Wie gelingt der optimale Start ins Berufsleben? Diese Masterarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Selbstwirksamkeit von Berufseinsteiger:innen und ihrem wahrgenommenen Onboarding-Erfolg. Auf Basis einer empirischen Befragung von N=239 Teilnehmenden wird analysiert, wie personale Ressourcen und organisationale Rahmenbedingungen zusammenwirken. Die Ergebnisse zeigen: Selbstwirksamkeit ist ein entscheidender Prädiktor für den Erfolg in den Dimensionen Rollenklarheit, soziale Integration und Zufriedenheit. Ein zentraler Befund der Studie ist die mediierende Rolle der aktiven Beteiligung – proaktive Newcomer integrieren sich signifikant erfolgreicher. Die Arbeit bietet neben einer fundierten theoretischen Einordnung (u. a. 4C-Modell und Self-Determination Theory) wertvolle praktische Implikationen für Unternehmen. Es wird aufgezeigt, warum die Förderung individueller Ressourcen oft wirksamer ist als rein strukturelle Maßnahmen
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorie
2.1 Stand der Forschung
2.1.1 Begriff und Bedeutung von Onboarding
2.1.2 Das 4C-Modell
2.1.3 Self-Determination Theory
2.1.4 Person-Environment-Fit
2.1.5 Organisatorische Einflussfaktoren
2.1.6 Forschung zu proaktivem Verhalten
2.1.7 Individuelle Einflussfaktoren
2.2 Fragestellung
3. Methode
3.1 Versuchsplan
3.2 Voruntersuchung
3.3 Stichprobe
3.4 Versuchsmaterial
3.5 Durchführung
4. Ergebnisse
4.1. Messmodell Onboarding-Erfolg
4.2. Prüfung der Voraussetzungen
4.3. Deskriptive Analyse
4.4. Kontrollvariablen
4.5. Hypothesentests
4.6 Explorative Analysen
4.6.1 Zusammenhang von Berufserfahrung und Alter
4.6.2 Kontrolle demografischer und organisationaler Faktoren
4.6.3 Mittelwertunterschiede zwischen Erfahrungsgruppen
4.6.4 Alternative Operationalisierungen von Vorerfahrung
4.6.5 Kulturelle Integration
4.6.6 Moderation durch Onboarding-Format
4.6.7 Strukturgleichungsmodell
5. Diskussion
5.1 Theoretische Implikationen
5.2 Praktische Implikationen
5.3. Limitationen & Stärken
5.4 Ausblick und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Selbstwirksamkeit von Berufseinsteigenden und ihrer Wahrnehmung des Onboarding-Erfolgs. Dabei wird insbesondere analysiert, ob dieser Zusammenhang direkt verläuft oder durch proaktives Verhalten (aktive Beteiligung) vermittelt wird sowie welche Rolle organisationale Rahmenbedingungen und berufliche Vorerfahrungen als Moderatoren spielen.
- Selbstwirksamkeit als personale Ressource im Berufseinstieg
- Vermittlungseffekte durch proaktives Verhalten
- Einfluss des organisationalen Onboarding-Umfangs
- Bedeutung der beruflichen Vorerfahrung als Randbedingung
- Integration kognitiver und affektiver Erfolgsdimensionen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Der Übergang vom Studium in das Berufsleben stellt einen zentralen Entwicklungsschritt im Lebenslauf vieler Menschen dar (Savickas, 2013; Blocker et al., 2023; Frögeli et al., 2023). Diese Phase ist gekennzeichnet durch weitreichende Umbrüche, welche sowohl fachliche als auch psychosoziale Anpassungsprozesse erfordern (Bauer et al., 2024). Berufseinsteigende müssen dabei nicht nur neue Aufgabenfelder erschließen, sondern zugleich ihre Position im Team etablieren, Rollenklarheit gewinnen und der Unsicherheit im neuen Umfeld kompetent begegnen (Cooper-Thomas & Anderson, 2006; Liu & Watts, 2024).
Während diese Herausforderungen grundsätzlicher Natur sind, haben sich die Rahmenbedingungen, unter denen dieser Einstieg stattfindet, in den letzten Jahren erheblich verändert. Besonders prägend war die COVID-19-Pandemie, welche zu einer deutlichen Ausweitung von Remote- und Hybrid-Arbeit geführt hat (Yarbrough & Ramos Salazar, 2023). Dadurch wurden traditionelle Formen der Einarbeitung eingeschränkt, zu denen insbesondere informelle Interaktionen, spontane Rückmeldungen im Arbeitsalltag und beiläufiges Lernen im Team gehören (Yang et al., 2022; Urilla et al., 2025). Jüngere Befunde deuten zudem darauf hin, dass virtuelle Kontexte mit kleineren Netzwerken und einer langsameren Entwicklung von Zugehörigkeit verbunden sind (Yang et al., 2022). Ähnliche Beobachtungen verweisen darauf, dass sich in virtuellen Arbeitsumgebungen Zugehörigkeit und sozialer Anschluss verzögert ausbilden (Yarbrough & Ramos Salazar, 2023).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Herausforderungen des Berufseinstiegs in modernen, durch Remote- und Hybrid-Arbeit geprägten Kontexten und führt in die theoretische Relevanz der Selbstwirksamkeit ein.
2. Theorie: Verknüpft zentrale Konzepte wie das 4C-Modell und die Self-Determination Theory, um die Rolle von Selbstwirksamkeit und proaktivem Verhalten im Onboarding theoretisch fundiert abzuleiten.
3. Methode: Erläutert das querschnittliche Untersuchungsdesign, die Datenerhebung bei 239 Berufseinsteigenden und die verwendeten Messinstrumente zur Operationalisierung des Onboarding-Erfolgs.
4. Ergebnisse: Präsentiert die statistischen Analysen, welche die zentrale Bedeutung der Selbstwirksamkeit bestätigen und die vermittelnde Rolle aktiver Beteiligung aufzeigen.
5. Diskussion: Interpretiert die Befunde hinsichtlich ihrer theoretischen Implikationen für die Sozialisationsforschung und leitet praktische Handlungsempfehlungen für Organisationen ab.
Schlüsselwörter
Onboarding-Erfolg, Selbstwirksamkeit, aktive Beteiligung, proaktives Verhalten, organisationale Sozialisation, Berufseinsteigende, Rollenklarheit, soziale Integration, 4C-Modell, Self-Determination Theory, Person-Environment-Fit, berufliche Vorerfahrung, Arbeitszufriedenheit, Remote-Arbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie die Selbstwirksamkeit von Berufseinsteigenden deren subjektiv wahrgenommenen Onboarding-Erfolg beeinflusst und welche psychologischen Mechanismen sowie Rahmenbedingungen dabei eine Rolle spielen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Faktoren Selbstwirksamkeit, aktive Beteiligung (proaktives Verhalten), organisationale Onboarding-Maßnahmen und die Rolle beruflicher Vorerfahrung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Selbstwirksamkeit und dem Onboarding-Erfolg systematisch zu analysieren, wobei die vermittelnde Rolle proaktiven Verhaltens sowie mögliche Moderatoren (Maßnahmenumfang und Vorerfahrung) geprüft werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine quantitative querschnittliche Online-Befragung bei N=239 Berufseinsteigenden durchgeführt, deren Daten mittels Regressionsanalysen und Strukturgleichungsmodellierung ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Herleitung der Konzepte, eine detaillierte methodische Beschreibung, die Darstellung der statistischen Ergebnisse sowie eine kritische Diskussion der Erkenntnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Onboarding-Erfolg, Selbstwirksamkeit, aktive Beteiligung, proaktives Verhalten und organisationale Sozialisation beschreiben.
Warum ist die Unterscheidung zwischen direkten und vermittelten Effekten für die Zufriedenheit der Newcomer wichtig?
Die Arbeit zeigt, dass Selbstwirksamkeit für die Zufriedenheit nicht nur direkt, sondern vor allem durch aktives Handeln wirkt; ohne proaktives Verhalten entfaltet sich das subjektive Erfolgserleben weniger effektiv.
Inwiefern beeinflusst das Onboarding-Format (z.B. Remote vs. Präsenz) die zentralen Zusammenhänge?
Die explorativen Analysen zeigen, dass die positive Wirkung der Selbstwirksamkeit auf den Onboarding-Erfolg unabhängig vom gewählten Format stabil bleibt, was die universelle Bedeutung personaler Ressourcen unterstreicht.
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- Dustin Buchholz (Author), 2025, Der Zusammenhang zwischen Selbstwirksamkeit von Berufseinsteiger:innen und ihrer Wahrnehmung des Onboarding-Erfolgs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1723351