Zu Beginn des letzten vorchristlichen Jahrtausends entwickelte sich die Urnenfelderkultur, die
der genannten Villanovakultur. Benannt wurde sie nach dem Vorort Villanova in der Nähe von
Bologna, in Italien. Die Villanovakultur ist durch die zahlreichen Gräberfelder mit tausenden
von Gräbern und runden bzw. ovalen Hausgrundrissen unter dem mittelalterlichen Stadtkern
belegt. Ebenso wichtig sind die bikonischen Urnen, durch die die Villanovakultur häufig
definiert wird. Diese Vielzahl von Gräberfeldern deutet auf eine vermutlich reiche Siedlung,
die über lange Zeit hinweg fortlebte. Trotzt einer großen Anzahl von archäologischen Funden
sind die Publikationen über der Villanovakultur meist sehr spärlich und strittig.1
Ziel dieser Seminararbeit ist die Durchführung einer so weit wie möglich vollständigen
Untersuchung der „Villanoviano“ Urnenfelderkultur während der Spätbronzezeit beginnenden
Eisenzeit. Allerdings werden im Rahmen der Arbeit nur die Gräberfelder in der Nähe von
Bologna im näheren Betracht gezogen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Topographie
- Forschungsgeschichte
- Gozzadini
- Zanoni und Brizio
- Åberg
- Müller-Karpe und Kossack
- Pare und Trachsel
- Grabformen, Urnen und Beigaben
- Relative Chronologie von San Vitale und Benacci
- San Vitale
- Benacci-Caprara
- Absolute Chronologie
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit widmet sich einer umfassenden Untersuchung der „Villanoviano“ Urnenfelderkultur während der Spätbronzezeit und der beginnenden Eisenzeit. Der Fokus liegt dabei auf den Gräberfeldern in der Nähe von Bologna. Die Arbeit zielt darauf ab, die Entwicklung der Kultur anhand von Grabformen, Urnen, Beigaben und der relativen und absoluten Chronologie zu rekonstruieren.
- Entwicklung der Urnenfelderkultur in der Spätbronzezeit und frühen Eisenzeit
- Analyse der Gräberfelder in der Nähe von Bologna
- Rekonstruktion der relativen und absoluten Chronologie der Villanovakultur
- Untersuchung der Grabformen, Urnen und Beigaben
- Diskussion der Forschungsgeschichte der Villanovakultur
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung stellt die Urnenfelderkultur, insbesondere die Villanovakultur, vor und erklärt die Bedeutung der Gräberfelder in Bologna. Sie beschreibt die Schwierigkeit, aufgrund der spärlichen und strittigen Publikationen ein umfassendes Bild der Kultur zu zeichnen.
Topographie
Dieses Kapitel beschreibt die Lage von Bologna in Norditalien am Rand der Po-Ebene und im Schnittpunkt wichtiger Verkehrswege. Es erklärt die geografische Bedeutung dieser Lage und die Entdeckung zahlreicher Gräberfelder unter dem Stadtkern von Bologna. Die Gräberfelder Benacci, Benacci-Caprara, Stradello della Certosa, Aronaldi und San Vitale werden näher beschrieben.
Forschungsgeschichte
Dieses Kapitel analysiert die Forschungsgeschichte der bolognesischen Gräberfelder. Es beschreibt die verschiedenen Ansätze und Interpretationen der Villanovakultur durch bedeutende Archäologen wie Gozzadini, Zanoni und Brizio, Åberg, Müller-Karpe, Kossack, Pare und Trachsel. Das Kapitel beleuchtet die Entwicklung der relativen Chronologie, die Herausforderungen bei der Interpretation der Funde und die Schwierigkeiten, ein einheitliches Chronologiegerüst zu erstellen.
Grabformen, Urnen und Beigaben
Dieses Kapitel untersucht die verschiedenen Grabformen, Urnen und Beigaben, die auf den Gräberfeldern der Villanovakultur in Bologna gefunden wurden. Es beschreibt die einfachste Grabform, eine zylindrische Grube mit einer Urne, und die komplexeren Grabformen, die durch Steinplatten abgedeckt wurden. Das Kapitel analysiert die Art der Urnen und die Art und Anzahl der Beigaben.
Relative Chronologie von San Vitale und Benacci
Dieses Kapitel beschreibt die relative Chronologie der Gräberfelder San Vitale und Benacci, die durch die unterschiedlichen Beigabentypen und die zeitliche Einordnung der Funde bestimmt wird. Die Kapitel analysieren die verschiedenen Phasen in der Entwicklung der Villanovakultur in diesen Gräberfeldern.
Schlüsselwörter
Die zentralen Themen dieser Arbeit sind die Urnenfelderkultur, insbesondere die Villanovakultur, die Gräberfelder in Bologna, die relative und absolute Chronologie, die Analyse der Grabformen, Urnen und Beigaben sowie die Forschungsgeschichte der Villanovakultur.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Villanovakultur?
Die Villanovakultur ist eine Urnenfelderkultur am Übergang von der Spätbronzezeit zur Früheisenzeit, benannt nach dem Fundort Villanova bei Bologna.
Warum ist Bologna für die Erforschung dieser Kultur so wichtig?
Unter dem mittelalterlichen Stadtkern von Bologna wurden zahlreiche Gräberfelder mit tausenden von Gräbern sowie Hausgrundrisse entdeckt, die auf eine reiche, langlebige Siedlung hindeuten.
Was sind die typischen Merkmale der Villanovakultur?
Ein zentrales Definitionsmerkmal sind die bikonischen Urnen sowie spezifische Grabformen wie zylindrische Gruben, die oft mit Steinplatten abgedeckt wurden.
Welche bedeutenden Gräberfelder werden in der Arbeit analysiert?
Der Fokus liegt auf den Gräberfeldern San Vitale, Benacci, Benacci-Caprara, Stradello della Certosa und Aronaldi.
Wer waren wichtige Forscher der bolognesischen Gräberfelder?
Die Forschungsgeschichte umfasst Arbeiten von Archäologen wie Gozzadini, Zanoni, Brizio, Åberg sowie Müller-Karpe und Kossack.
Was untersucht die relative Chronologie der Funde?
Sie analysiert die zeitliche Abfolge der Kulturphasen basierend auf der Entwicklung von Beigabentypen und Grabformen in Feldern wie San Vitale und Benacci.
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- Teodora Spasova (Author), 2010, Bologna - Urnenfelderkultur während der Spätbronzezeit und dem Übergang zur Früheisenzeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172133