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Kumulative Radikalisierung oder Führerbefehl

Titel: Kumulative Radikalisierung oder Führerbefehl

Bachelorarbeit , 2009 , 44 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anna Lena Krumme (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bis heute sind die konkreten Ursachen, die zur Shoah führten, nicht eindeutig geklärt. Da ich ein besonderes Interesse an diesem Thema entwickelt habe, entschloss ich mich, die genauen Gründe, die zu diesem Verbrechen führten, näher zu untersuchen.
In dieser Arbeit soll folgende Hauptfragestellung beantwortet werden: Gab es einen Führerbefehl, der die systematische Ermordung der Juden auslöste - oder entstand die Shoah durch kumulative Radikalisierung? Das bedeutet, ich möchte zur Diskussion stellen, ob langgehegte Pläne der nationalsozialistischen Führung und die damit einhergehenden direkten Befehle allein für Vernichtung der europäischen Juden verantwortlich waren – oder gab es eine zufällige, durch das System ermöglichte Entwicklung?
Außerdem stelle ich die Fragen: Ob sich ein Zeitpunkt feststellen lässt, wann die endgültige Entscheidung gefallen ist, die europäischen Juden in den Vernichtungslagern zu ermorden? Und, welchen Einfluss hatte die Person Adolf Hitlers auf diese Ereignisse?

Zunächst soll auf die Beschränkungen eingegangen werden, die die Juden seit Beginn der Naziherrschaft erfuhren. Dabei gab es unterschiedliche Phasen: Vorweg soll geschildert werden, mit welchen Maßnahmen die Nationalsozialisten die Juden dazu bringen wollten, das Land zu verlassen. Hierbei kam es zu verschiedenen Wellen der Gewaltanwendung gegen die Juden. Weiterhin wird beleuchtet, wie sich die Situation der Juden mit Kriegsbeginn änderte und sich das Vorgehen gegen sie radikalisierte. Außerdem gehe ich auf die verschiedenen Pläne ein, die die Nazis zu unterschiedlichen Zeitpunkten hatten, um sich der Juden zu entledigen. Dabei werden die Entstehung und der Beginn der Massenermordung in den Vernichtungslagern aufgezeigt und der Stellenwert der Wannsee-Konferenz beleuchtet. Desweiteren wird eine Übersicht über die verschiedenen Forschungsansätze der Historiker gegeben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Situation der Juden im Deutschen Reich nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 bis zum Kriegsbeginn im September 1939

2.1. Die Situation der Juden bis 1938

2.2. Die Situation der Juden im Deutschen Reich 1938 bis zum Beginn des Krieges

3. Die „Judenpolitik“ im Deutschen Reich von 1939 bis Ende 1941

3.1. Die „ Aktion T4“

3.2. Erste Massenmorde, Deportationen und Ghettoisierung (1939- 1941)

3.2.1. Der Madagaskar-Plan

3.3. Die Situation der Juden und der Überfall auf die Sowjetunion 1941

4. Der Beginn der industriellen Massenvernichtung

4.1. Die Wannsee-Konferenz

5. Führerbefehl oder kumulative Radikalisierung?

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und den Entscheidungsprozess, die zur Shoah führten, mit der zentralen Forschungsfrage, ob der nationalsozialistische Völkermord auf einem zentralen Führerbefehl basierte oder das Resultat einer kumulativen Radikalisierung innerhalb des NS-Systems darstellte.

  • Forschungsansätze der Intentionalisten versus Funktionalisten
  • Die Entwicklung der Judenverfolgung von der Ausgrenzung zur Vernichtung
  • Die Rolle Adolf Hitlers und das Funktionieren von NS-Entscheidungsprozessen
  • Der Einfluss von außenpolitischen Faktoren und internen administrativen Dynamiken

Auszug aus dem Buch

4. Der Beginn der industriellen Massenvernichtung

Die Massenvernichtung hatte bereits mit Einzelaktionen zu Kriegsbeginn begonnen und wurde mit dem Überfall auf die Sowjetunion systematisch. Trotzdem stellt sich immer noch die Frage nach dem genauen Zeitpunkt der Entscheidung, die europäischen Juden in ihrer Gesamtheit industriell zu vernichten. Die Historiker sind zu diesem Thema nicht einer Meinung, da die Quellen keine Eindeutigkeit aufweisen. Es ist kein Führerbefehl auffindbar und es gibt auch keine vergleichbaren Dokumente, die zweifelsfrei erkennen lassen, wann und ob es zu dieser Anweisung kam. Deswegen kann man nur versuchen, die Geschehnisse chronologisch darzustellen und vermuten, wann diese Entscheidung gefallen sein könnte.

Die psychische Belastung der Täter bei den Massenerschießungen war, auch nach Meinung der Naziführung, sehr groß. Außerdem sind durch diese Methode sehr viele Menschen in diese Taten involviert worden, so dass befürchtet wurde, den Mord vor den Bürgern im Reich nicht mehr geheim halten zu können. Diese Art des Mordens war unsauber, da man es mit eigener Hand von Angesicht zu Angesicht ausführte. So suchte man nach unpersönlicheren Mordmethoden. Himmler unterstütze dies, da ihm das Wohl seiner Männer am Herzen lag. Außerdem war die Erschießungsmethode für die Nazis umständlich und zeitaufwendig und deshalb nicht so effektiv, wie sie es sich vorstellten. Das später eingeführte Verfahren des industriellen Massenmordes musste von den Nazis erst noch entwickelt werden. Etwas Vergleichbares gab es in dieser Form noch nicht. Die Nazis versuchten verschiedene Methoden, wobei man darin einen stufenförmigen Prozess erkennen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur Entstehung der Shoah und der gegensätzlichen Ansätze von Intentionalisten und Funktionalisten.

2. Die Situation der Juden im Deutschen Reich nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 bis zum Kriegsbeginn im September 1939: Analyse der Phasen der Verfolgung, Entrechtung und des Drucks zur Auswanderung vor Kriegsbeginn.

3. Die „Judenpolitik“ im Deutschen Reich von 1939 bis Ende 1941: Untersuchung der Radikalisierung durch den Kriegsbeginn, Deportationspläne und die Entstehung der Ghettos.

4. Der Beginn der industriellen Massenvernichtung: Darstellung des Übergangs von lokalen Erschießungen zu industriellen Methoden und der Wannsee-Konferenz.

5. Führerbefehl oder kumulative Radikalisierung?: Historische Auseinandersetzung mit der Rolle der NS-Führungsstruktur versus einzelner Ideologien.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der These, dass die Shoah ein gewachsener Prozess stufenweiser Radikalisierung war.

Schlüsselwörter

Shoah, Nationalsozialismus, Antisemitismus, Judenverfolgung, Führerbefehl, kumulative Radikalisierung, Intentionalismus, Funktionalismus, Massenvernichtung, Deportation, Wannsee-Konferenz, Ghettoisierung, Vernichtungslager, Endlösung, NS-Diktatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Ursprünge und Hintergründe des Holocaust, um zu klären, wie die systematische Vernichtung der europäischen Juden initiiert wurde.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Themen umfassen die NS-Judenpolitik, die Rolle von Hitlers Weltanschauung, die bürokratischen Entscheidungsprozesse der Nationalsozialisten und die historische Debatte um die Shoah.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, ob die Shoah auf einem geplanten Führerbefehl basierte oder aus einer kumulativen Radikalisierung heraus entstand.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung historischer Literatur und fachwissenschaftlicher Positionen, um verschiedene Thesen zur Entstehung des Genozids zu kontrastieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische und thematische Untersuchung der Verfolgungsmaßnahmen, der Deportationsversuche, der Entwicklung der Vernichtungslager sowie der zentralen Forschungsdebatten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Kumulative Radikalisierung, Führerbefehl, Intentionalismus, Funktionalismus, Endlösung und der NS-Entscheidungsprozess sind für die Arbeit zentral.

Inwiefern spielt der Madagaskar-Plan eine Rolle?

Er dient als Beispiel für einen frühen, wenn auch gescheiterten Versuch der Nationalsozialisten, die sogenannte „Judenfrage“ außerhalb des Reichsgebiets zu lösen, ohne direkt auf systematischen Massenmord zurückzugreifen.

Wie bewertet der Autor die Rolle Adolf Hitlers?

Der Autor argumentiert, dass Hitler zwar der ideologische Motor und Hauptverantwortliche war, er sich aber oft mit direkten schriftlichen Befehlen zurückhielt, um nicht persönlich mit der Massenvernichtung in Verbindung gebracht zu werden.

Ende der Leseprobe aus 44 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kumulative Radikalisierung oder Führerbefehl
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)  (Geschichte und ihre Didaktik)
Note
1,0
Autor
Anna Lena Krumme (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
44
Katalognummer
V172514
ISBN (eBook)
9783640924387
ISBN (Buch)
9783640924486
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kumulative radikalisierung führerbefehl
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anna Lena Krumme (Autor:in), 2009, Kumulative Radikalisierung oder Führerbefehl, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172514
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  44  Seiten
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