Das Problem der Tragfähigkeit


Hausarbeit, 2010
10 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Tragfähigkeit

3. Gegenüberstellung Malthus/Boserup

4. Aktuelles Beispiel

5. Fazit

6. Quellen

1. Einleitung

Die Debatte um die derzeitig existierende Bevölkerung ist umfangreich. Kontrovers diskutiert wird die Frage, ob die derzeitig existierende Bevölkerung die Größe besitzt, die für eine Gesellschaft angemessen ist. Interessant hierbei sind Aspekte der globalen Verteilung der Bevölkerung und die damit verbundenen Probleme der Armut, des Hungers und der allgemeinen Not. Nachfolgend soll zunächst auf den Begriff der „Tragfähigkeit“ eingegangen werden, wobei auch die verschiedenen Formen, die dieser Begriff annehmen kann, thematisiert werden. Tragfähigkeit besitzt keine einheitliche Definition, jedoch wird im Laufe dieser Arbeit deutlich mit welchem Ausmaß an Wichtigkeit dieser Begriff in der heutigen Zeit verbunden ist. Thomas Robert Malthus und Ester Boserup, die sich intensiv mit dem Bevölkerungswachstum und dessen Folgen beschäftigt haben, werden ein Bestandteil dieser vorliegenden Arbeit sein. Anhand ihrer Theorien werden die Ursachen und die Konsequenzen von Bevölkerungswachstum veranschaulicht, bevor schließlich ein aktueller Bezug veranschaulichen wird, inwiefern das Thema der Überbevölkerung und die damit verbundene Menge an produzierten Nahrungsmitteln noch heute relevant ist. Kann durch Einsatz von grüner Gentechnik langfristig der Hunger der Welt gestillt werden? (Weiß, 2005)

2. Tragfähigkeit

Die Wortbedeutung der Tragfähigkeit im Zusammenhang mit dem Problem der Bevölkerungsentwicklung hat wie viele andere Begriffe der Demographie deutlich an einheitlicher Definition verloren. Bei der Interpretation solcher Begriffe kommt es zumeist auf die Perspektive an, unter der ein bestimmter Aspekt betrachtet wird. Ebenso spielen verschiedene räumliche Bezüge, sowie der Kenntnisstand eines Faches bei der Interpretation eine große Rolle. So kommt es, dass auch die Tragfähigkeit in ihrer Bedeutung mehrfach belegt ist und durch einen zusätzlichen inhaltlichen Wandel, den das Wort durchlaufen ist, kaum voll erschließbar ist. Der Begriff ist vielfältigen Ansichten und Meinungen ausgesetzt. So definieren zum Beispiel die Demographie und die Bevölkerungsgeographie die Tragfähigkeit als „das Potenzial eines Raumes, das abhängig vom jeweiligen Stand der technologischen Entwicklung und den damit verfügbaren gesellschaftlichen Ressourcen eine

bestimmte Einwohnerzahl ermöglicht“ (Weiß, 2005, 340.). Diese Darstellung des Begriffs beinhaltet bereits den Bezug von der Größe einer Bevölkerung zu den technologischen Entwicklungen, auf den später noch anhand der These E. Boserups eingegangen wird. Anhand dieser Definition lässt sich sagen, dass je mehr gesellschaftliche Ressourcen ein Raum besitzt und je modernisierter dieser Raum ausgestattet ist, desto tragfähiger ist er. Aufgrund der zahlreichen Deutungsvarianten werden im Folgenden mögliche Kriterien zur Differenzierung der Tragfähigkeit vorgestellt. Nach Weiß lassen sich insgesamt acht Formen der Tragfähigkeit unterscheiden: die ökonomische Tragfähigkeit, die soziale, die psychologische, die sozio-psychologische, die langfristige, die agrare, die ökologische, sowie die regionale Tragfähigkeit.

Im Folgenden werden die agrare und die ökologische Tragfähigkeit besonders hervorgehoben, weil gerade diese zwei Formen helfen, den Unterschied zwischen den Theorien von Malthus und Boserup deutlich zu machen.

Je nachdem, welcher Faktor die Tragfähigkeit eines Gebietes am Meisten einschränkt wird zwischen den verschiedenen Dimensionen differenziert. Die agrare Tragfähigkeit bezeichnet ein Verhältnis zwischen dem minimalen Bedarf an Nahrungsmitteln für eine in einem bestimmten Gebiet lebende Bevölkerung und der in diesem Gebiet maximal möglichen landwirtschaftlichen Produktion. Die Folge für eine Überschreitung dieser Tragfähigkeit wäre Nahrungsmittelknappheit und würde sich somit für viele Menschen in diesem Gebiet in Hunger widerspiegeln. Diejenigen, die von dieser Misere betroffen sind werden von Weiß als „agrare Überbevölkerung“ bezeichnet. Für Malthus, dessen Theorie später noch vorgestellt wird, stellt diese Art von Tragfähigkeit das Hauptproblem in der Entwicklung der heutigen Gesellschaft dar.

Die ökologische Tragfähigkeit hingegen kann als Verhältnis des heutigen und des zukünftigen Verbrauchs an Ressourcen und deren Qualität verstanden werden. Um diesen enormen Bedarf an Rohstoffen langfristig decken zu können, behilft sich die Bevölkerung der Industrienationen technologischen Hilfsmitteln wie zum Beispiel dem synthetischen Pflanzenschutz, Schädlingsbekämpfungs- und Düngemitteln. Diese werden in sehr großen Mengen verwendet, sodass der Boden kaum die Möglichkeit besitzt, sich zu regenerieren. Dies führt letztendlich zur Ausbeutung der Böden, die unerlässlich sind für die agrarwirtschaftliche Produktion. (Weiß, 2005)

Gerade diese agrarwirtschaftliche Leistung bestimmt, in welchem Umfang sich eine Bevölkerung innerhalb einer räumlich gegebenen Grenze mit Nahrung versorgen kann. Mit der stetig wachsenden Bevölkerung und dem daraus resultierenden Problem der Tragfähigkeit beschäftigten sich insbesondere Robert Thomas Malthus und Ester Boserup, deren Ansätze im Folgenden gegenüber gestellt werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Das Problem der Tragfähigkeit
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Geographisches Institut)
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
10
Katalognummer
V172110
ISBN (eBook)
9783640918454
ISBN (Buch)
9783640918294
Dateigröße
456 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
problem, tragfähigkeit
Arbeit zitieren
Nadine Hänsel (Autor), 2010, Das Problem der Tragfähigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172110

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Das Problem der Tragfähigkeit


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden