Die Digitalisierung gesellschaftlicher Lebensbereiche hat sich in den vergangenen Jahren stark beschleunig und prägt zunehmend auch das Bildungssystem. Auf bildungspolitischer Ebene wird diese Entwicklung aktiv vorangetrieben. Damit eröffnen sich zwar neue Möglichkeiten für die Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen, zugleich entstehen jedoch tiefgreifende strukturelle Herausforderungen. Da Schule als „soziale[r] Raum“ (Lankau 2022) zu verstehen ist, treten hier die Konsequenzen des digitalen Wandels in besonderer Schärfe hervor.
Digitale Medien sind nicht nur Werkzeuge zur Informationsvermittlung, sondern Teil des kommunikativen Geschehens zwischen Subjekten. Sie wirken damit auch unmittelbar auf die pädagogische Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden. Diese Beziehung bildet das Fundament von Unterricht, da Lehr- und Lernprozesse wesentlich auf zwischenmenschlicher Interaktion beruhen. Die Persönlichkeit der Lehrkraft gilt dabei als „wichtige Einflussgröße“ (Lankau 2022) für die Qualität von Unterricht und das Gelingen von Bildungsprozessen.
Vor diesem Hintergrund verfolgt die vorliegende Hausarbeit die Frage, wie sich der Einsatz digitaler Medien im Unterricht auf die pädagogische Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden auswirkt. Unter ‚digitalen Medien‘ werden dabei alle technischen Medien verstanden, die Daten in digital codierter Form verarbeiten oder bereitstellen.
Zur Beantwortung dieser Fragestellung wird die Methode der Objektiven Hermeneutik nach Ulrich Oevermann eingesetzt. Sie ermöglicht es, hinter der manifesten Handlungsebene die latenten Orientierungen und Spannungsverhältnisse in der Beziehungsgestaltung sichtbar zu machen. Als Untersuchungsgrundlage dient eine transkribierte Unterrichtsstunde von Mayer und Jornitz (2020).
Die Arbeit ist so aufgebaut, dass zunächst auf theoretischer Ebene geklärt wird, was eine pädagogische Beziehung ist und welche Merkmale sie kennzeichnen. Dabei wird insbesondere auf die strukturale Professionstheorie von Oevermann Bezug genommen. Im Anschluss wird die Methode der Objektiven Hermeneutik vorgestellt und auf den ausgewählten Unterrichtsfall angewendet. Daraufhin werden die Ergebnisse im Licht der theoretischen Überlegungen diskutiert, bevor ein Fazit die Ergebnisse bündelt und einen Ausblick auf weiterführende Fragestellungen gibt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2025, Der Einfluss digitaler Medien auf die pädagogische Beziehung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1731162