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Radikale Subjektivierung in Filmen von David Lynch am Beispiel von "Mulholland Drive" und "Lost Highway"

Titel: Radikale Subjektivierung in Filmen von David Lynch am Beispiel von "Mulholland Drive" und "Lost Highway"

Hausarbeit , 2011 , 15 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Valentin Grubov (Autor:in)

Germanistik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wirklichkeit und Illusion, Normalität und ihre dunklen Abgründe – zwei Leitfäden, die die meisten Filme von David Lynch immer wieder durchziehen. Geplagt von psychischen Problemen begeben sich seine Protagonisten auf eine oft imaginäre Reise, sie betreten ein Möbiusband und kehren nie wieder zurück. Die Handlungsperspektive, die den Zuschauern dabei präsentiert wird, ist subjektiv und somit irritierend und paradox. Auf diese Weise ermöglicht sie einen Einblick in die psychischen Vorgänge der Protagonisten.
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Analyse von Subjektivierungsverfahren, die in Lynchs Filmen MULHOLLAND DRIVE und LOST HIGHWAY verwendet werden. Daraufhin möchte ich zunächst auf das Motiv der psychischen Abweichungen in Filmen eingehen, wobei ein besonderes Interesse auf den Film noir gerichtet wird. Im Folgenden beschäftige ich mich mit dem Begriff der Subjektivierung bzw. mit den subjektivierenden Gestaltungsmitteln, die für die Visualisierung v.a. des mentalen Vorgangs der Figur verwendet werden.
Abschließend beabsichtige ich auf das Phänomen der radikalen Subjektivierung bei Lynch einzugehen und anhand von zwei seiner Filme, LOST HIGHWAY und MULHOLLAND DRIVE, es näher zu betrachten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zwischen Wirklichkeit und Wahn

3. Subjektivierung im Film

4. Radikale Subjektivierung in Filmen von David Lynch

4.1 „Lost Highway“

4.2 „Mulholland Drive“

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, wie in den Filmen „Lost Highway“ und „Mulholland Drive“ von David Lynch subjektive mentale Prozesse durch spezifische filmische Gestaltungsmittel visualisiert werden. Im Zentrum steht die Frage, wie durch die bewusste Auflösung linearer, kausaler und räumlicher Erzählstrukturen eine Welt subjektiver Befindlichkeit geschaffen wird, die den Zuschauer direkt in die psychische Verfassung der Protagonisten versetzt.

  • Analyse von Subjektivierungsverfahren im Film noir.
  • Untersuchung der filmischen Visualisierung psychischer Störungen.
  • Die Rolle von Traumsequenzen, Visionen und dysfunktionalen Bildern.
  • Die radikale Subjektivierung in den Werken von David Lynch.
  • Narrative und audiovisuelle Strategien zur Erzeugung fiktiver Realitäten.

Auszug aus dem Buch

4.1 „Lost Highway“

Der Film beginnt mit der hastigen Fahrt auf der Autobahn, die aus der Fahrerperspektive gezeigt wird (vgl. LOST HIGHWAY, 00:00:12 – 00:02:37). Man empfindet diese Szene als den (inneren) Fluchtversuch, der wahrscheinlich das Leitmotiv des Films darstellen soll. Der Effekt der Subjektivierung wird vor allem durch die physische Perspektive erreicht, wobei das Gezeigte auch auf den mentalen Vorgang der Figur hinzudeuten vermag.

Der erste Teil des Films wird von unnatürlich langsamen und leisen Dialogen bzw. langen Dialogpausen zwischen Fred und Renee begleitet, was zur Entfremdung der Zuschauer führen und sie an einen Traum erinnern kann. Das tiefe Brummen, das die langen Pausen zwischen Repliken erfüllt und in der Handlung immer wieder vorkommt, sorgt für die subjektiv aufgeladene Atmosphäre – die Bedrohung, eine lauernde Gefahr wird akustisch dargestellt.

In der Bettszene, nachdem Fred seiner Frau von seinem Traum erzählt hat, wird man Zeuge von der De-Kontextualisierung bzw. dem „narrativen Fehlanschluss“ (Volland 2009: 136) – erstens erwartet man, wenn die Traumerzählung zu Ende ist, Fred wieder wach aufzufinden, jedoch ist er gerade erst am Aufwachen (vgl. LOST HIGHWAY, 00:16:12-00:17:24); zweitens, als Fred anstelle des Gesichtes von seiner Frau das Gesicht von einem Fremden („Mystery Man“) sieht (vgl. ebd., 00:17:36-00:17:38), was die Zuschauer genau wie die Szene davor ratlos lässt. Die Auflösung des raumzeitlichen bzw. kausalen Zusammenhangs in diesen Szenen wird durch die dysfunktionale Montage erreicht, wobei die erste Szene als Traum im Traum bzw. in der Vision empfunden werden kann und die zweite schon von der psychischen Störung des Protagonisten zeugt. Die Subjektivierung der Handlung wird außerdem durch die Verwendung der subjektiven Kamera erreicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themen Wirklichkeit, Illusion und psychische Abweichungen in den Filmen von David Lynch ein und definiert den Fokus auf die Analyse von Subjektivierungsverfahren.

2. Zwischen Wirklichkeit und Wahn: Dieses Kapitel beleuchtet das Leitmotiv psychischer Störungen im Film noir und diskutiert die Bedeutung von Visionen und Träumen für die Darstellung seelischer Zustände.

3. Subjektivierung im Film: Hier werden theoretische Ansätze zur filmischen Subjektivierung sowie die dazu verwendeten Gestaltungsmittel, wie subjektive Kamera, Flashbacks und dysfunktionale Bilder, erörtert.

4. Radikale Subjektivierung in Filmen von David Lynch: Das Kapitel untersucht anhand der Beispiele „Lost Highway“ und „Mulholland Drive“, wie Lynch durch die Aufhebung kausaler und logischer Gesetze eine radikale Form der subjektiven Erzählweise etabliert.

4.1 „Lost Highway“: Dieser Abschnitt analysiert die spezifischen filmischen Mittel in „Lost Highway“, die zur Dekonstruktion der Realität und zur Visualisierung des mentalen Zustands des Protagonisten dienen.

4.2 „Mulholland Drive“: Dieses Unterkapitel widmet sich der Analyse der Traumlogik und der spiegelbildlichen Erzählstruktur in „Mulholland Drive“ als Mittel zur Subjektivierung.

5. Zusammenfassung: Das Fazit fasst zusammen, wie David Lynch durch den Einsatz vielfältiger filmischer Gestaltungsmittel die Grenze zwischen Realität und Imagination verschwimmen lässt, um die Welt aus der Perspektive psychisch gestörter Protagonisten abzubilden.

Schlüsselwörter

Subjektivierung, David Lynch, Film noir, Psychische Störungen, Traum, Visionen, Dysfunktionale Bilder, Narrativer Fehlanschluss, Lost Highway, Mulholland Drive, Erzählperspektive, Filmische Gestaltungsmittel, Identitätsspaltung, Realität und Illusion, Mentale Prozesse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der filmischen Visualisierung mentaler Vorgänge und psychischer Zustände in den Filmen von David Lynch unter besonderer Berücksichtigung des Konzepts der Subjektivierung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind das Filmgenre Film noir, die Inszenierung von Träumen und Visionen, die Theorie der filmischen Subjektivierung sowie die Analyse der spezifischen Ästhetik von David Lynch.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, durch welche filmischen Gestaltungsmittel Lynch eine „radikale Subjektivierung“ erreicht, die den Zuschauer zwingt, die Filmwelt aus der fragmentierten Sicht der psychisch beeinträchtigten Protagonisten wahrzunehmen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es wird eine filmwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die sich auf bestehende Definitionen der Subjektivierung (u.a. von Röwekamp, Brinkmann und Weber) stützt und diese auf die konkrete Bildsprache der untersuchten Filme anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der Subjektivierungsverfahren im Film und eine detaillierte Analyse der Filme „Lost Highway“ und „Mulholland Drive“, in denen diese Verfahren zur Darstellung existentieller Krisen angewandt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Radikale Subjektivierung, Dysfunktionale Bilder, Narrative Fehlanschlüsse, Traumlogik und Psychische Abweichung geprägt.

Wie unterscheidet Lynch zwischen Realität und Traum in seinen Filmen?

Lynch unterscheidet gerade nicht mehr klar zwischen beiden Zuständen. Er nutzt ein „nicht unterscheidbares Kontinuum“, in dem Träume und Realität fließend ineinander übergehen, um die psychische Verfassung der Figuren erfahrbar zu machen.

Was ist die Bedeutung des Begriffs „narrativer Fehlanschluss“ in dieser Arbeit?

Dieser Begriff beschreibt den bewussten Bruch mit linearen, logischen und kausalen Zusammenhängen in der Handlung, durch den der Zuschauer irritiert und in die subjektive, oft irrationale Perspektive der Hauptfigur versetzt wird.

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Details

Titel
Radikale Subjektivierung in Filmen von David Lynch am Beispiel von "Mulholland Drive" und "Lost Highway"
Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
2,0
Autor
Valentin Grubov (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
15
Katalognummer
V172281
ISBN (eBook)
9783640921539
ISBN (Buch)
9783640921256
Sprache
Deutsch
Schlagworte
David Lynch Mulholland Drive Lost Highway Filmanalyse Film noir Subjektivierung Film
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Valentin Grubov (Autor:in), 2011, Radikale Subjektivierung in Filmen von David Lynch am Beispiel von "Mulholland Drive" und "Lost Highway", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172281
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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