Inwiefern können homophobe und feminisierende Zuschreibungen im digitalen Raum, exemplarisch am Begriff „Soyboy“, als Mechanismus toxischer Männlichkeit verstanden werden? Insbesondere ist zu untersuchen, ob und wie solche Sprachpraktiken normsetzende Grenzziehungen vollziehen, Abweichungen von hegemonialen Männlichkeitsidealen sanktionieren und dadurch bestehende Dominanzverhältnisse stabilisieren.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die theoretischen Zusammenhänge zwischen toxischer Männlichkeit, hegemonialer Männlichkeit, Performativität und homophoben Sprachpraktiken herauszuarbeiten und diese im Rahmen einer qualitativen Analyse exemplarischer digitaler Beiträge zu überprüfen. Dabei wird argumentiert, dass homophobe Zuschreibungen nicht ausschließlich der Diskriminierung homosexueller Identitäten dienen, sondern darüber hinaus als Instrument sozialer Kontrolle innerhalb männlicher Statusordnungen fungieren. Homophobie erscheint somit nicht nur als Ausdruck individueller Abwertung, sondern als normatives Regulativ, das männliche Zugehörigkeit performativ absichert.
Die Arbeit gliedert sich zunächst in einen theoretischen Teil, in dem zentrale Begriffe und Konzepte, insbesondere hegemoniale Männlichkeit, Performativität und Genderpolicing, dargestellt werden. Darauf aufbauend wird Homophobie als sprachlicher Mechanismus toxischer Männlichkeit theoretisch eingeordnet. Im analytischen Hauptteil wird der Begriff „Soyboy“ hinsichtlich seiner lexikalischen Struktur, semantischen Zuschreibungen und pragmatischen Funktionen untersucht. Abschließend werden die Ergebnisse im Hinblick auf die spezifischen Bedingungen digitaler Kommunikation reflektiert und in einem Fazit zusammengeführt.
- Arbeit zitieren
- Khaled Omayrat (Autor:in), 2026, Homophobie als Mechanismus toxischer Männlichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1722929