermittler in diesem trinationalen Grenzraum zu identifizieren, um das Zusammenwachsen der Region durch künstlerischen Austausch zu analysieren.

  • Strukturelle Analyse der trinationalen Euroregion Neiße als Kulturraum
  • Untersuchung der Lebens- und Arbeitsbedingungen bildender Künstler
  • Analyse der Rolle von Vermittlungsinstanzen wie Museen und Galerien
  • Evaluation von Barrieren in der interkulturellen Zusammenarbeit
  • Diskussion der Potenziale künstlerischer Kommunikation zur Identitätsgestaltung

Auszug aus dem Buch

3.1. Gesellschaftliche Wahrnehmung und regionale Künstler

Auch wenn die Region als Kunstmarkt kaum eine Rolle spielt, verfolgen die kulturell interessierte, intellektuell tonangebende Schicht des Mittelstands und ein gewisses Bildungsbürgertum, die sich mit der politischen Situation in der Region auseinander und für deren Aufbau einsetzen, mehr oder weniger die Kunstszene. Auch ein Teil der im kaufmännischem Bereich Tätigen begrüßt künstlerische Projekte, weil darin die Möglichkeit gesehen wird, dass sich mehr in der Region bewegt und dies sich positiv in der Wirtschaft niederschlägt. Dem schließen sich gesellschaftliche Entscheidungsträger der Region an und benutzen darüber hinaus Kunst als gelenkte dekorative Offerte.

Kunst wird von diesen Menschen bisweilen auch als ein kreatives Potential zur Entwicklung der Region wahrgenommen, das gebraucht wird, um neue Ideen zu entwickeln. Und ganz allgemein gehört für diesen Personenkreis zur kulturellen Attraktivität eines Ortes einfach auch ein florierendes Kunstleben. Trotzdem ist die gesellschaftliche Akzeptanz von künstlerischer Kreativität sehr gering. Kreativität wird von den Menschen der Region mehr auf den Erhalt der Existenz verwandt. Kunst leistet man sich nur, wenn man die alltäglichen Lebensbedürfnisse finanziell abgesichert hat, als Sinnstiftung ist sie bislang kaum gefragt.

Überdies sind sich die Bürger des künstlerischen Potentials in ihrer Region nicht bewusst. Ungenügende oder ausbleibende Wahrnehmung der Existenz der Künstler verhindert auch, dass im Kulturleben ein Selbstverständigungsprozess über Kunst in Gang kommt. Diese Feststellung kann auch auf große Teile der Regionalpolitiker übertragen werden. Selbst von Kulturpolitikern, die sich nicht vorrangig mit bildender Kunst beschäftigen, sondern mit anderen Sparten der Kunst, kommt auf Nachfrage zu diesem Thema wenig Substanzielles.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Studie thematisiert Akteure und Handlungsräume der bildenden Kunst in der Euroregion Neiße mit Fokus auf das Projekt „Künstler der Euroregion Neiße“.

2. Die Euroregion Neiße: Dieses Kapitel beschreibt die geographischen, politischen und historischen Rahmenbedingungen des trinationalen Dreiländerecks.

3. Bildende Künstler in der Region – ein Leben ohne lautes Kunstgeschrei: Der Hauptteil analysiert die gesellschaftliche Stellung, Lebenssituation und die Rolle von Vermittlungsinstanzen für Künstler in den verschiedenen Teilregionen.

4. Das Projekt „Künstler der Euroregion Neiße“ – Versuch einer Annäherung: Hier wird das Fallbeispiel des Künstleraustausch-Projekts sowie dessen Genese und Organisation detailliert vorgestellt.

5. Zu den Barrieren: Dieses Kapitel beleuchtet sprachliche, kommunikative und strukturelle Hindernisse, die den Dialog zwischen den Akteuren in der Region erschweren.

6. Zu den Möglichkeiten: Es werden Potenziale für die Zukunft aufgezeigt, wie Künstler und Kunstvermittler durch kreatives Handeln zur Entwicklung und Identität der Euroregion beitragen können.

7. Schlussbemerkungen: Die Arbeit fasst zusammen, dass trotz bestehender Barrieren ein kontinuierlicher künstlerischer Prozess die Voraussetzung für eine gelebte regionale Gemeinsamkeit ist.

Schlüsselwörter

Euroregion Neiße, bildende Kunst, künstlerischer Austausch, Grenzregion, Kunstvermittlung, regionale Identität, Kulturraum, Polen, Tschechien, Deutschland, Künstleraustausch, kreatives Potential, Sprachbarrieren, Strukturwandel, Soziologie der Kunst

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Masterarbeit untersucht das Zusammenwirken von Künstlern und Kunstvermittlern im trinationalen Grenzgebiet der Euroregion Neiße am Beispiel des Projektes „Künstler der Euroregion Neiße“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die soziologische Betrachtung von Kunst als Kommunikationsform in Grenzregionen, die Rolle von Museen als Vermittler und die Barrieren, die durch historische, ökonomische und sprachliche Unterschiede bestehen.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, die Möglichkeiten und Schwierigkeiten eines grenzüberschreitenden kulturellen Dialogs aufzuzeigen und Strategien zu reflektieren, wie Kunst zur Identitätsstiftung und Entwicklung der Euroregion beitragen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert eine teilnehmende Beobachtung aufgrund ihrer eigenen Tätigkeit im Projekt mit der Auswertung von elf Experteninterviews, Transkriptionen von Gruppengesprächen sowie der Analyse von Statistiken und Briefmaterial.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Lebensbedingungen von Künstlern im deutschen, polnischen und tschechischen Teil, die Organisation des Austauschprojektes sowie die vielfältigen Barrieren und Chancen der interkulturellen Kunstvermittlung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Euroregion Neiße, kulturelle Identität, grenzüberschreitender Austausch, Kunstvermittlung und Soziologie der Kunst charakterisieren.

Warum ist das Projekt „Künstler der Euroregion Neiße“ ein geeignetes Fallbeispiel?

Da das Projekt aktiv Akteure aus drei verschiedenen Nationen zusammenführt, bietet es einen idealen „Laborraum“, um reale Konflikte und Chancen einer grenzübergreifenden Zusammenarbeit in der Kunstpraxis empirisch zu beobachten.

Welche Bedeutung kommt der Rolle der Kunstvermittler zu?

Kunstvermittler, insbesondere Museen, agieren in der Region oft als einzige strukturelle Ankerpunkte. Ihre Arbeit ist entscheidend dafür, ob Kunst als lebendiges Potenzial wahrgenommen wird oder in einem bürokratischen „Brotberuf“ untergeht.

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Details

Title
Bildende Künstler zwischen Breslau, Prag und Dresden
Subtitle
Eine Untersuchung zu Möglichkeiten und Barrieren von Künstlern und Kunstvermittlern im Hinblick auf ein Zusammenwachsen der trinationalen Euroregion Neiße
College
Dresden Technical University  (Philosophische Fakultät / Institut für Soziologie)
Course
Kultursoziologie
Grade
2,1
Author
Ramona Faltin (Author)
Publication Year
2005
Pages
81
Catalog Number
V172004
ISBN (eBook)
9783640916412
ISBN (Book)
9783640916566
Language
German
Tags
Euroregion Neiße Künstler Breslau Prag Dresden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ramona Faltin (Author), 2005, Bildende Künstler zwischen Breslau, Prag und Dresden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172004
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