Storytelling im Unterricht


Seminararbeit, 2009

24 Seiten, Note: 1,00


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hintergrund und zusätzliche Ideen

Unterrichtsablauf

Schlussfolgerungen

Literaturverzeichnis

Handout

Einleitung

Diese Arbeit möchte eine Stundenplanung vorstellen, bei der die Schüler Geschichten erzählen. Ich bin der Meinung, dass das Erzählen von Geschichten sowohl im Alltag als auch in der Unternehmenskommunikation eine wichtige Rolle spielt. Indem sich die Schüler also mit dem Thema „Geschichten Erzählen“ näher beschäftigen, erwerben sie (hoffentlich), oder üben sie zumindest Kompetenzen, die ihnen in ihrem Privatleben und im Berufsleben helfen.

Begründung

Der Titel dieser Seminararbeit ist deswegen “Storytelling” auf English, weil es unter diesem Schlagwort einen „Geschichten-Trend“ in der Management-Literatur gibt:

“In recent years, numerous consultants have turned to stories as vehicles for enhancing organizational communication, performance and learning, as well as the management of change. While the success of these approaches is qualified, there can be little doubt that, in the hands of imaginative leaders, educators, gurus and prophets, stories are powerful devices for managing meaning.”[1]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Für die Management-Literatur sind Geschichten also nicht nur ein Bildungsgegenstand, wie das etwa vielleicht wir Audimax-Besetzer (http://unibrennt.at/) fordern würden, sondern es hat einen konkreten Nutzwert.

Bildquelle: http://derstandard.at/. (28. Oktober 2009).

Das obige Zitat behauptet, dass Unternehmen intern und extern durch das Erzählen von Geschichten besser überzeugen können.

Wir wollen und können in dieser Arbeit nicht untersuchen, ob das tatsächlich so ist, dass man sich mit Geschichten besser überzeugen lässt, aber es gibt zumindest Indizien dafür.

Und eben weil dieses Geschichten-Thema nicht aus einer germanistischen Perspektive behandelt wird, sondern aus der Wirtschafts-Perspektive, interessiert es mich persönlich, und deswegen passt es vielleicht auch in einen HAK-Kontext. Die Schüler können vielleicht an diesem Thema erkennen, dass das Fach Deutsch und die Beschäftigung mit Literatur und Geschichten nicht nur „schön“ sein kann, sondern auch einen konkreten Nutzen haben kann.

Wenn ich viel lese und mit viel mit Geschichten in welcher Form auch immer beschäftige, dann verstehe ich vielleicht besser, wie in der Gesellschaft und in Unternehmen Überzeugungsprozesse funktionieren.

Lehrplanbezug:

Das Thema passt wahrscheinlich am besten in den vierten Jahrgang der HAK, weil dort im Basislehrstoff „Redetechniken“[2] und „Formen mündlicher Kommunikation“[3] vorkommen. Außerdem kann man bei dem Storytelling-Thema schön den Bogen zu „Analysieren und Interpretieren von Sachtexten und literarischen Texten“[4] spannen, was auch im Basislehrstoff dieses Jahrgangs ist. Das Thema passt auch deswegen so gut, weil dadurch die Schüler dadurch auch „die Wirtschaft als Teil der Gesellschaft und Kultur“[5] verstehen lernen.

Ziel der Stunde:

Die Schüler sollen lernen, wie eine gute Geschichte aussehen kann.

Sie sollen auch üben, eine Geschichte zu erzählen.

Zusätzlich sollen sie verstehen, dass Geschichten eine wichtige Rolle in Unternehmen (und auch im Alltag) spielen.

Überprüfung?

Die Frage stellt sich dabei, wie man das überprüfen kann. Man könnte die von den Schülern erstellten Geschichten danach bewerten, ob sie den Kriterien für eine gute Geschichte entsprechen. Aber mir ist der Portfolio-Ansatz sympathischer. Die Schüler könnten den Auftrag bekommen, eine Geschichte in ihr Portfolio aufzunehmen, Feedback von anderen Schülern dazu einzufordern, und dann ihre Geschichte zu verbessern.

Und ein Portfolio wäre eine gute Gelegenheit, selber literarische tätig zu werden, oder über ihre Rezeptions-Erfahrung von Geschichten, auch im Unternehmenskontext zu reflektieren.

Das Thema dieser Arbeit ist nicht das Portfolio, deswegen wollen wir an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen, aber das Thema passt hier dazu, weil es beim Leseportfolio ja auch um den Umgang mit Geschichten geht. Es wäre denkbar in einer HAK, das traditionelle Leseportfolio und die Übungen auf die Analyse von Unternehmensgeschichten abzuwandeln. Es gibt im Internet viele Anregungen für Portfolio-Übungen: http://www.lehrer-online.de/395130.php?sid=22776438417471679825682968296780. (28. Oktober 2009).

In Abwandlung an die dort vorgestellten Übungen könnten die Schüler etwa eine Geschichte schreiben, was nach einer Werbung geschieht. Oder eine Werbung aus der Sicht einer anderen Person schildern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zum Beispiel könnte man die PC vs. Mac Werbespots zeigen (http://www.youtube.com/watch?v=siSHJfPWxs8. 28. Okt. 2009), wo der PC durch einen leicht uncoolen Büroarbeiter dargestellt wird, der keine Chance gegen den cooleren Mac-Mann hat, und die Schüler fragen, mit welchen Geschichten sie reagieren würden, wenn sie für das Marketing bei Microsoft verantwortlich wären. Im nächsten Schritt könnte man dann die Antwort-Geschichten der Schüler mit der tatsächlichen Antwort von Microsoft (I am a PC: http://www.youtube.com/watch?v=hi1se9rH7S8. (28. Oktober 2009) vergleichen.

Bildquelle: http://www.apfelnews.eu/wp-content/uploads/2009/04/getamac.gif. (28. Okt. 2009).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bill Gates[6]: „I AM a PC and I wear glasses.“[7]

Hintergrund und Zusätzliche Ideen

In diesem Abschnitt möchte ich Hintergrundwissen darstellen, dass für die Durchführung meiner Unterrichtsstunde hilfreich sein kann. Zusätzlich sind mir beim Zusammenstellen dieses Hintergrundwissens weitere Unterrichtsideen eingefallen, die zwar über die hier vorgestellte Unterrichtseinheit hinausgehen, aber die eine Erweiterung des Themas auf mehrere Stunden erlauben sollen.

Geschichten im Unternehmen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

“The study of organizational storytelling, sometimes called “Narrative Knowledge,” attempts to recount events in the form of a story within the context of an organization.[8] It is an emerging discipline in the fields of management, strategy and organization studies.”[9]

Wie das obige Zitat andeutet, gibt es Wissenschaftler, die sich damit beschäftigen, wie das Erzählen von Geschichten in Unternehmen vorkommt. Das heißt, Geschichten werden hier nicht (in erster Linie) in einem literarischen „Kanon“-Kontext betrachtet, sondern in dem Kontext des Unternehmens.

„Storytelling (deutsch: „Geschichten erzählen“) ist eine Erzählmethode, mit der explizites, aber vor allem implizites Wissen in Form einer Metapher weitergegeben und durch aktives Zuhören aufgenommen wird.“[10]

Wissen Weitergeben, Motivieren, Überzeugen usw. durch Geschichten gibt es in verschiedenen Kontexten, wie etwa auch in der Psychotherapie und schon seit langer Zeit. Das Thema kann daher natürlich nicht in seiner Gesamtheit aufbereitet werden. Diese kurze theoretische Einführung möchte daher nur nützliches Hintergrundwissen geben, das für die Unterrichtsstunde relevant sein kann. Ich möchte mich also auf das Thema Geschichten im Unternehmens- Kontext beschränken.

Kanon[11]

Dabei muss ich aber zugeben, dass die eigentliche Unterrichtseinheit vor allem aus dem Erzählen von persönlichen Geschichten der Schüler besteht. Diese Übung soll aber eine Art Vorbereitung auf das Thema der Geschichten im Unternehmen sein. Wobei das persönliche Erzählen auch einen Nutzen bei den Schülern haben soll, aber hier im Theorie-Teil steht es nicht im Vordergrund.

Geschichten im Unterricht

Mason begründet den Einsatz von Geschichten im Unterricht folgendermaßen:

“Skills necessary for scientific study are enhanced and developed by stories in general. They teach listening skills, evaluation, questioning, the ability to form a hypothesis and predict an outcome problem solving, and teamwork.”[12]

Durch die Beschäftigung mit Geschichten kann man also auch lernen, besser wissenschaftlich zu arbeiten. Aber das ist in dieser Arbeit eigentlich nur ein Randthema, weil es ja um Geschichten im Unternehmen geht, und deswegen möchte ich darauf nicht näher eingehen.

Ganz allgemein geht es bei der Storytelling-Methode vor allem darum, wie Wissen weitergegeben wird. Daraus hat sich eine richtige Management-Methode entwickelt.

Management-Methode

Als armer Germanistik-Student ist es interessant zu sehen, dass Unternehmen mit dieser Storytelling-Methode offensichtlich Geld verdienen. Es gibt Beratungsfirmen, welche die Storytelling-Methode anderen Unternehmen anbieten, um etwa Veränderungsprozesse durchzuführen.

Angefangen hat es am MIT, wo der sogenannte „Learning-Histories-Ansatz“ entwickelt wurde, bei dem aus Einzelinterviews mit Mitarbeitern eine gemeinsame Geschichte zu einem wichtigen Unternehmensereignis kreiert wird.

Learning Histories[13]

Im deutschsprachigen Raum gibt es etwa das „Beraternetzwerk“ Narrata, das mit Geschichten arbeitet:

„Wir arbeiten mit Geschichten, Bildern, Analogien und vor allem mit den Erzählungen Ihrer Mitarbeiter, um implizites Erfahrungswissen von Experten und Projektteams ans Tageslicht zu bringen und wertschöpfend in Unternehmen einzusetzen.“[14]

Vorteile von Storytelling

„In Unternehmen werden Geschichten strategisch dazu eingesetzt, um Traditionen, Werte und Unternehmenskultur zu vermitteln, um Ressourcen zu wecken, aber auch um Konflikte in einer Metapher bildhaft und „unter die Haut gehend“ erfahrbar zu machen und Lösungswege aufzuzeigen. Mitarbeiter-Erzählungen werden genutzt, um Auskunft über die Unternehmenskultur zu erhalten und um kostspielige Prozessschwächen aufzudecken.“[15]

Der Vorteil von Storytelling im Unternehmen ist also, dass sich die Mitarbeiter zu einem Thema äußern können, und ihre Meinung in die Gesamt-Unternehmensgeschichte einfließt:

“First, and perhaps most important, they build trust. People who believe their opinions have been ignored in the past come to feel validated by the presence of those opinions in the document (no matter who expressed them).”[16]

Auch Spath und Foerg begründen die Verwendung von Geschichten im Unternehmen mit Sinnstiftung und Identifikation:

“Die Kultur des Erzählens ist ein perfektes Mittel, Sinn in die Vielschichtigkeit der Welt hineinzutragen. Geschichten schaffen eine Ordnung, zeigen Zusammenhänge auf und formulieren Visionen und Erfahrungen. Vor allem aber werden durch das Erzählen Bedürfnisse aufgezeigt.“[17]

„Mythen haben immer etwas mit Identifikation zu tun. Identifiziert sich der Kunde über einen Mythos mit einem Produkt, so ist er Teil einer gemeinsamen Geschichte. Diese Geschichte bringt wieder Ordnung und Stabilität in die unüberschaubare globalisierte Welt.“[18]

[...]


[1] www.wikipedia.org.

[2] Lehrplan der Handelsakademie. 2004: 12.

[3] Lehrplan der Handelsakademie. 2004: 12.

[4] Lehrplan der Handelsakademie. 2004: 13.

[5] Lehrplan der Handelsakademie. 2004: 3.

[6] http://www.businesspundit.com/wp-content/uploads/2009/07/zzgates.jpg. (28. Okt. 2009).

[7] http://silencer137.wordpress.com/category/medienschau/page/2/. (28. Okt. 2009).

[8] Siehe: Czarniawska-Joerges, Barbara. 200: 10. In: http://en.wikipedia.org/wiki/Organizational_storytelling. (28. Oktober 2009).

[9] http://en.wikipedia.org/wiki/Organizational_storytelling. (28. Oktober 2009).

[10] http://de.wikipedia.org/wiki/Storytelling_(Methode). (28. Oktober 2009).

[11] http://www.wissen-im-netz.info/literatur/goethe/briefe/schiller/. (28. Okt. 2009).

[12] Mason. 1996: 3.

[13] http://academicmum.typepad.com/lcw_learning_history_inno/2008/07/my-entry-1.html. (28. Okt. 2009).

[14] www.narrata.de. (28. Oktober 2009).

[15] http://de.wikipedia.org/wiki/Storytelling_(Methode). (28. Oktober 2009).

[16] Kleiner und Roth, 1997: 2. http://ccs.mit.edu/lh/21CWP002.html. (28. Oktober 209).

[17] Spath und Foerg, 2006: 8.

[18] Spath und Foerg. 2006: 10.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Storytelling im Unterricht
Hochschule
Universität Wien  (Germanistik)
Veranstaltung
Didaktik
Note
1,00
Autor
Jahr
2009
Seiten
24
Katalognummer
V172357
ISBN (eBook)
9783640921980
ISBN (Buch)
9783640922079
Dateigröße
2333 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
storytelling, unterricht
Arbeit zitieren
Bernhard Kopf (Autor:in), 2009, Storytelling im Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172357

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