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Medialisierung und Politisierung in Deutschland

Wer hat mehr Macht – Politik oder Medien?

Title: Medialisierung und Politisierung in Deutschland

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 26 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Stefanie Groß (Author)

Didactics - Politics, Political Education
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Der Einfluss der Medien auf den Alltag ist in den letzten 50 Jahren unumstritten massiv gestiegen. Jeder Bürger hat mittlerweile leichten Zugang zu verschiedensten Massenmedien. Besonders die Bereitstellung des Internets für die Öffentlichkeit hat zu diesem exorbitanten Nutzungsaufschwung beigetragen und den Menschen völlig neue Partizipationsmöglichkeiten aufgezeigt.
Massenmedien sind in einem langen Prozess in modernen Gesellschaften zu etwas Alltäglichem geworden.
Medien durchdringen alle Lebensbereiche und verändern nach und nach die Art und Weise wie untereinander kommuniziert wird. Besonders die Politiker sind von dieser expandieren Mediennutzung betroffen, die ihnen zwar neue Chancen bietet, aber auch mehr Möglichkeiten zu Scheitern. Die politische Kommunikation entwickelt völlig neue Formen. Ohne Zweifel kann man Deutschland bei dem derzeitigen Umgang mit den Medien als eine Mediengesellschaft bezeichnen, die Ulrich Saxer als „moderne Gesellschaften, in denen Medienkommunikation, also über technische Kommunikation realisierte Bedeutungsvermittlung, eine allgegenwärtige Prägekraft entfaltet“ definiert.
Neben Fortschritt und Lebenserleichterungen haben die Medien allerdings auch Schattenseiten mit denen man sich ebenfalls kritisch auseinandersetzen sollte. Wie schon Luhmann mit Hilfe des Konstruktivismus erklärte, konstruieren Medien immer etwa ein eigenes Bild von Wirklichkeit. Durch steigende Nutzung der Massenmedien erklärt es sich von selbst, dass das Weltbild der meisten Menschen, ein von den Medien gezeichnetes ist. Eigene Realitätserfahrungen verringern sich mehr und mehr und werden ersetzt durch die Realitätswahrnehmung via Massenmedien. Gerade in Zeiten der Globalisierung sind Massenmedien die wichtigste und schnellste Informationsquelle. Eine immer größer werdende Gefahr ist deshalb auch das Risiko von – unbewusst oder bewusst verbreiteten – Falschinformation und manipulativer Darstellung. Diese Hausarbeit soll die Stellung der Massenmedien in der Gesellschaft erklären und in diesem Zusammenhang zu einer Einschätzung des Verhältnisses zwischen massenmedialer Berichterstattung und dem speziellen Bereich Politik geben. Wie stehen diese beiden Systeme im Verhältnis zueinander und wie hoch sind die derzeitigen Gefahren des gegenseitigen Einflusses oder gar der Instrumentalisierung einer Sektion.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. LEBEN IN EINER MEDIENGESELLSCHAFT

2. MEDIEN UND POLITISCHE KOMMUNIKATION

2.1 MASSENMEDIEN UND MASSENKOMMUNIKATION

2.2 POLITISCHE KOMMUNIKATION UND POLITIKVERMITTLUNG

3. MEDIENORDNUNGSTYPOLOGIEN

3.1 RUNDFUNK

3.1.1 Historische und rechtliche Entwicklung des Rundfunks

3.1.2 Auftrag des öffentlichen Rundfunks

3.1.3 Das „Problem“ der Staatsferne

3.2 PRINTMEDIEN

3.3 INTERNET UND WEB 2.0

4. FUNKTIONEN DER MEDIEN

4.1 HERSTELLUNG VON ÖFFENTLICHKEIT

5. VERHÄLTNIS ZWISCHEN POLITIK UND MEDIEN

5.1 MEDIALISIERUNG UND DEREN ERSCHEINUNGSFORMEN

5.1.1 Mediokratiemodell – Übermacht der Medien

5.2 POLITISIERUNG

5.2.1 Top-Down-Modell – Übermacht der Politik

5.3 BOTTOM-UP-MODELL – ÜBERMACHT DES PUBLIKUMS

5.4 BIOTOP-MODELL – SYMBIOSE ALLER BEREICHE

6. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das komplexe Machtgefüge zwischen Politik und Medien in Deutschland. Ziel ist es, die wechselseitigen Abhängigkeiten, Beeinflussungsmechanismen und die Rolle der Massenmedien als Akteure in einer modernen Mediengesellschaft kritisch zu analysieren und deren Auswirkungen auf die demokratische Meinungsbildung zu bewerten.

  • Rolle der Massenmedien in der Gesellschaft
  • Strukturen der politischen Kommunikation und Politikvermittlung
  • Medienordnungstypologien (Rundfunk, Print, Internet)
  • Theoretische Modelle des Medien-Politik-Verhältnisses (Mediokratie, Politisierung, Biotop)
  • Gefahren der Instrumentalisierung und Manipulation

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Historische und rechtliche Entwicklung des Rundfunks

Die Geschichte des Rundfunks beginnt 1887 als der Physikprofessor Heinrich Hertz die elektromagnetischen Wellen nachwies. Knapp 36 Jahre später wurde bereits der Allgemeine Öffentliche Rundfunk eingeführt. Ab März 1923 wurde von der Sendestelle König Wusterhausen regelmäßig ein Sonntagskonzert übertragen und am 29. Oktober 1923 wurde der Rundfunk endgültig zum Massenmedium. Die Berliner Funkstunde eröffnete das "Radio für alle". Bis zu diesem Zeitpunkt war das Betreiben von Funkanlagen und Empfängern für den Normalbürger in Deutschland verboten.

Bis 1932 wurden privater und staatlicher Rundfunk in der Reichsrundfunkgesellschaft zu staatlichem Eigentum. Es wurden Rundfunkgebühren erhoben. Durch diese zentralisierte, staatliche Organisationsstruktur, konnte der Rundfunk 1933 leicht als Instrument der Massenlenkung und Propaganda missbraucht werden. Die Entstehung des föderalen Rundfunksystems ist vor allem Verdienst der Briten und Amerikaner, die einen erneuten staatlichen Missbrauch verhindern wollten. Mit Unterstützung der Alliierten wird am 5. August 1950 die Anstalt des öffentlichen Rechts - die Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands (ARD) gegründet: 1954 führte man ein gemeinsames Fernsehprogramm ein. Staatsfreiheit, Föderalismus und Pluralität sollten die Grundpfeiler der neuen Informationsgewährleistung werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. LEBEN IN EINER MEDIENGESELLSCHAFT: Ein Überblick über den massiven Einfluss der Medien auf den Alltag und die daraus resultierende Definition Deutschlands als moderne Mediengesellschaft.

2. MEDIEN UND POLITISCHE KOMMUNIKATION: Definition der Begriffe Massenmedien und Massenkommunikation sowie Erläuterung der politischen Kommunikation als Mittel zur Legitimation demokratischen Handelns.

3. MEDIENORDNUNGSTYPOLOGIEN: Analyse der verschiedenen Medientypen wie Rundfunk, Print und Internet unter Berücksichtigung ihrer rechtlichen Grundlagen und Entwicklungsgeschichte.

4. FUNKTIONEN DER MEDIEN: Untersuchung der Medienfunktionen, wobei die Herstellung von Öffentlichkeit als primäre Bedingung für demokratische Prozesse hervorgehoben wird.

5. VERHÄLTNIS ZWISCHEN POLITIK UND MEDIEN: Detaillierte Betrachtung theoretischer Modelle (Mediokratie, Politisierung, Bottom-up, Biotop), die die Machtdynamik zwischen politischen Akteuren und Medien beschreiben.

6. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung, die eine einseitige Machtdominanz widerlegt und vor einer gefährlichen Symbiose warnt, die den kritischen Rezipienten fordert.

Schlüsselwörter

Medialisierung, Politisierung, Massenmedien, Politische Kommunikation, Mediokratie, Agenda Setting, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Demokratie, Meinungsbildung, Medienmacht, Politikvermittlung, Vierte Gewalt, Staatsferne, Medienlogik, Strukturwandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Machtverhältnis zwischen Medien und Politik in Deutschland und hinterfragt, wer in diesem Wechselspiel die Oberhand besitzt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die Medialisierung der Politik, die Rolle der verschiedenen Medienarten, die politische Kommunikation sowie die theoretische Fundierung durch verschiedene Interdependenzmodelle.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist die Einschätzung, inwieweit eine gegenseitige Instrumentalisierung vorliegt und welche Auswirkungen dies auf die demokratische Meinungsbildung und die politische Realität hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, basierend auf politikwissenschaftlichen Modellen (u.a. von Ulrich von Alemann und Winfried Schulz) sowie der Auswertung von Fachliteratur und Fallbeispielen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von Medienordnungstypologien, die Funktionen der Medien und eine tiefgehende Analyse von vier Interdependenzmodellen zwischen Medien und Politik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Medialisierung, Politisierung, Agenda Setting, vierte Gewalt, Medienlogik und das Mediokratiemodell.

Was besagt das Mediokratiemodell nach von Alemann?

Es beschreibt eine Übermacht der Medien, bei der sich politische Akteure den Eigengesetzlichkeiten des medialen Systems unterwerfen müssen, um in der Öffentlichkeit präsent zu sein.

Warum wird das "Biotop-Modell" als gefährlich eingestuft?

Es beschreibt ein enges Geflecht aus informellen Informationskanälen und geheimbundähnlichen Zirkeln zwischen Politik und Journalismus, das langfristig das Vertrauen der Bürger in beide Institutionen untergraben kann.

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Details

Title
Medialisierung und Politisierung in Deutschland
Subtitle
Wer hat mehr Macht – Politik oder Medien?
College
University of Passau
Grade
2,3
Author
Stefanie Groß (Author)
Publication Year
2010
Pages
26
Catalog Number
V172091
ISBN (eBook)
9783640918799
ISBN (Book)
9783640918553
Language
German
Tags
Medialisierung Politisierung Massenmedien politische Kommunikation Top-Down-modell Bottom-up-Modell Biotop-Modell Mediokratiemodell
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Groß (Author), 2010, Medialisierung und Politisierung in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172091
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