"Rassismen und Feminismen" von Brigitte Fuchs / Gabriele Habinger - eine Rezension


Rezension / Literaturbericht, 2008
6 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Rassismen und Feminismen

Ich habe dieses Buch gewählt, weil mich das Thema Rassismus in jeder Hinsicht interessiert, vor allem wollte ich die Zusammenhänge zwischen Feminismus und Rassismus kennenlernen.

Es entstand nach einem Symposium zum Thema „Rassismen und Feminismen: Differenzen und Machtverhältnisse zwischen Frauen, politische Solidarität und feministische Visionen“, welches im Oktober 1994 hier in Wien stattfand.

Das Werk beinhaltet Artikel von zwanzig Autorinnen verschiedensten Backgrounds und ist in vier Kapitel unterteilt:

1. Differenzen und Machtverhältnisse – Feministische Analysen
2. Rassismen und Nationalismen: Frauen als Täterinnen und Komplizen
3. Marginalität und Ausgrenzung
4. Feministische Visionen: Politische Solidarität – eine Utopie

„Frauen, die rassischen, ethnischen oder nationalen Minderheiten angehören, unterzogen den westlichen weißen Mainstream Feminismus einer umfassenden Kritik, wobei ihnen besonders das Paradigma einer gemeinsamen Unterdrückung aller Frauen inadäquat erschien“ [B. Fuchs, G. Habinger 1996: 7]

Ganz korrekt ist für mich persönlich diese Formulierung nicht, denn sie spricht vom westlichen weißen Feminismus. Wurde hier vergessen, daß es auch westliche weiße Frauen gibt, die gleichzeitig Europäerinnen aber auch Minderheit sind? Baskinnen, Burgenlandkroatinnen, Südtirolerinnen, Katalaninnen…

Ansonsten stellt das Buch ganz klar die Zusammenhänge zwischen Feminismus und Rassismus dar und viele Artikel regen zum reflektieren an.

Avtar Brah

Der erste Artikel von Avtar Brah ist inzwischen schon über zehn Jahre alt, hat aber von seiner Aktualität nichts eingebüßt. Europa hat seit dem Erscheinen dieses Artikels bereits zwei EU-Erweiterungen durchlebt, aber die Problematik wurde dadurch nicht geschmälert, im Gegenteil.

Trotz der Homogenisierungstendenzen für einen paneuropäischen Raum, oder vielleicht gerade deshalb, wird das Lokale wieder in den Vordergrund gerückt. Die Wurzeln dieses europäischen Zusammenrückens, der Neugestaltung, liegen bei Brah bereits im fernen Jahre 1492, in welchem nicht nur Kolumbus amerikanischen Boden betrat, sondern auch die maurische Herrschaft in Europa zu Ende war.

Heute liegt eine der Aufgaben dieser europäischen Bestrebungen, ein neues Europa entstehen zu lassen, ein Europa, welches nicht den Beigeschmack zweier Weltkriege, des Kolonialismus und des Nationalsozialismus trägt. Der Rassismus und Nationalismus, selbst der Genozid sind bis heute nicht zur Ruhe gekommen.

Brath hat sich mit dem Begriff „Rasse- race“ auseinandergesetzt, die Indikatoren des Rassismus besprochen, sie hat jene TheoretikerInnen, welche den Begriff Rassismus auf ein „ideologisches Phänomen“ einschränken, kritisiert.

Mehrmalig wies sie darauf hin, „[..] daß Rassismus immer ein geschlechtlich Strukturiertes Phänomen ist“ [Avtar Brah 1993: 28] aber „[..] weder auf die soziale Klasse, noch auf das Geschlecht reduzierbar ist“. [Avtar Brah 1993: 30].

Neben den Begriffen Rassismus und Geschlecht ging sie auf die Begriffe der Nation und Ethnizität ein, auf die Definition von ethnischen Gruppen.

Sie schafft es, die Verbindung zwischen Feminismus und Rassismus sehr klar herzustellen; Nationalismus ist sehr eng mit „rassischer Reinheit“ verbunden und „Die Besorgnis um `rassische Verunreinigung` kann patriarchale Ängste in Bezug auf die weibliche Sexualität wecken“ [Avtar Brah 1993: 34]. Frauen sind bei der Konstruktion und Produktion von nationalistischen Ideologien von zentraler Bedeutung, wie etwa im Nationalsozialismus, aber Frauen dienen auch als Symbolgestalten einer Nation, wie etwa die „Marianne“ in Frankreich. Die Frau ist ein Symbol männlicher Ehre, von Familienehre, hiermit kann man sich auch die Angriffe auf Frauen des Gegners, Vergewaltigungen in Kriegen erklären. Die Frau gilt als die Erhalterin von Rasse (hier bewußt nicht unter Anführungszeichen gesetzt!) und Nation.

[...]

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
"Rassismen und Feminismen" von Brigitte Fuchs / Gabriele Habinger - eine Rezension
Hochschule
Universität Wien
Note
1
Autor
Jahr
2008
Seiten
6
Katalognummer
V172605
ISBN (eBook)
9783640925476
Dateigröße
405 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rassissmen, feminismen, brigitte, fuchs, gabriele, habinger, rezension
Arbeit zitieren
Katharina Eder (Autor), 2008, "Rassismen und Feminismen" von Brigitte Fuchs / Gabriele Habinger - eine Rezension, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172605

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