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Lehrerflucht aus DDR und SBZ

Titel: Lehrerflucht aus DDR und SBZ

Hausarbeit , 2007 , 14 Seiten , Note: 1,2

Autor:in: Maria Reichmann (Autor:in)

Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„In der DDR hat man von mir eine Weltanschauung verlangt,
ohne daß ich die Welt anschauen durfte.“
Manfred Krug (*1937), dt. Schauspieler

Diese Zerrissenheit, wie sie in diesem Zitat der Schauspieler Manfred Krug schildert, fand sich auch in vielen anderen Menschen, die in der Sowjetischen Besatzungszone – kurz SBZ – und DDR lebten, wieder. Besonders schwer hatten es solche, die diese Weltanschauung vor anderen vertreten sollten und selbst nicht mehr daran glaubten – so zum Beispiel einige Lehrer.
Der Lehrerberuf birgt immer grundlegende Differenzen zwischen den fördernden, pädagogischen, auf umfangreiche Bildung bedachten Aspekten zum einen und den „zufügenden, Zwang ausübenden, sogar unterdrückenden institutionell-organisatorischen Facetten“ zum anderen.
Doch was macht man als Lehrer, wenn man diesen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden oder diese bestimmte Weltanschauung nicht mehr vertreten kann und/oder will? Welche Beweggründe gab es, dass Lehrer und Lehrerinnen alles aufgaben und die DDR verließen? Wie sah der Unterricht in der DDR aus und inwiefern wurde die Weltanschauung im Unterricht gelehrt?
Diese Fragen versuche ich in meiner Hausarbeit zu beantworten. Zunächst gehe ich kurz etwas näher auf Unterrichtsfächer und Bildungsinhalte ein, um dann die Lehrerflucht aus der SBZ und DDR etwas näher zu beleuchten. Hierbei lege ich mein Augenmerk auf die Gründe der Lehrerflucht und die Maßnahmen, die von der DDR-Regierung getroffen wurden, um die Republikflucht eben dieser zu verhindern, beziehungsweise einzudämmen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Lehrplan und Unterrichtsgestaltung

2.1. Bildungsinhalte und Unterrichtsfächer

2.2 Der Staatsbürgerkundeunterricht

3 Lehrerflucht aus SBZ und DDR 1945 - 1961

3.1 Gründe der Republikflucht

3.2 Maßnahmen gegen die Lehrerflucht

3.3 Ein Beispiel – Der „Abschiedsbrief“ eines republikflüchtigen Lehrers

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Hintergründe der massiven Abwanderung von Lehrkräften aus der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR im Zeitraum von 1945 bis 1961 und beleuchtet dabei das Spannungsfeld zwischen pädagogischem Auftrag, politischer Indoktrination und staatlicher Repression.

  • Strukturelle Vorgaben des DDR-Schulsystems und Lehrplaninhalte
  • Ideologische Ausrichtung im Staatsbürgerkundeunterricht
  • Multikausale Beweggründe für die Lehrerflucht
  • Staatliche Repressionsmaßnahmen und Versuche der Eindämmung
  • Biografische Einblicke durch Zeitzeugendokumente

Auszug aus dem Buch

3.3 Ein Beispiel – Der „Abschiedsbrief“ eines republikflüchtigen Lehrers

An das Volksbildungsministerium Berlin-Personalabteilung

Hiermit kündige ich meine Lehrerstelle an der Wolfgang-Heinze-Oberschule in Stralsund. Ich habe inzwischen die DDR verlassen und werde nicht der letzte Lehrer aus Stralsund sein, der diesen Schritt unternimmt, solange derartige unfähige Schulleiter und rücksichtslose Schulräte in Stralsund eingesetzt bleiben und von der Staatssicherheit ein großangelegtes Bespitzelungssystem an den Schulen aufgezogen wird.

Eine führende Rolle spielt hier ein gewisser P., der schon mehrere Lehrer in der letzten Zeit soweit gebracht hat, die DDR zu verlassen.

Offensichtlich versucht man seine eigene Unfähigkeit dadurch zu decken, dass man andere grundlos beschuldigt. (Mir warf man Abwerbung von Mitgliedern der Tennissektion vor, ja glaubte mir noch mehr unterschieben zu können.)

Als ich in der letzten Zeit den Eindruck gewinnen musste, dass ein neu an unsere Schule versetzter Kollege offensichtlich den Auftrag erhalten hat, mich zu bespitzeln, sah ich eine Garantie für meine Sicherheit nicht mehrgegeben und habe die Konsequenzen gezogen.

Horst N.

24.2.1961

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Zerrissenheit von Lehrkräften in der DDR, die zwischen pädagogischen Ansprüchen und ideologischen Zwängen stehen, und definiert das Ziel der Arbeit, die Ursachen der Lehrerflucht zu analysieren.

2 Lehrplan und Unterrichtsgestaltung: Dieses Kapitel beschreibt das sozialistische Erziehungsziel, die inhaltliche Ausrichtung des Unterrichts sowie die Rolle der produktiven Arbeit im DDR-Bildungssystem.

2.1. Bildungsinhalte und Unterrichtsfächer: Hier werden die starren Vorgaben der Lehrpläne und die begrenzte Möglichkeit zur individuellen pädagogischen Entfaltung detailliert betrachtet.

2.2 Der Staatsbürgerkundeunterricht: Das Kapitel analysiert die ideologische Indoktrination der Schüler durch den Marxismus-Leninismus und die Abgrenzung zum kapitalistischen System.

3 Lehrerflucht aus SBZ und DDR 1945 - 1961: Dieser Abschnitt bietet einen statistischen Überblick über das Ausmaß der Abwanderung von Lehrkräften zwischen der Staatsgründung und dem Mauerbau.

3.1 Gründe der Republikflucht: Hier werden die vielfältigen ökonomischen, politischen und weltanschaulichen Motive aufgeführt, die Lehrer zur Flucht bewegten.

3.2 Maßnahmen gegen die Lehrerflucht: Dieses Kapitel erläutert die staatlichen Repressalien, Disziplinierungsversuche und materiellen Anreize der DDR-Regierung zur Eindämmung der Fluchtwelle.

3.3 Ein Beispiel – Der „Abschiedsbrief“ eines republikflüchtigen Lehrers: Anhand eines persönlichen Dokuments wird die belastende Situation eines Lehrers unter dem Druck der Staatssicherheit konkret veranschaulicht.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass die staatlichen Bemühungen, die materielle Situation zu verbessern, die soziale und pädagogische Situation für viele Lehrer unerträglich ließen.

Schlüsselwörter

DDR, SBZ, Lehrerflucht, Republikflucht, Schulpädagogik, Staatsbürgerkunde, Sozialismus, SED, Ministerium für Staatssicherheit, Bildungsgeschichte, Indoktrination, Pädagogik, Zeitgeschichte, Schulwesen, DDR-Geschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Abwanderung von Lehrkräften aus der DDR und der SBZ zwischen 1945 und 1961 sowie die Auswirkungen dieses Prozesses auf das Bildungswesen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Struktur des DDR-Bildungssystems, der ideologische Druck durch Fächer wie Staatsbürgerkunde, die Fluchtursachen und die staatlichen Gegenmaßnahmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Beweggründe der Lehrkräfte für die Flucht in den Westen aufzuzeigen und zu verstehen, warum das sozialistische Erziehungssystem für viele Pädagogen nicht mehr mit ihrem Gewissen vereinbar war.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Die Autorin verwendet eine literaturgestützte Analyse historischer Quellen, Statistiken sowie Dokumentenanalysen (z.B. Abschiedsbriefe), um die Situation in der damaligen Zeit nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der schulpädagogischen Rahmenbedingungen, eine Untersuchung der Fluchtgründe sowie eine Darstellung der politischen Maßnahmen des DDR-Regimes zur Bindung der Lehrkräfte.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Lehrerflucht, DDR-Schulsystem, Ideologie, Repression und das Spannungsfeld zwischen persönlicher Überzeugung und staatlichem Zwang.

Welche Rolle spielte die Staatssicherheit bei der Flucht der Lehrer?

Wie das Beispiel von Horst N. verdeutlicht, führte der Druck durch Bespitzelung und staatliche Überwachung an Schulen dazu, dass viele Lehrer die DDR als unerträglich empfanden und ihre Sicherheit gefährdet sahen.

Konnte die DDR-Regierung die Fluchtbewegung durch materielle Anreize stoppen?

Nein, obwohl die Regierung versuchte, die Besoldung zu erhöhen und Arbeitsbedingungen zu verbessern, blieb die Lehrerflucht aufgrund der ungelösten sozialen und pädagogischen Konflikte bis zum Mauerbau 1961 bestehen.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Lehrerflucht aus DDR und SBZ
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Philosophische Fakultät III - Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Das Bild vom Lehrer in der Erziehungs- und Sozialgeschichte
Note
1,2
Autor
Maria Reichmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
14
Katalognummer
V173065
ISBN (eBook)
9783640931927
ISBN (Buch)
9783640931606
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lehrerflucht aus DDR und SBZ Lehrerflucht Schule DDR
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maria Reichmann (Autor:in), 2007, Lehrerflucht aus DDR und SBZ, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173065
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Leseprobe aus  14  Seiten
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