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Ausgewählte empirische Befunde und soziologische Überlegungen zu den Auswirkungen unterschiedlicher sozialräumlicher Sozialisationsumwelten auf soziale Ungleichheit

Titel: Ausgewählte empirische Befunde und soziologische Überlegungen zu den Auswirkungen unterschiedlicher sozialräumlicher Sozialisationsumwelten auf soziale Ungleichheit

Hausarbeit , 2010 , 33 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Ines Suckel (Autor:in)

Soziologie - Soziales System und Sozialstruktur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit dieser Hausarbeit möchte ich eine soziologische Sichtweise auf den Sozialraum „Stadt" im Hinblick auf soziale Ungleichheit wagen. Ich sage bewusst „wagen", denn ich gehe davon aus, dass eine gewisse „Erschütterung" und Ohnmacht hinsichtlich des Ausmaßes der Spirale „sozialer Ungleichheit" nicht ausbleiben wird.

Sicherlich gebührte jedem Bereich, in dem soziale Ungleichheit auftritt, Respekt, und es wäre interessant, sich eingehend mit all diesen Bereichen auseinander zu setzen, aber das würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Ich werde also meinen Blick fokussieren und zwar – nicht zuletzt, weil ich in den 80er Jahren lange dort Zeit wohnte - auf die Stadt Offenbach am Main, insbesondere auf den ehemals sozialen Brennpunkt „Lohwald", der nach einem Beschluss der Stadt Offenbach in 1999, aufgelöst und deren Bewohnerinnen und Bewohner schließlich komplett umgesiedelt wurden.

Man könnte sich jetzt natürlich fragen, warum ich mir gerade einen Stadtteil Offenbachs aussuchte, den es seit 2003 nicht mehr gibt, anstelle eines aktuellen. Meine Antwort darauf ist, dass ich der Ansicht bin, es gibt keinen Stadtteil Offenbachs, weder in der Vergangenheit als auch aktuell, der so radikal widerspiegelt, was bestimmte Sozialisationsumwelten für einen immensen Einfluss auf soziale Ungleichheit haben.

Die Lohwald zu dem geworden, was sie war, nämlich zu einem „sozialen Brennpunkt" und damit zu einem Nährboden für soziale Ungleichheit, sondern sie ist ein sozialer Raum, deren Struktur das Ergebnis einer Vielzahl von Entscheidungen ist, deren Zusammenwirken letztlich deren Struktur ausmachen.

Wie die Stadtsoziologie möchte auch ich danach fragen, welche gesellschaftlichen Kräfte Einfluss auf die Entwicklung auf die Lohwald-Siedlung nahmen und welche Folgen die daraus entstandenen Strukturen letztlich für das soziale Leben dort hatten.
Ich möchte, um mit den Worten Martina Löws zu „jonglieren", „Die Eigenlogik von Offenbach begreifen. Ich möchte herausfinden, wie Offenbach und hier speziell die Lohwald-Siedlung ‚tickt‘, welche Ideen darin generiert, welche reali-siert und schließlich akzeptiert werden. Um diese Eigenlogik zu durchschauen, betrachte ich Offenbach / Lohwald wie einen Organismus, der einen Charakter ausbildet und über eine eigene „Gefühlsstruktur“ verfügt, die in Städtebilder gefasst und in Alltagsroutinen reproduziert wird ...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Geschichte der „Lohwald Siedlung“

Die Sozialisationsumwelt „Lohwald-Siedlung“

Die Menschen

Wohnungen, Wohnungsumfeld u. Infrastruktur

Auswirkungen der Sozialisationsumwelt „Lohwald“ auf soziale Ungleichheit

Räumliche Ausschließung

Konfliktträchtige Lebenssituation durch schlechte Wohnbedingungen

Exklusion vom Arbeitsmarkt

Gesellschaftliche Stigmatisierung und Diskriminierung

Leben und Sozialisation in „bevorzugten“ Stadtteilen Offenbachs

Abschließende Gedanken

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen spezifischer sozialräumlicher Sozialisationsumwelten auf die Entstehung und Manifestation sozialer Ungleichheit, wobei der Fokus auf dem ehemaligen sozialen Brennpunkt „Lohwald-Siedlung“ in Offenbach liegt.

  • Analyse des sozialen Raums „Stadt“ im Kontext sozialer Ungleichheit
  • Historische Betrachtung der Entstehung und Auflösung der Lohwald-Siedlung
  • Untersuchung von Exklusionsmechanismen wie räumliche Abgrenzung und Arbeitsmarktausschluss
  • Vergleich der Sozialisationsbedingungen in benachteiligten gegenüber privilegierten Stadtteilen
  • Reflexion über Strategien zur Gestaltung von Sozialisationsumwelten zur Minderung von Ungleichheit

Auszug aus dem Buch

Exklusion vom Arbeitsmarkt

“Wer in bestimmten, herunter gekommenen Wohnquartieren lebt / leben muss, ist durch die dort herrschenden Bedingungen zusätzlich benachteiligt, und die Exklusion etwa in der Dimension des Arbeitsmarktes oder der von Einkommensarmut wird verstärkt durch die Einschließung in verwahrloste Wohnviertel.“ (Sebastian Herkommer)18

Der Arbeitsmarktsituation kann man in kapitalistischen Gesellschaften eine zentrale Funktion zuschreiben. Die Ausschließung davon bedeutete für die BewohnerInnen der Lohwald-Siedlung, dass sie weder in der Lage waren, für ihren eigenen, noch für den Lebensunterhalt ihrer Familie aufzukommen. Das Gefühl „gebraucht“ zu werden schwand, was u.a. einem gesunden selbstbewussten Auftreten innerhalb unserer Gesellschaft entgegen steht.

Ständige Arbeitslosigkeit und finanzielle Abhängigkeit von Sozialleistungen führten sowohl zu psychischer Belastung als auch zum Absinken des Lebensstandards. Geringes Einkommen bedingte zudem eine eingeschränkte Mobilität im Hinblick auf das Erreichen von Arbeitsstandorten. Wer über wenig Geld verfügt, kann sich teure Bahntickets nicht leisten, geschweige denn ein eigenes Fahrzeug, um entfernter gelegene Arbeitsplätze zu erreichen.

Der Ausschluss vom Arbeitsmarkt bedeutete für die BewohnerInnen der Lohwald-Siedlung nicht nur wirtschaftliche Not, sondern auch Mangel an gesellschaftlicher sowie sozialer Anerkennung und Partizipation. Die negative Kategorisierung erschwerte in den meisten Fällen die Arbeitssuche, da die Adresse „Lohwald“ auf viele Arbeitgeber abschreckend wirkte. Oft wurden Bewerbungen von Lohwald-BewohnerInnen erst gar nicht berücksichtigt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der sozialen Ungleichheit mit Fokus auf den Sozialraum „Stadt“ und die Vorstellung des historischen Beispiels der Lohwald-Siedlung.

Geschichte der „Lohwald Siedlung“: Darstellung der historischen Entstehung, der baulichen Entwicklung und der schließlich erfolgten Auflösung der Siedlung.

Die Sozialisationsumwelt „Lohwald-Siedlung“: Detaillierte Beschreibung der Bewohnerstruktur sowie der baulichen und infrastrukturellen Defizite des Wohnumfeldes.

Auswirkungen der Sozialisationsumwelt „Lohwald“ auf soziale Ungleichheit: Analyse der Mechanismen räumlicher Ausgrenzung, prekärer Wohnverhältnisse, Arbeitsmarktexklusion und gesellschaftlicher Stigmatisierung.

Leben und Sozialisation in „bevorzugten“ Stadtteilen Offenbachs: Kontrastierende Betrachtung von Stadtteilen mit besseren Lebenschancen und intakten Sozialisationszirkeln.

Abschließende Gedanken: Zusammenfassende Reflexion zur Gestaltung von Sozialisationsumwelten und Forderungen an politische und gesellschaftliche Akteure.

Schlüsselwörter

Soziale Ungleichheit, Lohwald-Siedlung, Sozialisationsumwelt, Stadtsoziologie, Exklusion, Arbeitsmarkt, Stigmatisierung, Marginalisierung, Segregation, Armut, Sozialhilfedynastien, Sozialraum, Offenbach am Main, Deprivation, Lebensbedingungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie die räumliche und soziale Umwelt eines Stadtteils die Lebenschancen und Sozialisationsprozesse seiner Bewohner beeinflusst und soziale Ungleichheit verstärkt.

Welche Stadt steht im Zentrum der Analyse?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Stadt Offenbach am Main und speziell auf den ehemaligen sozialen Brennpunkt „Lohwald-Siedlung“.

Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?

Ziel ist es, die soziologische Sichtweise auf den Sozialraum „Stadt“ anzuwenden, um zu verstehen, wie bestimmte Umwelten soziale Ungleichheit manifestieren und welche Folgen dies für die Menschen hat.

Welche wissenschaftlichen Theorien werden herangezogen?

Es werden unter anderem die sozialökologische Theorie, die politisch-ökonomische Theorie sowie das Konzept des Sozialen Raums nach Pierre Bourdieu und stadtsoziologische Ansätze von Martina Löw genutzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehungsgeschichte der Siedlung, den Lebensumständen der Bewohner, Mechanismen der Stigmatisierung sowie dem Ausschluss vom Arbeitsmarkt und vergleicht diese Bedingungen mit privilegierten Stadtteilen.

Welche Rolle spielt die Stigmatisierung?

Stigmatisierung fungiert als Barriere, die Bewohner aus dem öffentlichen Leben ausgrenzt und zu einer Identitätsbildung beiträgt, die von Deprivation und sozialer Missachtung begleitet ist.

Was war der "Dreistufenplan" für die Lohwald-Siedlung?

Dies war ein städtisches Konzept der Jahre 1969 bis 1970, das darauf abzielte, Bewohner durch Anreize wie Umzüge in bessere Wohnungen bei gutem Benehmen und pünktlicher Mietzahlung zu resozialisieren.

Warum wurde die Lohwald-Siedlung letztlich aufgelöst?

Die Auflösung ab dem Jahr 1999 wurde unter anderem aufgrund der hohen Kriminalitätsrate und der verfestigten sozialen Problemlagen beschlossen, was in der Umsiedlung der Bewohner bis 2003 mündete.

Welche Rolle spielen "Sozialhilfedynastien" in der Analyse?

Der Begriff beschreibt Familien, die über mehrere Generationen hinweg in der Siedlung lebten und von Arbeitslosigkeit und finanzieller Abhängigkeit geprägt waren, was den Teufelskreis der sozialen Ungleichheit zementierte.

Wie lässt sich laut der Autorin soziale Ungleichheit verringern?

Die Autorin betont die Notwendigkeit einer gesamtstädtischen Perspektive, einer klaren Problemdiagnose und das langfristige Setzen von Zielen für benachteiligte Stadtteile unter Einbeziehung von Kommunalpolitik und Stadtplanung.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ausgewählte empirische Befunde und soziologische Überlegungen zu den Auswirkungen unterschiedlicher sozialräumlicher Sozialisationsumwelten auf soziale Ungleichheit
Hochschule
Hochschule Darmstadt
Veranstaltung
Soziale Ungleichheit / Soziologie Stadt
Note
1,3
Autor
Ines Suckel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
33
Katalognummer
V173078
ISBN (eBook)
9783640931972
ISBN (Buch)
9783640931712
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sozialer Raum Lohwaldsiedlung Offenbach am Main Sozialisationsumwelt Sozialökologische Theorie Politisch-ökonomische Theorie der New Urban Sociology Sozialer Brennpunkt Resozialisation Marginalisierung Segregation Deprivation Auswirkung der Sozialisationsumwelt auf Soziale Ungleichheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ines Suckel (Autor:in), 2010, Ausgewählte empirische Befunde und soziologische Überlegungen zu den Auswirkungen unterschiedlicher sozialräumlicher Sozialisationsumwelten auf soziale Ungleichheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173078
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Leseprobe aus  33  Seiten
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