Erarbeitung der Vor- und Nachteile einer Pflegekammer, auch im Vergleich zu anderen Ländern.
Erklärung der Aufgaben und Funktion einer Pflegekammer auch im Vergleich zu anderen Berufsständischen Kammern.In der folgenden Hausarbeit werde ich die Aufgaben und den Nutzen, aber auch die
Möglichkeiten die eine Pflegekammer bietet, aufzeigen. Dabei ist es mir besonders wichtig
darzustellen, welche Art der Spezialisierung in der Pflege eine Pflegekammer darstellt, da
dies nicht eine unmittelbare Institution ist die den Pflegenden in der täglichen Arbeit
begegnet, ist, sondern vielmehr eine mittelbare, übergeordnete Einrichtung, die Normen und
Standards erlassen könnte und zugleich auch die Aufgaben, welche die verschiedenen
Qualifizierungen in der Pflege ausführen dürfen, regeln könnte.
Zum besseren Vergleich werde ich einige Beispiele aus anderen Ländern aufführen, um
darzustellen, was eine Pflegekammer tatsächlich leisten kann.
Außerdem ist es mir wichtig das bisherige Vorankommen in der politischen Entwicklung in
einigen Bundesländern aufzuzeigen, und wie weit die Entwicklung dort schon
vorangeschritten ist.
Besonders wichtig ist es mir mit dieser gesamten Hausarbeit auf die zwingende
Notwendigkeit einer Pflegekammer hinzuweisen, welche die Professionaliserung, auch auf dem politischen und gesetzgebenden Sektor, meiner Meinung nach enorm vorantreiben
würde.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Vorwort
1.2 Absichten dieser Hausarbeit
2 Was ist eine Berufskammer?
2.1 Begriffsklärung
2.2 Aufgaben einer Berufskammer
2.3 Mögliche Aufgaben einer Pflegekammer
2.3.1 Erstellen von Gutachten
2.3.2 Erlass einer Berufsordnung
2.3.3 Regelung der Aus- und Fortbildung
2.3.4 Zuordnung von Qualifikationen zu Aufgaben
2.3.5 Registrierung aller Pflegender
2.3.6 Politisches Instrument und beratende Funktion
2.4 Bisheriger Stand einer solchen Entwicklung
2.5 Beispiel anhand der Ärztekammer
3 Pflegekammern in anderen Staaten
3.1 Großbritannien
3.2 Irland
3.3 Slowakei
3.4 Weitere Länder die eine Pflegekammer besitzen
4 Zusammenfassung und Beurteilung
5 Eigenreflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und den Nutzen der Einrichtung einer Pflegekammer in Deutschland, um die Professionalisierung der Pflege voranzutreiben und eine selbstbestimmte, qualitätsorientierte Interessenvertretung zu etablieren.
- Grundlagen und Aufgaben von Berufskammern
- Konkrete Potenziale einer Pflegekammer für das deutsche Gesundheitswesen
- Vergleichende Analyse internationaler Modelle (z. B. Großbritannien, Irland)
- Notwendigkeit einer einheitlichen Berufsordnung und Qualitätssicherung
- Bedeutung der verpflichtenden Registrierung für die Professionalisierung
Auszug aus dem Buch
3.1 – Großbritannien
Seit den 1880er Jahren besteht bereits die Möglichkeit, sich als professionell Pflegender in Großbritannien zu registrieren. 1919 wurden per Gesetz je eine Pflegekammer für England, Wales, Schottland und Irland geschaffen. Diese Kammern bestanden in den Ländern bis 1983. In diesem Jahr wurde eine einheitliche Pflegekammer für das gesamte Großbritannien geschaffen. Jedoch bestand parallel ein nationaler Pflegerat, der die Regierung bei der Weiterentwicklung von Strukturen beraten sollte.
2002 wurde dieser Pflegerat mit der Pflegekammer verschmolzen und die gesamte Arbeit findet nun unter dem Namen „Nursing and Midwifery Council“ (NMC) statt.
Wichtigstes Merkmal des NMC ist die Pflichtregistrierung aller beruflich Pflegender. Ohne eine Registrierung im NMC ist es in Großbritannien nicht möglich einen Arbeitsplatz im Pflegebereich aufzunehmen. Voraussetzung für die erste Registrierung ist eine abgeschlossene dreijährige Ausbildung bzw. ein Studium der Pflege. Außerdem gehört zu jeder Registrierung ein Führungszeugnis. Die Registrierung ist außerdem kostenpflichtig. Die Gebühr beträgt für die Erstaufnahme ins NMC beträgt zurzeit 76 GBP, was in etwa 88 Euro entspricht. (Wechselkurs vom 05.02.2010)
Eine erneute Registrierung wird nach drei Jahren notwendig. Dabei gilt es, zwei Voraussetzungen zu erfüllen:
– In den letzten fünf Jahren mindestens 100 Tage nachweisbar in der Pflege gearbeitet haben.
– Mindestens fünf Tage Fortbildungen in den letzten drei Jahren, wobei die Art der Fortbildung jedem selbst überlassen ist, wichtig ist nur, dass diese berufsbezogen war.
Zurzeit sind circa 665000 beruflich Pflegende im NMC registriert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Der Autor erläutert die Motivation für diese Hausarbeit, die aus dem Wunsch entspringt, die Professionalisierung der Pflege durch die Einrichtung einer Pflegekammer maßgeblich zu fördern.
2 Was ist eine Berufskammer?: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Berufskammer als Körperschaft öffentlichen Rechts und beschreibt deren hoheitliche Aufgaben, wie die Vergabe von Berufszulassungen und die Erstellung von Berufsordnungen.
3 Pflegekammern in anderen Staaten: Anhand internationaler Beispiele wie Großbritannien, Irland und der Slowakei wird aufgezeigt, wie Pflegekammern bereits erfolgreich zur Qualitätssicherung und Standardisierung des Berufsstandes beitragen.
4 Zusammenfassung und Beurteilung: Der Autor bewertet das Potenzial einer Pflegekammer für Deutschland und argumentiert, dass diese Institution notwendig ist, um Pflegenden eine einheitliche politische Stimme und berufliche Sicherheit zu verleihen.
5 Eigenreflexion: Der Verfasser reflektiert den Prozess der Themenfindung sowie die Herausforderungen bei der Recherche, insbesondere die Sprachbarrieren bei internationalen Quellen.
Schlüsselwörter
Pflegekammer, Professionalisierung, Berufsordnung, Berufsethik, Selbstverwaltung, Qualitätssicherung, Registrierung, Pflegefehler, Pflegeberuf, Interessenvertretung, Nursing and Midwifery Council, Deutschland, Gesundheitswesen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?
Die Arbeit behandelt die Notwendigkeit einer Pflegekammer in Deutschland, um den Pflegeberuf zu professionalisieren und eine starke Selbstverwaltung zu etablieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Aspekte sind die rechtlichen Rahmenbedingungen von Berufskammern, die Aufgabenbereiche für die Pflege sowie internationale Erfahrungen.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Hauptziel ist aufzuzeigen, wie eine Pflegekammer durch Standardisierung und politische Interessenvertretung die Zukunft des Pflegeberufs zukunftssicher gestalten kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf einer Literaturanalyse, dem Studium von Verordnungen und einem Ländervergleich basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das Wesen von Kammern, eine Diskussion über potenzielle Aufgaben einer Pflegekammer und einen Vergleich mit dem britischen "Nursing and Midwifery Council".
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Pflegekammer, Professionalisierung, Selbstverwaltung und Qualitätssicherung charakterisiert.
Warum ist das Beispiel der Ärztekammer relevant?
Die Ärztekammer dient als etabliertes Modell für die erfolgreiche Selbstverwaltung eines Berufsstandes, das als Vergleichspunkt für die Möglichkeiten der Pflege dient.
Warum betont der Autor die verpflichtende Registrierung?
Die Registrierung ist aus Sicht des Autors essenziell, um den Berufsstand vor nicht qualifizierten Kräften zu schützen und eine einheitliche Qualitätskontrolle zu ermöglichen.
- Quote paper
- Benjamin Groß (Author), 2010, Professionalisierung in der Pflege. Einrichtung einer Pflegekammer in Deutschland im internationalen Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172368