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Leistungsbilanzungleichgewichte im Euro-Raum

Ursachen, Probleme und Perspektiven

Titel: Leistungsbilanzungleichgewichte im Euro-Raum

Wissenschaftlicher Aufsatz , 2011 , 29 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Livia Wagner (Autor:in)

VWL - Konjunktur und Wachstum
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Seit Jahren bauen sich – grob skizziert – Leistungsbilanzungleichgewichte zwischen Nord- und Südländern des Euro-Raums auf. Während Länder wie Deutschland – getrieben durch hohe Nettoexporterfolge – immer höher werdende Leistungsbilanzüberschüsse ausweisen, verzeichnen Länder wie Griechenland immer höher werdende Leistungsbilanzdefizite. Ge-meinhin werden Leistungsbilanzüberschüsse als Vermögensaufbau im Ausland, d.h. Aufbau von Forderungen gegenüber dem Ausland, interpretiert. Hingegen stellen Leistungsbilanzde-fizite den Aufbau von Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland dar. Während die Über-schussländer gewissermaßen im Ausland sparen, verschulden sich die Defizitländer. Das reine Vorhandensein dieser Ungleichgewichte ist nicht per se problematisch. Jedoch treten Proble-me auf, wenn die internationalen Kapitalströme nicht nachhaltigen Investitionsmöglichkeiten zugeführt werden. Gerade die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise hat gezeigt, dass oftmals Vermögen im Ausland in Projekte investiert wird, die nicht nachhaltig sind. So wurde bei-spielsweise ein enormes Vermögen in Spanien im Immobiliensektor angelegt. Im Verlauf der Krise sind Blasen in derartigen Sektoren geplatzt, wodurch Vermögen nicht geschaffen oder genutzt, sondern vielmehr zerstört wurde. Vor diesem Hintergrund ordnet die vorliegende Arbeit die Leistungsbilanz in das System der Zahlungsbilanz ein und diskutiert darauf aufbauend im Rahmen von stilisierten Fakten den Status Quo sowie die Probleme der Leistungsbilanzungleichgewichte, ihre Ursachen sowie Lösungs-möglichkeiten zum Abbau der Ungleichgewichte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Motivation

2. Zahlungsbilanz und saldenmechanische Zusammenhänge

2.1. Die Zahlungsbilanz.

2.2. Saldenmechanische Zusammenhänge

3. Stilisierte Fakten

3.1. Absolute Leistungsbilanzsalden der Länder des Euro-Raums.

3.2. Relative Leistungsbilanzsalden der Nord- und Südländer.

3.3. Ersparnis und Investition.

3.4. Komponenten der Leistungsbilanz.

4. Ursachen von Leistungsbilanzungleichgewichten.

4.1. Der EWU-Effekt

4.2. Fehlentwicklungen bei der Wettbewerbsfähigkeit.

4.2.1. Der Wettbewerbskanal

4.2.2. Der Realzinskanal

5. Möglichkeiten zum Abbau von Leistungsbilanzungleichgewichten

5.1. Strukturreformen

5.2. Der Beitrag der Überschussländer, insbesondere Deutschlands

6. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die Entstehung und Entwicklung von Leistungsbilanzungleichgewichten innerhalb des Euro-Raums. Ziel ist es, die Ursachen für die Divergenz zwischen Überschussländern (wie Deutschland) und Defizitländern zu identifizieren sowie mögliche wirtschaftspolitische Maßnahmen zu evaluieren, die zu einem Abbau dieser Ungleichgewichte beitragen können.

  • Systematik der Zahlungsbilanz und saldenmechanische Zusammenhänge
  • Stilisierte Fakten zur Entwicklung der Leistungsbilanzen im Euro-Raum
  • Einfluss der Wirtschafts- und Währungsunion (EWU) auf Kapitalströme und Wettbewerbsfähigkeit
  • Analyse der Wirkungsmechanismen von Wettbewerbs- und Realzinskanälen
  • Bewertung von Strukturreformen und politischen Maßnahmen zur Korrektur von Ungleichgewichten

Auszug aus dem Buch

4.2. Fehlentwicklungen bei der Wettbewerbsfähigkeit

Der Start der Peripherieländer in die EWU erfolgte mit einem Pro-Kopf-Einkommen sowie einer Kapitalausstattung, welche deutlich unter dem Durchschnitt des Euro-Raums lagen. Gemäß der neoklassischen Wachstumstheorie war nunmehr zu erwarten, dass Kapital aus den Nordländern in die Südländer zu Investitionszwecken fließt. Dies führte zu einer entsprechenden Kapitalstockausweitung (s. Sachverständigenrat, 2010). Generell müssen, zur späteren Begleichung von Schulden bei den ausländischen Gläubigern, die Kapitalimporte zur Ausweitung der Produktionskapazitäten genutzt werden, was letztlich zur Erhöhung des zukünftigen Einkommens beiträgt.

Allerdings gelang es den Peripherieländern nicht hinreichend, die Kapitalzuflüsse zur nachhaltigen Ausweitung der Produktionskapazitäten zu nutzen (s. Sachverständigenrat, 2010; Europäische Kommission, 2010d). Tatsächlich wurden die Kapitalströme aus dem Ausland langfristig ineffizient verteilt (s. Deutsche Bundesbank, 2010). So flossen sie etwa in Irland und Spanien in die Immobilienmärkte, in Griechenland wurden hohe Staatsdefizite finanziert und in Portugal stützten sie den privaten Konsum (s. Europäische Kommission, 2010a; Weber, 2010). Die Divergenzen der Leistungsbilanzsalden wurden durch den „Wettbewerbsfähigkeitskanal“ sowie den „Realzinskanal“ noch verstärkt (s. Deutsche Bundesbank, 2010; Ederer, 2010).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Motivation: Einführung in die Problematik der wachsenden Leistungsbilanzungleichgewichte im Euro-Raum und deren potenzielle Gefahren für die wirtschaftliche Stabilität.

2. Zahlungsbilanz und saldenmechanische Zusammenhänge: Erläuterung der Struktur der Zahlungsbilanz und der mathematischen Identitäten, die Leistungsbilanzsalden mit anderen volkswirtschaftlichen Größen verknüpfen.

3. Stilisierte Fakten: Detaillierte empirische Analyse der Entwicklung von Leistungsbilanzsalden im Euro-Raum unter Berücksichtigung von Ersparnis, Investition und einzelnen Komponenten.

4. Ursachen von Leistungsbilanzungleichgewichten: Untersuchung der ökonomischen Treiber wie dem EWU-Effekt sowie Fehlentwicklungen bei der Wettbewerbsfähigkeit durch Lohn- und Zinskanäle.

5. Möglichkeiten zum Abbau von Leistungsbilanzungleichgewichten: Diskussion politischer Handlungsoptionen wie Strukturreformen und der Rolle der Überschussländer bei der Korrektur der Ungleichgewichte.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf institutionelle Mechanismen zur Überwachung und Korrektur zukünftiger Ungleichgewichte in der Euro-Zone.

Schlüsselwörter

Leistungsbilanz, Euro-Raum, Zahlungsbilanz, Kapitalbilanz, Wettbewerbsfähigkeit, Strukturreformen, Fiskalpolitik, Lohnstückkosten, Realzins, Wirtschafts- und Währungsunion, Leistungsbilanzdefizit, Leistungsbilanzüberschuss, Kapitalströme, Immobilienblasen, interne Abwertung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Leistungsbilanzungleichgewichte zwischen den verschiedenen Ländern innerhalb des Euro-Raums und untersucht deren Ursachen sowie mögliche Lösungsansätze.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind die saldenmechanischen Zusammenhänge der Zahlungsbilanz, die historische Entwicklung der Leistungsbilanzen seit Gründung der EWU sowie die Auswirkungen von Lohn- und Zinsentwicklungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedstaaten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, die ökonomischen Ursachen für die Divergenz zwischen Nord- und Südländern zu identifizieren und zu prüfen, welche wirtschaftspolitischen Maßnahmen geeignet sind, um diese Ungleichgewichte abzubauen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende wirtschaftswissenschaftliche Arbeit, die auf empirischen Daten des IWF und der AMECO-Datenbank sowie auf ökonomischen Modellen und existierender Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Einordnung der Zahlungsbilanz, eine detaillierte Auswertung der stilisierten Fakten zu Leistungsbilanzen, die Ursachenforschung durch Wettbewerbs- und Realzinsanalysen sowie die Diskussion von Politikoptionen wie Strukturreformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Leistungsbilanz, Euro-Raum, Wettbewerbsfähigkeit, Strukturreformen, Fiskalpolitik, Lohnstückkosten und Kapitalbilanz sind die zentralen Begriffe der Untersuchung.

Welche Rolle spielt der sogenannte Realzinskanal bei den Ungleichgewichten?

Der Realzinskanal beschreibt, dass bei gleicher nominaler Geldpolitik der EZB unterschiedliche Inflationsraten in den Euro-Ländern zu unterschiedlichen Realzinsen führten, was in Defizitländern kreditfinanzierte Konsum- und Investitionsbooms befeuerte.

Sind expansive Maßnahmen in Überschussländern wie Deutschland ein effektives Mittel?

Nein, die Untersuchung zeigt anhand von Modellsimulationen, dass beispielsweise eine expansive Fiskalpolitik oder Lohnakzeleration in Deutschland nur marginale oder sogar negative Effekte auf die Leistungsbilanzdefizite der Peripherieländer haben.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Leistungsbilanzungleichgewichte im Euro-Raum
Untertitel
Ursachen, Probleme und Perspektiven
Hochschule
Universität Bayreuth  (Rechts- und wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Studienabschlussarbeit im Rahmen der wirtschaftswissenschaftlichen Zusatzausbildung für Juristen
Note
1,0
Autor
Livia Wagner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
29
Katalognummer
V173012
ISBN (eBook)
9783640931293
ISBN (Buch)
9783640931439
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ungleichgewichte Euro-Raum Griechenland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Livia Wagner (Autor:in), 2011, Leistungsbilanzungleichgewichte im Euro-Raum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173012
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  29  Seiten
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