Disney-Comics erfreuen sich großer Beliebtheit. Wenn sie zudem auch noch historische Inhalte behandeln, stellen sie eine besondere Motivation für den Umgang mit Geschichte sowie einen besonderen Zugang zur Geschichte dar.
Sie sollten daher von Lehrern und Eltern nicht ignoriert werden.
In der vorliegenden Arbeit soll u.a. der Frage nachgegangen werden, inwiefern die Inhalte des für die Untersuchung ausgewählten Micky-Maus-Comics "Es war einmal in Amerika" aus der Reihe "Walt Disneys Lustiges Taschenbuch" den historischen Tatsachen entsprechen und wie sich dieser Comic sinnvoll in den Geschichtsunterricht integrieren ließe.
Inhaltsverzeichnis
I ) Einleitung und Begriffsdefinition
II ) Lebenswelt im Comic
II.1.) Comics und deren Wirkung
II.2.) Kurze Inhaltsangabe des Comics: „Ein Interview mit George Washington“
II.3.) Inwieweit entsprechen die in den Comic betont auffällig oder nebensächlich eingebauten Fakten der historischen Wirklichkeit?
II.4.) Zum erziehungswissenschaftlichen Aspekt von Geschichte im Comic
II.5.) Wie läßt sich der Comic in den Geschichtsunterricht einbetten?
II.6.) Das diesbezügliche Angebot in den Lehrbüchern
III ) Schluß
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Disney-Comics als didaktisches Instrument, um historisches Lernen in die Lebenswelt von Schülern zu integrieren und das Geschichtsbewusstsein durch eine narrative, motivierende Vermittlung zu fördern.
- Die Rolle der "Lebenswelt" als Anknüpfungspunkt für historisches Lernen.
- Die Analyse von Personalisierung und Identifikation durch Comic-Figuren.
- Die kritische Überprüfung von historischer Genauigkeit in fiktionalen Medien.
- Methodische Ansätze zur Einbettung von Comics in den Geschichtsunterricht der Sekundarstufen.
Auszug aus dem Buch
II. 1.) Comics und deren Wirkung
Geschichte begegnet uns in der Lebenswelt in ganz unterschiedlicher Form und überall, als Quellen, Überreste, aber auch als Normen und Traditionen. Wir finden sie in historischen Sachbüchern oder TV-Dokumenten, also im Bildungsbereich. Auf Geschichte treffen wir aber auch im Erlebnisbereich, die Sparte reicht von Reisen bis zu Postkarten. Schließlich berührt sie uns im Trivialbereich in Form von historischen Trivial-Romanen, politischem Kabarett, Werbung bis hin zu Comics. Ein solches habe ich gewählt, um Geschichte in der Lebenswelt näher zu veranschaulichen.
Comics, die 1745 zunächst ohne Sprechblasen entstanden, erfreuten sich schnell großer Beliebtheit. Trotz des Vorwurfs, sie würden die bildliche Vorstellungskraft einschränken und aufgrund des geringen Wortschatzes auf die Leser verdummend wirken, sind die Leser -dem entgegengesetzt- zum Mitdenken gezwungen. Sie müssen Operationen, wie Verknüpfen, Begründen und logisches Denken ausführen. Zudem enthalten moderne Comics einen sehr umfangreichen Wortschatz (s. gewählter Comic).
Historische Comics zeichnen sich nicht nur durch das Angebot an historisch verbürgtem Wissen aus, sondern bedienen auch die Erfahrungsdimension in Bezug auf Sinnlichkeit und Emotionalität. Auffällig beim Comic ist die Hervorhebung einer beteiligten Person, an der das Hauptgeschehen festgemacht wird. Es ist in diesem Fall die den Schülern vertraute Figur Micky Maus alias Thomas Jefferson. Obwohl sie als ein fiktives Mittel zur Darstellung eines umfangreichen realen historischen Prozesses genutzt wird, ist diese Art von Personalisierung äußerst wichtig.
Zusammenfassung der Kapitel
I ) Einleitung und Begriffsdefinition: Herleitung des Begriffs Lebenswelt aus der Phänomenologie und Erläuterung der Relevanz für das historische Lernen und die Identitätsbildung der Schüler.
II ) Lebenswelt im Comic: Theoretische Begründung des Comics als Medium zur Vermittlung von Geschichte durch Identifikationsangebote.
II.1.) Comics und deren Wirkung: Untersuchung der Wirkungsweise von Comics und deren Potenzial, historisches Wissen emotional zugänglich zu machen.
II.2.) Kurze Inhaltsangabe des Comics: „Ein Interview mit George Washington“: Zusammenfassender Überblick über den Handlungsverlauf des analysierten Micky-Maus-Comics.
II.3.) Inwieweit entsprechen die in den Comic betont auffällig oder nebensächlich eingebauten Fakten der historischen Wirklichkeit?: Detailprüfung des historischen Wahrheitsgehalts der Comic-Erzählung im Vergleich zu etablierten Fakten.
II.4.) Zum erziehungswissenschaftlichen Aspekt von Geschichte im Comic: Reflexion über die didaktischen Vorteile der Personalisierung in Comics gegenüber klassischen Schulbüchern.
II.5.) Wie läßt sich der Comic in den Geschichtsunterricht einbetten?: Konkrete methodische Vorschläge für Lehrer zur Nutzung von Comics zur Förderung historischen Denkens.
II.6.) Das diesbezügliche Angebot in den Lehrbüchern: Vergleich der didaktischen Ebenen im Comic mit den Angeboten herkömmlicher Schulgeschichtsbücher.
III ) Schluß: Zusammenfassende Bewertung des Comics als motivierendes Instrument zur Veranschaulichung historischer Sachverhalte.
Schlüsselwörter
Geschichtsdidaktik, Lebenswelt, historisches Lernen, Micky Maus, Comics, Personalisierung, Geschichtsbewusstsein, Identifikation, historisches Denken, Fiktionalität, Realitätsanspruch, Unabhängigkeitserklärung, Benjamin Franklin, Medien im Unterricht, Motivationsförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das didaktische Potenzial von Disney-Comics als Werkzeug, um Schülern historische Themen anschaulich und motivierend näherzubringen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Konzepte der Lebenswelt, das historische Bewusstsein, die Rolle der Fiktionalität in Medien und die Anwendung von Comics im Geschichtsunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Comics als „Brücke“ zwischen der Freizeitwelt der Schüler und den fachwissenschaftlichen Anforderungen des Geschichtsunterrichts fungieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer hermeneutisch-analytischen Methode, wobei ein spezifischer Comic in Bezug auf historischen Realitätsanspruch und erziehungswissenschaftliche Aspekte untersucht wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historische Korrektheit des ausgewählten Comics, die psychologische Wirkung der Personalisierung und didaktische Einsatzmöglichkeiten im Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Geschichtsdidaktik, Lebenswelt, Personalisierung, historisches Lernen und die Verknüpfung von Fiktion und Realität.
Wie unterscheidet sich der Comic von einem klassischen Schulbuch?
Der Comic bietet durch seinen fiktionalen Rahmen und bekannte Comic-Figuren eine höhere Identifikationsmöglichkeit und Motivation, während Schulbücher stärker auf Objektivität und Faktenaufbereitung fokussieren.
Welche Rolle spielt Benjamin Franklin in der Analyse?
Benjamin Franklin dient als Fallbeispiel für die historische Darstellung im Comic, wobei der Autor die Stärken und Schwächen der Charakterisierung im Vergleich zur historischen Persönlichkeit herausarbeitet.
Warum ist das Konzept der "Lebenswelt" für den Unterricht so wichtig?
Es dient dazu, Schüler dort abzuholen, wo sie stehen, und Geschichte nicht als abstrakte Pflicht, sondern als bedeutsames und anschauliches Erlebnis zu vermitteln.
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- Anna Kiesbauer (Author), 2001, Geschichte in der Lebenswelt als Darstellung im Comic, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17294