Amnesty International - Eine Untersuchung zur medialen Abhängigkeit


Hausarbeit, 2010
12 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung in die Organisation Amnesty International
2.1. Die Geburt einer Idee
2.2. Die Organisation
2.2.1. Struktur international
2.2.2. Struktur national (Deutschland)
2.2.3. Finanzierung

3. Amnesty International und die Öffentlichkeit
3.1. Aktionsformen
3.2. Kampagnen
3.3. Amnesty International in den Medien.
3.3.1. Die Frau im Koffer
3.3.2. Es geschieht nicht hier, aber jetzt
3.3.3. Folter

4. Fazit

5. Abbildungsverzeichnis

6. Quellen
6.1. Literatur
6.2. Internet

1. Einleitung

Internationale Organisationen agieren weltweit und haben vor allem in der „westlichen Welt“ viele Unterstützer. Die Globalisierung fördert immer mehr soziale und ökologische Probleme zu Tage und mit ihnen immer neue Organisationen. Doch da liegt schon das Grundproblem: Wie kann sich eine Organisation von einer anderen abheben? Der Konkurrenzkampf um Spendengelder und ehrenamtliche Unterstützung ist hart. Reicht die einfache Kenntnis über die Existenz einer Gruppe aus um etwas in der Welt zu verändern? Sicherlich nicht. Sind es die Aktivisten vor Ort, Publikationen oder aufsehenerregende Tate die andere Menschen zur Unterstützung dieser oder jener Organisation bewegen? Oder ist es vielmehr die Präsenz in den Medien? NGOs brüsten sich damit unabhängig zu sein, freie Entscheidungsgewalt über ihre Maßnahmen zu haben. Doch wie bekannt und erfolgreich wären NGOs, wenn sie keine mediale Aufmerksamkeit bekämen? Beweisen die immer spektakulärer werdenden Aktionen vieler sozialer und ökologischer Gruppen nicht, dass es im Kampf um die Aufmerksamkeit potentieller Unterstützer vor allem um mediale Beachtung geht?

Ich versuche in dieser Arbeit die Abhängigkeit von NGOs gegenüber den Medien anhand des Beispiels Amnesty International darzustellen.

2. Einführung in die Organisation Amnesty International

Amnesty International ist eine internationale Non-Profit nicht-regierungs- Organisation (INGO) mit Hauptsitz in London. Kernziel der Organisation ist die Wahrung der Menschenrechte in globalem Umfang. Sie wurde am 28. Mai 1961 gegründet und beruft sich auf die internationale Menschenrechtserklärung von 1948. Als Genuin INGO (GINGO) setzt sich Amnesty International ausschließlich aus Privatpersonen zusammen und finanziert sich größtenteils über Spenden, was somit jeglichen Einfluss von Regierungen verhindern soll. Sie ist Mitglied der internationalen INGO Rechenschaftscharta1, mit deren anderen Mitgliedern (u.a. Savethechildren, Transparancy international) sie gelegentlich zusammenarbeitet.

Im Folgenden wird die genaue Entstehung der Menschenrechtsorganisation beschrieben und ihre Arbeitsweise näher betrachtet.

2.1. Die Geburt einer Idee

1961 werden zwei portugiesische Studenten festgenommen, weil sie ihre Gläser erhoben um auf die Freiheit anzustoßen. Der britische Anwalt Peter Benenson erfährt von dem Vorfall und schreibt daraufhin einen Artikel mit dem Titel „The Forgotten Prisoners“, welcher in „The Observer“ erscheint. Damit wird eine Welle der Solidarität angestoßen, die in der weltweiten Kampagne “An Appeal for Amnesty 1961” ihren Ursprung hat und deren Zielsetzungen, Methoden und Aktionen sich noch in heutiger Zeit immer weiter aufbauen.

Nach dem Erscheinen des Artikels fand ein erstes Treffen im Juli desselben Jahres mit Delegierten aus Belgien, Frankreich, Deutschland, der Schweiz, dem Vereinten Königreich, Irland und den USA statt. Dort wurde die Idee einer „dauerhaften, internationalen Bewegung zur Verteidigung von Meinungsfreiheit und Religion“ 2 geboren.

Noch im selben Jahr wird das „Threes-Network“ geschaffen, ein Netzwerk, welches festlegt, dass jede Amnesty International Gruppe drei Gefangene aus einem anderen geografischen und politischen Gebiet „adoptiert“3. Diese Organisationsform ist noch heute Bestandteil des Arbeitsgefüges und soll damit die Unparteilichkeit gewährleisten.

Im darauffolgenden Jahr findet die Organisation zu ihrer Struktur. Es finden erste Recherchereisen (u.a. nach Ghana und Portugal) statt, welche bis in die heutige Zeit Grundlage der Forschungsarbeit sind. Auch wird der erste Jahresbericht veröffentlicht, der die Öffentlichkeit informieren soll; alle Fälle werden dokumentiert und einer sogenannten „Prisoners of Conscience Library“ hinzugefügt4

1962 beschließen die Anhänger von Benensons Idee auf einer Konferenz in Belgien, dass es von nun an eine permanente Organisation mit dem Namen „Amnesty International“ geben soll.

Anlass zur Gründung der Organisation war ein Zufall, doch darauf konnte man sich in Zukunft nicht verlassen, also wurden mehrere Maßnahmen zur Informationsbeschaffung festgelegt. Ein Merkmal der Arbeit von Amnesty International ist die Beobachtung von Gerichtverhandlungen, wie auch geschehen bei Nelson Mandela 1962 5. Außerdem sind Gespräche mit lokalen Beamten und Offiziellen eine wichtige Informationsquelle. Verbindungen zu Menschenrechtsaktivisten, Hilfsorganisationen und religiösen Institutionen vor Ort sind unabdingbar, ebenso wie die Beobachtung globaler und lokaler Medien. Eher spezifisch ist die Kontaktaufnahme zu Familienangehörigen Betroffener und zu Überlebenden. Rechtsanwälte, Journalisten aber auch Diplomaten - vor Ort oder in einer Ländersektion - können der Organisation inoffizielle Informationen zukommen lassen.

Im Jahr 1969 ist die Organisation zu einer gewissen Größe angewachsen, sodass mit ihrer Hilfe im selben Jahr insgesamt 2000 Gefangene befreit werden konnten. Daraufhin wird ihr der „Beobachterstatus“ durch die UNESCO zugesprochen.6 Knapp acht Jahre später bekommt Amnesty International als erste Organisation den Friedensnobelpreis.7 Doch verfolgt man die geschichtliche Entwicklung Amnesty Internationals weiter, so fällt auf, dass sich der Fokus weg von interner Forschungsarbeit hin zu öffentlichkeitswirksamen globalen „Shows“ verlagert. 1986 beispielsweise findet das erste Rockkonzert in den USA unter dem Motto “Concpiracy of Hope” statt, bei dem unter anderem U2 auftreten. Inwiefern das zu tatsächlichen Verschiebungen der Prioritäten in der Arbeitsweise führt, lässt sich in dieser kurzen Arbeit nicht genauer untersuchen. Fest steht, dass Amnesty International sowohl inhaltlich als auch öffentlich auf breiteres Publikum setzt.

So wurden 2001 zum 40-jährigen Jubiläum die Statuten geändert, um auch ökonomische, soziale und kulturelle Rechte mit einzubeziehen.

2.2. Die Organisation

2.2.1. Struktur international

Amnesty International hat weltweit 2,8 Millionen Mitglieder in 150 Ländern, die alle in einem globalen Partnernetzwerk miteinander verbunden sind. Permanente Büros unterhält die Organisation in 80 Ländern, wobei der Hauptsitz sich in London befindet8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Internationale Organisationsstruktur von Amnesty International

[...]


1 Vgl. Amnesty International (2010).

2 Vgl. http://www.amnesty.org/en/who-we-are/history, Stand 09.01.2011.

3 Vgl. Winner (1991), S. 22.

4 Vgl. Claudius (1976), S44.

5 Vgl. http://www.amnesty.org/en/who-we-are/history, Stand 09.01.2011.

6 Vgl. http://www.amnesty.org/en/who-we-are/history, Stand 09.01.2011.

7 Vgl. Winner (1991), S. 62.

8 Vgl. http://www.amnesty.de/amnesty-zahlen, Stand 09.01.2011.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Amnesty International - Eine Untersuchung zur medialen Abhängigkeit
Hochschule
Business and Information Technology School - Die Unternehmer Hochschule Iserlohn
Veranstaltung
Internationale Institutionen
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
12
Katalognummer
V172919
ISBN (eBook)
9783640929924
ISBN (Buch)
9783640930043
Dateigröße
666 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Amnesty International, Medien, NGO, Menschenrechte, Medienabhängigkeit
Arbeit zitieren
Michaela Strobel (Autor), 2010, Amnesty International - Eine Untersuchung zur medialen Abhängigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172919

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