In dieser Arbeit konzentriere ich mich auf Kinder mit diesem Störbild, da ich in meinem Beruf als Grundschullehrerin mit Kindern, die an einer ADHS leiden, konfrontiert sein werde. Zu Beginn meiner Arbeit werde ich einen Überblick über die Störung, sowie ihre Kennzeichen und Diagnosemöglichkeiten geben. Da es bei der ADHS-Behandlung ein sehr breit gefächertes Angebot gibt, werde ich mich auf drei verschiedene Ansätze zur Behandlung konzentrieren.
Der Erste ist ein umfassendes Konzentrationstraining, der Zweite ist
durch bewusste Sinneswahrnehmung bestimmt, der Dritte fokussiert sich auf Bewegungstherapie. Von diesen lassen sich unzählige weitere Methoden zur Intervention ableiten. Ich werde diese drei kurz vorstellen, um sie dann bezüglich ihrer Wirksamkeit zur ADHS-Therapie differenziert zu bewerten. Im Anschluss werde ich kritisch zu betrachtende Behandlungsmaßnahmen aufzeigen. Im weiteren
Verlauf der Arbeit möchte ich mich insbesondere auf die Rolle des Lehrers in einer erfolgreichen ADHS-Behandlung beziehen, seine Probleme und Möglichkeiten im Umgang mit Kindern, die an einer ADHS leiden, aufzeigen und analysieren, um schlußendlich zu einer idealen Kombination von Behandlungsmöglichkeiten kommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist ADHS?
3. ICD-10 und DSM-IV
4. Diagnose
5. Prävalenz und komorbide Störungen
6. Behandlungsmöglichkeiten und Förderkonzepte
6.1. Medikamentöse Behandlung
6.1.1. Wirkungsweise und Erfolgsversprechen
6.2. Nicht-medikamentöse Behandlung
6.2.1. Konzentrationstraining
6.2.2. Achtsamkeit
6.2.3. Heilpädagogisches Voltigieren
6.2.4. Kritisch zu betrachtende Therapieansätze
7. Die Rolle des Grundschullehrers
7.1. Der Klassenraum und die Klassengemeinschaft
7.2. Der Lehrer
7.3. Der Unterricht
8. Kritische Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Störungsbild der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern und bewertet kritisch verschiedene Interventionsmaßnahmen, um Handlungsmöglichkeiten für den schulischen Kontext abzuleiten.
- Klinische Grundlagen und Diagnosekriterien von ADHS.
- Medikamentöse Behandlungsansätze und deren Wirkungsweisen.
- Nicht-medikamentöse Therapieformen wie Konzentrationstraining, Achtsamkeit und Voltigieren.
- Die Rolle der Lehrkraft bei der schulischen Integration und Unterstützung betroffener Kinder.
Auszug aus dem Buch
6.1.1. Wirkungsweise und Erfolgsversprechen
Die Funktionsbeeinträchtigung bei der Dopaminübertragung im Gehirn ist genetisch bedingt und kann mit Hilfe von Medikamenten vorübergehend ausgeglichen werden, da sie „direkt auf diesen Teil des Gehirns, der eine Unterfunktion aufweist und für die äußerlich sichtbaren ADHS-Symptome verantwortlich ist“ (Barkley 2005, S. 397), wirken. „Die Verbindung verhindert in den entsprechenden Hirnzentren die Wiederaufnahme des Nervenbotenstoffs Dopamin, was letztlich dazu führt, dass Dopamin sich in den Zwischenraum der Nervenenden – den Synapsen – anhäuft und die Weiterleitung der elektrischen Signale beispielsweise von den Wahrnehmungsarealen der Großhirnrinde erleichtert“, so Müller-Jung (2010, S. N1). Sie bieten also für mittelschwere bis schwere Fälle von ADHS erst die Voraussetzungen für andere Behandlungsmöglichkeiten, da somit die Freisetzung von Dopamin ermöglicht wird, ohne welche die Kinder unter zu stark ausgeprägten Symptomen leiden und so besonders schnell notwendige Hilfe blockiert wird.
In allen anderen, leichteren Fällen sollten Medikamente ganz weggelassen werden und eine Verbesserung durch „gezielte pädagogische Förderung und Intervention sowie psychologische Therapie“ (Buck et al. 2009, S. 2) erreicht werden. Nur wenn sich nach über einem halben Jahr mit anderen Therapieversuchen keine Erfolge zeigen sollten, sollte man Medikamente als Unterstützung therapiebegleitend einsetzen (vgl. Döpfner, Frölich und Wolff Metternich 2007, S. 40).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hinführung zum Thema ADHS im schulischen Kontext und Erläuterung der Zielsetzung der Arbeit.
2. Was ist ADHS?: Definition und Darstellung der neurobiologischen sowie psychosozialen Hintergründe der Störung.
3. ICD-10 und DSM-IV: Erläuterung der maßgeblichen diagnostischen Klassifikationssysteme.
4. Diagnose: Beschreibung der diagnostischen Vorgehensweise und Herausforderungen bei der Identifikation der Störung.
5. Prävalenz und komorbide Störungen: Übersicht über die Häufigkeit der Störung und begleitende Begleiterkrankungen.
6. Behandlungsmöglichkeiten und Förderkonzepte: Differenzierte Betrachtung verschiedener medizinischer und pädagogischer Interventionsansätze.
7. Die Rolle des Grundschullehrers: Fokus auf didaktische und pädagogische Strategien zur Unterstützung von ADHS-Kindern im Unterricht.
8. Kritische Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Notwendigkeit interdisziplinärer Zusammenarbeit für einen erfolgreichen Umgang mit der Störung.
Schlüsselwörter
ADHS, Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsdefizit, Konzentrationstraining, Achtsamkeit, Heilpädagogisches Voltigieren, Grundschule, Medikamentöse Behandlung, Methylphenidat, Förderung, Inklusion, Verhaltensauffälligkeiten, Lehrkraft, Elternarbeit, Diagnose.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern und analysiert, wie durch medikamentöse und alternative Ansätze eine Linderung der Symptome erreicht werden kann.
Welches ist das zentrale Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Lehrern und Eltern effektive Interventionsmöglichkeiten aufzuzeigen, um betroffenen Kindern ein erfolgreiches Lernen und eine soziale Teilhabe in der Regelschule zu ermöglichen.
Welche Behandlungsansätze werden diskutiert?
Neben der medikamentösen Therapie (z. B. Methylphenidat) werden nicht-medikamentöse Ansätze wie das Marburger Konzentrationstraining, Achtsamkeitsübungen und heilpädagogisches Voltigieren vorgestellt.
Welche Rolle spielt die Lehrkraft?
Der Lehrer fungiert als wichtige Bezugsperson, die durch gezielte Unterrichtsgestaltung, Klassenführung und Zusammenarbeit mit Eltern sowie Ärzten entscheidend zum Therapieerfolg beitragen kann.
Was ist das Ergebnis bezüglich der medikamentösen Therapie?
Der Autorin zufolge ist eine Kombination aus Medikamenten und pädagogischer Intervention bei schweren Fällen oft wirkungsvoller, wobei eine kritische Risiko-Nutzen-Abwägung stets erforderlich ist.
Wie lautet die zentrale Forschungsfrage?
Wie können Lehrer durch verschiedene pädagogische Förderkonzepte und therapeutische Maßnahmen Kinder mit ADHS im Unterricht optimal unterstützen und soziale Ausgrenzung vermeiden?
Warum ist die Diagnose einer ADHS so schwierig?
Die Symptome ähneln oft altersentsprechendem Verhalten oder anderen psychischen Störungen, weshalb eine differenzierte Fremdanamnese und die Ausschließung anderer Ursachen zwingend notwendig sind.
Welchen Stellenwert nimmt das "Heilpädagogische Voltigieren" ein?
Das Voltigieren wird als wertvolle, wenn auch noch wenig verbreitete Methode hervorgehoben, die durch die Arbeit mit dem Pferd sowohl motorische Kontrolle als auch emotionale Kompetenzen fördert.
Wie unterscheidet sich die medikamentöse Therapie bei ADHS von der bei Diabetes?
Barkley zieht diesen Vergleich, um zu verdeutlichen, dass das Medikament nur die Symptome lindert und keine Heilung bewirkt, wodurch eine langfristige, individuell angepasste Anwendung erforderlich wird.
Was bedeutet das "Marburger Konzentrationstraining"?
Ein strukturiertes verhaltenstherapeutisches Programm, das mit Kindern in Gruppen arbeitet, um durch verbale Selbstinstruktion und positive Verstärkung Konzentration und Selbststeuerung zu verbessern.
- Arbeit zitieren
- Daniela Schulze (Autor:in), 2010, Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung: zwischen Medikamenten und nicht-medikamentöser Therapie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172050