Wirken Medien? - Medienallmacht vs. Medienohnmacht


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

26 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

GLIEDERUNG:

I. Hinleitung

II. Grundlagen
a.) Medien und Massenmedien
b.) Medienwirkung und Forschung
Gegenstand und Fragestellungen

III. Hauptteil
Wirken Medien ?
Medienallmacht vs. Medienohnmacht

IV. Abschluss, Ausblick

V. Literaturverzeichnis

I. Hinleitung

Medien insgesamt und insbesondere die Printmedien und das Fernsehen als das Massenmedium der 80/ 90er Jahre stehen nach wie vor im Zentrum des Interesses von Gesellschaft und medienorientierter Wissenschaft, während das Neuzeitmedium Internet immer weiter in den Vordergrund rückt. Aufgrund ihrer weiten Verbreitung, hoher Reichweiten und Nutzung stehen sie dem weltweiten Netz noch in Bedeutung voran, das sich Unübersichtlichkeit und kompliziertere ( vor allem wenn zielgerichtete ) Bedienung vorwerfen lassen muss und somit hintansteht.

Im Zentrum der Betrachtung dieser Arbeit steht die grundlegende Frage nach der Wirkungseffizienz von Medien insgesamt mit insbesonderem Blick auf die Massenmedien. „Wirken Medien?“

Verzichtet wird auf eine detailierte Betrachtung der Wirkungsmöglichkeit spezieller Massenmedien ( Radio, Printmedien oder Videos ) und auch auf eine differenzierte Annäherung an beispielsweise Talkshows, Daily Soaps, Spielfilme oder Nachrichten ( siehe Ausblick ). Weiter gilt es an dieser Stelle bzw. in diesem Rahmen einen historischen Vergleich bzw. Wirksamkeitshypothesen von Massenmedien anderer Jahrzehnte zu prüfen.

Zunächst sollen im II. Kapitel insgesamt Grundlagen zusammengefasst werden. An vorderster Stelle wird eine definitorische Annäherung an den Begriff „Medien“ grundsätzlich geleistet. Das begriffliche Vorverständnis vom Begriff „Medien“ bzw. „Massenmedien“ bildet zur Auseinandersetzung mit der Frage nach der Wirksamkeit von Medien die Grundlage dieser Arbeit.

Was sind Medien? Wie definiert und grenzt sich der Begriff an sich ein ?

Im zweiten Abschnitt II. b.) werden grundlagentheoretische Überlegungen zu den Begriffen „Wirkungen“, „Medienwirkungen“ und „Medien-wirkungsforschung“ beschrieben. Welche Entwicklungen, Tendenzen zeichne(te)n sich innerhalb des Forschungsgebietes ab und mit welchen Fragestellungen beschäftigt sie sich ? Wie definiert sich Medienwirkung und wie definiert sich die Medienwirkungsforschung? Und was bedeutet der Begriff „Wirkungen“ an sich ? Mit dieser Zusammenstellung im II. Kapitel von Positionen zu Begriffen und zum Themengebiet allgemein soll die Basis zum Hauptteil in Kapitel III. gelegt werden.

Im III. Kapitel werden zwei gegensätzliche Positionen innerhalb der Medienwirkungsforschung behandelt. Es wird versucht, sich einer Standortbestimmung der Wirksamkeit von Medien anzunähern.

Der aktuelle ( und auch weniger aktuelle ) Diskurs innerhalb der Literatur beschäftigt sich mit einer interessierten Suche nach der Effizienz der Medien beim Rezipienten. Wirken Medien bei allen Rezipienten gleich oder gibt es personale Unterschiede in der Wirkung auf verschiedene Personen? Weiter könnten interdisziplinäre Untersuchungen sicherlich weiteren Aufschluss oder neue Beobachtungsperspektiven liefern ( siehe Ausblick ), worauf in diesem Rahmen verzichtet werden soll.

Polar diskutiert werden Ohnmacht und die Allmacht der Wirkung von Medien.

Daher die Leit- Fragestellung dieser Arbeit:

„Wirken Medien ?- Medien zwischen Allmacht und Ohnmacht!“

I. Grundlagen

a.) Medien und Massenmedien

Medien und Massenmedien. Begriffe mit denen sich nahezu jeder in unserer „modernen Informationsgesellschaft“ fast täglich konfrontiert sieht. Doch was beinhaltet der Begriff Medien eigentlich ?

Medien ist die Mehrzahl von Medium und bedeutet übertragen aus dem lateinischen einen „Sammelbegriff für Kommunikationsmittel“( Walther ).

Kommunikation zunächst meint eine „Bedeutungsvermittlung zwischen Lebewesen“ (Maletzke), die Informationsübertragung von Sender zu Empfänger(n) , also zwischen zwei oder mehreren Personen.

Kommunikation bzw. Massenkommunikation ( s.u.) setzen allerdings die Existenz von Techniken der Verbreitung der Botschaften voraus.

Medien oder auch Kommunikationsmittel sind sind all jene „Gerätschaften“ , die durch Techniken der Verbreitung und Verviel-fältigung mittels Schrift, Bild und/ oder Ton optisch und/ oder akustisch Aussagen bzw. Botschaften an eine unbestimmte Vielzahl von Menschen vermitteln. ( vgl. Maletzke S.36 ). Als Kommunikationsmittel, also als Mittel , die dieser Art von Kommunikation dienen sind beispielsweise Bücher, Zeitungen und Zeitschriften, das Kino, der Film, Videos, das Fernsehen, Handies oder der PC mit oder ohne Internet aufzuzählen.

Medien bestimmen zunehmend die Erfahrungswelt von Kindern und auch Erwachsenen im Alltag, in der Freizeit, in Schule und Beruf und auch in Familien untereinander. Grund genug, der Bedeutung der Medien und derer eventueller Auswirkungen bzw. Wirkungen einen gehobeneren Stellenwert zuzuschreiben.

Jürgen Fritz beschreibt die Präsenz der Welt der Medien als „[...] keine Wirklichkeit aus zweiter Hand, sondern eine Welt, die sich in enger Verwobenheit mit anderen Welten als Teil der Lebenswelt des Menschen konstituiert hat.“ (Fritz/Fehr S.21)

Mediennutzung ist daher weniger als Ausnahme der Kommunikation zu sehen, als vielmehr durch ihre weite Verbreitung in der Lebenswelt der modernen Gesellschaft als grundlegendes und präsentes Kommunikationsmittel. Sobald sich Kommunikationsmittel nun einer grösseren Zahl von Empfängern oder gar der breiten Öffentlichkeit widmen, spricht man logischerweise von „Massenkommunikationsmitteln“, also „Massenmedien“.

Michel und Novak bringen den Charakter von Massenkommunikation durch drei wesentliche Merkmale auf den Punkt. „Die wichtigsten Merkmale der Massenkommunikation sind: Räumliche und zeitliche Trennung zwischen Sender und Empfänger,einseitiger Fluss von aus-gesandten Mitteilungen und die fehlende Rückmeldung.“ (Michel/ Novak S.236). Die Bedeutung und der hohe Stellenwert der Massenmedien in der Gesellschaft wirft nun unter anderem die Frage auf , welche Aus-wirkungen bzw. Wirkungen eine derartige „Sonderform sozialer Kommunikation“ ( Burkart S.172 ) auf deren Rezipienten haben mag. Gefragt ist in dem Zusammenhang dieser Arbeit allerdings nicht nach spezifischeren psychologischen oder soziologischen Auswirkungen von Medien, sondern generell nach der möglichen Effizienz und dem Stellenwert der Einfluss- bzw. Wirkungsmöglichkeiten von Medien und Massenmedien insgesamt.

a.) Medienwirkungen- Gegenstand und Fragestellungen

Nach der grundlegenden definitorischen Annäherung an die Begriffe Medien und Massenmedien soll sich nun in diesem Kapitel mit dem Begriff der Medienwirkungen auseinandergesetzt werden. Weiter an soll der damit zusammenhängende Forschungsbereich Medienwirkungen angegangen werden, also der Wissenschaftszweig, der sich mit der Wirkung von Medien beschäftigt. Zunächst gilt es zu fragen, was sind Medienwirkungen? Oder genauer, was sind Wirkungen?

Als Wirkungen im allgemeinsten und weitesten Sinne kann man „sämtliche beim Menschen zu beobachtenden Verhaltens- und Erlebensprozesse“ begreifen, „die darauf zurückzuführen sind, dass der Mensch Rezipient im Felde der Massenkommunikation ist.“ (Maletzke S.189 ) Maletzke grenzt diese allgemeinere Wirkungsdefinition einige Zeilen später selber ein. Unter Wirkungen im engeren Sinn versteht er dann all jene Prozesse, die als Resultate der Massenkommunikation innerhalb der kommunikativen und der postkommunikativen Phase verstanden werden müssen ( s.u.). Unterschieden von gesellschaftlich- funktionalen Aufgaben und Leistungen wird der Begriff Wirkung auf Individuen bezogen.

„Das Kausalitätskonzept stammt aus den Naturwissenschaften und wurde dort als strenge Relationierung von Ursache und Wirkung- am Beispiel einer exakt bestimmbaren Kraft und ihrer Wirkung- entwickelt. Später wurde es von der Psychologie aufgegriffen und als Reiz- Reaktions- Schema (stimulus- response) auf die Erklärung von bewussten oder unbewussten Reflexen angewendet.“ ( Merten S. 294 )

Grundlegend setzt das von Merten angesprochene Reiz- Reaktions- Schema bzw. Stimulus- Response- Modell ( S --> R ) einen Sender voraus, der mittels Übermittlung einer Botschaft ( Kommunikation ) einen Empfänger anspricht, wobei in dem Fall der medialen Kommunikation das Medium der Überträger dieser Botschaft ist. Die Medienbotschaft gilt also als Stimulus ( S ), während die Reaktion des Rezipienten auf ebendiese Botschaft als Wirkung gilt. Dieses Modell ist in enger Verknüpfung mit den Vertretern der Theorie der „Allmacht der Medien“ zu sehen, weswegen darauf im folgenden Kapitel expliziter eingegangen wird.

Innnerhalb welchen Spektrums könnten Medien wirken? Was meint Maletzke, wenn er von Wirkungen innerhalb der kommunikativen bzw. postkommunikativen Phase schreibt?

„Differenziert man die Vielfalt der möglichen Medienwirkungen nach Phasen im Kommunikationsprozess, so ergeben sich drei grosse Bereiche von Medienwirkungen, die ihrerseits wiederum nach verschiedenen Wirkungsphänomenen unterschieden werden können: Medieneffekkte im Vorfeld der Kommunikation ( präkommunikative Phase ), während des Kommunikationsprozesses ( kommunikative Phase ) und nach der Medienzuwendung ( postkommunikative Phase ).“ ( Bondafelli S.18 )

Innerhalb der präkommunikativen Phase spielen sowohl die Medienzuwendung an sich als auch die Motive der Medienzuwendung eine Rolle. Wie oft werden Medien bzw. ( Massen- ) Kommunikationsmittel überhaupt genutzt? Wie sind Medien in den Alltag, bzw. Familie, Beruf/ Schule, Freizeit strukturell eingebaut?

Welche Gewohnheiten lassen sich erkennen oder aber welche unstrukturierte Nutzung? Welchen finanziellen Wert nimmt die Bereithaltung oder Nutzung von Kommunikationsmitteln ein ( Internet-Flatrate, Zeitschriften- Abonnements, ... ) ?

Um Aufmerksamkeit, Affekte und Verstehen während der Mediennutzung geht es bei der kommunikativen Phase. Wie hoch ist die Aufmerksamkeit, die ich der Medienbotschaft bzw. dem Medium während der Nutzung schenke? Wie verständlich ist die Botschaft bzw. wie hoch ist mein Verständnis aufgrund von Vorwissen für die Botschaft? Welche Gefühle entstehen beim Rezipienten oder auch anderen Beteiligten Rezipienten und untereinander aufgrund der Rezeption? In der postkommunikativen Phase gilt es Wissensklüfte bei verschiedenen Rezipienten (- gruppen ), Einstellungswandel und Verhaltensänderungen zu untersuchen.

Insgesamt gilt es, die Fragestellungen der präkommunikativen Phase wohl eher dem Gebiet der Mediennutzungsforschung zuzuordnen.

Nach Maletzke gilt es vordergründig die Auswirkungen des Rezipienten während und nach der Mediennutzung zu ergründen, wo die Medienwirkungsforschung aber auch an Grenzen stossen kann.

Die Messbarkeit und die Belegbarkeit der Beeinflussung von Rezipienten ist mittels wissenschaftlicher Vorgehensweise schwierig überprüfbar, da der kausale Rückbezug zur Ursache schwierig herstellbar ist ( siehe Ausblick ).

Was kann messbar oder überprüfbar gemacht werden? Es gilt nun zu fragen, in welchen Bereichen mögliche Auswirkungen bzw. Wirkungen der Medienrezeption zu suchen währen.

Was kann untersucht werden und wo könnten mögliche Ergebnisse gefunden werden bzw. Wirkungshypothesen validierbar werden?

„Dabei sind zweifellos die Wirkungen in der postkommunikativen Phase jene, die am häufigsten zu erfassen versucht wurden und werden. Im Mittelpunkt stand und steht hier vor allem jeder Wechsel im Verhalten als Folge des Umstandes, dass diese den Botschaften der Massenkommunikation ausgesetzt waren. Manifestes, offenes Verhalten

( wie etwa Wählen oder Kaufen ) wurde hier ebenso untersucht, wie latente Verhaltensänderungen, die sich im Wissenszuwachs oder in Meinungsänderungen manifestieren. Im Hinblick auf mögliche Wirkungsbereiche lassen sich beispielsweise Wirkungen im Verhalten, im Wissen, in Meinungen bzw. Einstellungen, im emotionalen Bereich, in Tiefensphären des Psychischen und im physischen Bereich

( Augenschäden, Schlafstörungen, etc. ) unterscheiden.“ ( Burkart S. 189 )

[...]

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Wirken Medien? - Medienallmacht vs. Medienohnmacht
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta  (Pädagogische Psychologie)
Veranstaltung
Hauptseminar Kinder, Jugendliche und Neue Medien
Note
1,5
Autor
Jahr
2003
Seiten
26
Katalognummer
V17222
ISBN (eBook)
9783638218443
Dateigröße
551 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Medien insgesamt und insbesondere die Printmedien und das Fernsehen stehen nach wie vor im Zentrum des Interesses von Gesellschaft und medienorientierter Wissenschaft. Im Zentrum dieser Hauptseminararbeit steht die grundlegende Frage nach der Wirkungseffizienz von Medien insgesamt mit insbesonderem Blick auf die Massenmedien: &quot,Wirken Medien?&quot,. Zuzüglich 11 Seiten Referatshandout und Folien.
Schlagworte
Wirken, Medien, Medienallmacht, Medienohnmacht, Hauptseminar, Kinder, Jugendliche, Neue
Arbeit zitieren
Christoph Fox (Autor), 2003, Wirken Medien? - Medienallmacht vs. Medienohnmacht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17222

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