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Phasen der Akkulturation von Expatriates

Titel: Phasen der Akkulturation von Expatriates

Diplomarbeit , 2003 , 133 Seiten , Note: 1

Autor:in: Mag. Martin Amstler (Autor:in)

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Entsendung von Mitarbeitern ins Ausland stellt für viele Unternehmen eine Notwendigkeit dar. Eine nicht erfolgreiche Anpassung an die Gastkultur mindert die Arbeitsleistung des Entsandten und führt in weiterer Folge oft zum vorzeitigen Abbruch der Entsendung, was hohe Kosten für das entsendende Unternehmen bedeutet.

Im theoretischen Teil dieser Arbeit wurden Faktoren beschrieben, welche die Akkulturation von Entsandten beeinflussen, verschiedene Anpassungsmodelle und Lerntheorien vorgestellt und schließlich das Modell des Kulturerlernens von Lehner (1995) beschrieben. Das Ziel dieser Arbeit war es, das Modell von Lehner zu überprüfen und zu untersuchen, ob und wie bestimmte Faktoren die Anpassung von Expatriates beeinflussen. Zu diesem Zweck wurden durch Literaturrecherche Hypothesen aufgestellt und durch eine empirische Untersuchung getestet.

Die Untersuchung erbrachte Ergebnisse, welche zum Teil mit früheren Forschungen zur Akkulturation von Expatriates übereinstimmen, aber auch neue und unerwartete Erkenntnisse. Das Modell des Kulturerlernens von Lehner wurde durch die Untersuchung jedenfalls widerlegt.

Mehr Kontakte zu Einheimischen als zu anderen Expatriates führen nicht generell zu einer besseren Anpassung. Allerdings führen sie zu einer schnelleren Vertrautheit mit tieferen Werten der Einheimischen und geben Sicherheit beim Aufbau von weiteren Kontakten zu Einheimischen.

Bemerkenswert war ein negativer Zusammenhang zwischen der Anpassung der Familie und der Vertrautheit des Entsandten mit den tieferen Werten der Einheimischen.

Erwartungsgemäß zeigte die Untersuchung, dass die Akkulturationsprobleme mit der kulturellen Neuheit im Gastland ansteigen. Ein hohes Maß an Wissen über die Gastkultur erleichtert vor allem die Anpassung an die Lebensbedingungen im Gastland und an tiefere Werte. Ein durchwegs starker Zusammenhang wurde zwischen dem Verständnis der lokalen Sprache und sämtlichen Faktoren der Anpassung festgestellt, was den Handlungsbedarf bei der Bereitstellung von vorbereitenden Sprachkursen verstärkt.

Vorhergehende Auslandserfahrungen hatten überraschenderweise kaum einen Einfluss auf den Anpassungserfolg des Entsandten. Es scheint, als ob nur wenige Aspekte der Akkulturation von einer Entsendung zur nächsten übertragbar sind, eine andere mögliche Erklärung für diesen geringen Einfluss ist, dass sich Mitarbeiter mit viel Auslandserfahrung bei einer neuen Entsendung oft nicht mehr die Mühe machen sich anzupassen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1 Problemstellung

1.2 Zielsetzung

1.3 Aufbau der Arbeit

2. Theoretischer Rahmen der Akkulturation von Expatriates

2.1 Die Auslandsentsendung

2.2 Kultur

2.3 Vorbereitendes Training

2.4 Phasen der Anpassung

2.5 Modelle kultureller Anpassung

2.5.1 Kulturelle Anpassung als Modell der Transition

2.5.2 Kulturelle Anpassung als Modell der Kommunikation

2.5.3 Kulturelle Anpassung als Modell der Stressentwicklung

2.5.4 Kulturelle Anpassung als Modell des Lernens

2.6 Arten des Lernens

2.6.1 Behavioristisches Lernen

2.6.2 Kognitives Lernen

2.6.3 Modelllernen

2.6.4 Erfahrungslernen

2.6.5 Action Learning

2.6.6 Lernen durch soziale Einflüsse / Lernen durch Sozialisation

2.6.7 Zusammenfassung speziell im Hinblick auf die Akkulturation von Expatriates

2.7 Das Modell von Lehner

2.7.1 Dimensionen des Modells des Kulturerlernens

2.7.1.1 Interne vs. Externe Ausrichtung des Lernens

2.7.1.2 Aktives vs. Passives Lernverhalten

2.7.2 Phasen des Modells des Kulturerlernens

2.7.2.1 Beobachtung

2.7.2.2 Testen

2.7.2.3 Austausch mit Peers

2.7.2.4 Erwartung der Rückkehr

2.8 Hypothesen zur Akkulturation von Expatriates

3. Empirische Untersuchung

3.1 Konzeption der empirischen Studie

3.1.1 Grundlegende Vorgangsweise

3.1.2 Potentielle Fehler bei der Untersuchung

3.2 Merkmale der Untersuchungsobjekte

3.2.1 Merkmale der teilnehmenden Unternehmen

3.2.2 Merkmale der teilnehmenden Expatriates

3.3 Maße

3.4 Ergebnisse der Untersuchung

3.4.1 Modell des Kulturerlernens von Lehner

3.4.2 Faktoren, welche die Anpassung beeinflussen

3.5 Folgerungen aus der empirischen Untersuchung

4. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Akkulturation von Expatriates aus einer lerntheoretischen Perspektive zu beschreiben und das Modell des Kulturerlernens nach Lehner (1995) empirisch zu überprüfen. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie Entsandte ihren Lernfokus im Verlauf des Auslandsaufenthalts verändern und welche Faktoren – sowohl vor als auch während der Entsendung – die Anpassung an eine fremde Kultur maßgeblich beeinflussen.

  • Theoretische Fundierung der Kulturanpassung von Expatriates
  • Analyse verschiedener Lerntheorien in Bezug auf interkulturelle Anpassungsprozesse
  • Überprüfung des Phasenmodells des Kulturerlernens von Lehner
  • Untersuchung des Einflusses von Vorbereitungsmaßnahmen auf den Entsendungserfolg
  • Empirische Analyse von Faktoren wie kultureller Neuheit, Sprachkenntnissen und sozialer Unterstützung

Auszug aus dem Buch

2.7.2.1 Beobachtung

Menschen, welche in eine neue Kultur erstmals eintreten, werden in der Literatur als fasziniert und begeistert beschrieben (vgl. z. B. Adler, 2002; Black/Mendenhall, 1991; Furnham/Bochner, 1986; Löber, 1984; Lysgaard, 1955; Oberg, 1960; siehe dazu Kap. 2.4). Diese gehobene Stimmung wird auf die Unterschiede zwischen der Heimatkultur und der Gastkultur zurückgeführt, mit anderen Worten auf die Neuheit der Situation. In scheinbar vertrauten Situationen werden Verhalten angewandt, die sich in der Heimatkultur als erfolgreich bewährt haben (zur Problematik der projected similarity vgl. Kap. 2.2).

In unbekannten Situationen, also konfrontiert mit fremden Verhaltensweisen, fühlt sich ein Mensch unsicher, weil er nicht weiß, welche Handlung zu welchem Resultat führt (vgl. dazu Kap. 2.6.2 und 2.6.3). Um diese Unsicherheit zu reduzieren wird er versuchen, Umweltwahrnehmungen zu kognitiven Karten zu strukturieren. Diese Aufnahme der Umweltgeschehnisse wird durch die Beobachtung der Zusammenhänge zwischen dem Verhalten von anderen Menschen und den daraus resultierenden Konsequenzen erreicht.

Die Aufmerksamkeit des Expatriates ist in dieser Phase komplett auf die Gastkultur ausgerichtet. Heimweh oder andere Gedanken an Zuhause werden in dieser Phase nicht aufkommen, zu stark ist die Beschäftigung mit der fremden Kultur. Der Auslandsentsandte versucht so viel wie möglich von der Kultur des fremden Landes zu erfahren, das kann durch Sammeln von Informationen, durch Reisen im Gastland, Museumsbesuche und vor allem durch Kontakt zu Bewohnern dieses Landes geschehen. Der Expatriate ist in dieser Phase zwar sehr aktiv im Sinne von beschäftigt, bezogen auf das Lernverhalten ist er aber passiv, da er nur Informationen aufnimmt. Aktives Lernen ist nur durch die Anwendung dieses Wissens möglich, dazu kommt es erst in der Phase des Testens (vgl. Lehner, 1995, S. 128f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Dieses Kapitel skizziert die Problematik von Auslandseinsätzen und definiert die Zielsetzung der Arbeit sowie den methodischen lerntheoretischen Ansatz.

2. Theoretischer Rahmen der Akkulturation von Expatriates: Hier werden theoretische Grundlagen zu Auslandssendungen, Kultur, Anpassungsmodellen und verschiedenen Lerntheorien dargelegt, mit einem Fokus auf das Modell des Kulturerlernens nach Lehner.

3. Empirische Untersuchung: Dieses Kapitel beschreibt die Konzeption, Durchführung und statistische Auswertung der Studie sowie die Merkmale der Untersuchungsteilnehmer.

4. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen: Der abschließende Teil fasst die theoretischen Erkenntnisse sowie die empirischen Ergebnisse zusammen und diskutiert deren Bedeutung für die Praxis der Auslandsentsendung.

Schlüsselwörter

Akkulturation, Expatriates, Auslandsentsendung, Kulturerlernen, lerntheoretischer Ansatz, Kulturelle Anpassung, Kulturschock, Sozialisation, Lehner, Vorbereitendes Training, Interkulturelle Kompetenz, Mentoring, Anpassungsprozess, Auslandserfahrung, empirische Studie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Anpassungsprozessen von Expatriates an eine fremde Kultur, wobei ein lerntheoretischer Ansatz gewählt wird, um diese Prozesse besser zu verstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die zentralen Themen sind das Kulturerlernen von Expatriates, verschiedene Phasenmodelle der Anpassung, der Einfluss von Vorbereitungstraining und die Bedeutung des sozialen Umfelds im Ausland.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, das Modell des Kulturerlernens von Lehner (1995) theoretisch vorzustellen und anhand einer empirischen Untersuchung von Expatriates zu überprüfen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wurde eine quantitative Querschnittstudie mittels standardisierter Fragebögen durchgeführt, die statistisch mit dem Programm SPSS ausgewertet wurde.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Rahmen zu Anpassungsmodellen und Lerntheorien sowie eine detaillierte empirische Untersuchung mit Hypothesentests.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Akkulturation, Expatriates, Kulturerlernen, Sozialisation, Kulturschock und interkulturelle Anpassung.

Welchen Einfluss hat das Modell von Lehner auf diese Diplomarbeit?

Das Modell von Lehner bildet das theoretische Grundgerüst der gesamten Arbeit, da es die kulturelle Anpassung explizit als einen auf Lernprozessen basierenden Vorgang interpretiert.

Warum konnte die Hypothese zum aktiven Verhalten gegenüber Landsleuten nicht bestätigt werden?

Die Hypothese konnte nicht bestätigt werden, da sich in der Stichprobe zeigte, dass die Befragten nur selten an die Rückkehr dachten, was diesen Item im statistischen Sinne zur Konstante machte.

Ende der Leseprobe aus 133 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Phasen der Akkulturation von Expatriates
Hochschule
Johannes Kepler Universität Linz  (Institut für Unternehmensführung)
Note
1
Autor
Mag. Martin Amstler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
133
Katalognummer
V17203
ISBN (eBook)
9783638218313
ISBN (Buch)
9783638699730
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Phasen Akkulturation Expatriates
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mag. Martin Amstler (Autor:in), 2003, Phasen der Akkulturation von Expatriates, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17203
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Leseprobe aus  133  Seiten
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