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Die betriebliche Ausbildung. Aktuelle Anforderungen, Maßnahmen und Hintergründe

Title: Die betriebliche Ausbildung. Aktuelle Anforderungen, Maßnahmen und Hintergründe

Seminar Paper , 2022 , 29 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anonym (Author)

Didactics - Business economics, Economic Pedagogy
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Azubi, Azubine, Lehrling, Stift – für junge Menschen, die dabei sind, einen Beruf zu erlernen, gibt es viele umgangssprachliche Bezeichnungen. Im Berufsbildungsgesetzt (BBiG) werden Menschen in Ausbildung offiziell als Auszubildende bezeichnet. Die Ausbildung im Betrieb hat eine lange Tradition. So war im deutschsprachigen Raum bis zum Beginn der Industrialisierung der – meist im Handwerk tätige – Lehrling ein Mitglied der Familie des Lehrmeisters. Der Lehrling erlernte in einer mehrere Jahre dauernden Lehrzeit den Beruf, während der Lehrmeister Kost und Logis, sowie die Vormundschaft des Lehrlings übernahm und auch das Recht hatte, den Lehrling körperlich zu züchtigen. Ein nach heutigen Maßstäben extremes Abhängigkeitsverhältnis für die Zeit der Ausbildung.
In den letzten rund zwei Jahrhunderten hat sich dieses Ausbildungsverhältnis stark gewandelt. Heute sind Auszubildende in der Regel nicht mehr Teil einer Lehrfamilie und Vorgesetzte haben auch nicht mehr das Recht, körperlich zu züchtigen. Lehrzeit und Ausbildung sind aber nach wie vor eine prägende Zeit; vor allem für Auszubildende, wechselseitig aber auch für ausbildende Betriebe.

In dieser Arbeit soll zuerst die Entwicklung des Ausbildungsgeschehens der letzten Jahre in Deutschland betrachtet werden. Gründe, welche zu dieser Entwicklung führen, werden anschließend definiert. Ein besonderes Augenmerkt wird dabei auf die Veränderungen durch die Corona Pandemie ab dem Frühjahr 2020 gelegt.
In den darauffolgenden Kapiteln soll beleuchtet werden, welche rechtlichen Voraussetzungen ein Unternehmen bieten muss, um in Deutschland überhaupt als Ausbildungsbetrieb anerkannt zu werden. Ebenso wird genauer analysiert, welche Kosten auf einen Betrieb im Zuge der Ausbildung zukommen und ob dies unter Umständen ein weiterer Grund für die Entwicklung der Ausbildungsbeteiligung darstellen könnte.
Zuletzt sollen verschiedene Unterstützungsmaßnahmen vorgestellt werden. Ob die vorgestellten Maßnahmen möglicherweise eine Auswirkung auf die Entwicklung der betrieblichen Ausbildungsbeteiligung haben, soll in dieser Arbeit kritisch betrachtet werden.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wirtschaftliche Rahmenbedingung der betrieblichen Ausbildung

2.1 Aktuelle Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt

2.2 Gründe für den Ausbildungsrückgang

2.3 Veränderungen durch die Corona-Pandemie

3 Rechtliche Grundlagen der Ausbildungsbeteiligung

4 Kosten-Nutzen-Rechnung der betrieblichen Ausbildung

4.1 Theoretische Bestimmungsgründe des betrieblichen Ausbildungsverhaltens

4.2 Anfallende Kosten für den Ausbildungsbetrieb

5 Ausbildungsunterstützende Maßnahmen

5.1 Mögliche Maßnahmen zur Ausbildungsunterstützung

5.2 Bekanntheit und Nutzung der Unterstützungsmaßnahmen

6 Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Rückgang der betrieblichen Ausbildungsbeteiligung in Deutschland unter Berücksichtigung aktueller wirtschaftlicher, rechtlicher und pandemiebedingter Rahmenbedingungen. Das Ziel besteht darin, die Ursachen für diesen Rückgang zu identifizieren sowie Unterstützungsmaßnahmen zu analysieren, die Unternehmen motivieren könnten, wieder verstärkt in die Ausbildung zu investieren.

  • Aktuelle Marktentwicklungen und Ausbildungszahlen
  • Ursachen des Fachkräftemangels und der sinkenden Ausbildungsbereitschaft
  • Einfluss der Corona-Pandemie auf das betriebliche Ausbildungswesen
  • Rechtliche Anforderungen an Ausbildungsbetriebe
  • Kosten-Nutzen-Analyse und Ausbildungsmotive
  • Förderinstrumente zur Ausbildungsunterstützung

Auszug aus dem Buch

4.2 Anfallende Kosten für den Ausbildungsbetrieb

Die Durchführung einer Ausbildung ist anfänglich mit Kosten verbunden. Da ein Unternehmen stets an einer gewinnbringenden Planung interessiert ist, so „lohnt“ sich das Einstellen von Auszubildenden für einen Betrieb nur dann, wenn die Erträge die Kosten überwiegen.

Im Jahr 1974 wurden zum ersten Mal durch die Sachverständigenkommission Kosten und Finanzierung die Aufwendungen der beruflichen Ausbildung durch eine repräsentative Befragung ermittelt. Dieses detaillierte Kostenmodell dient seither dem BIBB als Grundlage für die Befragung, welche alle fünf Jahre durchgeführt wird. Der Fragebogen wird konstant erweitert und modernisiert. Die nächste Befragung ist für das Schuljahr 2022/2023 geplant (vgl. Wenzelmann ; Schönfeld 2022, S. 22).

Die letzte Datenerhebung des BIBB fand im Ausbildungsjahr 2017/2018 statt und ergab, dass für einen Auszubildenden Bruttokosten in einer Höhe von durchschnittlich 20.855 EUR anfallen. Personalkosten des Ausbildungspersonals belaufen sich dabei auf 4.935 EUR. Für Anlage- und Sachkosten, also bspw. Anschaffungskosten für Werkzeug oder Büroausstattung, Übungsmaterial oder innerbetrieblichen Unterricht fallen noch einmal durchschnittlich 767 EUR an. Kosten für die Ausbildungverwaltung, externe Fortbildungen oder für Lehr- und Lernmaterial sind unter sonstigen Kosten aufgeführt und schlagen mit 2.348 EUR zu Buche (vgl. Bundesinstitut für Berufsbildung o. J.). Dabei ist zu beachten, dass es sich hierbei um durchschnittliche Werte handeln und die eigentlich anfallenden Kosten sehr stark zwischen den unterschiedlichen Ausbildungsberufen variieren.

Die Auszubildenden verursachen allerdings nicht nur Kosten, sondern leisten durch ihren Arbeitseinsatz einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Produktion von Waren und/oder Dienstleistungen. Im Ausbildungsjahr 2017/2018 beliefen sich diese Erträge durchschnittlich auf 14.377 EUR. Zieht man die erwirtschafteten Erträge von den Bruttokosten ab, so erhält man Nettokosten in Höhe von 6.478 EUR, welche sich für die Unternehmen ergeben (vgl. Bundesinstitut für Berufsbildung o. J.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in das Thema der betrieblichen Ausbildung sowie Darstellung der Zielsetzung und des Aufbaus der Arbeit.

2 Wirtschaftliche Rahmenbedingung der betrieblichen Ausbildung: Analyse der aktuellen Marktentwicklungen, der Ursachen für rückläufige Ausbildungszahlen und der Auswirkungen der Pandemie.

3 Rechtliche Grundlagen der Ausbildungsbeteiligung: Untersuchung der notwendigen Voraussetzungen, die ein Unternehmen erfüllen muss, um als Ausbildungsbetrieb anerkannt zu werden.

4 Kosten-Nutzen-Rechnung der betrieblichen Ausbildung: Erläuterung der ökonomischen Motive für Ausbildungsentscheidungen und detaillierte Betrachtung der entstehenden Kosten- und Ertragsfaktoren.

5 Ausbildungsunterstützende Maßnahmen: Vorstellung verschiedener Unterstützungsmodelle sowie Analyse von deren Bekanntheit und Nutzung in der Unternehmenspraxis.

6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ausbildungssituation und Ableitung von Empfehlungen zur Stärkung der Ausbildungsbeteiligung.

Schlüsselwörter

Betriebliche Ausbildung, Ausbildungsmarkt, Fachkräftemangel, Kosten-Nutzen-Rechnung, Corona-Pandemie, Ausbildungsquote, Berufsbildungsgesetz, Ausbildungsunterstützung, Investitionsmotiv, Produktionsmotiv, Reputationsmotiv, Ausbildungsreife, Demografischer Wandel, duale Berufsausbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der aktuellen Situation der betrieblichen Ausbildung in Deutschland, den Herausforderungen für Unternehmen und der Entwicklung von Lösungsansätzen zur Förderung der Ausbildungsbeteiligung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen die ökonomischen Rahmenbedingungen, rechtliche Vorgaben gemäß Berufsbildungsgesetz, die Kosten-Nutzen-Relation für Betriebe sowie die Wirksamkeit staatlicher Unterstützungsmaßnahmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Gründe für den Rückgang betrieblicher Ausbildungsplätze zu identifizieren und aufzuzeigen, wie durch gezielte Unterstützungsmaßnahmen Unternehmen wieder stärker für das Ausbildungswesen gewonnen werden können.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse unter Einbeziehung aktueller Daten des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und Statistiken zum Ausbildungsmarkt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Marktindikatoren, eine rechtliche Prüfung der Eignung als Ausbildungsbetrieb, die Darstellung ökonomischer Ausbildungsmotive und die Vorstellung praktischer Unterstützungsangebote.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben der "dualen Berufsausbildung" vor allem die "Kosten-Nutzen-Rechnung", der "demografische Wandel" sowie verschiedene "Ausbildungsmotive" und "Unterstützungsmaßnahmen".

Welche Rolle spielt die Corona-Pandemie bei der Ausbildung?

Die Pandemie führte zu einer allgemeinen wirtschaftlichen Verunsicherung und erschwerte die Rekrutierung, wirkte sich jedoch entgegen mancher Befürchtungen nicht durch einen generellen Kollaps der Ausbildungsaktivitäten aus.

Warum halten sich gerade kleine Unternehmen mit der Ausbildung zurück?

Kleine Unternehmen sehen sich oft mit hohen organisatorischen Aufwänden und fehlender Kapazität konfrontiert, weshalb sie besonders von Unterstützungsmaßnahmen wie dem "externen Ausbildungsmanagement" profitieren können.

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Details

Title
Die betriebliche Ausbildung. Aktuelle Anforderungen, Maßnahmen und Hintergründe
College
Allensbach College
Grade
1,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2022
Pages
29
Catalog Number
V1723928
ISBN (PDF)
9783389191675
ISBN (Book)
9783389191682
Language
German
Tags
ausbildung aktuelle anforderungen maßnahmen hintergründe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2022, Die betriebliche Ausbildung. Aktuelle Anforderungen, Maßnahmen und Hintergründe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1723928
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