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Die Herrscherdarstellung Rudolfs von Habsburg in politischen Gedichten des 13. Jahrhunderts

Title: Die Herrscherdarstellung Rudolfs von Habsburg in politischen Gedichten des 13. Jahrhunderts

Term Paper , 2025 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Mit der Wahl Rudolfs von Habsburg zum römisch-deutschen König im Jahr 1273 vollzog sich ein entscheidender Wendepunkt in der Geschichte des Reiches. Seine Erhebung beendete die seit der Absetzung Kaiser Friedrichs II. als „Interregnum“ bezeichnete
Phase politischer Unsicherheit. Nun galt es, die königliche Herrschaft neu zu legitimieren und dauerhaft zu festigen. Herrschaft war im Mittelalter jedoch nicht allein eine Frage militärischer oder rechtlicher Durchsetzung, sondern ebenso der symbolischen Repräsentation. Eine besondere Bedeutung kam in diesem Zusammenhang der politischen Lyrik zu. Diese literarische Gattung umfasst selbstständige Dichtungen in Versform, die ein deutliches politisches Moment erkennen lassen. Politische Gedichte konnten Herrscher loben oder kritisieren und trugen damit zur Formierung und Vermittlung von Herrscherbildern bei.

Die vorliegende Hausarbeit untersucht, welches Bild von Rudolf aus den zeitgenössischen Gedichten hervorgeht, welche Strategien der Herrscherpräsentation dabei eingesetzt wurden und welche Funktionen dieser Gattung im 13. Jahrhundert zukamen. Die Analyse beschränkt sich dabei auf Dichtungen, die noch zu Lebzeiten Rudolfs entstanden sind. Die Quellenlage zeigt, dass die meisten dieser Gedichte inhaltlich entweder auf die Königswahl von 1273 oder den Böhmenkonflikt von 1276/78 Bezug nehmen.
Entsprechend fokussiert sich die Untersuchung auf diese beiden Schwerpunkte. Als Quellenkorpus dienen vor allem die Editionen von Kleinschmidt und Müller. Bei Kleinschmidt finden sich vier lateinische Gedichte: zwei fragmentarische erhaltene
Dichtungen Konrads von Mure , die Rudolf gewidmet und „sicher“ auch überreicht wurden sowie zwei anonyme Lobgedichte, die anlässlich der Königswahl entstanden.
Aus der Edition Müllers, die ausschließlich mittelhochdeutsche politische Gedichte enthält, sind (neben einer Reihe ‚kleinerer’ Autoren) vor allem die Gedichte Friedrichs von Sonnenburg und Konrads von Würzburg in diese Arbeit eingegangen. Hinzu kommen zwei einzelne, im 19. Jahrhundert editierte lateinische Gedichte, die im Kontext der Böhmenschlacht entstanden sind.
Die Hausarbeit ist so aufgebaut, dass zunächst ein Überblick über den historischen Kontext gegeben wird. Dabei liegt der Fokus auf der Frage, welche Stellung Rudolf im Reich bei seiner Wahl und zur Zeit des Böhmenkonflites hatte. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

2. Zum historischen Kontext: Königswahl und Böhmenkonflikt

3. Herrscherbilder in der politischen Lyrik des 13. Jahrhunderts

4. Rudolf von Habsburg in zeitgenössischer politischer Lyrik

4.1 Gedichte im Kontext der Königswahl von 1273

4.1.1 Biblische und genealogische Bezüge

4.1.2 Darstellung tugendhafter Eigenschaften

4.2 Gedichte im Kontext des Böhmenkonfliktes von 1276/78

4.2.1 Das panegyrische Herrscherbild

4.2.2 Kritische Perspektiven

Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit analysiert die Herrscherdarstellung Rudolfs von Habsburg in zeitgenössischen politischen Gedichten des 13. Jahrhunderts, um zu untersuchen, mit welchen Strategien und Darstellungsmitteln seine Legitimation als König konstruiert wurde und welche Rolle die politische Lyrik dabei einnahm.

  • Historischer Kontext von Königswahl und Böhmenkonflikt
  • Funktion und Tradition der politischen Lyrik im 13. Jahrhundert
  • Legitimationsstrategien durch biblische Analogien und Herrschertugenden
  • Darstellung von Macht durch Tierallegorien und dynastische Bezüge
  • Ambivalenzen und kritische Gegenstimmen in der zeitgenössischen Dichtung

Auszug aus dem Buch

4.1.2 Darstellung tugendhafter Eigenschaften

Viele Gedichte bedienen sich eines geläufigen Inventars des Herrscherpanegyricus um Rudolf als rechtmäßigen König zu legitimieren. Dabei wird er häufig mit den typischen Eigenschaften eines rex iustus in Verbindung gebracht. Im Krönungscarmen heißt es etwa, dass er ein iuris amator und iusticie sator sei, was ihn für das Königtum würdig mache. In der Commendaticia wird betont, dass Rudolf Strenge und Milde vereine, um die Rechte der Römer wiederherzustellen und den Frieden zu sichern.

Hierfür wird eine Buchstaben-Allegorie verwendet: Das R symbolisiere Härte, das S Sanftheit, was Rudolfs ausgewogene Herrschertugenden illustriert. Im klassischen Bild des miles christi wird Rudolf als „Schild für die Bedrängten“ dargestellt, der stolz alle Feinde bekämpft. Außerdem wird er metaphorisch als Licht beschrieben, das dem schiffbrüchigen Volk den Weg in den sicheren Hafen zeigt, womit auf die Unsicherheiten des ‚Interregnums‘ angespielt wird. Auch Meister Rumelant beschreibt Rudolfs Königswahl als Gotteswunder, das das ‚Interregnum‘ beendet und in den Versus in laudem Rudolfi regis wird betont, dass Rom nun keinen Grund mehr habe zu trauern.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die historische Ausgangslage nach dem Interregnum und die Bedeutung politischer Lyrik als Instrument der Herrscherlegitimation.

2. Zum historischen Kontext: Königswahl und Böhmenkonflikt: Darstellung der politischen Umstände um 1273 und der militärischen Auseinandersetzungen mit Ottokar von Böhmen bis zur Schlacht auf dem Marchfeld 1278.

3. Herrscherbilder in der politischen Lyrik des 13. Jahrhunderts: Analyse der Gattungsmerkmale, der höfischen Dichtung als Machtlegitimation und des christlichen Bezugssystems für mittelalterliche Herrscherideale.

4. Rudolf von Habsburg in zeitgenössischer politischer Lyrik: Untersuchung der spezifischen literarischen Darstellung Rudolfs anhand von biblischen Motiven, Tugendkatalogen und Tierallegorien.

4.1 Gedichte im Kontext der Königswahl von 1273: Analyse der Legitimationsstrategien kurz nach Amtsantritt, insbesondere durch biblische Bezüge und die Hervorhebung tugendhafter Eigenschaften.

4.1.1 Biblische und genealogische Bezüge: Fokus auf den Vergleich mit biblischen Königen wie David und die Betonung göttlicher Auserwählung.

4.1.2 Darstellung tugendhafter Eigenschaften: Erörterung der klassischen Herrschertugenden wie Strenge, Milde und Gerechtigkeit im Spiegel zeitgenössischer Dichtung.

4.2 Gedichte im Kontext des Böhmenkonfliktes von 1276/78: Beleuchtung der Darstellung Rudolfs im Spannungsfeld militärischer Siege und politischer Konflikte.

4.2.1 Das panegyrische Herrscherbild: Analyse von Adlerallegorien und anderen Symbolen, die Rudolf als rechtmäßigen Sieger und Nachfolger staufischer Tradition stilisieren.

4.2.2 Kritische Perspektiven: Untersuchung ambivalenter und ironischer Dichtungen, die Rudolfs Erfolg als gottgewollt hinterfragen oder Kritik an seiner Freigebigkeit üben.

Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der untersuchten Darstellungsstrategien und Ausblick auf weiterführende Forschungsfragen.

Schlüsselwörter

Rudolf von Habsburg, Politische Lyrik, Mittelalter, Herrscherbild, Königswahl, Böhmenkonflikt, Legitimation, Panegyrik, Höfische Dichtung, Rex iustus, Tugenden, Symbolik, Interregnum, Machtlegitimation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Rudolf von Habsburg in zeitgenössischen politischen Gedichten des 13. Jahrhunderts dargestellt wurde und welche literarischen Strategien genutzt wurden, um seine Herrschaft zu legitimieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit befasst sich mit dem historischen Kontext des Interregnums und des Konflikts mit Ottokar von Böhmen sowie der Analyse der politischen Lyrik als Instrument der Herrschaftsinszenierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Diskurse und Darstellungstechniken der politischen Dichtung zu analysieren, um aufzuzeigen, wie Dichter zur Stabilisierung und Rechtfertigung des Königtums Rudolfs von Habsburg beitrugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und geschichtswissenschaftliche Analyse, die zeitgenössische Gedichte und Editionen als Quellenkorpus auswertet und im historischen Kontext interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Gedichte zur Königswahl von 1273 sowie Dichtungen zum Böhmenkonflikt, wobei sowohl panegyrische Lobpreisungen als auch kritische Gegenstimmen untersucht werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Herrscherbild, Legitimation, Politische Lyrik, Rex iustus, Gottgewolltheit und die Auseinandersetzung mit der habsburgischen Machtentfaltung.

Welche Bedeutung haben die Tierallegorien in der Arbeit?

Tierallegorien wie Adler, Löwe oder Stier dienen im 13. Jahrhundert als politisch transparente Symbolsprache, um Stärke, Herrschaftsanspruch und den Sieg über Kontrahenten wie Ottokar von Böhmen zu stilisieren.

Wie gehen die Dichter mit der "Kritik" an Rudolf um?

Die Arbeit zeigt, dass neben Lobpreisungen auch kritische, ironische oder ambivalente Stimmen existieren, die Rudolf etwa aufgrund seiner Herkunft oder mangelnder Freigebigkeit kritisieren, was eine differenzierte Interpretation der Quellen ermöglicht.

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Details

Title
Die Herrscherdarstellung Rudolfs von Habsburg in politischen Gedichten des 13. Jahrhunderts
College
University of Bonn  (Geschichtswissenschaft)
Course
Kleine‘ Könige? Von Rudolf von Habsburg bis Heinrich VII. von Luxemburg
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2025
Pages
22
Catalog Number
V1731161
ISBN (PDF)
9783389194119
ISBN (Book)
9783389194126
Language
German
Tags
herrscherdarstellung rudolfs habsburg gedichten jahrhunderts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2025, Die Herrscherdarstellung Rudolfs von Habsburg in politischen Gedichten des 13. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1731161
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