Medien und Massenmedien stehen in unserer heutigen Gesellschaft, die sich von
Informationen, Reizfluten und vielschichtigen Unterhaltungsangeboten geprägt sieht, nach
wie vor und vielleicht sogar mehr denn je im Zentrum der Betrachtung. Begriffe wie
„Medienzeitalter“, „Mediengeneration“ und „Medienflut“ prägen unsere Lebenswelt. Nicht
nur in der Freizeit, sondern auch im Berufsleben, innerhalb von Familien, in Freundeskreisen
und auch in der Schule gewinnen Medien zunehmend an Bedeutung. Sie sind nicht nur nicht
mehr aus unserer Lebenswelt wegzudenken, sondern nehmen immer mehr zentrale, ja fast
unverzichtbare Plätze in unserem individuellen und auch sozialen Leben ein. Der Umgang mit
dem PC und Computerprogrammen gehört zu beruflichen Einstellungskriterien, die Kenntnis
der neuesten Videospiele sind ein fast unabdingbares Muss in Cliquen Jugendlicher, wer nie
ins Kino geht oder keine Spielfilme sieht, kann im jungen Alter selten mitreden und die
Zeitung hat sich schon lange zu einem täglichen oder wöchentlichen Begleiter unserer
Gesellschaft entwickelt. Medien bestimmen auch durch die Generationen hindurch die
Erfahrungswelt von sowohl Kindern, Jugendlichen, jungen und reiferen Erwachsenen und
selbst im Altenheim helfen die Zeitung, das Radio und Fernsehen den Senioren durch den Tag
zu kommen! Medien und die Massenmedien insbesondere nehmen also einen derartigen
Stellenwert innerhalb unserer Lebenswelt ein, der es lohnen lassen soll, einen etwas
genaueren, differenzierteren Blick hierauf zu werfen. Damit will sich diese Arbeit
beschäftigen. Womit im Konkreten? Mit dem Medium Fernsehen. Am Beispiel des
Massenmediums Fernsehen soll ein Einordnungsversuch gewagt werden.
Diese Arbeit beschäftigt sich daher nicht, beziehungsweise nicht im Konkreten mit anderen
Medien oder Massenmedien, was aber nicht bedeuten soll, dass Ergebnisse nicht eventuell
übertragbar wären oder aber andersherum gesagt für alle Medien die gleichen Ergebnisse
Gültigkeit besitzen. Am Beispiel des Mediums Fernsehens könnten sicherlich an mehreren
Stellen synonym andere Medien stehen oder aber gelten an manchen Stellen sicherlich völlig
andere Gesetzmässigkeiten wie beispielsweise beim Radio. Im zweiten Kapitel sollen somit
die Grundlagen für eine differenziertere Auseinandersetzung mit dem Thema im dritten
Kapitel gelegt werden. Das Kapitel II. a) beschäftigt sich mit den Grundlagen und einer
definitorischen Aufklärung der Begriffe Medien, Massenmedien und Fernsehen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Hinleitung
2 Grundlagen
2.1 Medien und Massenmedien
2.2 MedienForschung und MedienForschungsansätze
3 Hauptteil: Das Medium Fernsehen – Einordnungsversuch eines mächtig- wirkungslosen Mediums
4 Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Medium Fernsehen in den komplexen Diskurs der Medienwirkung und -nutzung einzuordnen und der Frage nachzugehen, wie das Paradoxon eines „mächtig-wirkungslosen“ Mediums theoretisch zu begründen ist.
- Grundlagen der Medien- und Massenkommunikation
- Methodische Ansätze der Medienforschung (psychologisch und soziologisch)
- Analyse des Stellenwerts des Fernsehens in der modernen Lebenswelt
- Diskussion über die Vorhersehbarkeit von Medienwirkungen unter Berücksichtigung individueller Variablen
Auszug aus dem Buch
3 Hauptteil: Das Medium Fernsehen – Einordnungsversuch eines mächtig- wirkungslosen Mediums
Das Medium Fernsehen nun steht (s.o.) mit seiner Vergangenheit und seinen aktuellen Erscheinungsformen nach wie vor trotz vieler „Neuer Medien“ im Zentrum gesellschaftlichen und damit gleichzeitig wissenschaftlichen Interesses.
Wie lässt sich dieses Medium nun aber einordnen? Welchen Stellenwert besitzt es hinsichtlich seiner Wirkungen? Welchen Nutzen ziehen Rezipienten aus der Wahl, fern zu sehen? Unterscheiden sich Wirkungen oder Nutzungsverhalten auf mikro- bzw. makroanalytischer Ebene, beziehungsweise alleinige Rezeption von der in Gruppen? Brisante Fragen, zu denen es in der vorliegenden aktuellen Literatur ziemlich wenige konkrete Antworten finden lassen, die sich zudem noch unterscheiden. Ein Konsens ist bisher nicht gefunden worden und diese Arbeit wird sicherlich auch nicht entscheidend auf dem Weg dahin beitragen , jedoch soll versucht werden, einige theoretische Überlegungen anzustellen, die vielleicht Anregungen zu weiteren Überlegungen bieten könnten.
Sicherlich war sich gerade die MedienWirkungsforschung beispielsweise in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in wesentlichsten Punkten schon einmal sehr viel einiger in vielen Fragen der Möglichkeit der Wirkung von Medien. Angelehnt an das Stimulus- Response- Modell ( S- R) , standen die grundsätzlichen wissenschaftlichen damaligen überzeugenden Annahmen und damaligen belegten Thesen von der Ursache- Wirkungs- Kraft sozusagen rückendeckend hinter den Annahmen der hohen Wirkungskraft von Medien insgesamt ( Bondafelli S. 27 ) . Die Annahme der Allmacht der Wirkungskraft der Medien, der sich der Rezipient nahezu einflusslos ausgesetzt sieht, schwenkte jedoch ab Mitte des vergangenen Jahrhunderts um, zu der quasi genau polaren Ansicht der Wirkungslosigkeit der Medien. Der Mensch, beziehungsweise das Individuum gewann an immer zentralerer Bedeutung innerhalb des Rezeptionsprozesses und die Wirkungen auf diesen wurden insgesamt individueller, abhängiger persönlichen Umständen und daher nahezu nicht mehr vorhersehbaren Wirkungen ( Bondafelli S. 29 ). Heute ist die MedienWirkungsforschung in einem „ZwischenFeld“ angelangt, bewegt sich irgendwie innerhalb dieser gegensätzlichen, absoluten Richtungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Hinleitung: Einführung in die Allgegenwärtigkeit von Medien in der heutigen Gesellschaft und Darlegung des Fokus auf das Massenmedium Fernsehen.
2 Grundlagen: Definition zentraler Begriffe wie Massenkommunikation sowie ein Abriss psychologischer und soziologischer Forschungsansätze der Medienwirkung.
3 Hauptteil: Das Medium Fernsehen – Einordnungsversuch eines mächtig- wirkungslosen Mediums: Diskussion des Stellenwerts des Fernsehens und Reflexion über die Schwierigkeit, Medienwirkungen in Anbetracht individueller Lebenswelten vorherzusagen.
4 Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung, dass Fernsehen als „mächtig-wirkungsloses“ Medium zu betrachten ist, da eine pauschale Wirkungsanalyse aufgrund der Komplexität der Rezipienten-Dispositionen unmöglich bleibt.
Schlüsselwörter
Medien, Massenmedien, Fernsehen, Medienforschung, Medienwirkung, Mediennutzung, Kommunikation, Rezipient, Medienpsychologie, Sozialwissenschaften, Uses-and-Gratifications-Approach, Lebenswelt, Wirkungsforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Massenmedium Fernsehen und versucht, dessen Wirkungspotenzial im Kontext moderner Medienforschung kritisch einzuordnen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Grundlagen der Massenkommunikation, verschiedene theoretische Ansätze der Medienforschung sowie die spezifische Rolle des Fernsehens im Alltag des Rezipienten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Stellenwert des Fernsehens zu analysieren und zu klären, warum wissenschaftlich kein Konsens über die tatsächliche Wirkungsmacht des Mediums erzielt werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt einen theoretischen Literaturvergleich, der psychologische und soziologische Forschungsansätze wie das Stimulus-Response-Modell, den Uses-and-Gratifications-Approach und das Two-Step-Flow-Modell gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit dem „Zwischenfeld“ der aktuellen Medienwirkungsforschung und diskutiert, wie individuelle Variablen die Rezeption von Medienbotschaften maßgeblich beeinflussen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Medienwirkung, Mediennutzung, Rezipient, Massenkommunikation und das Konzept des Fernsehens als „mächtig-wirkungsloses“ Medium.
Warum wird das Fernsehen im Titel als „mächtig-wirkungslos“ bezeichnet?
Das Paradoxon beschreibt einerseits die unbestreitbare Präsenz und Faszination des Fernsehens (Macht) und andererseits die Unvorhersehbarkeit und Individualität seiner tatsächlichen Wirkung (Wirkungslosigkeit).
Welche Rolle spielt die individuelle Lebenswelt des Nutzers?
Die Lebenswelt ist entscheidend, da sie durch unterschiedliche persönliche Prädispositionen und Umfelder bestimmt, wie eine Botschaft aufgenommen und verarbeitet wird, was eine allgemeine Wirkungsformel verhindert.
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- Christoph Fox (Author), 2003, Das Medium Fernsehen- Einordnungsversuch eines "mächtig-wirkungslosen" Mediums, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17223