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Die wichtigsten Kennzahlen im Unternehmensbereich Rechnungswesen

Kritische Analyse dieser KPI auf Basis der beim Planspiel Topsim generierten Daten

Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Rechnungswesen ist ein sehr zentraler Bereich für jedes Unternehmen, da es für die Überwachung der finanziellen Aktivitäten verantwortlich ist. Bestimmte Key Performance Indicators (KPIs) sind wichtige Instrumente zur Messung und Bewertung der finanziellen Leistung eines Unternehmens. Mit KPIs sind Entscheidungsträger in der Lage die Finanzlage des Unternehmens zu verstehen und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Im Rahmen dieser Hausarbeit soll der Fokus auf die wichtigsten Kennzahlen im Bereich des Rechnungswesens gelegt werden. Dazu gehören unter anderem die Eigenkapitalquote, die Rentabilität, die Liquidität, Cashflow, und die Verschuldungsquote.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Hintergrundinformationen
1.2 Zielsetzung der Hausarbeit
1.3 Abgrenzung des Themas

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Darstellung der Rolle von Planspielen für die Erhebung von Unternehmensdaten
2.2 Erläuterung der Bedeutung von KPIs für die Unternehmenssteuerung und - analyse
2.3 Begriffsdefinitionen und Erklärungen der wichtigsten Kennzahlen im Unternehmensbereich Rechnungswesen

3 Planspiel Topsim
3.1 Beschreibung des gewählten Planspiels
3.2 Datenanalyse und Interpretation der Ergebnisse

4 Diskussion und Schlussfolgerungen
4.1 Bewertung der Ergebnisse hinsichtlich ihrer Aussagekraft
4.2 Limitationen der Studie
4.3 Fazit

5 Literatur- und Quellenverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Hintergrundinformationen

Das Rechnungswesen ist ein sehr zentraler Bereich für jedes Unternehmen, da es für die Überwachung der finanziellen Aktivitäten verantwortlich ist. Bestimmte Key Performance Indicators (KPIs) sind wichtige Instrumente zur Messung und Bewertung der finanziellen Leistung eines Unternehmens. Mit KPIs sind Entscheidungsträger in der Lage die Finanzlage des Unternehmens zu verstehen und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Im Rahmen dieser Hausarbeit soll der Fokus auf die wichtigsten Kennzahlen im Bereich des Rechnungswesens gelegt werden. Dazu gehören unter anderem die Eigenkapitalquote, die Rentabilität, die Liquidität, Cashflow, und die Verschuldungsquote.

Um die Bedeutung von KPIs im Unternehmensbereich Rechnungswesen zu verstehen, ist es wichtig, die Rolle von Planspielen für die Erhebung von Unternehmensdaten zu betrachten. Planspiele ermöglichen es den Teilnehmern, ein Unternehmen in einer simulierten Umgebung zu führen und dabei Daten zu generieren, die in der Analyse von KPIs genutzt werden können. Dies bietet eine einzigartige Gelegenheit, reale Situationen zu simulieren und Entscheidungsprozesse zu testen, ohne dass dabei tatsächliche finanzielle Risiken eingegangen werden müssen.

1.2 Zielsetzung der Hausarbeit

Das Ziel dieser Hausarbeit ist es, die wichtigsten Kennzahlen im Unternehmensbereich Rechnungswesen zu analysieren und kritisch zu bewerten. Dazu soll eine Datenanalyse auf Basis der beim Planspiel generierten Daten durchgeführt werden.

Konkret sollen folgende Ziele erreicht werden:

• Darstellung einer Übersicht über die wichtigsten Kennzahlen im Bereich des Rechnungswesens und ihre Bedeutung
• Ableitung einer kritischen Analyse der beim Planspiel generierten Daten, um die finanzielle Leistung der simulierten Unternehmen zu bewerten.
• Bewertung der Genauigkeit und Zuverlässigkeit der KPIs auf Basis der generierten Daten.
• Diskussion der Grenzen und Einschränkungen der Daten und ihrer Anwendbarkeit auf reale Unternehmenssituationen.

Es soll ein besseres Verständnis für die wesentlichen Kennzahlen im Bereich des Rechnungswesens vermittelt werden und hinterfragt werden, wie gut diese KPIs tatsächlich die finanzielle Leistung eines Unternehmens beurteilen können. Die Hausarbeit soll dazu beitragen, ein kritisches Bewusstsein für die Bewertung der finanziellen Leistung von Unternehmen zu fördern.

1.3 Abgrenzung des Themas

Das Thema der wichtigsten Kennzahlen im Unternehmensbereich Rechnungswesen ist ein breites und vielfältiges Thema. Um den Fokus dieser Hausarbeit klar abzugrenzen, sollen bestimmte Aspekte nicht behandelt werden.

Im Einzelnen sind folgende Aspekte von der Hausarbeit ausgeschlossen:

1. die detaillierte Beschreibung von Berechnungsmethoden

2. eine umfassende Diskussion von Rechnungslegungsstandards

3. eine vertiefte Analyse von branchenspezifischen Kennzahlen

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Darstellung der Rolle von Planspielen für die

Erhebung von Unternehmensdaten

Bei Planspielen handelt es sich um Simulationen, bei denen Teilnehmer in einer virtuellen Umgebung Entscheidungen treffen und die Auswirkungen dieser Entscheidungen auf das Unternehmen beobachten können.

„Planspiele eignen sich sowohl für die Förderung allgemeiner Kompetenz im Umgang mit komplexen Systemen, als auch für die Unterstützung des Wissens- und Kompetenzerwerbs im bereichsspezifischen Kontext“ (Kriz 2009, 558).

Sie bieten auch eine praxisnahe Umgebung, in der Teilnehmer Entscheidungen treffen und die Auswirkungen dieser Entscheidungen auf das Unternehmen beobachten können. Diese praxisnahe Umgebung ermöglicht es Teilnehmern, ihre Entscheidungen in einem sicheren Umfeld zu treffen und zu lernen, wie sich diese Entscheidungen auf das Unternehmen auswirken.

Planspiele können hochwertige Daten liefern, die zur Verbesserung der Leistung des Unternehmens genutzt werden können. Da Planspiele eine virtuelle Umgebung simulieren, können Teilnehmer Entscheidungen treffen, ohne dass es tatsächliche Auswirkungen auf das Unternehmen gibt.

Planspiele sind eine effektive Möglichkeit, um die Effektivität von Strategien und Maßnahmen zur Leistungsverbesserung zu bewerten. Durch die Verwendung von Planspielen können Unternehmen verschiedene Szenarien durchspielen und die Auswirkungen ihrer Entscheidungen auf die Leistung des Unternehmens bewerten. Dies ermöglicht es Unternehmen, die Effektivität ihrer Strategien und Maßnahmen zur Leistungsverbesserung zu bewerten und zu verbessern (Vgl. Gödecke 2022, 465ff.).

Planspiele können auch kosteneffektiver sein als andere Methoden zur Datenerhebung. Da Planspiele eine virtuelle Umgebung simulieren, können Unternehmen Daten sammeln, ohne tatsächliche Ausgaben zu tätigen. Vorteile dadurch können unter anderem sein, dass Kosten gesenkt und Ressourcen effektiver genutzt werden können. Durch die Verwendung von Planspielen können Unternehmen also praxisnahe Entscheidungen treffen, hochwertige Daten sammeln, die Effektivität von Strategien und Maßnahmen zur Leistungsverbesserung bewerten und Kosten sparen (Vgl. Schwägele 2015, 29ff.).

2.2 Erläuterung der Bedeutung von KPIs für

die Unternehmenssteuerung und -analyse

KPIs sind Kennzahlen, die Unternehmen zur Messung und Bewertung der Unternehmensleistung verwenden. Durch diese Kennzahlen wird ein objektives Maß für den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens geschaffen.

Sie bieten eine klare Übersicht über die wichtigsten Aspekte der Leistung eines Unternehmens. Dadurch können Unternehmen ihre Ziele klar definieren und sicherstellen, dass alle Abteilungen und Mitarbeiter in die gleiche Richtung arbeiten. KPIs können auch als Grundlage für die Entwicklung von Strategien und die Festlegung von Maßnahmen zur Verbesserung der Leistung dienen (Vgl. Burgartz und Krämer 2023, 372).

Diese wichtigen Kennzahlen ermöglichen es Unternehmen, ihre Leistung objektiv zu bewerten und Trends im Laufe der Zeit zu erkennen. Durch die Analyse von KPIs können Unternehmen Probleme identifizieren und Chancen zur Verbesserung der Leistung erkennen. Die Verwendung von KPIs trägt dazu bei, die Effektivität von Strategien und Maßnahmen zur Leistungsverbesserung zu bewerten.

Unternehmen verwenden solche Kennzahlen auch, um ihre Leistung mit anderen Unternehmen in der Branche oder mit anderen Abteilungen im Unternehmen zu vergleichen. Durch den Vergleich von KPIs - das sogenannte Benchmarking - können Unternehmen ihre Leistung im Vergleich zu ihren Mitbewerbern bewerten und herausfinden, welche Bereiche verbessert werden müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben (Vgl. Mertins 2009, 107). Gewisse wichtige Kennzahlen werden als Kommunikationsmittel innerhalb Unternehmen verwendet. Indem alle Abteilungen und Mitarbeiter dieselben KPIs verwenden, können sie effektiver zusammenarbeiten und Ziele und Maßnahmen besser koordinieren.

KPIs sind also ein sehr wichtiges Tool für Unternehmen. Sie ermöglichen es die Leistung des Unternehmens zu bewerten, Strategien zu entwickeln und zu verbessern und wettbewerbsfähig zu bleiben.

2.3 Begriffsdefinitionen und Erklärungen der wichtigsten Kennzahlen im Unternehmensbereich

Rechnungswesen

Das Verständnis der wichtigsten Kennzahlen im Unternehmensbereich Rechnungswesen ist entscheidend für eine erfolgreiche Analyse und Bewertung der finanziellen Leistung eines Unternehmens. Daher werden nun die Kennzahlen und ihre Bedeutung für die finanzielle Leistung eines Unternehmens erläutert.

Eigenkapital: Eigenkapital ist das von den Eigentümern eines Unternehmens eingebrachte Kapital, das im Unternehmen verbleibt, nachdem alle Schulden und Verbindlichkeiten abgezogen wurden (Vgl. Ritzinger 2010, 102). Eigenkapital dient auch als Puffer gegen Verluste und ist eine wichtige Quelle für die Finanzierung von Investitionen und Wachstum. Die Höhe des Eigenkapitals kann die finanzielle Stabilität des Unternehmens beeinflussen und ist oft ein wichtiger Faktor bei der Bewertung von Unternehmen durch Investoren und Kreditgeber.

Umsatz: Der Umsatz ist die Summe aller Einnahmen, welche ein Unternehmen aus dem Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen generiert. Der Umsatz ist eine wichtige Kennzahl, um die Größe und das Wachstumspotenzial eines Unternehmens zu bewerten.

Bruttogewinn: Der Bruttogewinn ist der Betrag, den ein Unternehmen errechnet, wenn von dem Umsatz die Kosten für den Kauf oder die Herstellung der benötigten Produkte oder Dienstleistungen abgezogen wird. Der Bruttogewinn ist ein wichtiger Indikator für die Rentabilität eines Unternehmens und kann auch negativ sein (Vgl. Brett 2023). In diesem Fall wären die Kosten pro verkauftem Produkt höher als der Preis, was einen negativen Deckungsbeitrag bedeuten würde und ein negatives Anzeichen ist (Vgl. Macha 2006, 8f.).

EBITDA: EBITDA steht für "Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization" und gibt den Gewinn eines Unternehmens vor Berücksichtigung von Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen an (Vgl. Binder und Högsdal 2017, 59). Es ist eine wichtige Kennzahl, um die operative Leistung eines Unternehmens zu bewerten und den Vergleich zwischen Unternehmen zu erleichtern. Es wird oft zur Bewertung von Unternehmen verwendet, um eine börsenunabhängige Bewertung, bzw. bei nicht ge-listeten Unternehmen überhaupt eine Bewertung zu errechnen. Dazu werden unter anderem Discounted Cashflow (DCF) oder Comparable Comps Modelle benutzt (Vgl. Peiffer 2014, 43).

EBIT: EBIT steht für "Earnings Before Interest and Taxes" und gibt an, wie viel Gewinn ein Unternehmen vor Berücksichtigung von Zinsen und Steuern erwirtschaftet hat (Vgl. Binder und Högsdal 2017, 59). EBIT gibt mehr

Aufschluss über die operative Rentabilität eines Unternehmens als EBITDA, denn EBIT berücksichtigt zusätzlich die Auswirkungen von Zinszahlungen und Steuern (Vgl. Binder und Högsdal 2017, 60f.).

Nettogewinn (auch Gewinn): Der Nettogewinn ist EBIT minus Zinsen und Steuern. Der Nettogewinn ist also der Betrag, welchen ein Unternehmen erwirtschaftet hat, nachdem alle Kosten, unter Berücksichtigung von Zinsen und Steuern abgezogen wurden (Vgl. Bontrup und Springob 2002, 28ff.). Auch der Nettogewinn kann negativ sein, was durch eine Minderung des Eigen- oder Fremdkapitals ausgeglichen werden müsste.

Kapitalerhöhung: Eine Kapitalerhöhung ist ein Vorgang, bei dem ein Unternehmen zusätzliches Kapital beschafft, um seine finanzielle Basis zu stärken. Dies kann durch die Ausgabe neuer Aktien an bestehende Aktionäre oder den Verkauf von Aktien an externe Investoren erfolgen. Durch eine Kapitalerhöhung erhöht sich das Eigenkapital des Unternehmens, was ihm mehr finanzielle Ressourcen zur Verfügung stellt (Vgl. Arnim 1974, 156). Das zusätzliche Kapital kann für verschiedene Zwecke verwendet werden, wie z.B. für Investitionen in neue Projekte oder für die Tilgung von Schulden.

Dividendenausschüttung: Bei der Dividendenausschüttung gibt ein Unternehmen einen Teil seines erzielten Gewinns an seine Aktionäre zurück. Dies geschieht in der Regel in Form von Geldzahlungen pro Aktie, die an die Aktionäre verteilt werden. Die Höhe der Dividende und die Häufigkeit der Ausschüttung werden vom Vorstand oder Aufsichtsrat des Unternehmens festgelegt. (Vgl. Pernsteiner 2004, 870) Dividendenausschüttungen sind eine Möglichkeit für Aktionäre, vom Erfolg des Unternehmens zu profitieren.

Verschuldungsgrad: Der Verschuldungsgrad gibt an, wie viele Schulden ein Unternehmen im Verhältnis zu seinem Eigenkapital hat. Ein hoher Verschuldungsgrad kann ein Zeichen für ein höheres Risiko sein, da das Unternehmen mehr Schulden bedienen muss (Vgl. Ossola- Haring 2006, 22). Unterschiedliche Unternehmen streben je nach Branche, Shareholder und Unter-nehmensphase verschiedene Verschuldungsgrade an.

Working Capital: Das Working Capital ist der Betrag, den ein Unternehmen zur Finanzierung seines täglichen Betriebs benötigt und wird als Differenz zwischen den kurzfristigen Vermögenswerten und den kurzfristigen Verbindlichkeiten berechnet (Vgl. Meyer 2007, 1). Das Working Capital ist eine wichtige Kennzahl, um die Liquidität eines Unternehmens zu bewerten.

Cashflow: „Die Gesamtheit der Cash-Zuflüsse und Cash-Abflüsse bildet den Cashflow“ (Alter 2016, 2). Der Cashflow ist ein Indikator für die Liquidität eines Unternehmens. Er zeigt, wie viel Geld ein Unternehmen tatsächlich zur Verfügung hat, um seine Verbindlichkeiten zu begleichen oder in das Wachstum des Unternehmens zu investieren (Vgl. Alter 2016, 7ff.).

ROI: Der ROI, auch Return on Investment, ist eine KPI, mit welcher die Rentabilität einer Investition bewertet wird. Er gibt das Verhältnis zwischen dem erzielten Gewinn oder Verlust und den Kosten der Investition an. Der ROI wird im Normalfall in Prozent ausgedrückt. Ein hoher ROI deutet darauf hin, dass eine Investition erfolgreich war und einen positiven Ertrag generiert hat. Der ROI wird oft verwendet, um die Effizienz von Investitionen zu vergleichen und zu beurteilen, ob sie den Erwartungen entsprechen oder nicht (Vgl. Ibanez 2019, 439f.).

3 Planspiel Topsim

3.1 Beschreibung des gewählten Planspiels

Das Planspiel Topsim simuliert verschiedene Geschäftsszenarien, die Teilnehmer durchspielen und Entscheidungen treffen lassen.

Es ist für Teilnehmer konzipiert, die Einblicke in die komplexe Welt der Unternehmensführung gewinnen möchten. Ziel des Spiels ist es, ein Unternehmen erfolgreich zu leiten und zu managen, indem Teilnehmer Entscheidungen treffen und die Auswirkungen dieser Entscheidungen auf das Unternehmen beobachten. In dem gewählten Planpiel gibt es vier verschiedene Unternehmen aus der Druckerbranche.

Die wichtigste KPI in dem Planspiel ist das Eigenkapital. Daran wird eine erfolgreiche Unternehmensleistung gemessen. Die Firma, welche am besten gewirtschaftet hat, hat am Ende des Planspiels das höchste Eigenkapital. Zu Beginn bekam jede der vier teilnehmenden Firmen ein Eigenkapital von 32,6M€ (Vgl. TOPSIM - General Management 2023f).

Die verschiedenen Unternehmensgruppen haben das meist vierköpfige Team in verschiedene Experten eingeteilt, die unterschiedliche KPIs beeinflusst haben.

Die Teilnehmer treffen zum Beispiel Entscheidungen zu verschiedenen Aspekten des Unternehmens, wie z.B. Produktionsmengen, Absatzzahlen, Marketingstrategien, Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen.

Topsim wird in Perioden gespielt, die jeweils ein Jahr darstellen. Gespielt werden fünf Perioden mit verschiedenen Ereignissen. Nach jeder Runde werden die Ergebnisse der Entscheidungen angezeigt und die Teilnehmer können ihre Entscheidungen für die nächste Runde anpassen.

In Periode 1 können die Unternehmen nur "Business as usual" betreiben. Ab Periode 2 kann mit der Entwicklung eines Nachfolgemodells für das Produkt COPY I-alt begonnen werden. In Periode 3 ist ein Relaunch für COPY I-alt möglich und wenn die Entwicklungsergebnisse gut sind, kann das neue Modell COPY I-neu produziert und vermarktet werden. Ab dieser Periode können auch beide Märkte (Markt 1 und Markt 2 mit Währung FCU) beliefert werden. In der Periode 4 ist die Einführung von COPY II in Markt 1 möglich, wenn entsprechende Produktmerkmale vorliegen und ab der 5. Periode kann COPY II auch im Markt 2 abgesetzt werden (Vgl. TOPSIM - General Management 2023g, 2).

3.2 Datenanalyse und Interpretation der Ergebnisse

Für diese Analyse wurden die Daten aus dem Planspiel Topsim ausgewertet. Die Daten wurden von vier Unternehmen erhoben, die im Spiel unterschiedliche Leistungen erbracht haben: zwei Unternehmen sind bankrott, ein Unternehmen hat das Eigenkapital stark steigern können, und ein Unternehmen hat das Eigenkapital ein wenig geschmälert (Vgl. TOPSIM - General Management 2023f). Die wichtigste Kennzahl im Rechnungswesen ist das Eigenkapital. Alle Faktoren beeinflussen mehr oder weniger stark das Eigenkapital. Um herauszufinden, welche die wichtigsten KPIs sind, also die Kennzahlen mit dem größten Einfluss auf das Eigenkapital, analysieren wir nun die erarbeiteten Daten.

Es gibt zwei Hauptfaktoren, aus denen sich das Eigenkapital bildet. Zum einen ist dies durch Gewinn und zum anderen durch Kapitalerhöhungen (Vgl. TOPSIM - General Management 2023f).

Der erzielte Gewinn einer Firma hat direkten Einfluss auf das Eigenkapital, denn ein positiver Gewinn erhöht das Eigenkapital. Der Gewinn wird dem Eigenkapital hinzugefügt. Ein negativer Gewinn führt zu einer Verringerung des Eigenkapitals. Der Gewinn wiederum wird durch die Faktoren Umsatz und Kosten beeinflusst.

Der Umsatz ist ein wichtiger Indikator für die Leistung eines Unternehmens und zeigt, wie effizient das Unternehmen seine Produkte verkaufen kann. (Vgl. Brett 2023)

Das Unternehmen 2 erzielte in Periode 1 den höchsten Umsatz mit 161,87 Millionen Euro, gefolgt von Unternehmen 1 mit 134,20 Millionen Euro. Unternehmen 3 und 4 erzielten einen Umsatz von jeweils knapp 123 Millionen Euro (TOPSIM - General Management 2023a). Dies sind solide Zahlen, allerdings sollte beachtet werden, dass der Umsatz allein nicht ausreicht, um die Wirtschaftlichkeit von einem Unternehmen zu bewerten. Es ist ebenfalls relevant, dass die Kostenstruktur des Unternehmens kompetitiv ist und dass es eine mindestens branchenübliche Gewinnmarge erzielen kann.

Um dies weiter runterbrechen zu können, schauen wir nun auf das EBITDA. Unternehmen 1 und 3 hatten in Periode 1 das niedrigste EBITDA mit knapp 12,5 Millionen Euro. Unternehmen 4 hat ein EBITDA von 17,8 Millionen Euro erreicht und Unternehmen 2 das Höchste mit 19,4 Millionen Euro (Vgl. TOPSIM - General Management 2023a).

Die „Abschreibungen und Wertminderungen werden innerhalb der Erfolgsrechnung unterhalb des EBITDA erfasst und mindern demnach nur EBIT und Net Income. Der operative Cash Flow bleibt aufgrund der Nicht-Zahlungswirksamkeit des Wertminderungsaufwands ebenfalls unberührt“ (Breitwieser und Pfaff 2020, 14). EBITDA ist also eine wichtige Kennzahl, welche für unsere Zwecke noch weiter runtergebrochen werden muss.

Daher schauen wir uns das EBIT an, welches zeigt, wie viel Gewinn ein Unternehmen erwirtschaftet hat, bevor Zinsen und Steuern abgezogen werden.

Die Daten ergeben, dass Unternehmen 4 das höchste EBIT erzielt hat, gefolgt von Unternehmen 2, 3 und 1.

Auch hier sollte beachtet werden, dass das EBIT nicht allein ausreicht, um die Leistung eines Unternehmens zu bewerten. Es ist weiterhin zu berücksichtigen, wie hoch die Zinsen und Steuern sind, die das Unternehmen zahlen muss.

Dementsprechend schauen wir uns den Gewinn an. Dieser zeigt, wie viel Geld das Unternehmen nach Abzug aller Kosten und Steuern verdient hat. Das Unternehmen 4 erzielte den höchsten Gewinn mit 4,6 Millionen Euro, gefolgt von Unternehmen 2 mit 4,5 Millionen Euro. Unternehmen 1 und 3 erzielten einen Gewinn von jeweils knapp 2 Millionen Euro (Vgl. TOPSIM - General Management 2023a).

Obwohl Unternehmen 2 knapp 25 Millionen Euro mehr Umsatz als Unternehmen 1 hatte, wies es weniger Gewinn aus (Vgl. TOPSIM - General Management 2023a). Dementsprechend ist der Umsatz sehr wichtig für das Eigenkapital. Wie eben dargestellt, müssen alle Kosten und Steuern betrachtet werden, um ein klares Bild zu bekommen.

Ein hoher Umsatz ist zwar ein positives Zeichen, aber es ist wichtig zu beachten, dass der Gewinn von anderen Faktoren wie den Kosten und Steuern abhängt. Daher sollte der Umsatz immer in Verbindung mit anderen Kennzahlen betrachtet werden, hauptsächlich mit den verbundenen Kosten.

Wenn man die Kosten betrachtet, erkennt man klar, dass bei jeder Firma in jeder Periode die Herstellkosten den größten Teil ausmachen (Vgl. TOPSIM - General Management 2023a; 2023b; 2023c; 2023d; 2023e).

Ein weiterer großer Teil der Kosten stellt der Vertrieb und die Forschung und Entwicklung dar, wobei die Kosten des Vertriebs in den meisten Fällen überwiegen. Einen weiteren kleinen Anteil haben die Verwaltungskosten (Vgl. TOPSIM - General Management 2023a; 2023b; 2023c; 2023d; 2023e).

Wenn man diese Zahlen analysiert, sieht man, dass der Umsatz und die Herstellungskosten zwei der wichtigsten Kennzahlen für die Steigerung des Eigenkapitals sind.

Der Umsatz wird durch den Vertrieb und die makro- und mikroökonomische Lage getrieben (Vgl. Preißner 2013, 9). Die Kosten wiederrum werden durch die Größe der Bestellmenge, Materialpreise, Lagerkosten, Forschung und Entwicklung und viele weitere kleine Faktoren getrieben (Vgl. TOPSIM - General Management 2023a; 2023b; 2023c; 2023d; 2023e).

Die Dividendenausschüttung hat ebenfalls einen großen Einfluss darauf, wie viel Eigenkapital ein Unternehmen zur Verfügung hat. Die Dividende wird nämlich vom Eigenkapital abgezogen. Allerdings, wenn man die Steuerlast bei der Ausschüttung nicht berücksichtigt, besitzen die Shareholder exakt gleich viel Eigenkapital wie vorher, nur nicht mehr in gleicher Verteilung. Deshalb hat die Dividendenausschüttung einen großen Einfluss auf das Eigenkapital eines Unternehmens, aber nicht auf das Eigenkapital, welches die Shareholder besitzen. Ein Unternehmen ist den Shareholdern

verpflichtet gut zu wirtschaften (Vgl. Krieger 2009, 100). Wenn ein Unternehmen davon ausgeht, dass es nicht mit seinem gesamten Eigenkapital einen bestimmten ROI erreichen kann, sollte das überflüssige Eigenkapital ausgeschüttet werden

Das Unternehmen 4 erzielte den höchsten ROI, gefolgt von Unternehmen 2. Unternehmen 1 und 3 waren beide bankrott am Ende der fünften Periode (Vgl. TOPSIM - General Management 2023a; 2023b; 2023c; 2023d; 2023e).

Wie oben beschrieben, ist eine Kapitalerhöhung der andere Hauptfaktor mit direktem Einfluss auf das Eigenkapital. Eine Kapitalerhöhung stärkt das Eigenkapital. Wenn das Unternehmen neue Aktien ausgibt oder zusätzliches Kapital einbringt, erhöht sich das Eigenkapital entsprechend. Eine Kapitalerhöhung repräsentiert allerdings kein organisches Wachstum und ist daher nicht so relevant für das Eigenkapital, wie der Gewinn einer Firma. Außerdem verwässert eine Kapitalerhöhung die bisherigen Shareholder und ist daher nicht immer beliebt (Vgl. Schlitt und Ries 2014, 30).

Die Datenanalyse zeigt, dass das Unternehmen 4 insgesamt die beste Leistung erbracht hat, während das Unternehmen 3 die schlechteste Leistung erbracht hat. Diese Ergebnisse lassen sich auf den starken, bzw. schwachen Umsatz zurückführen und die dementsprechende Kostenstruktur. Wir sehen also, dass der Gewinn und die Kapitalerhöhung die wichtigsten Kennzahlen für das Rechnungswesen sind, da sie das Eigenkapital am stärksten beeinflussen. Der Gewinn ist wichtiger, da dieser das Unternehmen organisch wachsen lässt. Darauffolgend ist die Kostenstruktur entscheidend, da sie über die Profitabilität eines Unternehmens entscheidet. Wenn man diese Parameter besonders im Rechnungswesen im Auge behält, hat man eine höhere Chance ein Unternehmen konstant und profitabel zu führen.

4 Diskussion und Schlussfolgerungen

4.1 Bewertung der Ergebnisse hinsichtlich ihrer Aussagekraft

Die Ergebnisse der Analyse sind von hoher Aussagekraft, denn die Daten wurden in einem realistischen Planspiel-Setting generiert und sind somit praxisnah.

Jedoch gibt es einige Einschränkungen hinsichtlich der Übertragbarkeit auf reale Unternehmenssituationen. Das Planspiel gibt lediglich einen Ausschnitt der Realität wieder und es können Abweichungen von tatsächlichen Gegebenheiten in der Praxis bestehen. Das offensichtlichste Beispiel wäre hierfür eine unterschiedliche makroökonomische Lage. Außerdem können die Daten von Unternehmen in verschiedenen Branchen und Regionen unterschiedlich sein, was die Übertragbarkeit auf andere Unternehmen einschränkt.

Trotz dieser Einschränkungen können die Ergebnisse der Analyse als Grundlage für weitere Untersuchungen in der Praxis dienen. Unternehmen können beispielsweise ihre eigenen Daten mit den hier präsentierten KPIs vergleichen, um mögliche, strukturelle Schwächen in ihrer eigenen Finanzlage aufzudecken und Verbesserungspotentiale zu identifizieren.

4.2 Limitationen der Studie

Die vorliegende Studie weist einige Limitationen auf. Zunächst lässt sich sagen, dass die Datenerhebung im Rahmen des Planspiels zwar praxisnah und realistisch ist, jedoch nicht eins zu eins auf tatsächliche Unternehmenssituationen übertragen werden kann.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die begrenzte Anzahl an Unternehmen, die im Rahmen des Planspiels untersucht wurden. Obwohl sich die Ergebnisse auf vier unterschiedliche Unternehmen beziehen, sind diese aufgrund der begrenzten Stichprobengröße nicht verallgemeinerbar. Um weitergehende wissenschaftliche Aussagen zu treffen, müssten weitere Unternehmen und Branchen untersucht werden.

Zudem ist die Auswahl der KPIs, die in der Studie untersucht wurden, begrenzt. Es gibt eine Vielzahl weiterer Kennzahlen im Bereich des Rechnungswesens, die nicht betrachtet wurden. Auch hier ist eine Ausweitung der Kennzahlenset möglich, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen.

Ein weiterer Punkt ist, dass die Daten lediglich aus einem Planspiel stammen und somit möglicherweise nicht vollständig repräsentativ ist. Auch können mögliche Faktoren, die außerhalb des Planspiels liegen, wie z.B. Konjunkturzyklen oder politische Entwicklungen, nicht berücksichtigt werden.

4.3 Fazit

Die wichtigsten Kennzahlen im Unternehmensbereich Rechnungswesen, basierend auf der kritischen Analyse der KPI auf Basis, der beim Planspiel Topsim generierten Daten sind, also Gewinn und Kapitalerhöhungen, welche zurückzuführen sind auf Umsatz und Kostenstruktur.

Wir sehen also, dass der Gewinn und die Kapitalerhöhung die wichtigsten Kennzahlen für das Rechnungswesen sind, da sie das Eigenkapital am stärksten beeinflussen.

Der Gewinn ist wichtiger, da dieser das Unternehmen organisch wachsen lässt. Darauffolgend ist die Kostenstruktur entscheidend, da sie über die Profitabilität eines Unternehmens entscheidet.

Kapitalerhöhungen sind ein wichtiges Tool für Unternehmen, um Investitionen zu finanzieren, sind allerdings keine Nachhaltige Möglichkeit das Eigenkapital zu steigern.

Die Verwendung von KPIs kann einen erheblichen Beitrag zur Steigerung der Unternehmensleistung leisten. Es ist empfehlenswert, KPIs zu wählen, die relevant für das Unternehmen sind und einen direkten Einfluss auf die strategischen Ziele haben.

5 Literatur- und Quellenverzeichnis

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Wirtschaftsprognose 6 Perioden“. TOPSIM.

[...]

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Titel: Die wichtigsten Kennzahlen im Unternehmensbereich Rechnungswesen

Hausarbeit , 2023 , 19 Seiten , Note: 1.3

Autor:in: Timon Ortwein (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Blick ins Buch

Details

Titel
Die wichtigsten Kennzahlen im Unternehmensbereich Rechnungswesen
Untertitel
Kritische Analyse dieser KPI auf Basis der beim Planspiel Topsim generierten Daten
Hochschule
Hochschule Aschaffenburg  (FAKULTÄT INGENIEURWISSENSCHAFTEN)
Note
1.3
Autor
Timon Ortwein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
19
Katalognummer
V1722163
ISBN (PDF)
9783389189788
ISBN (Buch)
9783389189795
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rechnungswesen unternehmensdaten unternehmen kpi topsim planspiel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Timon Ortwein (Autor:in), 2023, Die wichtigsten Kennzahlen im Unternehmensbereich Rechnungswesen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1722163
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Leseprobe aus  19  Seiten
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