Die Desertifikation ist eine der meist gefährlichsten ökologischen und sozioökonomischen Probleme des 21 Jahrhunderts. In den ariden, semi-ariden und trocken- subhumiden Gebieten umfasst die Desertifikation 35% der weltweiten Landoberfläche, mit einem Anteil der Weltbevölkerung von 20 %. Allein in Afrika sind 80% der Trockengebiete von ihr betroffen. (MAINGUET 1994, S. 42) Von allen speziellen Ursachen der Desertifikation, werden ca. 87% auf das Missmanagement von Wasser, Land, Vegetation und mineralischen Ressourcen bezogen, nur 13 % der Ursachen beziehen sich auf natürliche Prozesse. (BABAEV; ZONN 1999) In der vorliegenden Arbeit werden die klimatischen und anthropogenen Ursachen der Desertifikation erörtert, welche sich je nach Gebiet oder Zone unterschiedlich auswirken. In einigen Gebieten können klimatische, in Anderen anthropogene Faktoren überwiegen. Relief und Wasserbestände zählen dabei als Einflussgrößen. Zunächst werden die klimatischen Ursachen betrachtet, wobei sich vor allem auf die Aridität, die Dürre und die Niederschlagsvariabilität der Regionen, in denen die Desertifikation stattfindet, bezogen wird. Folgend werden die anthropogenen Ursachen herangezogen. Insofern werden die größten Einflussfaktoren wie Ackerbau, Überweidung und Bewässerung aufgezeigt. Letztlich wird die Komplexität der Ursachen deutlich gemacht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition
3 Klimatische Ursachen
3.1 Aridität und Dürre
3.2 Klima und Dürre im Sahel
3.3 Ursachen der Dürre
4 Anthropogene Ursachen
4.1 Degradierung der natürlichen Vegetation
4.2 Landwirtschaft
4.2.1 Degradierung durch unangemessene Anbauproduktion
4.2.2 Degradierung durch Abholzung
4.2.3 Degradierung durch Überweidung
4.3 Ausbau der Infrastruktur- Misswirtschaft in der Bewässerung
4.4 Andere Ursachen
5 Ursachenkomplex
6 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die komplexen Ursachen der Desertifikation in ariden, semi-ariden und trocken-subhumiden Gebieten zu analysieren, wobei insbesondere das Zusammenspiel zwischen klimatischen Faktoren und anthropogenen Einflüssen beleuchtet wird, um die Mechanismen der ökologischen Degradierung zu verstehen.
- Klimatologische Faktoren wie Aridität und Dürre
- Anthropogene Einflüsse durch Landwirtschaft und Viehzucht
- Die Auswirkungen von Infrastrukturmaßnahmen und Bewässerung
- Rückkopplungsprozesse zwischen Vegetation, Boden und Klima
- Globale Fallbeispiele und regionale Besonderheiten der Desertifikation
Auszug aus dem Buch
3.1 Aridität und Dürre
Die ariden (100- 200mm Niederschlag (N)), semiariden (zwischen 250- 300 und 600mm N) und trocken- subhumiden (600-1200mm N) Regionen gehören zu den Gebieten, in denen die Desertifikation stattfindet. Es sind Bereiche, in denen die Verdunstung für die meiste Zeit höher ist als der Niederschlag. (vgl. Abb. 2) (MAINGUET 1994, S. 18, 154) Die steigende Aridität ist ein großer Einflussfaktor für den Desertifikationsprozess der Tropen und Subtropen. Die Variabilität des Klimas und die damit verbundene Aridität stellen ein erhebliches Anbaurisiko für Kulturpflanzen dar, beeinflussen die Vegetationsoberfläche und verstärken somit die Ausbreitung wüstenähnlicher Bedingungen in den Steppen- und Savannengebieten. (GEIST 2005, S. 51) Dieser Vorgang wird von UNEP als „desert encroachment“ (das Vorrücken der Wüste) bezeichnet. Dürre und Aridität sind in enger Verbindung stehende Phänomene. Aridität ist das Ergebnis eines andauernden Niederschlagsdefizits. Dürre ist eine lang anhaltende Abweichung des normalen Niederschlags. Um zu verstehen inwiefern die Desertifikation mit der Dürre in Bezug steht, muss zunächst die Dürre analysiert werden. (MAINGUET 1994, S. 23) Die durch die Dürre verursachte Degradierung von Vegetation, Boden und Wasserhaushalt sind ausschlaggebende Faktoren für die Desertifikation. Begründend das Dürre zu den klimatologischen Ursachen der Desertifikation gehört, wird erörtert, wie Dürren hervorgerufen werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Desertifikation als eines der kritischsten ökologischen und sozioökonomischen Probleme des 21. Jahrhunderts dar und führt in die Unterscheidung zwischen klimatischen und anthropogenen Einflussfaktoren ein.
2 Definition: Dieses Kapitel definiert Desertifikation etymologisch und inhaltlich als Prozess der Degradierung von Land in Trockengebieten, der maßgeblich durch das Zusammenspiel von menschlichen Aktivitäten und natürlichen Faktoren geprägt ist.
3 Klimatische Ursachen: Hier werden die klimatischen Rahmenbedingungen, insbesondere Aridität, Dürreperioden und die Niederschlagsvariabilität, als natürliche Ausgangsfaktoren des Desertifikationsprozesses analysiert.
4 Anthropogene Ursachen: Dieses umfangreiche Kapitel untersucht den „human impact“ durch Landwirtschaft, Abholzung, Überweidung sowie Bewässerungsmisswirtschaft als treibende Kräfte der Landdegradierung.
5 Ursachenkomplex: Hier wird der komplexe Ursachenmix betrachtet, der durch Rückkopplungsprozesse, wie etwa die Zunahme der Albedo bei Vegetationsverlust, zu einer Selbstverstärkung der Desertifikation führt.
6 Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, dass die Desertifikation ein durch menschliches Missmanagement verschärfter Prozess ist, der die ökologische Tragfähigkeit der betroffenen Regionen global gefährdet.
Schlüsselwörter
Desertifikation, Dürre, Aridität, Landdegradierung, Anthropogener Einfluss, Vegetation, Bodenerosion, Überweidung, Bewässerung, Versalzung, Klimawandel, Ökosystem, Trockengebiete, Sahelzone, Tragfähigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Desertifikation als ökologischem und sozioökonomischem Problem und untersucht die verschiedenen klimatischen sowie anthropogenen Ursachen für die Ausbreitung wüstenähnlicher Verhältnisse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die klimatischen Rahmenbedingungen (Dürre, Niederschlag), landwirtschaftliche Praktiken wie Ackerbau und Viehzucht sowie die Auswirkungen technischer Eingriffe in den Wasserhaushalt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das Verständnis für die Entstehung der Desertifikation zu schärfen, indem die komplexen Interaktionen zwischen natürlichen Klimaschwankungen und menschlicher Landnutzung aufgedeckt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse wissenschaftlicher Publikationen, die klimatologische und geographische Aspekte der Desertifikation weltweit, mit Fokus auf betroffene Regionen, beleuchten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der klimatischen Ursachen, wie Aridität und Dürre, und eine ausführliche Betrachtung anthropogener Faktoren wie Degradierung der Vegetation, Überweidung und Missmanagement bei der Bewässerung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Desertifikation, Dürre, anthropogener Einfluss, Landdegradierung, Überweidung, Versalzung, Trockengebiete und ökologische Tragfähigkeit.
Warum spielt der "human impact" eine so zentrale Rolle?
Der Autor argumentiert, dass der Mensch durch Eingriffe wie Rodungen oder unangemessene Bewässerung das Gleichgewicht der ohnehin labilen Ökosysteme in Trockengebieten stört und somit Desertifikationsprozesse massiv beschleunigt.
Welche Rolle spielt die Versalzung bei der Desertifikation?
Die Versalzung wird als gefährliche Folge von unsachgemäßer Bewässerung identifiziert, die den Boden langfristig unfruchtbar macht, da Salze die Nährstoffaufnahme der Pflanzen behindern und die Infiltration von Wasser in den Boden hemmen.
- Arbeit zitieren
- Sylvia Lorenz (Autor:in), 2008, Desertifikation - klimatische und anthropogene Ursachen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172246