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Wie ist Nichtseiendes zu denken? Eine Untersuchung von Platons "Sophistes"

Title: Wie ist Nichtseiendes zu denken? Eine Untersuchung von Platons "Sophistes"

Term Paper , 2015 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Eckhard Janiesch (Author)

Philosophy - Miscellaneous
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In seinem Dialog "Sophistes" führt Platon einen fremden Philosophen aus Elea, der Heimat des Parmenides sowie den jungen athenischen Mathematiker namens Theaitetos mit der Absicht zusammen, die folgenden drei Fragen zu behandeln:
[1] Was ist ein Sophist?
[2] Was ist das Nichtseiende?
[3] Was ist Sprache?

Prima facie ist die Frage nach dem Sophisten [1] das übergeordnete Thema, denn der Dialog endet mit einer scheinbar abschließenden Definition: „Fremder: Wollen wir nun wie vorher seinen Namen feststellen und von Anfang bis zu Ende ineinander Hechten? Theaitetos: Allerdings. Fremder: Also die Nachahmerei in der zum Widerspruch bringenden Kunst des verstellerischen Teiles des Dünkels, welche in der trügerischen Art von der bildnerischen Kunst her nicht als die göttliche, sondern als die menschliche, tausendkünstlerische Seite der Hervorbringung in Reden abgesondert ist: wer von diesem Geschlecht und Blute den wahrhaften Sophisten abstammen läßt, der wird, wie es scheint, das Richtigste sagen. Theaitetos: Auf alle Weise gewiß.“

Danach wären [2] und [3] sozusagen Exkurse zu [1]. Da die drei Fragen jedoch nacheinander in Angriff genommen werden, kann man von drei Teilen des Dialogs sprechen, wobei es allerdings eine auffallende Überschneidung gibt: Platon geht auch in [3] ausführlich auf das Nichtseiende ein.
Insofern liegt der Schluss nahe, dass das Kernthema des Dialogs die Auseinandersetzung mit der Frage angeht, wie Nichtseiendes zu denken ist.

Die folgende Arbeit über den Sophistes soll diesen komplexen Dialog also in seinem Kernthema behandeln und gleichzeitig den von PLATON aufgezeigten Weg darstellen, wie er die Sophistik endgültig überwinden will.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Kontexte des Sophistes im Theaitetos, Parmenides und Gorgias

2.2. Der Weg zum Nichtseienden führt über den Sophisten

3. Schlussteil

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophische Fragestellung Platons im Dialog Sophistes, insbesondere wie das Nichtseiende gedacht werden kann, ohne in logische Widersprüche zu geraten. Dabei wird der methodische Ansatz der Definition und Unterscheidung analysiert.

  • Ontologische Untersuchung des Begriffs des "Nichtseienden".
  • Methodik der philosophischen Begriffsbildung und Unterscheidung.
  • Kontextualisierung des Sophistes zu anderen platonischen Dialogen.
  • Kritik an der metaphysischen Tradition nach Parmenides.
  • Verbindung von Sprache, Denken und Seinsverständnis.

Auszug aus dem Buch

Der Weg zum Nichtseienden führt über den Sophisten

Der eleatische Fremde, der das Gespräch lenkt, gibt zu bedenken, dass der Sophist schwer zu fassen ist und dass er versuchen wird, sich der unfreundlichen Definition zu entziehen. Auf vier Pfaden will man sich dem Sophisten nähern. Eine Untersuchungsmethode, die bekannte Begriffe in Unterbegriffe teilt, wird am Beispiel des "Anglerfischers" vorgestellt und auf vier Merkmale des Sophisten angewendet. Danach ist der Sophist

[1] ein "Jäger", der zahlungskräftige Schüler sucht,

[2] ein "Händler", der sein Wissen als Ware handelt und verkauft,

[3] ein "Eristiker", der andere in Widersprüche verwickelt,

[4] ein "Analytiker", der Begriffe unterscheidet und das Denken reinigt.

Während die Vergleiche mit einem "Jäger" und "Händler" auf die angebliche Geldgier der Sophisten zielen, sind "Eristiker" und "Analytiker" Eigenschaften, die philosophisch nützlich sein können, weil sie zum kritischen und genaueren Denken veranlassen. Schon die vier Bezeichnungen für den Sophisten (Jäger, Händler, Eristiker, Analytiker) im ersten Teil des Dialogs dürften aus der zeitgenössischen Diskussion stammen; denn sie beruhen auf keiner Systematik, sondern wirken wie willkürlich herausgegriffen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die drei zentralen Fragestellungen des Dialogs Sophistes ein: Was ist ein Sophist, was ist das Nichtseiende und was ist Sprache.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die Einbettung des Sophistes in den Theaitetos, Parmenides und Gorgias und erarbeitet die methodische Notwendigkeit, das Nichtseiende denkbar zu machen.

2.1. Kontexte des Sophistes im Theaitetos, Parmenides und Gorgias: Dieses Kapitel vergleicht den Dialog Sophistes mit vorangegangenen Werken und beleuchtet die aporetischen Enden dieser Dialoge als Ausgangspunkt für die weitere Untersuchung.

2.2. Der Weg zum Nichtseienden führt über den Sophisten: Hier wird der methodische Ansatz des Fremden zur Definition des Sophisten mittels systematischer Unterscheidung und Zerlegung von Begriffen detailliert untersucht.

3. Schlussteil: Der Schlussteil fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet das platonische Vorgehen in die Tradition der Metaphysik ein, wobei das Problem der Negativität kritisch hinterfragt wird.

Schlüsselwörter

Platon, Sophistes, Nichtseiendes, Ontologie, Dialektik, Seinsverständnis, Parmenides, Definition, Negativität, Erkenntnistheorie, Sprache, Denken, Wahrheit, Irrtum, Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der platonischen Philosophie, insbesondere mit dem Dialog Sophistes und der grundlegenden Frage, wie das "Nichtseiende" gedacht werden kann.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Ontologie, der methodischen Begriffsanalyse und der Auseinandersetzung mit den lehren des Parmenides bezüglich des Seins und Nichtseins.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den von Platon aufgezeigten Weg zur Überwindung der sophistischen Definitionen und die logische Struktur des Nichtseienden verständlich darzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit verwendet eine textanalytische Methode, die die Konzepte innerhalb der platonischen Dialoge in ihren inhaltlichen Kontext stellt und die dialektische Methode der Definition untersucht.

Was ist der inhaltliche Kern des Hauptteils?

Der Hauptteil erörtert die methodische Verbindung zwischen verschiedenen platonischen Dialogen und die spezifische "Methode der Unterscheidung" im Dialog Sophistes.

Was sind die wichtigsten Schlüsselwörter der Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Platon, Sophistes, Ontologie, Dialektik, Seinsverständnis, Parmenides und die Problematik des Nichtseienden.

Inwiefern spielt der Dialog Theaitetos eine Rolle für das Verständnis des Sophistes?

Der Theaitetos dient als notwendige Vorbereitung, da er die Aporien der Erkenntnis und des Irrtums thematisiert, die im Sophistes systematisch aufgearbeitet werden müssen.

Warum ist das Problem des Nichtseienden für Platon so kritisch?

Weil das Verbot des Parmenides, das Nichtseiende zu denken, jede logische Auseinandersetzung mit Täuschung, Falschheit und Trugbildern unmöglich machen würde, was den Dialogen den Boden entziehen würde.

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Details

Title
Wie ist Nichtseiendes zu denken? Eine Untersuchung von Platons "Sophistes"
College
LMU Munich  (Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaften)
Course
Masterseminar
Grade
1,0
Author
Eckhard Janiesch (Author)
Publication Year
2015
Pages
17
Catalog Number
V1730927
ISBN (PDF)
9783389192993
ISBN (Book)
9783389193006
Language
German
Tags
Platon Dialoge Sophistes Theaitetos Parmenides Gorgias Nichtseienden Sprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eckhard Janiesch (Author), 2015, Wie ist Nichtseiendes zu denken? Eine Untersuchung von Platons "Sophistes", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1730927
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