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Analyse des Blackface im Film "The Jazz Singer"

Titel: Analyse des Blackface im Film "The Jazz Singer"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 20 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Nicole Mühlhausen (Autor:in)

Filmwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Als der weltweit erste Tonfilm „The Jazz Singer“ im Jahr 1927 seine Uraufführung erlebte, läutete er einerseits das Ende der Stummfilmära und andererseits ein Wiederaufleben der Blackface-Performance ein. Dabei hofften sowohl schwarze als auch weiße amerikanische Kulturkritiker seit Jahrzehnten auf den endgültigen Untergang dieser ursprünglichen Theatertradition, die in den USA von 1830 bis zum Ende des 19. Jahrhunderts durch die umherziehenden Minstrelshows eine weite Verbreitung erfuhr. In diesen Shows schwärzten sich die in erster Linie weißen Darsteller mit angebranntem Kork ihre Gesichter und imitierten die Körperbewegungen, die Mimik, den Dialekt und die Gesänge der Afroamerikaner. In diesen Blackface-Auftritten wurde i.d.R ein romantisiertes Bild des repressiven Sklavenlebens auf den Plantagen entworfen und der vom Blackface-Künstler dargestellte Schwarze diente dem weißen Publikum als Witz- und Spottfigur. Die überwiegende Anzahl der Film- und Kulturwissenschaftler missbilligt das Blackface als ein rassistisches Überbleibsel der amerikanischen Sklavenhaltergesellschaft, das die schwarze Bevölkerungsschicht auch nach der Abschaffung der Sklaverei weiterhin am Boden der gesellschaftlichen Rangordnung fixiert. Arthur Knight dagegen lehnt eine pauschale Verurteilung des Blackface als rassistische Performancepraxis ab und fordert stattdessen eine material-spezifische Analyse des Blackface in der jeweiligen Inszenierung, da hinter all diesen Blackface-Darstellungen immer auch die kulturellen Erfahrungen der Afroamerikaner stehen.
Ziel meiner Hausarbeit soll es sein, eine detaillierte Analyse von Blackface-Performances anhand Alan Croslands Musicalfilm „The Jazz Singer“ (1927) durchzuführen. Ein zusätzlicher Gesichtspunkt ist hierbei, dass der Hauptdarsteller des Films, Al Jolson, Jude und der erfolgreichste Blackface-Performer und Sänger von 1910-1935 in den USA war. Nach einer kurzen Inhaltsangabe zum Film werde ich in meiner Hausarbeit schwerpunktmäßig die Blackface-Szenen des Films eingehend analysieren. In der Analyse möchte ich insbesondere folgenden Fragen nachgehen: Welche kulturellen Erfahrungen und Einflüsse stehen hinter dem Blackface? Welche besonderen Beziehungen gibt es zwischen der afroamerikanischen und jüdischen Ethnizität? Welche Auswirkungen hat das Blackface auf die Figuren und das Publi-kum im Film? Wodurch erklärt sich der Erfolg der Blackface-Perfor-mances und in welcher Beziehung stehen dazu die mit Blacface gesungenen Lieder?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Inhalt des Films „The Jazz Singer“

3. Analyse des Blackface in „The Jazz Singer“

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Funktion und Bedeutung der Blackface-Performance im US-amerikanischen Tonfilm „The Jazz Singer“ (1927), insbesondere im Kontext der jüdischen Ethnizität des Hauptdarstellers Al Jolson und der damit verbundenen Prozesse von Assimilation und kultureller Aneignung.

  • Historische Entwicklung und soziokulturelle Einordnung von Blackface-Performances.
  • Die Verbindung zwischen jüdischer Identität und der Praxis des Blackface im frühen Hollywood-Kino.
  • Analyse der narrativen und symbolischen Bedeutung der Blackface-Szenen innerhalb der Filmhandlung.
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen traditioneller jüdischer Identität und der Integration in die amerikanische Unterhaltungsindustrie.
  • Kritische Reflexion der Auslöschung afroamerikanischer kultureller Einflüsse durch die Appropriation von Blackface.

Auszug aus dem Buch

3. Analyse des Blackface in „The Jazz Singer“

Im Film „The Jazz Singer“ gibt es zwei Blackface-Szenen, wobei die erste Szene erst nach zwei Dritteln des Films in die Narration integriert wurde und die zweite den Abschluss des Films bildet. Ich möchte zunächst mit der Analyse der ersten Blackface-Szene beginnen, die mit einer Dauer von ca. dreizehn Minuten eine der längsten Szenen des Films darstellt. Die Szene setzt am Vormittag von Yom Kippur ein. Jack schminkt sich in Blackface in seiner Garderobe anlässlich der Kostümprobe für die Premiere der Broadwayshow am Abend. Er zweifelt an seiner Entscheidung, seinen Vater nicht in der Synagoge zu vertreten, wird aber durch Mary in seiner Entscheidung bestärkt. Als die Mutter in der Garderobe erscheint und einen erneuten Überredungsversuch unternimmt, weist Jack schweren Herzens die Bitte seiner Mutter - mit den Worten: „Mother, I can’t – I can’t“ - zurück und stürzt aus der Garderobe zu seinem Probeauftritt.

Er singt die sentimentale irische Ballade „Mother of Mine“, deren Text die vorherige Konfliktsituation mit seiner Mutter reflektiert. Sara Rabinowitz akzeptiert die Entscheidung ihres Sohnes, als sie ihren Sohn singen hört, und verlässt das Theater. Jack zunächst beglückt durch den Applaus des Regisseurs und des Ensembles über seine Gesangsdarbietung, sinkt weinend in sich zusammen, als er erfährt, dass seine Mutter gegangen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Bedeutung der Blackface-Tradition ein und beleuchtet die kulturwissenschaftliche Debatte um Rassismus, Aneignung und Assimilation im Kontext des ersten Tonfilms.

2. Inhalt des Films „The Jazz Singer“: Dieses Kapitel liefert eine inhaltliche Zusammenfassung des Films und beleuchtet die biografischen Bezüge zwischen dem Protagonisten Jakie Rabinowitz bzw. Al Jolson und dem Konflikt zwischen familiärer Tradition und dem Streben nach einer Broadway-Karriere.

3. Analyse des Blackface in „The Jazz Singer“: Das Hauptkapitel bietet eine detaillierte Untersuchung der Blackface-Szenen, analysiert die Bedeutung der Maske für die jüdische Identität und kritisiert die Vereinnahmung afroamerikanischer Kultur im US-amerikanischen Unterhaltungskino.

Schlüsselwörter

Blackface, The Jazz Singer, Al Jolson, Assimilation, jüdische Identität, Filmwissenschaft, kulturelle Aneignung, Minstrelsy, US-amerikanische Unterhaltungsindustrie, Rassismus, Tonfilm, ethnische Identität, Populärkultur, Mammy-Songs, Identitätswandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Verwendung von Blackface-Performances im Film „The Jazz Singer“ und untersucht deren Rolle bei der sozialen Assimilation jüdischer Einwanderer in die amerikanische Gesellschaft.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Die Arbeit behandelt die Themen Rasse, kulturelle Identität, das Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne sowie die Mechanismen der populären Unterhaltungsindustrie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu beschreiben und zu bewerten, wie die Blackface-Performance im Film genutzt wird, um die jüdische Herkunft des Protagonisten zu verhandeln und den Weg zum Erfolg in einer weißen amerikanischen Mehrheitsgesellschaft zu ebnen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine material-spezifische Filmanalyse durchgeführt, die visuelle Inszenierungen, narrative Strukturen und die Analyse der verwendeten Musiktitel (insbesondere der Mammy-Songs) miteinander verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Analyse der zwei zentralen Blackface-Szenen des Films und deren Bedeutung für die Entwicklung der Hauptfigur Jack.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Blackface, Assimilation, kulturelle Aneignung, jüdische Ethnizität und die historische Rolle der Minstrelshows.

Warum spielt die jüdische Identität des Darstellers Al Jolson eine so große Rolle für die Analyse?

Die Arbeit stellt heraus, dass die Verbindung zwischen jüdischer Ethnizität und der Profession als Blackface-Sänger kein Zufall war, sondern eine spezifische Strategie der Assimilation darstellte, die Jolson als „Juden als Parvenu“ positioniert.

Wie bewertet die Autorin die Wirkung des Blackface auf die Darstellung der schwarzen Bevölkerung?

Die Arbeit argumentiert kritisch, dass der Aufstieg des jüdischen Protagonisten durch die Inbesitznahme des „schwarzen Körpers“ auf Kosten der afroamerikanischen Rasse geschieht, deren tatsächliche kulturelle Einflüsse im Film verleugnet oder verfälscht werden.

Was sagt das Fazit über die Auswirkungen des Blackface auf die Identität von Jack aus?

Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass das Blackface zwar den Eintritt in die amerikanische Gesellschaft ermöglicht, dabei aber die eigenen jüdischen Wurzeln durch die zur Schau gestellte, rassisch geprägte Gesangsperformance „ausstellt“ und problematisch überlagert.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Analyse des Blackface im Film "The Jazz Singer"
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Theaterwissenschaft)
Veranstaltung
Musical
Note
1,3
Autor
Nicole Mühlhausen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
20
Katalognummer
V172026
ISBN (eBook)
9783640917242
ISBN (Buch)
9783640917525
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Blackface
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nicole Mühlhausen (Autor:in), 2005, Analyse des Blackface im Film "The Jazz Singer", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172026
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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