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Perspektiven der Soziokultur

Ziele, Konzeptionen und aktuelle Tendenzen

Title: Perspektiven der Soziokultur

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ida Blick (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Summary Excerpt Details

"Die besondere Fähigkeit von Soziokultur, mit kreativen Mitteln schnell auf gesellschaftliche
Zusammenhänge reagieren zu können, ist jetzt mehr als gefragt."
So Gerd Dallmann und Cornelia Lüddemann in der Zeitschrift "Soziokultur". "Kultur für alle und von allen" dürfe nicht als Thema von gestern behandelt werden, sondern sei aktueller Auftrag. Eine Kultur für alle also scheint das Ziel der Soziokultur. Doch was ist Soziokultur eigentlich? In den frühen 70er Jahren der westdeutschen Bundesrepublik wurden auf Basis der Neuen Sozialen Bewegungen Initiativen und später Vereine gebildet, mit dem Ziel ihre Vorstellungen von einem neuen Gesellschaftsmodell zu
verwirklichen. Besonders Kultur war dabei ein wichtiger Baustein. So sollte aktiv eine „Gegenkultur“ gelebt werden, die sich durch ein neues und anderes Kulturverständnis wie beispielsweise mehr künstlerische Selbstbetätigung und auch
die Ästhetisierung des Alltäglichen ausdrückte.Im Rahmen der Neuen Kulturpolitik der SPD und besonders unter Hermann Glaser bildete sich schließlich in den siebziger Jahren der
Begriff der „Soziokultur“. Heute versteht man darunter "die Summe aus allen kulturellen, sozialen und politischen Interessen und Bedürfnissen einer Gesellschaft beziehungsweise einer
gesellschaftlichen Gruppe" und so auch die dafür notwendige kulturelle Praxis, die aus den lokalen Gegebenheiten resultiert. Gerade in Bezug auf die aktuelle politische und finanzielle Lage, die sich größtenteils negativ auf die von der Öffentlichkeit betrachtete Relevanz kultureller Einrichtungen und besonders soziokultureller Aktivitäten auswirkt, ist das Thema "Soziokultur" so aktuell wie schon lange nicht mehr.
Beginnen wird die Arbeit mit den Zielen und Konzeptionen der Soziokultur, um danach auch auf die kulturpolitische Sicht dieser Kulturpraxis einzugehen. Als nächster Unterpunkt soll dann Protestkultur sowohl aus kulturwissenschaftlicher Perspektive betrachtet werden, als auch an dem aktuellen Beispiel "Stuttgart 21"
veranschaulicht werden. letztlich soll ein Ausblick auf die Zukunft gestellt werden. Ziel der Arbeit ist es, die aktuelle gesellschaftliche Lage in einen kulturwissenschaftlichen Zusammenhang zu betten, um die gegenwärtigen
Tendenzen von (sozio)kulturellen Aktivitäten zu erläutern und die Frage nach einer "Kultur für alle und von allen" zu klären.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Soziokultur - Kultur für alle? Abriss einer Entwicklungsgeschichte

2. Perspektiven der Soziokultur

2.1 Ziele und Konzeptionen

2.2 Soziokultur aus dem kulturpolitischen Blickwinkel

2.3 Protestkultur als Ausdruck der Soziokultur

2.3.1 Die Demokratisierung der Kultur: Protest aus kulturwissenschaftlicher Perspektive

2.3.2 Beispiel "Stuttgart 21"

3. Chancen der Soziokultur heute

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Soziokultur in ihrer historischen Entwicklung sowie in ihrer gegenwärtigen kulturpolitischen und gesellschaftlichen Relevanz. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwieweit Soziokultur als Prinzip für eine "Kultur für alle" fungieren kann und welche Rolle sie im demokratischen Prozess der Gesellschaft einnimmt.

  • Historische Herleitung und Begriffsbestimmung der Soziokultur
  • Kulturpolitische Einordnung und soziokulturelle Praxis
  • Wechselwirkungen zwischen Protestkultur und demokratischer Teilhabe
  • Analyse des Fallbeispiels "Stuttgart 21" als Ausdruck soziokulturellen Engagements
  • Perspektiven und zukünftige Chancen für soziokulturelle Arbeit

Auszug aus dem Buch

2.3.2 Beispiel "Stuttgart 21"

Das Projekt "Stuttgart 21" steht für ein milliardenschweres Bauvorhaben: Der Stuttgarter Kopfbahnhof soll samt seinen Zu- und Abfahrtsgleisen für 4,1 Milliarden Euro in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof umgebaut werden. Gegengutachten rechnen stattdessen mit Kosten von mindestens 6,3 Milliarden Euro. Im Zuge der Planung und Umsetzung dieses Projekts machten sich immer mehr Gegenstimmen breit, aus denen sich schließlich Protestbündnisse bildeten. An den Demonstrationen beteiligten sich zehntausende Bürger. Beispielsweise fanden seit November 2009 wöchentlich sogenannte "Montagsdemonstrationen" mit mehreren tausend Teilnehmern statt. Im Sommer 2010 gab es zudem mehrere Protestveranstaltungen im Schlossgarten am Ort der geplanten Baugrube mit jeweils mehreren tausend Demonstranten.

Ein wichtiger Faktor bei der Organisation dieser Protestaktionen waren und sind immer noch die sogenannten "Neuen Medien". Auch Joachim Scharloth betont, dass der Medienwandel ein wichtiger Katalysator für Veränderungen von sozialen Bewegungen ist. Das Internet ermögliche ganz neue und effiziente Formen von Protest, da dieser über Foren, Blogs, oder Mailinglists organisiert werde. Auch im Bezug auf "Stuttgart 21" können sich Interessierte auf unterschiedlichsten Webseiten oder via Twitter informieren. "Der Protest ist [...] multimedial und gut vernetzt", schreibt David Weyand im Stern am 9. Oktober 2010.

Doch auch andere kulturelle Ausdrucksformen finden sich in der gut organisierten Anti-Stuttgart 21-Kampagne. So begannen die Protestierenden, den Bauzaun, der den Abriss des Nordbahnhofs vor Störungen sicherte, als Folie zu nutzen - sei es durch Plakate, Karikaturen, Collagen oder persönliche Gegenstände. Auf diese Weise wurde der Zaun durch die originellen und witzigen Kunstwerke zu einem Manifest des bürgerlichen Aufbegehrens. An jener großen, kreativen Protestwand um den mittlerweile abgerissenen Nordflügel des Hauptbahnhofs entstand ein Ort des Austauschs und der Diskussion - ein „Dialog am Bauzaun“, der die bemerkenswerte Vielfalt politischer Botschaften der Projektgegner von "Stuttgart 21" dokumentiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Soziokultur - Kultur für alle? Abriss einer Entwicklungsgeschichte: Dieses Kapitel führt in die Entstehung der Soziokultur aus den Neuen Sozialen Bewegungen der 70er Jahre ein und erläutert den Anspruch einer Demokratisierung der Kultur.

2. Perspektiven der Soziokultur: Hier werden die theoretischen Grundlagen, die Zielsetzungen und die kulturpolitische Einbettung der Soziokultur erörtert, ergänzt durch eine Analyse von Protestkultur als Ausdruck soziokulturellen Handelns.

3. Chancen der Soziokultur heute: Das abschließende Kapitel reflektiert die zukünftigen Herausforderungen und Potenziale der Soziokultur im Hinblick auf soziale Integration und bürgerschaftliches Engagement.

Schlüsselwörter

Soziokultur, Kulturpolitik, Demokratisierung, Protestkultur, Stuttgart 21, Neue Soziale Bewegungen, kulturelle Teilhabe, bürgerschaftliches Engagement, Kultur für alle, Soziokulturelle Praxis, gesellschaftliche Integration, Kommunikation, Medienwandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Definition, der historischen Entwicklung und der gesellschaftlichen Bedeutung von Soziokultur im modernen Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit fokussiert sich auf Ziele und Konzeptionen der Soziokultur, ihre Rolle in der Kulturpolitik sowie die Verbindung von Protestbewegungen mit soziokulturellen Ausdrucksformen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die aktuelle gesellschaftliche Lage in einen kulturwissenschaftlichen Kontext zu betten und zu klären, inwiefern Soziokultur das Prinzip "Kultur für alle" erfüllen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Literaturanalyse sowie auf die Auswertung von Zeitungsartikeln und aktuellen Quellen, um das Forschungsfeld zu erschließen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung, die kulturpolitische Einordnung und eine praxisnahe Analyse des Protestphänomens anhand des Beispiels "Stuttgart 21".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind unter anderem Soziokultur, Demokratisierung, Protestkultur, kulturelle Teilhabe und gesellschaftliche Integration.

Welche Rolle spielen die "Neuen Medien" für die im Dokument behandelten Proteste?

Sie dienen als Katalysator, da sie effiziente Organisationsformen für Proteste ermöglichen und die Vernetzung der Akteure über soziale Plattformen und Webseiten fördern.

Warum wird das Beispiel "Stuttgart 21" als zentrales Fallbeispiel herangezogen?

Es dient als Paradebeispiel für eine moderne Protestkultur, die sowohl politische Anliegen als auch vielfältige kulturelle Ausdrucksformen und kreative Mittel des zivilgesellschaftlichen Widerstands vereint.

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Details

Title
Perspektiven der Soziokultur
Subtitle
Ziele, Konzeptionen und aktuelle Tendenzen
College
http://www.uni-jena.de/  (Volkskunde/Kulturgeschichte)
Course
Kultur für alle? - Modelle und Konzepte öffentlicher Kulturarbeit seit den 70er Jahren
Grade
1,0
Author
Ida Blick (Author)
Publication Year
2011
Pages
19
Catalog Number
V172815
ISBN (eBook)
9783640928477
ISBN (Book)
9783640928514
Language
German
Tags
Soziokultur Hermann Glaser Stuttgart 21 angewandte Kulturwissenschaft Kulturpolitik demokratische Kultur Kultur und Demokratie Volkskunde Protestkultur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ida Blick (Author), 2011, Perspektiven der Soziokultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172815
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