Den Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit bildet die Frage nach dem Einfluss des anhaltenden Strukturwandels auf den deutschen Bekleidungseinzelhandel und seine Akteure.
Welches scheinen die Auslöser zu sein und welche Entwicklungen machen diesen denn nun aus?
Ziel dieser Arbeit ist eine Untersuchung des deutschen Einzelhandels für Bekleidung in Hinsicht auf den strukturellen Wandel der letzten Jahre. Es sollen die im ersten Abschnitt ausformulierten Fragen hinsichtlich des Wandels geklärt werden. In Verbindung damit werden die Trends der Bekleidungsbranche herausgearbeitet, die wiederum einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der Betriebsformen im Einzelhandel für Bekleidung haben. Nach theoretischer Abhandlung der Thematik sorgt der empirische Teil für einen Einblick in die Praxis. Hier kommen Experten aus der Bekleidungsindustrie durch die Beantwortung einer schriftlichen Online-Umfrage zu Wort. Das verschafft einen Einblick in die Eindrücke der Branchenakteure, wie beispielsweise die der Bekleidungshersteller. So soll die Auswertung der Expertenbefragung die Bedeutung des strukturellen Wandels im
deutschen Bekleidungseinzelhandel für das Herstellermarketing verdeutlichen, sowie die zuvor im Theorieabschnitt dargestellten Aussagen bestätigen bzw. widerlegen.
Die Aufgliederung der vorliegenden Arbeit beläuft sich auf sieben Kapitel. Einleitend wird die Problemstellung erörtert, gefolgt von der Zielsetzung der Arbeit und der Skizze des Argumentationsstranges. Im Anschluss daran wird der Bekleidungseinzelhandel näher betrachtet, angefangen bei der textilen Wertschöpfungskette mit den dazugehörigen Begriffsdefinitionen über die Branchenbeschreibung bis hin zur Darstellung der aktuellen Entwicklung des betreffenden Marktes. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit dem eigentlichen Hauptthema der vorliegenden Arbeit, indem es die Ursachen des Strukturwandels
erläutert. Anknüpfend daran bekommt der Leser im vierten Kapitel die somit auf dem Bekleidungsmarkt ausgelösten Entwicklungstrends vorgestellt. Das nächste Kapitel widmet sich den unterschiedlichen Entwicklungen der jeweiligen Betriebstypen des Bekleidungseinzelhandels, die sich ebenfalls im strukturellen Wandel befinden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Branchenüberblick
2.1 Die textile Wertschöpfungskette
2.2 Der Bekleidungseinzelhandel im Fokus
2.3 Aktuelle Marktentwicklung
3 Ursachen des Strukturwandels
3.1 Internationalisierung
3.2 Veränderungen der Nachfrage
4 Entwicklungstrends
4.1 Vertikalisierung
4.1.1 Franchising-Konzepte
4.1.1.1 Shop-in-Shop-Konzepte / Corner
4.1.1.2 Concession-Konzepte
4.1.2 Produktdesignteams
4.1.3 Factory Outlet Center
4.2 Handelsmarken
4.3 E-Commerce / T-Commerce / M-Commerce
4.4 Convenience- / Erlebnisshopping
5. Entwicklung der Betriebstypen
5.1 Facheinzelhandel
5.2 Filialisten
5.3 Verbraucher- / Modemärkte
5.4 Waren- / Kaufhäuser
5.5 Versandhandel
5.6 Sonstige
5.7 Resümee Betriebstypen
6 Die Expertenbefragung
6.1 Methode
6.2 Fragebogen
6.3 Expertenkreis
6.4 Auswertung
6.4.1 Angaben zum Unternehmen
6.4.2 Internationalisierung / Verschiebung der Nachfrage
6.4.3 Umsatz
6.4.4 Trends
6.4.5 Prognose
6.5 Bilanz der Erhebung
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, den strukturellen Wandel im deutschen Bekleidungseinzelhandel der letzten Jahre zu untersuchen, die treibenden Trends herauszuarbeiten und deren Auswirkungen auf die verschiedenen Betriebsformen durch theoretische Analyse und eine empirische Expertenbefragung zu beleuchten.
- Strukturwandel im Bekleidungseinzelhandel
- Vertikalisierung und Handelsmarkenstrategien
- Entwicklung moderner Vertriebsformen
- Auswirkungen der veränderten Nachfragestruktur
- Digitalisierung und neue Einkaufskanäle (E-Commerce)
Auszug aus dem Buch
3.1 Internationalisierung
Die Schaffung des Gemeinsamen Europäischen Marktes und die Abschaffung des Eisernen Vorhanges haben zu einem Internationalisierungsschub geführt. Die Bekleidungswirtschaft zählt zu den am frühesten und stärksten in die internationale Arbeitsteilung eingebundenen Industriezweigen. Bezogen auf ökonomische Internationalisierung nimmt die gesamte Branche zweifellos eine Vorreiterrolle ein, da sie bereits in den siebziger Jahren mit Produktionsverlagerungen anfing, als der mittlerweile in den verschiedensten Bereichen verwendete Begriff der Globalisierung noch weitgehend unbekannt war. Damals spielten Direktinvestitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern, wachsender Importdruck aber auch die Erschließung von internationalen Märkten eine tragende Rolle.
Insgesamt kommt der mehrdeutige Charakter der Internationalisierung im Handel mit Bekleidung wie kaum in einer anderen Branche zur Geltung: Einerseits verursacht sie einen großen Anpassungsdruck bei den Unternehmen, andererseits eröffnen sich Chancen, die Absatzmärkte zu erweitern. Jahrzehntelang waren die Hersteller die treibenden Akteure der Internationalisierung. Heute werden jedoch Einzelhandelsunternehmen und Markenunternehmen ohne eigene Produktion zunehmend als die zentralen Akteure in den globalen Wertschöpfungsketten angesehen. Auch ist ein weiteres Vordringen der zumeist ausländischen Vertikalisten zu beobachten, die erfolgreich die gewachsenen Marktstrukturen zerplatzen lassen. Mit diesen Umschwüngen auf der Abnehmerseite und dem Bedeutungsgewinn des Handels hat sich die Situation für die Bekleidungshersteller grundlegend geändert. Der Verdrängungswettbewerb nimmt zunehmend an Schärfe zu und die meisten Bekleidungsunternehmen reagieren auf den Anpassungsdruck indem sie die Wandlung vom Bekleidungshersteller zum Bekleidungsbeschaffer auf internationalen Märkten vollziehen.
Zweifellos eröffnet die Internationalisierung gleichzeitig neue Absatzmärkte für den Bekleidungseinzelhandel. Hier hängen die Zukunftschancen hauptsächlich davon ab, wie stark man am Absatzpotenzial in Wachstumsregionen partizipieren kann. Fest steht, dass im vergangenen Jahrhundert Absatzmärkte im osteuropäischen und im asiatischen Raum vernachlässigt wurden. Bei Sättigungstendenzen auf dem Inlandsmarkt und in den klassischen Exportmärkten werden die Wachstumsregionen für den Bekleidungseinzelhandel jedoch immer bedeutender.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung definiert die Problemstellung des Strukturwandels im Bekleidungseinzelhandel und skizziert das Ziel der Arbeit sowie den Aufbau des theoretischen und empirischen Teils.
2 Branchenüberblick: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die Bedeutung der deutschen Bekleidungsbranche, beschreibt die textile Wertschöpfungskette und analysiert aktuelle Marktentwicklungen.
3 Ursachen des Strukturwandels: Das Kapitel erläutert die wesentlichen Treiber des Wandels, insbesondere die Internationalisierung und das veränderte Nachfrageverhalten der Konsumenten.
4 Entwicklungstrends: Hier werden zentrale Trends wie die Vertikalisierung, die Bedeutung von Handelsmarken sowie neue Vertriebskanäle wie E-Commerce und erlebnisorientiertes Einkaufen vorgestellt.
5. Entwicklung der Betriebstypen: Das Kapitel differenziert die verschiedenen am Markt agierenden Betriebstypen vom Facheinzelhandel bis hin zu Discount-Modellen und analysiert deren Zukunftsaussichten.
6 Die Expertenbefragung: Dieser Abschnitt beschreibt die methodische Vorgehensweise der empirischen Untersuchung, den Expertenkreis und präsentiert die Auswertung der Umfrageergebnisse.
7 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit für Unternehmen, sich flexibel an den andauernden Wandel anzupassen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Schlüsselwörter
Strukturwandel, Bekleidungseinzelhandel, Vertikalisierung, Handelsmarken, Internationalisierung, Konsumverhalten, Expertenbefragung, Marktentwicklung, E-Commerce, Betriebstypen, Fashion, Wettbewerb, Strategie, Wertschöpfungskette, Branchenanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit befasst sich mit dem tiefgreifenden Strukturwandel im deutschen Bekleidungseinzelhandel und den Auswirkungen auf die beteiligten Akteure, insbesondere die Hersteller.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die textile Wertschöpfungskette, die Vertikalisierung des Handels, die Rolle von Handelsmarken, neue Vertriebswege und die veränderten Konsumentenwünsche.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Auslöser des Strukturwandels zu identifizieren, wichtige Trends der Branche herauszuarbeiten und zu analysieren, wie sich diese auf die verschiedenen Betriebsformen und Strategien der Unternehmen auswirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird für den empirischen Teil verwendet?
Der empirische Teil stützt sich auf eine schriftliche Online-Expertenbefragung, in der Fachleute aus der Bekleidungsindustrie ihre Einschätzungen zu Markttrends und Strategien abgeben.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse der Branchenstrukturen, Ursachen für den Wandel (Internationalisierung, Nachfrage) und Entwicklungstrends sowie eine detaillierte Auswertung der Expertenbefragung zu aktuellen Unternehmensentscheidungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Strukturwandel, Vertikalisierung, Handelsmarken, Internationalisierung, Konsumentenverhalten und Expertenbefragung.
Wie reagieren die befragten Unternehmen auf den Strukturwandel laut Studie?
Die Ergebnisse zeigen ein gemischtes Bild: Während viele Unternehmen den Wandel deutlich spüren, setzt nicht jedes Unternehmen konsequent strukturelle Anpassungsmaßnahmen um, wenngleich ein Umdenken bei Vertriebswegen wie dem Internet deutlich erkennbar ist.
Welchen Stellenwert haben Factory Outlet Center (FOC) für die Branche?
Die Experten betrachten die Verbreitung von Factory Outlet Centern meist kritisch, da sie die klassische Vertriebskette umgehen und das Risiko eines Preisverfalls für die Hersteller mit sich bringen.
- Quote paper
- G. Bass (Author), 2011, Der Strukturwandel im Einzelhandel für Bekleidung in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172175