Kosten- und Erfolgscontrolling auf Basis traditioneller Kostenrechnungssysteme: Vollkostenrechnung, Teilkostenrechnung, etc.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung
2. Ziele und Aufgaben des Kosten- und Erfolgscontrollings
3. Darstellung der traditionellen Kostenrechnungssysteme
3.1 Systeme auf Vollkostenbasis
3.1.1 Istkostenrechnung
3.1.2 Normalkostenrechnung
3.1.3 Plankostenrechnung
3.2 Systeme auf Teilkostenbasis
3.2.1 Direct Costing
3.2.2 Grenzplankostenrechnung
4. Kritische Abwägung der Aussage des Kosten- und Erfolgscontrollings im Rahmen traditioneller Kostenrechnungssysteme
4.1 Kritische Würdigung der Vollkostenrechnung
4.2 Weiterentwicklung der Kostenrechnungssysteme
5. Schlußbetrachtung
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht traditionelle Kostenrechnungssysteme im Hinblick auf deren Eignung für das Kosten- und Erfolgscontrolling und bewertet deren Aussagekraft unter Berücksichtigung moderner betriebswirtschaftlicher Anforderungen.
- Analyse und Beurteilung von Kostenrechnungssystemen auf Vollkostenbasis.
- Untersuchung von Systemen auf Teilkostenbasis wie Direct Costing und Grenzplankostenrechnung.
- Kritische Würdigung der Informationsqualität für die Unternehmensführung.
- Identifikation von Defiziten der traditionellen Kostenrechnung bei komplexen Entscheidungsproblemen.
- Diskussion der Notwendigkeit zur Weiterentwicklung von Kostenrechnungssystemen.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Istkostenrechnung
Die Istkostenrechnung ist der älteste Ansatz im Kosten- und Erfolgscontrolling, wobei das Hauptanwendungsgebiet die klassische Nachkalkulation der Kostenträger ist. Charakteristisch für die Istkostenrechnung auf Vollkostenbasis ist die Tatsache, dass alle während eines Abrechnungszeitraumes effektiv in der Kostenartenrechnung erfaßten Beträge durch sämtliche Abrechnungsstufen hindurchgeführt und anschließend auf die Kostenträger der gleichen Periode verteilt werden. Diesen Vorgang bezeichnet man auch als Kostenüberwälzung. Die Istkosten ergeben sich hierbei aus den Ist-Verbrauchspreisen bewertet zu Ist-Preisen. Der Schwerpunkt liegt hier also auf der Frage, wieviel die betrieblichen Aufträge und Erzeugnisse in den einzelnen Abrechnungsperioden effektiv gekostet haben. Während die Selbstkosten für Preis- und Kostenentscheidungen benötigt werden, übernehmen die Herstellkosten pro Trägereinheit die Aufgabe der Bestandsbewertung in der kurzfristigen Erfolgsrechnung sowie im handels- und steuerrechtlichen Jahresabschluß.
Die Istkostenrechnung sieht man aus heutiger Sicht als ein veraltetes Verfahren des Kosten- und Erfolgscontrollings an, da sie die kostenrechnerischen Aufgaben nur unzureichend erfüllt und rechnerisch schwerfällig ist. Die Schwerfälligkeit zeigt sich zum einen daran, dass man in jeder Abrechnungsperiode neue Istverrechnungssätze für die innerbetriebliche Leistungsverrechnung bilden muss und zum anderen, dass man immer wieder dazu gezwungen wird, neue Kalkulationssätze für die Hauptkostenstellen zu bilden, weil nur so die Istkosten auf die Kostenträger überwälzt werden können. Ein weiteres Problem ist darin zu sehen, dass man im Bereich der Istkostenrechnung jede Verbrauchseinheit eines Werkstoffes mit dem zugehörigen Istpreis bewertet. Aufgrund der Tatsache, dass diese Werkstoffe oft zu unterschiedlichen Marktpreisen und Zeitpunkten eingekauft werden, ist eine Einzelbewertung zu individuellen Istpreisen ziemlich schwierig.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung: Darstellung der wachsenden Anforderungen an die Unternehmenssteuerung und die Rolle des Controllings bei der Lösung komplexer Entscheidungsprobleme.
2. Ziele und Aufgaben des Kosten- und Erfolgscontrollings: Erläuterung der Bedeutung von Gewinnmaximierung, Wirtschaftlichkeitskontrolle und Planungsaufgaben für das Unternehmen.
3. Darstellung der traditionellen Kostenrechnungssysteme: Systematische Einteilung der Kostenrechnung in Systeme auf Vollkostenbasis und Teilkostenbasis.
3.1 Systeme auf Vollkostenbasis: Einführung in die Grundlage betrieblicher Controllingsysteme durch die Verrechnung sämtlicher angefallener Kosten auf die Kostenträger.
3.1.1 Istkostenrechnung: Analyse des ältesten Verfahrens zur Nachkalkulation und Kritik an dessen rechnerischer Schwerfälligkeit.
3.1.2 Normalkostenrechnung: Untersuchung eines leistungsfähigeren Systems unter Verwendung normalisierter Kalkulationssätze zur Reduzierung des Abrechnungsaufwands.
3.1.3 Plankostenrechnung: Darstellung der Identifizierung von Kostenbestimmungsfaktoren durch Soll-/Ist-Vergleiche und deren Grenzen bei starren Systemen.
3.2 Systeme auf Teilkostenbasis: Einführung in die verursachungsgerechte Verrechnung von variablen Kosten.
3.2.1 Direct Costing: Erläuterung des Direct Costing als Variante der Deckungsbeitragsrechnung zur Vermeidung von Fehlentscheidungen bei der Fixkostenproportionalisierung.
3.2.2 Grenzplankostenrechnung: Betrachtung der Grenzplankostenrechnung als flexible Plankostenrechnung auf Teilkostenbasis zur Verbesserung des Kostenstellen-Einblicks.
4. Kritische Abwägung der Aussage des Kosten- und Erfolgscontrollings im Rahmen traditioneller Kostenrechnungssysteme: Reflektion über die Fehlentscheidungsrisiken bei willkürlicher Gemeinkostenzurechnung.
4.1 Kritische Würdigung der Vollkostenrechnung: Aufzeigen der methodischen Mängel der Vollkostenrechnung bei der Eigenfertigungs- versus Fremdbezugsentscheidung.
4.2 Weiterentwicklung der Kostenrechnungssysteme: Diskussion über den Einfluss technischer und organisatorischer Veränderungen auf die Notwendigkeit moderner Systeme.
5. Schlußbetrachtung: Fazit über die Grenzen traditioneller Ansätze und den Bedarf an weiteren Innovationen in der Kostenrechnung.
Schlüsselwörter
Controlling, Kostenrechnung, Vollkostenrechnung, Teilkostenrechnung, Istkostenrechnung, Plankostenrechnung, Direct Costing, Grenzplankostenrechnung, Gemeinkosten, Deckungsbeitrag, Wirtschaftlichkeitskontrolle, Unternehmenssteuerung, Kostenüberwälzung, Gewinnmaximierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse traditioneller Kostenrechnungssysteme im Kontext des Kosten- und Erfolgscontrollings in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Systematik von Vollkosten- und Teilkostenrechnungen, deren Kontroll- und Planungsfunktionen sowie die kritische Würdigung ihrer Aussagekraft.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, traditionelle Kostenrechnungssysteme zu beurteilen und eine Stellungnahme zu deren Eignung für moderne unternehmerische Entscheidungsprozesse zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Darstellung und kritische Analyse bestehender Kostenrechnungsansätze auf Basis der gängigen Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung verschiedener Kostenrechnungsmethoden (Ist-, Normal-, Plankostenrechnung sowie Direct Costing) und deren kritische Bewertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Kostenrechnung, Controlling, Vollkosten, Teilkosten, Deckungsbeitrag und Wirtschaftlichkeitskontrolle.
Warum ist die Vollkostenrechnung für Controller oft unzureichend?
Die Vollkostenrechnung führt durch die Proportionalisierung von Fixkosten und die willkürliche Zurechnung von Gemeinkosten häufig zu verfälschten Informationen, die Fehlentscheidungen begünstigen können.
Worin liegt der Hauptvorteil des mehrstufigen Direct Costing?
Der Hauptvorteil liegt darin, dass jede Kostenstelle hinsichtlich ihres Deckungsbeitrags bewertet werden kann, was insbesondere in divisional organisierten Unternehmen vorteilhaft ist.
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- Oliver Schüller (Author), 2003, Kosten- und Erfolgscontrolling auf Basis traditioneller Kostenrechnungssysteme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17235