George Orwells „1984“ im Vergleich zu „Minority Report“ von Steven Spielberg


Hausarbeit, 2003
20 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Gliederung

1.1 Zur Themenwahl
1.2 Die Begriffe „Utopie“ und „Dystopie“

Ernst Bloch
2.1 Sein Leben
2.2 „Das Prinzip Hoffnung“
Analyse der Werke „1984“ von George Orwell und „Minority Report“ von Steven Spielberg
2.3 Lebensläufe
2.3.1 Kurzporträt von George Orwell
2.3.2 Biographisches zu Steven Spielberg
2.4 Inhaltsangaben
2.4.1 Inhaltszusammenfassung von „1984“
2.4.2 Filminhalt von „Minority Report“
2.5 Kurzer Vergleich von wesentlichen Aspekten aus „1984“ und „Minority Report“

3. Wertung
3.1 Eigene kritische Ansätze zu den Werken „1984“ und „Minority Report“ und zum Utopiebegriff

Literaturverzeichnis

1.1 Zur Themenwahl

Die Wahl auf das Thema fiel, weil ich schon im Leistungskurs Deutsch das Buch „1984“ von George Orwell gelesen habe. Es hat mir auf Anhieb sehr gut gefallen und mein Interesse sofort geweckt. Wir haben uns natürlich umfangreich mit dem Werk beschäftigt und auch zwei Verfilmungen gesehen. Diese Gedankengänge aus der Schulzeit werden in meine jetzige Arbeit immer wieder mit einfließen.

Zum Film „Minority Report“ möchte ich sagen, dass ich die Umsetzung genial finde. Die Story ist extrem spannend und die eingesetzten Effekte empfinde ich als ansprechend und wirkungsvoll. Erst durch meine Recherche für die Hausarbeit habe ich erfahren, dass das Buch von Philip K. Dick als Vorlage für den Film „Minority Report“ diente. Ich finde diese moderne Idee einer utopischen Welt, in der es keinerlei Verbrechen gibt, hervorragend. Auf diesen Punkt werde ich aber später, in meiner weiteren Arbeit, noch näher eingehen.

Auch wenn beide Werke in einer vollkommenen anderen Zeit entstanden sind, denke ich, dass ein Vergleich durchaus möglich ist. Es gibt sowohl wesentliche Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten.

1.2 Die Begriffe „Utopie“ und „Dystopie“

Die Utopie als Entwurf eines idealen Staatswesens und die Schilderungen von Reisen in ferne, von allerlei Phantasiewesen bewohnte Weltgegenden gehören zu den Quellen, aus denen die Science Fiction entstanden ist. Phantasien über eine bessere Welt sind schon seit Bestehen der Schriftkultur vorhanden.[1] Utopien werden als positive und ideale Gesellschaftsentwürfe definiert, die alternative Gesellschaftsmodelle mit oft ambivalenten Charakter darstellen.

Der Begriff „Utopie“ (eigentlich das „Nirgendwo“), wird seit Thomas Mores Roman „Utopia“ (1516) unterschiedlich definiert. Wenn man umgangssprachlich etwas als utopisch bezeichnet, so versteht man darunter etwas Unrealistisches.

Oscar Wilde hat sich 1891 zum Thema „Utopie“ folgendermaßen geäußert:

„Eine Weltkarte, in der das Land Utopia nicht verzeichnet ist, verdient keinen Blick, denn sie läßt die eine Küste aus, wo die Menschheit ewig landen wird. Und wenn die Menschheit da angelangt ist, hält sie Umschau nach einem besseren Land und richtet ihre Segel dahin. Der Fortschritt ist die Verwirklichung der Utopien“.[2]

Dystopien hingegen sind negative Entwürfe und werden auch als Warnutopien bezeichnet. Sie richten sich meist gegen eine bestimmte Utopie.

Die Utopien im eigentlichen Sinn, die sogenannten Staatsromane, sind ab dem 16. Jahrhundert bekannt.[3] Ihre Wortwurzeln liegen im Griechischen, wobei „topos“ „Ort“ bedeutet und die negative Vorsilbe „u“ heißt „nicht“. Im Ganzen wird „Utopie“ mit „Nicht-Ort“ übersetzt, den es eigentlich nirgendwo gibt. Die drei bekanntesten Utopien sind „Utopia“ (Thomas Morus), „Der Sonnenstaat“ (Tommaso Campanella) und „Atlantis“ (Francis Bacon). Es handelt sich hierbei um Reiseberichte von einer abgeschlossenen Welt, meist einer Insel oder geschlossene Handelsstaaten. Es herrschen nur Wenige und diese Staaten sind sehr stabil, weil es keine innerliche Dynamik und keine Kontakte und Einflüsse von Außen gibt.[4]

„Utopia“[5] spielt dabei eine besondere Rolle, denn es ist das erste Werk dieser Gattung und war namensgebend. Weiterhin wurden aus diesem Buch charakteristische Maßstäbe abgeleitet, die auf nachfolgende Utopien angewendet wurden. In einer Utopie wird die Wirklichkeit vernachlässigt und „man erschafft einen räumlich oder zeitlich abgegrenzten Bezirk, in dem sich das bessere und schönere, zumindest aber das „andere“ Leben ungestört verwirklichen kann.“[6] Sie spiegeln oft stärker die Gegenwart des Autors wider, als dass sie etwas über die Zukunft sagen. Reale Lebenssituationen und menschliche Erfahrungen werden verarbeitet. Die Utopie soll ein Modell sein, mit dem sich die aktuell lebende Gesellschaft auseinandersetzen soll. Im besten Fall sollte sie sich sogar annähern.[7]

Hinsichtlich der Konstruktionsregeln von Utopien, ist zu sagen, dass man immer einen gleichen Aufbau und fertige Gebilde vorfindet, d.h. es wird keine Entstehung beschrieben.[8] Durch Aufzeigen von Schwächen und Mängeln innerhalb einer bestehenden Gesellschaft ruft die Utopie einen dynamischen Prozess in der Gemeinschaft hervor. Thematisch beschäftigt sie sich mit der Einschränkung von Freiheit und Kultur, mit der Reflexion von gesellschaftlich-innovativen und politischen Tendenzen und Veränderungen.

Ein immer wieder vorkommenes Merkmal ist die „ideale oder negative Staatlichkeit als gegenständliches Zentrum“[9].

In der utopischen Gesellschaft, welche dauerhaft sozial isoliert lebt, herrscht eine große Uniformität, die Menschen denken alle ähnlich und es besteht somit eine soziale Harmonie.[10] Die Gemeinschaft, die dargestellt wird ist frei von Konflikten in der Familie und Gesellschaft, von Zukunftssorgen, Krankheiten, Hunger, Gewalt und Krieg. Sie hat in der idealen Staatskonstruktion eine Vorbildfunktion.

In der Anti-Utopie bzw. Dystopie hingegen, leben die Menschen nicht frei. Sie können keine eigenen Entscheidungen treffen, denn ihr Leben wird von Anderen bestimmt.

Es herrscht ständige Überwachung, durch Mitmenschen und durch Kameras. Es zählt nicht das Individuum, sondern nur die Gemeinschaft.

Sobald sich eine Utopie mit einer bestimmten sozialen Frage beschäftigt, ist sie bei der Lösung der Frage schon wieder überaltert. Dann ist ihre eigentliche Aufgabe, die Gesellschaft zu dynamisieren hinfällig und führt schließlich zur Entwicklung der Anti-Utopie.[11]

2.1 Ernst Bloch – Sein Leben

Ernst Bloch wurde am 8.7.1885 als Sohn des jüdischen Eisenbahnbeamten Max Bloch und dessen jüdischer Ehefrau Berta im damals bayrischen Ludwigshafen am Rhein geboren.

Von 1905 bis 1908 studierte er Philosophie, Physik, Germanistik und Musik in München und Würzburg. Im Jahre 1908 promovierte er in Philosophie an der Universität Würzburg. Einige Jahre danach war er als Privatlehrer und Publizist in Berlin und Heidelberg tätig. In Heidelberg traf er auf Max Weber und gehört später auch zu dessen Freundeskreis.

Seine erste Frau Else von Stritzky heiratete er 1913. Zwei Jahre später siedelten beide in die Nähe von München über. „Über seine erste Frau Else Bloch-von-Stritzky schrieb er: ‚Else glaubte fest an die absolute Wahrheit meiner Philosophie…Ihre Achtung, ihre Verehrung meines Werkes war so unbedingt und grenzenlos wie ihre Liebe.’“[12]

Bloch protestierte oftmals gegen die deutsche Politik im Ersten Weltkrieg. Daher ging er 1917 aus pazifistischer Überzeugung ins schweizerische Exil. Sein erstes philosophisches Hauptwerk „Geist der Utopie“[13], in dem er über eine humane Gesellschaft philosophierte, erschien. Er kehrte 1920 nach Deutschland zurück und wurde Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Seither arbeitete er als Publizist und hielt sich mehrmals in Paris, Italien, Nordafrika und Südfrankreich auf. Öffentlich zeigte er seine Ablehnung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP).

1921 starb seine Ehefrau. 1933, nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler, wurde Bloch ausgebürgert. Er emigrierte abermals in die Schweiz. Aus seiner zweiten Ehe mit Karola Piotrkowska[14] ging ein Sohn hervor. Bloch gehörte zum Mitbegründerkreis des Dadaismus und nahm am „Kongreß der Antifaschisten“ in Paris teil. Nach dem Münchner Abkommen 1938 ging er in die Emigration nach New York. Zehn Jahre lang lebte er in den USA.

In dieser Zeit schrieb er an seinem bedeutendsten Werk „Das Prinzip Hoffnung“, welches 1954 bis 1959 veröffentlicht wurde. 1944 gründete er in New York, zusammen mit A. Döblin, B. Brecht, L. Feuchtwanger, J. Heartfield und H. Mann, den Aurora-Verlag. 1948 ging er wieder zurück nach Deutschland und nahm dort eine Professur für Philosophie an der Universität Leipzig an. In der Zeit von 1953 bis 1956 war er Herausgeber der „Deutschen Zeitschrift für Philosophie“. Immer wieder äußerte sich Bloch in seinen Schriften kritisch gegenüber der Sozialistischen Einheitspartei (SED). Seine offene Kritik an der Erstarrung des Marxismus in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und an der Niederschlagung des Ungarnaufstandes führte zur Zwangsemigration. Zuvor wird er 1955 mit dem Nationalpreis der DDR geehrt.

[...]


[1] Fabian, R.. Vorlesung: „Utopien-Dystopien“. SS 2003

[2] zitiert nach Brockhaus Enzyklopädie, 19. Auflage, 23. Band, Mannheim 1994, S. 15

[3] Fabian, R., a.a.O.

[4] Fabian, R., a.a.O.

[5] Der Roman von Thomas Morus ist 1516 erschienen.

[6] Seeber, Hans Ulrich. Wandlungen der Form in der literarischen Utopie. Göppingen: Alfred Kümmerle Verlag, 1970, S.3

[7] Vgl. Schemmann, Michael. Imperialismus im Werk George Orwells. Frankfurt/Main: Europäischer Verlag der Wissenschaften. 1998, S.177

[8] Fabian, R., a.a.O.

[9] Seeber, Hans Ulrich, a.a.O., S.5

[10] Fabian, R., a.a.O.

[11] Vgl. Schemmann, Michael, a.a.O., S.178

[12] Vgl. www.bloch.de

[13] 1918 erschienen und seiner Ehefrau Else gewidmet.

[14] Lebte von 1905 bis 1994. Heirat mit Ernst Bloch im Jahr 1934.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
George Orwells „1984“ im Vergleich zu „Minority Report“ von Steven Spielberg
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
20
Katalognummer
V172475
ISBN (eBook)
9783640924219
ISBN (Buch)
9783640923847
Dateigröße
481 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
George Orwell, Minority Report, 1984
Arbeit zitieren
Dipl. Sozialwiss. Kathrin Puhl (Autor), 2003, George Orwells „1984“ im Vergleich zu „Minority Report“ von Steven Spielberg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172475

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