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Persönlichkeitsmerkmale und Hindernisse bei der Umstellung von Ernährungsgewohnheiten

Eine quantitative Untersuchung des Zusammenhangs zwischen den Big Five und wahrgenommenen Barrieren

Title: Persönlichkeitsmerkmale und Hindernisse bei der Umstellung von Ernährungsgewohnheiten

Bachelor Thesis , 2026 , 157 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Leah Göldenitz (Author)

Psychology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Die Umstellung von Ernährungsgewohnheiten stellt viele Menschen trotz Wissen über gesunde Ernährung vor Herausforderungen. Individuelle Unterschiede, insbesondere Persönlichkeitsmerkmale, können dabei eine zentrale Rolle spielen. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, wahrgenommene Hindernisse bei freiwilligen Änderungen der Ernährungsgewohnheiten zu untersuchen und deren Zusammenhänge mit den Big-Five-Persönlichkeitsmerkmalen zu analysieren.

In einer quantitativen, querschnittlichen Online-Befragung wurden 199 Erwachsene aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu Persönlichkeit, wahrgenommenen Barrieren und Erfolg bei der freiwilligen Umstellung ihrer Ernährungsgewohnheiten befragt.

Die Ergebnisse zeigen, dass Gewissenhaftigkeit ein zentraler Schutzfaktor ist: Hoch gewissenhafte Personen berichteten über weniger Barrieren bei Selbstkontrolle und Organisation (r = -.36, p < .001) und setzten Änderungen erfolgreicher um (r = .27, p < .001). Neurotizismus stellte einen Risikofaktor dar, da hoch neurotische Personen mehr emotionale und motivationale Barrieren wahrnahmen (r = .41, p < .001) und die Integration neuer Gewohnheiten erschwert war (β = -.16, p = .027). Offenheit und Extraversion beeinflussten selektiv den Umsetzungserfolg (Offenheit: β = .17, p = .011; Extraversion: β = .15, p ≤ .028), jedoch nicht die Barrierenwahrnehmung. Verträglichkeit spielte insgesamt nur eine untergeordnete Rolle. Soziodemografische Faktoren zeigten ebenfalls Effekte: Jüngere Teilnehmer, Mischköstler und Personen in Mehrpersonenhaushalten berichteten über höhere Hindernisse. Qualitative Angaben betonten häufig Zeitmangel, Alltagsorganisation, Kosten und familiäre Einflüsse.

Die Befunde verdeutlichen, dass Persönlichkeit differenziert mit spezifischen Aspekten der Ernährungsumstellung verknüpft ist. Für die Praxis legen sie nahe, individualisierte Interventionen zu entwickeln, die Selbstregulation, emotionale Stabilität und situative Rahmenbedingungen berücksichtigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen der Ernährung und Ernährungsumstellung

2.1 Ernährung und Ernährungsgewohnheiten

2.2 Definitionen von Ernährungsformen

2.3 Barrieren bei der Ernährungsumstellung

2.3.1 Individuelle Barrieren

2.3.2 Umgebungsbezogene Barrieren

2.3.3 Soziale Barrieren

2.4 Theoretische Modelle des Gesundheitsverhaltens

2.4.1 Die Theorie der Schutzmotivation

2.4.2 Die sozial-kognitive Theorie

3 Persönlichkeit und Ernährung

3.1 Das Big-Five-Modell der Persönlichkeit

3.1.1. Definition und theoretische Grundlagen der Persönlichkeit

3.1.2 Beschreibung der fünf Dimensionen und ihrer Facetten

3.1.3 Stabilität, Entwicklung und Geschlechtsunterschiede

3.1.4 Methodische Aspekte und Kritik

3.2 Zusammenhänge zwischen den Big Five und der Ernährung

3.2.1 Gewissenhaftigkeit

3.2.2 Neurotizismus

3.2.3 Verträglichkeit

3.2.4 Offenheit für Erfahrungen

3.2.5 Extraversion

4 Forschungsstand und Hypothesen

4.1 Kritische Einordnung der bisherigen Forschung

4.1.1 Kritische Beurteilung der empirischen Befunde zu Barrieren

4.1.2 Kritische Beurteilung der empirischen Befunde zu Persönlichkeit und Ernährung

4.1.3 Unterschiede bei den Ernährungsformen

4.1.4 Unterschiede nach soziodemografischen Merkmalen

4.2 Herleitung der Hypothesen

4.2.1 Hypothesen zur Gewissenhaftigkeit

4.2.2 Hypothese zum Neurotizismus

4.2.3 Hypothese zur Verträglichkeit

4.2.4 Hypothesen zur Offenheit für Erfahrungen

4.2.5 Hypothese zur Extraversion

4.2.6 Hypothese zu Zusammenhängen zwischen Persönlichkeit und wahrgenommenen Barrieren

5 Methodik

5.1 Studiendesign, Datenerhebung und ethische Aspekte

5.2 Stichprobe

5.3 Ablauf und Messinstrumente

5.4 Datenaufbereitung und Analyse

6 Ergebnisse

6.1 Beschreibung der Stichprobe

6.2 Deskriptive Statistik der zentralen Variablen

6.3 Prüfung der Hypothesen

6.3.1 Gewissenhaftigkeit

6.3.2 Neurotizismus

6.3.3 Verträglichkeit

6.3.4 Offenheit für Erfahrungen

6.3.5 Extraversion

6.3.6 Zusammenhänge zwischen Persönlichkeit und wahrgenommenen Barrieren

6.4 Zusatzanalysen

6.4.1 Item-spezifische Zusatzanalysen

6.4.2 Gruppenvergleiche

6.4.3 Multiple Regressionen

6.4.4 Qualitative Analyse

7 Diskussion

7.1 Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse

7.2 Interpretation der Ergebnisse im Kontext bisheriger Forschung

7.2.1 Gewissenhaftigkeit

7.2.2 Neurotizismus

7.2.3 Verträglichkeit

7.2.4 Offenheit für Erfahrungen

7.2.5 Extraversion

7.2.6 Einordnung der Ergebnisse in theoretische Modelle des Gesundheitsverhaltens

7.2.8 Qualitative Analyse zusätzlicher Hindernisse bei Ernährungsänderungen

7.3 Methodische Reflexion und Bewertung nach Gütekriterien

8 Ausblick

8.1 Praktische Implikationen

8.2 Handlungsempfehlungen

8.3 Empfehlungen für zukünftige Forschung

8.4 Abschließendes Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen (Big Five) und den Hindernissen, die Menschen bei einer freiwilligen Umstellung ihrer Ernährungsgewohnheiten wahrnehmen. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob bestimmte Persönlichkeitsausprägungen mit spezifischen Barrieren korrelieren und wie sich diese auf den Umsetzungserfolg auswirken.

  • Einfluss der Big-Five-Persönlichkeitsmerkmale auf die Ernährungsumstellung
  • Analyse wahrgenommener Barrieren durch die Barriers to Healthy Eating Scale (BHES)
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Persönlichkeit und Umsetzungserfolg
  • Methodik: Quantitative Online-Befragung (N=199) mit ergänzender qualitativer Analyse
  • Praktische Implikationen für individualisierte ernährungstherapeutische Ansätze

Auszug aus dem Buch

2.1 Ernährung und Ernährungsgewohnheiten

Unter Ernährung versteht man alle Prozesse der Gewinnung, Verarbeitung und Aufnahme von Substanzen, die dem menschlichen Körper zur Entwicklung und Erhaltung seiner Funktionen dienen (Prahl & Setzwein, 1999, S. 8). Ernährungsgewohnheiten beschreiben wiederholte Entscheidungen darüber, was, wann, wie viel und wo Menschen essen (Mahmood et al., 2021; zit. nach Tsartsapakis & Zafeiroudi, 2024, S. 12; Nicholls et al., 2016; zit. nach AlBlooshi et al., 2025, S. 2) und werden sowohl durch physiologische (Hunger, Sättigung) als auch psychologische Faktoren (Wissen, Motivation, Persönlichkeit, Selbstregulierung) beeinflusst (Tsartsapakis & Zafeiroudi, 2024, S. 12). Im Fokus dieser Arbeit steht der Einfluss der Persönlichkeit.

Eine einheitliche wissenschaftliche Definition einer „gesunden Ernährung“ existiert nicht. Üblicherweise werden Obst, Gemüse, Ballaststoffe sowie eine ausgewogene Zufuhr von Makro- (Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate) und Mikronährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe) betont (Tsartsapakis & Zafeiroudi, 2024, S. 12; Washington State University, o. D.; zit. nach Spadine & Patterson, 2022, S. 369). Ernährungsempfehlungen sind variabel und ihre Umsetzung für viele Menschen oft herausfordernd. Fachgesellschaften passen ihre Empfehlungen regelmäßig an, was die Orientierung zusätzlich erschwert (Pietrowsky, 2022, S. 364). Essverhalten gilt als relativ stabil: Nahrungspräferenzen entstehen durch wiederholte Erfahrungen mit bestimmten Speisen. Dabei wirkt der „mere exposure effect“ - je häufiger Menschen bestimmte Lebensmittel konsumieren, desto eher entwickeln sie eine Vorliebe dafür. Häufig wiederholtes Verhalten kann so zur Habitualisierung und Gewohnheitsbildung führen (Pudel & Westenhöfer, 1991, S. 29–30).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Zunahme von Übergewicht und Adipositas sowie die Diskrepanz zwischen Wissen und tatsächlichem Essverhalten, wobei das Ziel der Arbeit, Persönlichkeit als Einflussfaktor auf Barrieren zu untersuchen, definiert wird.

2 Grundlagen der Ernährung und Ernährungsumstellung: Dieses Kapitel liefert theoretische Grundlagen zu Ernährung, Ernährungsformen sowie Barrieren und stellt psychologische Modelle des Gesundheitsverhaltens vor.

3 Persönlichkeit und Ernährung: Hier wird das Big-Five-Modell der Persönlichkeit erläutert und der aktuelle Kenntnisstand zu den Zusammenhängen der fünf Dimensionen mit Ernährungsverhalten dargelegt.

4 Forschungsstand und Hypothesen: Das Kapitel kritisiert die bisherige Forschungslage und leitet basierend darauf die sechs Hypothesen der Arbeit zu den Big-Five-Merkmalen ab.

5 Methodik: Hier wird das quantitative Studiendesign beschrieben, inklusive der Stichprobenerhebung, der Messinstrumente (BFI-2-S, BHES) und der analytischen Auswertungsstrategie.

6 Ergebnisse: Dieser Abschnitt präsentiert die deskriptive Statistik der Stichprobe sowie die empirische Prüfung der aufgestellten Hypothesen mittels Korrelations- und Regressionsanalysen.

7 Diskussion: Die Diskussion interpretiert die Ergebnisse im Kontext der theoretischen Literatur, reflektiert die methodischen Gütekriterien und ordnet die Befunde in Gesundheitsmodelle ein.

8 Ausblick: Der abschließende Teil leitet praktische Handlungsempfehlungen für die Ernährungstherapie ab und gibt Empfehlungen für zukünftige Forschungsansätze.

Schlüsselwörter

Persönlichkeit, Big Five, Ernährungsumstellung, Ernährungsverhalten, Barrieren, Gesundheitsverhalten, Selbstregulation, Gewissenhaftigkeit, Neurotizismus, Online-Befragung, Ernährungsgewohnheiten, Umsetzungserfolg, Barrierenskalierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den persönlichen Hindernissen, die Menschen bei der freiwilligen Umstellung ihrer Ernährungsgewohnheiten erleben, und analysiert, wie diese mit individuellen Persönlichkeitsmerkmalen verknüpft sind.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die psychologischen Barrieren (Individuelle, umgebungsbezogene und soziale Faktoren), das Big-Five-Modell der Persönlichkeit und deren Einfluss auf den Erfolg von Ernährungsänderungen.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Das Hauptziel besteht darin, die Forschungsfrage zu beantworten, welche spezifischen Hindernisse bei Ernährungsumstellungen wahrgenommen werden und inwieweit die Big-Five-Persönlichkeitsmerkmale diese wahrgenommenen Barrieren und den Erfolg der Umsetzung vorhersagen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde eine quantitative, querschnittliche Online-Befragung durchgeführt, bei der 199 Erwachsene zu ihrer Persönlichkeit und ihren Barrieren bei Ernährungsänderungen befragt wurden. Ergänzt wurde dies durch eine qualitative Auswertung offener Fragen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen (Ernährung, Barrieren, Gesundheitsmodelle, Big-Five), den aktuellen Forschungsstand, die Ableitung der Hypothesen sowie die detaillierte methodische Vorgehensweise und die empirischen Ergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die wichtigsten Begriffe sind Persönlichkeit, Big Five, Ernährungsumstellung, Ernährungsverhalten, Barrieren, Gesundheitsverhalten, Selbstregulation und Erfolg der Umsetzung.

Welche Rolle spielt die Gewissenhaftigkeit für den Erfolg der Ernährungsumstellung?

Gewissenhaftigkeit erweist sich in der Arbeit als zentraler Schutzfaktor: Personen mit hohen Werten in dieser Dimension berichten über weniger Barrieren in Bezug auf Selbstkontrolle und Organisation und setzen Ernährungsänderungen erfolgreicher um.

Welche Auswirkungen hat Neurotizismus auf die wahrgenommenen Barrieren?

Neurotizismus fungiert als Risikofaktor, da hoch neurotische Personen signifikant häufiger emotionale und motivationale Barrieren wahrnehmen, was die Integration neuer Ernährungsgewohnheiten in den Alltag erschwert.

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Details

Title
Persönlichkeitsmerkmale und Hindernisse bei der Umstellung von Ernährungsgewohnheiten
Subtitle
Eine quantitative Untersuchung des Zusammenhangs zwischen den Big Five und wahrgenommenen Barrieren
College
University of Applied Sciences Hamburg  (Fachbereich Gesundheit und Pflege)
Grade
1,7
Author
Leah Göldenitz (Author)
Publication Year
2026
Pages
157
Catalog Number
V1723169
ISBN (PDF)
9783389190371
ISBN (Book)
9783389190388
Language
German
Tags
Big Five Ernährungsgewohnheiten Ernährungsänderung Persönlichkeitsmerkmale Quantitative Untersuchung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Leah Göldenitz (Author), 2026, Persönlichkeitsmerkmale und Hindernisse bei der Umstellung von Ernährungsgewohnheiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1723169
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