Die folgende Seminararbeit wird die Geschichte der Evaluationsforschung, sowie der internationale Evaluationspraxis näher beleuchten. Die Arbeit soll einen grundlegenden Überblick zur Thematik darstellen. Um ein besseres Verständnis zu erzielen, wird zunächst auf den Begriff „Evaluation“ näher eingegangen, wobei die Perspektiven diverser Wissenschaftler präsentiert werden. Der zweite Teil der Arbeit wird sich mit Theorien und Methoden in der Evaluationsforschung auseinandersetzen, wobei vor allem die historische Entwicklung von Paradigmen im Vordergrund steht. Der Hauptteil der Arbeit fokussiert sich auf drei regionale Bereiche, in Bezug auf die Etablierung der Evaluation. Hauptaugenmerk liegt dabei auf den USA und Europa. Weiters wird auf die Entwicklung der Disziplin spezifisch in Deutschland eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Zur Begriffsklärung und Definition von „Evaluation“
2. Theorien und Methoden in der Evaluationsforschung
3. Zur internationalen Entwicklung der Evaluationsforschung
3.1. Evaluationsforschung und -Praxis in den USA
3.2. Evaluationsforschung und -Praxis in Europa
3.3. Evaluationsforschung und -Praxis in Deutschland
Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Überblick über die historische Entwicklung der Evaluationsforschung und -praxis. Dabei wird untersucht, wie sich die Disziplin international etabliert hat, um eine theoretische Grundlage für die Anwendung von Evaluationen in der Entwicklungszusammenarbeit zu schaffen.
- Historische Entwicklung der Evaluationsparadigmen
- Begriffliche Grundlagen und Definitionen von Evaluation
- Regionale Entwicklung in den USA, Europa und Deutschland
- Methodische Ansätze in der Evaluationsforschung
- Einfluss politischer Rahmenbedingungen auf die Evaluationspraxis
Auszug aus dem Buch
3.1 Evaluationsforschung und -Praxis in den USA
Wenn von der Entwicklung der Evaluationsforschung bzw. Evaluationspraxis die Rede ist, muss immer bedacht werden, dass das systematische Sammeln von Daten erst durch die Etablierung sozialwissenschaftlicher Methoden möglich wurde, und diese in Zusammenhang mit den Demokratisierungsprozessen dieses Jahrhunderts stehen.
Schon während der 30er und 40er Jahre wurden in den Vereinigten Staaten Evaluationsstudien durchgeführt, mit dem Ziel Reformprogramme zur Verminderung von Arbeitslosigkeit und zur Verbesserung der sozialen Sicherheit zu begleiten. Wissenschaftliche Pionierarbeiten in diesem Bereich stellen zum Beispiel die Arbeit von Lippitt und White über demokratische und autoritäre Führungsstile (Lippitt 1940; White/Lippitt 1953) sowie die Western-Electric Studie über die psychischen und sozialen Folgen technologischer Innovationen dar. Die U.S. Army versuchte vor allem während des Zweiten Weltkriegs Nutzen aus Evaluierungsstudien zu ziehen, und gab zum Beispiel Aufträge zur kontinuierlichen Messung der Stimmung in der Truppe und zur Evaluierung bestimmter Maßnahmen im Bereich des Personalwesens und der Propaganda (cf. Rossi u.a. 1988: 5).
In Folge großräumiger Bildungs-, Sozial-, Gesundheit-, Ernährungs-, und Infrastrukturprogramme startete in den USA während der Sechziger ein regelrechter Evaluationsboom, wobei in vielen Fällen Evaluationen sogar gesetzlich vorgeschrieben wurden und eigene Mittel dafür bereitgestellt wurden. Die Reform und Wohlfahrtsprogramme der demokratischen Präsidenten J.F.Kennedy und L.B.Johnson waren sehr bekannt, wobei das Ziel die Realisation einer „great society“ war, und die Evaluationsforschung dabei Zeuge, Rechtfertigungsinstrument, und Stimulator für diese Politik werden sollte (cf. Stockman 2006).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Es wird die Zielsetzung der Seminararbeit beschrieben, die einen Überblick über die Geschichte und Theorie der Evaluationsforschung sowie deren regionale Entwicklung geben soll.
1. Zur Begriffsklärung und Definition von „Evaluation“: Dieses Kapitel widmet sich der begrifflichen Abgrenzung der Evaluationsforschung gegenüber der klassischen Grundlagenforschung und präsentiert verschiedene wissenschaftliche Definitionen.
2. Theorien und Methoden in der Evaluationsforschung: Hier wird der historische Wandel der Paradigmen von der klassischen Erfolgsmessung bis hin zu konstruktivistischen und emanzipatorischen Ansätzen erläutert.
3. Zur internationalen Entwicklung der Evaluationsforschung: In diesem Hauptkapitel wird die Etablierung der Evaluation in den USA, Europa und Deutschland detailliert nachgezeichnet.
3.1. Evaluationsforschung und -Praxis in den USA: Die Entwicklung des US-amerikanischen Evaluationsmarktes, getrieben durch politische Reformprogramme und den Bedarf an Effizienzkontrollen, wird hier detailliert analysiert.
3.2. Evaluationsforschung und -Praxis in Europa: Dieses Kapitel betrachtet die verzögerte, aber zunehmend wichtige Etablierung von Evaluationen in Europa im Kontext der Wohlfahrtsstaat-Entwicklung und später des "New Public Management".
3.3. Evaluationsforschung und -Praxis in Deutschland: Es wird die spezifische deutsche Entwicklung thematisiert, die stark durch nationale bildungspolitische Krisen und Reformbedarfe geprägt war.
Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die Ergebnisse und verknüpft die globale Entwicklung der Evaluationsforschung mit ihrer Bedeutung für die Entwicklungszusammenarbeit.
Schlüsselwörter
Evaluation, Evaluationsforschung, Evaluationspraxis, Paradigmenwechsel, USA, Europa, Deutschland, Politische Reformen, Sozialwissenschaftliche Methoden, Nützlichkeit, Standardisierung, CIPP-Modell, Bildungskatastrophe, New Public Management, Qualitätskontrolle.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Geschichte und die internationale Entwicklung der Evaluationsforschung und der Evaluationspraxis, wobei ein besonderer Fokus auf den USA, Europa und Deutschland liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen die Begriffsklärung von Evaluation, die historischen Methodenentwicklungen, unterschiedliche Evaluationsmodelle sowie die institutionelle Etablierung in verschiedenen regionalen politischen Kontexten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die globale Entwicklung der Evaluation zu schaffen, um daraus Grundlagen für die Anwendung und Bedeutung von Evaluationen in der Entwicklungszusammenarbeit abzuleiten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden beleuchtet?
Die Arbeit beleuchtet den Übergang von positivistischen Messmethoden hin zu interpretativ-konstruktivistischen und emanzipatorischen Ansätzen sowie den Einsatz von Multimethoden-Designs.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die regionale Etablierung der Evaluationsforschung, beginnend mit dem "Boom" in den USA, gefolgt von den Entwicklungen in Europa und den spezifischen Rahmenbedingungen in Deutschland.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Evaluationsforschung, Paradigmenwechsel, Effizienz, politische Entscheidungsprozesse, CIPP-Modell und Qualitätsstandards in der Evaluation.
Was unterscheidet die Evaluationsforschung von der Grundlagenforschung?
Die Evaluationsforschung ist stärker anwendungsorientiert, meist durch Auftraggeber motiviert, an extern gesetzte Ziele gebunden und dient der Informationsfindung für politische Entscheidungsprozesse.
Welche Bedeutung hatte das CIPP-Modell in der historischen Entwicklung?
Das CIPP-Modell (Context, Input, Process, Product) erweiterte das Verständnis von Evaluation dahingehend, dass sie als kontinuierlicher Prozess zur Informationsfindung für Entscheidungen und nicht nur als reine Ergebnismessung begriffen wird.
- Arbeit zitieren
- Katharina Eder (Autor:in), 2008, Geschichte der Evaluationsforschung und Evaluationspraxis im internationalen Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172598