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Über Bernhard Schlinks Roman "Der Vorleser"

Autor, Inhalt, historischer Kontext und geschichtsdidaktische Kriterien

Titel: Über Bernhard Schlinks Roman "Der Vorleser"

Seminararbeit , 2010 , 32 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anna Lena Krumme (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Der Vorleser“ ist einer der erfolgreichsten deutschen Gegenwartsromane. Das Buch wurde in 35 Sprachen übersetzt und führte nach seinem Erscheinen 1995 lange die Bestsellerlisten im In- und Ausland an. Das Werk hat sich mittlerweile auch in den deutschen Lehrplänen etabliert. In einigen Bundesländern findet es sogar als Abiturlektüre Verwendung. Gründe für diesen Erfolg sind die packende Geschichte, die überraschenden Wendungen der Ereignisse und die fesselnde Erzählweise. Dadurch wurde der Roman für die unterschiedlichsten Altersstufen interessant. Darüber hinaus bietet das Buch viel Diskussionspotential. Neben der zeitgeschichtlichen Dimension wird auch die Missbrauchsthematik, das Problem des Analphabetismus, oder die Frage, ob jemandem geholfen werden sollte, der sich gar nicht helfen lassen will, aufgegriffen. Für diese Arbeit ist zweifelsfrei alles mit der Historie im Zusammenhang stehende von besonderer Bewandtnis.
Die gesamte Thematik, welche das NS-Regime und den Zweiten Weltkrieg umfasst, nimmt in den aktuellen Lehrplänen einen nicht unerheblichen Platz ein. Für die Schüler ist dabei die Einteilung in Täter und Opfer in den allermeisten Fällen eindeutig und lässt rückblickend eine schnelle moralische Verurteilung über Schuld und Mitschuld zu. Der Autor Bernhard Schlink bietet in seinem Roman „Der Vorleser“ einen erweiterten Blick auf die Schuldfrage. Er zeigt einen „ambivalenten Menschen“ hinter den begangenen Verbrechen. Die Täterin erscheint dem Leser durch ihren Analphabetismus schwach und es werden Fragen nach dem Verstehen oder Verurteilen aufgeworfen. Auf diese Weise wird der Leser neu zu einem moralischen Urteil herausgefordert.
In dieser Arbeit soll sich detailliert mit dem Roman „Der Vorleser“ auseinandergesetzt werden, dabei werden die im Seminar formulierten Schwerpunkte: Autor, Inhalt, historischer Kontext und geschichtsdidaktische Kriterien, besonders berücksichtigt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Autor und sein Werk

2.1. Biografie des Autors

2.2. Rezeptionsgeschichte des Romans

3. Konstruktion des Romans

3.1. Der Inhalt des Romans

3.2. Die Protagonisten

4. Der historische Kontext

5. Fachdidaktischen Bemerkungen

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich detailliert mit dem Roman „Der Vorleser“ von Bernhard Schlink auseinander, wobei das primäre Ziel die Untersuchung der zentralen Thematik von Schuld, Verantwortung und dem Umgang der Generationen mit der NS-Vergangenheit ist. Dabei wird die literarische Konstruktion des Werkes sowie der historische Kontext der 60er Jahre beleuchtet, um ein tieferes Verständnis für die komplexe moralische Fragestellung des Romans zu entwickeln.

  • Biografie und schriftstellerisches Selbstverständnis von Bernhard Schlink
  • Kritische Analyse der Rezeptionsgeschichte und Kontroversen um den Roman
  • Struktur und inhaltliche Analyse des Romans sowie Charakterisierung der Protagonisten
  • Einbettung des Romans in den historischen Kontext der NS-Aufarbeitung in der Bundesrepublik
  • Reflexion fachdidaktischer Kriterien für den Einsatz des Romans im Geschichtsunterricht

Auszug aus dem Buch

3.2. Die Protagonisten

Die Beziehung der beiden Protagonisten wird stark durch die NS-Thematik, die Aufarbeitung von Schuld und Hannas Analphabetismus geprägt. Michael stellt rückblickend über seine Beziehung zu Hanna fest: „Wir hatten keine gemeinsame Lebenswelt, sondern sie gab mir in ihrem Leben den Platz, den sie mir geben wollte.“ Ihre Lebenswelten besitzen keine Schnittmenge und berühren sich erst mit ihrem zufälligen Zusammentreffen. Ihre daraus entstehende Beziehung erfährt eine Wende durch ihr wiederum zufälliges Widersehen vor Gericht. Im Kern sind aber sowohl ihre Biografien als auch die Art ihrer Beziehungen zu anderen Menschen grundverschieden.

Michael Berg:

Der Leser lernt den Ich-Erzähler Michael als Jugendlichen kennen. Er kommt aus einem gutbürgerlichen Elternhaus. Der Vater ist Professor der Philosophie, die Mutter für den Haushalt und die Erziehung der Kinder zuständig. Michael hat einen älteren Bruder, mit dem er sich früher immer geprügelt und später verbale Gefechte geliefert hat. Der älteren Schwester hat er als Kind seine Geheimnisse anvertraut, die jüngere Schwester empfindet er als lästig und frech. Michael kann als überdurchschnittlich begabter Schüler eingeordnet werden, da es ihm nach längerer Krankheit gelingt, innerhalb weniger Wochen den für die Versetzung notwendigen Schulstoff nachzuholen. Auch der weitere Werdegang (Abitur, Studium und Referendariat) scheint ihm keine nennenswerten Schwierigkeiten zu bereiten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt den großen Erfolg von „Der Vorleser“ dar, thematisiert die Relevanz für den Unterricht und umreißt die Zielsetzung der Arbeit, insbesondere den erweiterten Blick auf die Schuldfrage.

2. Der Autor und sein Werk: Dieses Kapitel behandelt die Biografie Bernhard Schlinks sowie die kontroverse Rezeptionsgeschichte des Romans, bei der die Täterperspektive und der Vorwurf der Schuldrelativierung im Fokus stehen.

3. Konstruktion des Romans: Es wird die formale Gliederung in drei Teile erläutert sowie der Inhalt und die psychologische Entwicklung der Protagonisten Michael Berg und Hanna Schmitz detailliert analysiert.

4. Der historische Kontext: Dieses Kapitel ordnet den Roman in die BRD der 60er Jahre ein, wobei besonders die Bedeutung der NS-Prozesse für die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Holocaust beschrieben wird.

5. Fachdidaktischen Bemerkungen: Hier wird der Roman anhand der Dimensionen des Geschichtsbewusstseins von Hans-Jürgen Pandel bewertet und seine Eignung für den schulischen Kontext diskutiert.

6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über Schuld, Verantwortung und die Rezeption des Romans zusammen und betont dessen Bedeutung für die historische Bildung.

Schlüsselwörter

Der Vorleser, Bernhard Schlink, Schuldfrage, NS-Vergangenheit, Holocaust, Täterperspektive, Analphabetismus, Nachkriegsgeneration, Geschichtsbewusstsein, Fachdidaktik, Aufarbeitung, Identitätsbewusstsein, Moral, Literatur, Verjährungsdebatte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Bernhard Schlinks Roman „Der Vorleser“ im Kontext der historischen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit und untersucht dabei die zentralen Themen Schuld und Verantwortung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen zählen die Täter-Opfer-Problematik, der Umgang der Nachkriegsgeneration mit der deutschen Geschichte sowie die psychologische Auswirkung des Analphabetismus auf die moralische Bewertung der Hauptfigur.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Roman als Beitrag zur Bildung eines Geschichtsbewusstseins zu untersuchen und die fachdidaktische Eignung für den Einsatz im Geschichtsunterricht zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die literarische Analyse des Textes in Verbindung mit einer Einordnung in den historischen Kontext und einer kritischen Auseinandersetzung mit der Rezeptionsgeschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Autors, die Analyse der Romanstruktur und Protagonisten sowie die historische Kontextualisierung durch NS-Prozesse in den 60er Jahren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Schuldfrage, Täterperspektive, Analphabetismus, Geschichtsbewusstsein und historische Aufarbeitung.

Wie steht der Autor zur Kritik an seinem Roman?

Bernhard Schlink sieht die Vorwürfe, sein Roman sei eine Schuldrelativierung, als Fehldeutungen von Kritikern und betont, dass er vor allem das Verhältnis der Nachkriegsgeneration zur Elterngeneration beleuchten wollte.

Welche Bedeutung kommt dem Analphabetismus im Roman zu?

Der Analphabetismus dient als zentrales Element, das Hanna Schmitz nicht nur als Täterin, sondern auch als Opfer ihres Defizits erscheinen lässt und sie zu einem Leben in Isolation und Kampf gegen das Bekanntwerden dieses Geheimnisses zwingt.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Über Bernhard Schlinks Roman "Der Vorleser"
Untertitel
Autor, Inhalt, historischer Kontext und geschichtsdidaktische Kriterien
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)  (Institut für Geschichte und ihre Didaktik)
Veranstaltung
Zeitgeschichte im Roman
Note
1,0
Autor
Anna Lena Krumme (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
32
Katalognummer
V172590
ISBN (eBook)
9783640925766
ISBN (Buch)
9783640925575
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bernhad schlinks roman vorleser autor inhalt kontext kriterien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anna Lena Krumme (Autor:in), 2010, Über Bernhard Schlinks Roman "Der Vorleser", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172590
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  32  Seiten
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