Kosten- und Erfolgscontrolling auf Basis traditioneller Kostenrechnungssysteme


Seminar Paper, 2003
18 Pages, Grade: 2,0

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Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Ziele und Aufgaben des Kosten- und Erfolgscontrollings

3. Darstellung der traditionellen Kostenrechnungssysteme
3.1 Systeme auf Vollkostenbasis
3.1.1 Istkostenrechnung
3.1.2 Normalkostenrechnung
3.1.3 Plankostenrechnung
3.2 Systeme auf Teilkostenbasis
3.2.1 Direct Costing
3.2.2 Grenzplankostenrechnung

4. Kritische Abwägung der Aussage des Kosten- und Erfolgscontrollings im Rahmen traditioneller Kostenrechnungssysteme
4.1 Kritische Würdigung der Vollkostenrechnung
4.2 Weiterentwicklung der Kostenrechnungssysteme

5. Schlußbetrachtung

6. Literaturverzeichnis

1. Problemstellung

Die einzel- und gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen in der heutigen Zeit zeigen, dass es für viele Unternehmen zunehmend schwieriger wird, sich den komplexen und härteren Bedingungen der Umwelt zu stellen und die Anforderungen an eine befriedigende Rendite, ein hohes Beschäftigungs-volumen oder eine finanzielle Stabilität gleichermaßen zu erfüllen. Zum Zwecke der Unternehmenssteuerung integriert man deswegen das Controlling als funktionsübergreifendes Informationssystem, um auf diese Weise die Aktivitäten im Betrieb besser planen, kontrollieren und regulieren zu können.
Eine der wichtigsten Funktionen, welche mit der objektorientierten Planung und Kontrolle erfüllt werden, ist die Überprüfung des Erfolges einer jeden Leistungseinheit und die Dokumentation der Interdependenzen zwischen den einzelnen Leistungseinheiten. Im Hinblick hierauf ist das Kosten- und Erfolgscontrolling ein wichtiger Bestandteil des betrieblichen Controlling-systems, dass vor allem das Top-Management dabei unterstützt, unternehmensbezogene Entscheidungsprobleme zu lösen.

Das Ziel dieser Arbeit soll es sein, zum einen die traditionellen Kostenrechnungssysteme im Hinblick auf das Kosten- und Erfolgscontrolling zu beurteilen und im anschließenden eine Stellungnahme in Bezug auf modernere Kostenrechnungssysteme zu geben.

2. Ziele und Aufgaben des Kosten- und Erfolgscontrollings

Die Notwendigkeit des Kosten- und Erfolgscontrollings für ein Unternehmen ergibt sich aus der Tatsache, dass es das Hauptziel einer jeden Unternehmung ist, die erstellten Leistungen am Markt abzusetzen, wobei die betriebliche Leistungserstellung mit Hilfe von Produktionsfaktoren geschieht, die zweckorientiert kombiniert werden müssen, um den eigentlichen Leistungserstellungsprozess zu optimieren. Eine wichtige Aufgabe eines Unternehmens stellt demnach die Gewinnmaximierung dar. Die Gewinne
dienen als Zukunftssicherung für das Unternehmen, indem zum einen Möglichkeiten für Investitionen geboten werden oder zum anderen das Unternehmen für potentielle Investoren aufgrund einer erhöhten Kapitalausschüttung attraktiver gemacht wird1.

Um am Markt erfolgreich auftreten zu können, versuchen viele Unternehmen den Shareholder Value zu steigern. Dabei hat sich gezeigt, dass das ergebnis- bzw. gewinnorientierte Verhalten im eigenen Unternehmen und für den Kunden, welches als Total Profit Management bezeichnet wird, Ausgangspunkt für folgende Überlegungen ist2. Als Grundlage dient hier die Gleichung: Gewinn = Umsatz – Kosten. Aus dieser Gleichung läßt sich ableiten, dass man den Gewinn steigern kann, indem man entweder die Kosten senkt oder den Umsatz steigert. Für das Kosten- und Erfolgscontrolling kann man also die Zielgrößen Gewinn, Umsatz und Kosten als entscheidend ansehen, wodurch ersichtlich wird, dass diese Zielgrößen einer detailierten Kontrolle unterworfen werden müssen. Die Kontrollaufgabe des Kosten- und Erfolgscontrollings erstreckt sich also auf eine möglichst zeitnahe Überwachung der Wirtschaftlichkeit von Faktorkombinations-prozessen in einer Unternehmung. Man vergleicht die effektiv angefallenen Istkosten mit den vorher abgeleiteten Plankosten, um so eine sinnvolle Wirtschaftlichkeitskontrolle durchzuführen. Im Anschluß daran werden die festgestellten Abweichungen der Unternehmungsleitung gemeldet, die sich über deren Ursachen und Lösungen Gedanken macht.

Eine weitere wichtige Aufgabe des Kosten- und Erfolgscontrollings ist die Planungsaufgabe. Während es bei der Ermittlung realisierter Kosten um die Messung der Kosten von bereits getätigten wirtschaftlichen Maßnahmen geht, versucht man hier zukünftige Entwicklungen in die unternehmerischen

Handlungen mit einzubeziehen3. Zur Erfüllung dieser Aufgabe muss die Unternehmungsleitung die vorausberechneten Planungsdaten bzw. die vorliegenden Informationen über potentielle Handlungsalternativen heranziehen und miteinander verknüpfen, um so eine genaue Prognose erstellen zu können, wie sich die unterschiedlichen Alternativen auf die Zielerreichung einer Unternehmung auswirken. In diesem Zusammenhang ist es besonders wichtig, die konjunkturellen Rahmenbedingungen und die wechselnden Marktverhältnisse nicht außer acht zu lassen. Ein Ziel des Kosten- und Erfolgscontrollings sollte es deswegen sein, die Position der Unternehmung trend-, branchen- und saisonbezogen zu bestimmen und auf dieser Grundlage über eine entsprechende Anpassungsstrategie nachzudenken4.

Die Dokumentationsaufgabe des Kosten- und Erfolgscontrollings nimmt eine eher geringere Bedeutung in Bezug auf die vorher genannten Aufgaben und Ziele ein, da sie sich auf die zahlenmäßige Erfassung des betrieblichen Leistungserstellungsprozesses beschränkt.

Insgesamt läßt sich also sagen, dass das Kosten- und Erfolgscontrolling eine entscheidende Rolle im Controllingsystem eines Unternehmens einnimmt, da es wichtige Entscheidungshilfen für die Unternehmungsführung bietet.

3. Darstellung der traditionellen Kostenrechnungssysteme

Heutzutage sind die betrieblichen Aktivitäten und Prozesse derart komplex geworden, dass die Unternehmensführung den Betrieb nur mit dem Einsatz geeigneter Hilfsmittel zielorientiert steuern kann. Zudem haben die erhöhten Anforderungen im Zeitablauf dazu geführt, den Umfang und den Inhalt der Kostenrechnung sowie die Mengen- und Wertansätze der in die Betriebsbuchhaltung und in die Kalkulation einfließenden Kostenarten entsprechend den mit dem innerbetrieblichen Rechnungswesen verfolgten

Dokumentations-, Planungs- und Kontrollzielen zu gestalten5.

Um nun eine zweckmäßige Klassifizierung der Kostenrechnungssysteme zu erreichen, sind hier die Kriterien „Umfang der Verrechnung der Kosten“ und „Zeitbezug der Kosten“ zu erwähnen. Während das erste Kriterium auf eine Differenzierung zwischen Voll- und Teilkostenrechnung abstellt, handelt es sich bei dem zweiten Kriterium um die Unterscheidung zwischen Istkostenrechnung, Normalkostenrechnung und Plankostenrechnung.

3.1 Systeme auf Vollkostenbasis

Die Systeme auf Vollkostenbasis bilden die Grundlage eines betrieblichen Controllingsystems, das dadurch gekennzeichnet ist, dass die in einer Periode entstandenen Kosten belegmäßig erfasst und zur Weiterverrechnung in Einzel- und Gemeinkosten strukturiert werden und im Wege der Kostenartenrechnung erfaßt, in der Kostenstellenrechnung verteilt und in der Kostenträgerrechnung auf die Kostenträger zugerechnet werden6. Eine Differenzierung zwischen fixen und variablen Kosten findet in Vollkostenrechnungssystemen demnach nicht statt, weil es hier auf die Verrechnung aller angefallenen Kosten auf die Kostenträger ankommt.

[...]


1 Vgl. Steinmüller, Hering, Jórasz: Die neue Schule des Controllers, 1. Auflage, Stuttgart, Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft,1999, S.558

2 Vgl. Steinmüller, Hering, Jórasz: Die neue Schule des Controllers, 1. Auflage, Stuttgart, Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft,1999, S.559

3 Vgl. Schweizer, Küpper: Systeme der Kosten- und Erlösrechnung, 6. Auflage, München, Verlag Franz Vahlen GmbH,1995, S.40

4 Vgl. Reichmann T.: Controlling mit Kennzahlen und Managementberichten, 5. Auflage, München, Verlag Franz Vahlen GmbH,1997, S.149

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Details

Title
Kosten- und Erfolgscontrolling auf Basis traditioneller Kostenrechnungssysteme
College
University of Applied Sciences Essen
Grade
2,0
Author
Year
2003
Pages
18
Catalog Number
V17235
ISBN (eBook)
9783638218542
ISBN (Book)
9783640325245
File size
395 KB
Language
German
Tags
Kosten-, Erfolgscontrolling, Basis, Kostenrechnungssysteme
Quote paper
Oliver Schüller (Author), 2003, Kosten- und Erfolgscontrolling auf Basis traditioneller Kostenrechnungssysteme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17235

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