Alte vs. neue Rechnungslegung auf der Aktivseite der Bilanz und dessen Auswirkungen für die Unternehmen


Seminararbeit, 2009

31 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung

2 Allgemeines zum BilMoG

3 Änderungen auf der Aktivseite der Bilanz
3.1 Aktivierung derivativer Geschäfts- und Firmenwerte
3.2 Aufhebung bestimmter aktiver Rechnungsabgrenzungen
3.3 Aktive Ansetzung latenter Steuern
3.4 Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände
3.5 Bewertung von Finanzinstrumenten zum Marktwert

4 Auswirkungen für die Unternehmen
4.1 Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände
4.2 Aktive Ansetzung latenter Steuern

5 Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Gegenstand des BilMoG

Abbildung 2: Vergleich der Größenkriterien des § 267 HGB nach HGB a.F. und BilMoG

Abbildung 3: Größenabhängige Erleichterungen

Abbildung 4: Größenabhängige Erleichterungen

Abbildung 5: Konzeptionelle Änderungen durch BilMoG

Abbildung 6: Prüfungsschema zur Beurteilung der Aktivierungsfähigkeit selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände nach BilMoG

Abbildung 7: Aktivierung der Herstellungskosten von immateriellen Vermögensgegenständen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Seit dem Bilanzrichtliniengesetz (BiRiLiG) 1985 ist das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) die größte Bilanzrechtsreform in Deutschland.1 Das übergeordnete Ziel dieser Re- form war es, das HGB an die internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) anzuglei- chen. Jedoch sollte die Bilanzierung nach der neuen Form des HGB nicht so kostenintensiv sein wie die Rechnungslegung nach den IFRS.2 Die Eckpfeiler des HGB bleiben erhalten, sodass die Handelsbilanz weiter als Grundlage der Ausschüttungsbemessung und der steu- erlichen Gewinnermittlung dient.3 Ein weiterer Grund, warum von einer kompletten Umstel- lung auf die IFRS abgesehen wurde, war die Entlastung der kleinen und mittelgroßen Unter- nehmen von der aufwendigeren und noch teureren Bilanzierung nach den IFRS.4 Mit dieser Reform wurde also eine eigenständige und dauerhafte Bilanzierungsgrundlage für deutsche Unternehmen geschaffen.5 Dennoch verändert das BilMoG die Rechnungslegung umfassend und grundlegend.6 Alle Gebiete der Bilanzierung sind davon betroffen.7 Für die Unternehmen kommen also große Herausforderungen bei der Umsetzung des BilMoG, der Bilanzierung sowie der Bilanzanalyse zu.8

1.2 Gang der Untersuchung

Die nachfolgende Arbeit ist in fünf Kapitel unterteilt. In Kapitel 2 wird zunächst „Allgemeines“ wie die historische Entwicklung des BilMoG und die Deregulierung bearbeitet. Zur Deregulie- rung findet sich im Anhang zusätzlich eine eigene kritische Untersuchung. In Kapitel 3 wer- den dann explizit diverse Änderungen auf der Aktivseite der Bilanz durch Gegenüberstellung von alter und neuer Rechnungslegung behandelt. Aus Platzgründen können nicht alle Ände- rungen bearbeitet werden. Deshalb findet in diesem Kapitel eine Abgrenzung statt. Nachfol- gend in Kapitel 4 werden die Auswirkungen für die Unternehmen ausgearbeitet. Der Fokus hierbei wird auf die selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenstände und die aktive Ansetzung latenter Steuern gelegt. Im letzten Kapitel wird abschließend zusammenfassend ein Fazit aus der Modernisierung des HGB gezogen und die Frage der Vorteilhaftigkeit und Notwendigkeit geklärt.

2 Allgemeines zum BilMoG

Das BilMoG hat mit der ersten Ankündigung im Februar 2003 und der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt einen relativ langen Entstehungsweg hinter sich.9 Im November 2007 wurde der Referentenentwurf des BMJ vorgelegt. Nach acht folgenden Zwischenschritten stimmte der Bundesrat dann im April 2009 dem Gesetz zu.10 Mit dem Tag nach Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt am 25. Mai 2009 ist das BilMoG in Kraft getreten.11

Kapitalmarktorientierte Mutterunternehmen müssen seit 2005 nach den IFRS bilanzieren. Festgelegt wurde dies im § 315a Abs. 1 HGB.12 Vom BilMoG sind aber nun alle deutschen Unternehmen betroffen.13 (Siehe hierzu auch Abb. 1 im Anhang.) Um die Kosten für die klei- nen und mittelgroßen Unternehmen jedoch so gering wie möglich zu halten, werden Einzel- kaufleute, die nicht mehr als 50.000,00 EUR Gewinn und nicht mehr als 500.000,00 EUR Umsatz in zwei aufeinander folgenden Jahren erzielen, von der Buchführungspflicht und von der Pflicht zur Erstellung eines Inventars nach § 241a HGB n.F. befreit.14 Bei einer Neugrün- dung eines Unternehmens greift diese Regelung schon dann, wenn die Werte nach dem ersten Abschlussstichtag nicht überschritten werden.15 Zudem sind Einzelkaufleute nunmehr von der Pflicht zur Erstellung eines Jahresabschlusses befreit, sofern sie die oben genann- ten Werte nicht überschreiten.16

Des Weiteren erfolgt eine Anhebung der Schwellenwerte zur Einordnung von kleinen, mittel- großen und großen Kapitalgesellschaften.17 Kapitalgesellschaften gelten dann als klein, wenn sie in zwei aufeinanderfolgenden Jahren nicht zwei der folgenden Werte überschreiten. Bilanzsumme: 4,84 Mio. EUR, Umsatzerlöse: 9,68 Mio. EUR und durchschnittliche Arbeit- nehmerzahl: 50.18 Mittelgroße Kapitalgesellschaften liegen über zwei der vorher genannten Werte und übersteigen mindestens zwei der nachstehenden Merkmale nicht. Bilanzsumme: 19,25 Mio. EUR, Umsatzerlöse: 38,50 Mio. EUR und durchschnittliche Arbeitnehmerzahl: 250. Wenn mindestens zwei der Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft überschritten wurden, handelt es sich um eine große Kapitalgesellschaft.19 (Siehe hierzu auch Abb. 2 im Anhang.) Bei Neugründungen von Kapitalgesellschaften gilt dieselbe Rege- lung wie bei den Einzelkaufleuten.20 Kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften sind immer als große Kapitalgesellschaften einzustufen.21 Durch die Anhebung der Schwellenwerte kön- nen mehr Unternehmen Erleichterungen und Befreiungen in Anspruch nehmen.22 (Siehe hierzu auch Abb. 3 und 4 im Anhang.)

3 Änderungen auf der Aktivseite der Bilanz

3.1 Aktivierung derivativer Geschäfts- und Firmenwerte

Mit dem derivativen Geschäfts- oder Firmenwert oder dem derivativen Goodwill ist der Wert gemeint, der sich bei tatsächlichem Erwerb eines Unternehmens ergibt.23 Im Gegensatz zum originären Goodwill, der den Wert des Vermögens wiedergibt, der über dem Zeitwert liegt.24 Der derivative Goodwill entsteht aus dem Kaufpreis abzüglich des aktuellen Werts der Vermögensgegenstände und zuzüglich der Schulden bei Übernahme.25

Bislang sah der § 255 Abs. 4 Satz 1 HGB a.F. ein Aktivierungswahlrecht vor.26 Den Unter- nehmen stand es frei, den Geschäfts- oder Firmenwert entweder komplett oder zum Teil an- zusetzen. Er konnte auch direkt als Aufwand erfasst werden.27 Grund hierfür war die Diskus- sion um die Rechtsnatur des derivativen Geschäfts- oder Firmenwerts. Es war nicht klar, ob der Geschäfts- oder Firmenwert eine Bilanzierungshilfe, ein Vermögensgegenstand oder ein Posten besonderer Art ist. Diese Diskussion wurde durch das BilMoG beendet.28 Jedoch nicht mit der Klärung, ob der derivative Geschäfts- oder Firmenwert nun ein Vermögensge- genstand ist, sondern mit Hilfe der Fiktion (§ 255 Abs. 4 HGB a.F. entfällt).29

Mit dem § 246 Abs. 1 Satz 4 HGB n.F. besteht nun eine Aktivierungspflicht.30 Durch diese Aktivierungspflicht wurde das HGB durch das BilMoG an die IFRS und die Steuerbilanz nach dem EStG angeglichen. Bestätigung findet die neue Aktivierungspflicht durch den § 7 Abs. 1 Satz 3 EStG in dem der derivative Geschäfts- oder Firmenwert auf fünfzehn Jahre steuerlich abgeschrieben wird und somit eine Ansetzung zwingend notwendig ist.31 Handelsrechtlich wird der Goodwill allerdings anders abgeschrieben: Zulässig ist eine planmäßige Abschrei- bung über fünf Jahre.32 Setzt das Unternehmen mehr als fünf Jahre Nutzungsdauer an, so muss dies im Anhang nach § 285 Nr. 13 HGB n.F. angezeigt werden.33 Außerplanmäßige Abschreibungen sind ebenfalls möglich. Jedoch muss der niedrigere Wertansatz auch dann beibehalten werden, wenn die Gründe dafür nicht mehr bestehen. Es wird davon ausgegangen, dass die Besserung des Wertes aufgrund unternehmerischer Tätigkeit eingetreten ist (§ 253 Abs. 5 Satz 2 HGB n.F.).34 Der Gesetzgeber verhindert somit eine „schleichende Nachaktivierung“ des originären Goodwill.35

3.2 Aufhebung bestimmter aktiver Rechnungsabgrenzungen

Der § 250 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB beinhaltete ein Wahlrecht nach dem Unternehmen be- stimmte Zölle, Verbrauchssteuern und Umsatzsteuern als Aufwendungen über Rechnung- sabgrenzungsposten in der Handelsbilanz aktivieren durften.36 Die Verbrauchsteuern und Zölle mussten allerdings auf einen Vermögensgegenstand des Vorratsvermögens anfallen, der am Abschlussstichtag auszuweisen war.37 Eine weitere Einschränkung war, dass die Verbrauchssteuern und Zölle im Zuge des Vertriebs anfallen mussten. Sie durften demnach nicht den Anschaffungs- und Herstellungskosten zuzuordnen sein. Der Zweck dieser Vor- schrift war, die Aufwendungen von Zöllen und Verbrauchssteuern periodengenau zu bilan- zieren.38 Nach einem BFH-Urteil mussten Unternehmen auch die Umsatzsteuer auf erhalte- ne Anzahlungen erfolgswirksam über die Bruttomethode passivieren.39 Um den daraus resul- tierenden Steuerausfällen entgegen zu wirken, wurde im § 5 Abs. 5 Satz 2 Nr. 2 EStG eine Pflicht verankert, nach der die Umsatzsteuer erfolgsneutral über einen aktiven Rechnung- sabgrenzungsposten darzustellen war. Um eine Einheitsbilanz erstellen zu können, wurde dann ein Wahlrecht in Form des § 250 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 HGB ins Handelsrecht eingebun- den (Maßgeblichkeit).40

Mit der Aufhebung des § 250 Abs. 1 Satz 2 HGB müssen nun Verbrauchssteuern und Zölle, sofern sie den Vertriebskosten zugeordnet werden können, sofort erfolgswirksam erfasst werden. Die Bilanzierung der Umsatzsteuer kann nach der Aufhebung des § 250 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 HGB über die Nettomethode erfolgen. Die Verbuchung nach dieser Methode ist nicht erfolgswirksam und tangiert somit das Unternehmensergebnis nicht.41 Der Gesetzgeber hat jedoch keine Vorschrift erlassen, die besagt, dass die Bruttomethode nicht mehr angewandt werden darf.42 Es ist aber davon auszugehen, dass bei den Unternehmen hauptsächlich die Nettomethode Anwendung findet.43 Der steuerliche Abschluss bleibt von all dem unberührt, das heißt, der § 5 Abs. 5 Satz 2 EStG bleibt unverändert bestehen.44 Eine Diskrepanz zwischen Handelsbilanz und steuerlichem Abschluss wird also eintreten, auch wenn nach der Nettomethode gebucht wird, da der fehlende aktive Rechnungsabgrenzungsposten das Vermögen der Handelsbilanz geringer ausfallen lässt als das der Steuerbilanz. Eine Bildung von aktiven latenten Steuern wird daher notwendig.45

3.3 Aktive Ansetzung latenter Steuern

Aktive latente Steuern kommen durch den Unterschied zwischen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz zustande. Sie bergen zukünftige Steuererleichterungen.46 Bisher wurden latente Steuern in Deutschland nach dem Timing-Konzept, das sich an der Gewinn- und Verlust- rechnung orientiert, gebildet.47 Nach diesem Konzept können latente Steuern nur dann ge- bildet werden, wenn im Vergleich von Steuerbilanz und Handelsbilanz das Jahresergebnis ein Unterschied aufweist.48 Dieser Unterschied muss zeitlich begrenzt sein und er muss sich ergebniswirksam, sowohl bei der Entstehung als auch bei der Auflösung, auf die GuV aus- wirken. Geregelt war dies im alten § 274 HGB.49 Ausgenommen hiervon sind dauerhafte Dif- ferenzen von Handels- und Steuerbilanz, die sich im Laufe der Zeit nicht wieder umkehren werden.50 Nach herrschender Meinung ebenso nicht steuerlich abgrenzbar, sind sogenannte quasi-permanente Unterschiede, die sich erst zu einem noch nicht abschätzbaren Zeitpunkt oder bei der Unternehmensauflösung ausgleichen.51

Durch das BilMoG werden die Diskrepanzen zwischen der Steuer- und der Handelsbilanz noch vergrößert.52 Nicht zuletzt durch den Wegfall des § 5 Abs. 1 Satz 2 EStG, der das Prin- zip der umgekehrten Maßgeblichkeit beinhaltete.53 Deshalb kommt den latenten Steuern eine größere Bedeutung zu.54 Mit dem Wechsel vom Timing-Konzept auf das Temporary-Konzept (§ 247 HGB n.F.) werden nun nicht nur die Differenzen steuerlich abgegrenzt, die zeitlich begrenzt sind und sich ergebniswirksam auf die GuV auswirken, sondern alle Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz. Auch die, die erfolgsneutral oder quasi-permanent sind. Nicht abgegrenzt werden jedoch Unterschiede, wie beim Timing-Konzept, die einen dauerhaften Charakter aufzeigen.55 (Siehe hierzu auch Abb. 5 im Anhang.)

Mit der Übernahme des Temporary-Konzepts durch das BilMoG in das HGB wurde die Internationalisierung im Bereich der latenten Steuern geschafft. Hierdurch haben die latenten Steuern auch ihre Rechtsnatur verloren. Sie sind nun ein Posten besonderer Art und keine Bilanzierungshilfe (Abgrenzungsposten) mehr.56 Aktive latente Steuern sind aus diesem Grund als Forderungen anzusehen.57

Der § 274 HGB n.F. sieht weiterhin ein Ansatzwahlrecht für aktive latente Steuern vor. Ge- nauer kann der Unternehmer, wenn die aktiven latenten Steuern die passiven latenten Steu- ern saldiert übersteigen, wählen, ob er diese in der Bilanz ansetzt. Jedoch unter dem Vorbe- halt des Ansatzstetigkeitsgebots.58 Die Entscheidung des Gesetzgebers ist auf die erhöhten Kosten zurückzuführen, welche für den Nachweis der Wahrscheinlichkeit von aktiven laten- ten Steuern aufgewendet werden müssen.59 So kommen auf große Kapitalgesellschaften zusätzliche Anhangangaben nach § 288 Abs. 1 und 2 HGB in Verbindung mit § 385 Nr. 29 HGB n.F. zu.60 Des Weiteren gilt für den Überhang der aktiven latenten Steuern eine Aus- schüttungssperre (§ 268 Abs. 8 Satz 2 HGB n.F.).61 Ausgeschüttet werden darf nur, wenn ausreichende frei verfügbare Rücklagen oder Ergebnisvorträge vorhanden sind.62 Für die passiven latenten Steuern gilt ein Ansatzgebot. Wenn also die passiven latenten Steuern nach der Saldierung mit den aktiven latenten Steuern überwiegen, gilt ein Ansatzgebot.63 Die aktiven und passiven latenten Steuern können durch das neue Ausweiswahlrecht im § 274 Abs. 1 Satz 3 HGB n.F. auch unverrechnet ausgewiesen werden.64

Im § 274 Abs. 2 Satz 1 HGB n.F. ist die Bewertung der latenten Steuern geregelt. Zur Be- wertung stehen zwei Methoden zur Auswahl, die Deferral-Methode und die Liabilitiy- Methode. Die Deferral-Methode (Abgrenzungsmethode) orientiert sich an der dynamischen Bilanztheorie und soll ein periodengerechtes Ergebnis sicherstellen. Die Liability-Methode (Verbindlichkeitsmethode) jedoch richtet sich nach der statischen Bilanztheorie und soll die Vermögenslage des Unternehmens korrekt aufzeigen. Die aktiven latenten Steuern waren - wie oben bereits beschrieben- ein Abgrenzungsposten und wurden aufgrund dessen nach der Deferral-Methode bewertet. Da die aktive Steuerlatenz nun ein Posten eigener Art ist, wird diese als Forderung betrachtet und somit nach der Liability-Methode bewertet.65 Die Unternehmen bewerten die Steuerlatenzen mit ihrem individuellen Steuersatz zum Auflösungszeitpunkt.66 Bei Steueränderungen durch den Gesetzgeber werden Steuerlatenzen aus Vorperioden mit dem neuen Steuersatz angepasst.67 Die Steuerbe- und Steuerentlastungen sind nicht abzuzinsen.68

3.4 Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände

Als immaterielle Vermögensgegenstände werden Güter bezeichnet, die körperlich nicht fassbar sind. Beispielsweise Rechte, Patente und Lizenzen.69 Ebenso sind die immateriellen Vermögensgegenstände nicht monetär wie zum Beispiel Forderungen und Verbindlichkeiten, welche unter die finanziellen Güter fallen.70

Bisher galt für die selbst erstellten - nicht entgeltlich erworbenen - immateriellen Vermögensgüter des Anlagevermögens nach § 248 Abs. 2 HGB a.F. ein Aktivierungsverbot.71 Aktiviert werden durften nur entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände.72 Durch das BilMoG wurde dieser Paragraph modernisiert und ein Wahlrecht geschaffen. Herstellungskosten, die auf die Entwicklung mit Beginn nach dem 01.01.2010 anfallen, dürfen aktiviert werden.73 Jedoch können nicht alle immateriellen Vermögensgegenstände in der Bilanz angesetzt werden. Sie müssen den Tatbestand eines Vermögensgegensands erfüllen. Im Gesetz ist hierzu keine eindeutige Definition enthalten. In der maßgeblichen Literatur muss ein Vermögensgegenstand folgende Merkmale aufweisen:

- Selbstständige Verkehrsfähigkeit: Der Gegenstand muss einzeln übertragbar sein.
- Wirtschaftlicher Wert: Der Gegenstand muss für das Unternehmen einen relativ ho- hen wirtschaftlichen Wert haben.
- Selbstständige Bewertbarkeit: Der Gegenstand muss bezüglich seines Wertes, auch in der Zukunft, bewertbar sein.

In der Fachliteratur werden diese Merkmale für immaterielle Vermögensgegenstände als abstrakte Aktivierungsfähigkeit bezeichnet.74

[...]


1 Vgl. Hahn, K. (2009), S. 1.

2 Vgl. Kessler, H. (2009), S. 45.

3 Vgl. Petersen, K./Zwirner, C. (2009), S. 5.

4 Vgl. Rossmanith, J. (2009), S. 52.

5 Vgl. Böcking, H.-J./Gros, M. (2009), S. 1325.

6 Vgl. Solmecke, H. et al. (2009), S. 124.

7 Vgl. Rossmanith, J. (2009), S. 52.

8 Vgl. Göllert, K. (2009), S. 1773 f.

9 Vgl. Petersen, K./Zwirner, C. (2009), S. 7 ff.

10 Vgl. Hahn, K. (2009), S. 1.

11 Vgl. Petersen, K./Zwirner, C. (2009), S. 9.

12 Vgl. Obermaier, R. (2009), S. 545.

13 Vgl. Hahn, K. (2009), S. 2.

14 Vgl. Scheffler, E. (2009), S. R214.

15 Vgl. Schmidt, T. (2009), S. 242.

16 Vgl. Budde, T./Heusinger-Lange, S. (2009), S. 71; eigene kritische Untersuchung im Anhang.

17 Vgl. Böhm, A./Gewinnus, J. (2009), S. 44.

18 Vgl. Zwirner, C. (2009), S. 371.

19 Vgl. Pöller, R. (2009), S. 200.

20 Vgl. Rossmanith, J. (2009), S. 55.

21 Vgl. Scheffler, E. (2009), S. R215.

22 Vgl. Petersen, K./Zwirner, C. (2009a), S. 24.

23 Vgl. Küting, K. et al. (2009), S. 716.

24 Vgl. Hennrichs, J. (2009), S. 376.

25 Vgl. Engel-Ciric, D. (2009), S. 445.

26 Vgl. Küting, K. (2008), S. 1333.

27 Vgl. Hall van, G./Kessler, H. (2009), S. 136.

28 Vgl. Hennrichs, J. (2009), S. 369.

29 Vgl. Hall van, G./Kessler, H. (2009), S. 134 ff.

30 Vgl. Günter, S. (2009), S. 398 f.

31 Vgl. Hennrichs, J. (2009), S. 369.

32 Vgl. Rossmanith, J. (2009), S. 57.

33 Vgl. Zwirner, C./Künkele, K. (2009), S. 305.

34 Vgl. Rossmanith, J. (2009), S. 57.

35 Vgl. Hennrichs, J. (2009), S. 376.

36 Vgl. Petersen, K./Zwirner, C./Künkele, K. (2009), S.11.

37 Vgl. Pfirmann, A./Schäfer, R. (2009), S. 133.

38 Vgl. Bieg, H. et al. (2009), S. 58.

39 Vgl. Hall van, G. (2009), S. 333.

40 Vgl. Brösel, G./Mindermann, T./Böcker, C. (2009), S. 453.

41 Vgl. Bieg, H. et al. (2009), S. 58 f.

42 Vgl. Brösel, G./Mindermann, T./Böcker, C. (2009), S. 455.

43 Vgl. Hall van, G. (2009), S. 334.

44 Vgl. Petersen, K./Zwirner, C./Künkele, K. (2009), S.11.

45 Vgl. Brösel, G./Mindermann, T./Böcker, C. (2009), S. 455.

46 Vgl. http://www.vnr.de/b2b/steuern-buchfuehrung/controlling/latente-steuern-in-der-ifrs-rechnungslegung- aktive-latente-steuern-teil-4.html (Zugriffsdatum: 13.11.2009).

47 Vgl. Cassel, J./Hall van, G./Kessler, H. (2009), S. 388.

48 Vgl. Kühne, E./Melcher, W./Wesemann, M. (2009), S. 1006.

49 Vgl. Pöller, R. (2009a), S. 491 f.

50 Vgl. Küting, K./Seel, C. (2009) S. 502.

51 Vgl. Cassel, J./Hall van, G./Kessler, H. (2009), S. 388 f.

52 Vgl. Kühne, E./Melcher, W./Wesemann, M. (2009), S. 1006.

53 Vgl. Reinke, R./Martens, S. (2009), S. 22.

54 Vgl. Kühne, E./Melcher, W./Wesemann, M. (2009), S. 1006.

55 Vgl. Zwirner, C./Künkele, K. (2009a), S. 487.

56 Vgl. Kühne, E./Melcher, W./Wesemann, M. (2009), S. 1006 f.

57 Vgl. Hahn, K. (2009), S. 58.

58 Vgl. Zwirner, C./Künkele, K. (2009a), S. 490.

59 Vgl. Cassel, J./Hall van, G./Kessler, H. (2009), S. 394.

60 Vgl. Hahn, K. (2009), S. 68.

61 Vgl. Prinz, U. (2009), S. 1032.

62 Vgl. Kühne, E./Melcher, W./Wesemann, M. (2009), S. 1011.

63 Vgl. § 274 Abs. 1 Satz 1 HGB n.F.

64 Vgl. Prinz, U. (2009), S. 1033.

65 Vgl. Hahn, K. (2009), S. 58 f.

66 Vgl. Heyd, R./Kreher, M. (2009), S. 95.

67 Vgl. Kessler, H. (2009b), S. 721.

68 Vgl. Kühne, E./Melcher, W./Wesemann, M. (2009), S. 1008.

69 Vgl. Niggemann, K./Simmert, D. (2009), S. 488.

70 Vgl. Küting, K./Ellmann, D. (2009), S. 266.

71 Vgl. Hall van, G./Kessler, H. (2009), S. 139.

72 Vgl. Hahn, H./Wilkens, K. (2000), S. 79.

73 Vgl. Rossmanith, J./Funk, W./Eha, C. (2009), S. 386.

74 Vgl. Wenk, M./Jagosch, C. (2009), S. 20; Küting, K./Ellmann, D. (2009), S. 267 f.; Krag, J./Mölls, S. (2001), S. 62 ff.; Hoyos, M./Huber, F. (2006), S. 175.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Alte vs. neue Rechnungslegung auf der Aktivseite der Bilanz und dessen Auswirkungen für die Unternehmen
Hochschule
Hochschule Albstadt-Sigmaringen; Sigmaringen
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
31
Katalognummer
V172692
ISBN (eBook)
9783640926855
ISBN (Buch)
9783640927036
Dateigröße
1416 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
BilMoG, HGB, Immaterielle Vermögensgegenstände, Latente Steuer, Steuerlatenz, Aktivseite, Derivativer Firmenwert, Derivatver Goodwill, Aktive latente Steuer, Rechnungsabgrenzungsposten, Finanzinstrumente
Arbeit zitieren
Tobias Niess (Autor), 2009, Alte vs. neue Rechnungslegung auf der Aktivseite der Bilanz und dessen Auswirkungen für die Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172692

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