Was ist guter Unterricht? - Über die Entwicklung des Unterrichts, sowie seiner heutigen Methoden, Formen und Ziele


Hausarbeit, 2008
14 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

Einführung in den Arbeitsverlauf

1. Was ist eigentlich Unterricht?

2. Die Entstehung des Unterrichts von heute

3. „Was ist guter Unterricht?" nach Hilbert Meyer

4. Schlussreflexion

Literaturverzeichnis

Einführung in den Arbeitsverlauf

In dieser Hausarbeit soll hauptsächlich die Fragestellung behandelt werden, wie guter Unterricht heut zutage aussieht. Unter welchen Bedingungen und mit welchen Mitteln Unterricht besonders günstige Ergebnisse erreicht und wie sich die Lehrmethoden im historischen Wandel bis heute änderten.

Nachdem ich zunächst auf die Frage eingehen möchte, was Unterricht überhaupt bedeutet, werde ich im Anschluss die Entwicklung und Ausreifung des schulischen Lehrens beschreiben.

Anhand des Buches „Was ist guter Unterricht?" von Hilbert Meyer, werde ich die grundlegenden Aussagen des Autoren vorstellen und vereinzelt näher auf diese eingehen.

Abschließen möchte ich diese Hausarbeit mit einer Schlussreflexion, die meine eigenen Eindrücke und Erfahrungen aufzeigen soll.

1. Was ist eigentlich Unterricht?

Unterricht stellt einen geplanten Lehr- bzw. Lernprozess für Gruppen oder Klassen von Schülern dar.

Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Handlungsweisen und Einstellungen sollen dadurch vermittelt und erlernt werden.

Die häufigste und bekannteste Form des Unterrichts ist der Schulunterricht, auf welchen ich in dieser Hausarbeit ausnahmslos eingehen werde.

Um den Unterricht möglichst effizient zu nutzen, erfolgt dieser in der Regel strukturiert und mit verschiedenen Methoden, welche ich später gesondert aufzeigen möchte.

Die häufigste Form des Unterrichts ist der Frontalunterricht, hierbei steht der Lehrer vor der Klasse und wirkt auf diese ein. Ein solcher Unterricht sollte durch Partner- und Gruppenarbeiten, Referate oder Präsentationen abwechslungsreicher gestaltet werden, um dadurch die Aufmerksamkeit und das Interesse der Schüler zu erhöhen.

Für einen erfolgreichen Unterrichtsverlauf ist darauf zu achten, dass die Planung und Organisation des Lehrenden in Bezug auf die Lernvoraussetzungen der Schüler stehen. Heut zutage ist eine grenzenfreie Rücksicht auf leistungsschwache Schüler durch einen zeitlich streng festgelegten Lehrplan oftmals aber nicht möglich.

Der Lernfortschritt des Unterrichts wird in der Regel durch Lernkontrollen überprüft, um den Wissensstand der Schüler zu ermitteln.

Im frühen 17. Jahrhundert wurde der Unterricht überwiegend dazu genutzt, den „gelehrigen Körper" durch Disziplin und Kontrolle zu formen. Vermittlung von Werten anstatt Wissen, von Unterwerfung statt Selbstvertrauen und Sanktionen statt Unterstützung, waren damals primäre Ziele des Unterrichts auf die ich nun im Einzelnen genauer eingehen möchte.

2. Die Entstehung des Unterrichts von heute

Mit Hilfe der Bücher „Überwachen und Strafen" von Michel Foucault und „ Die Eroberung des Kindes durch die Wissenschaft - Aus der Geschichte der Disziplinierung" von Peter Gstettner, möchte ich den Wandel von Unterricht nun näher beschreiben.

Wie Foucault beschreibt, wurde im frühen 17. Jahrhundert schon versucht durch gezielten Unterricht „gelehrige Körper" zu schaffen. Die Aufmerksamkeit galt zu dieser Zeit vielmehr dem Körper anstelle des Geistes. Den Körper, „den man manipuliert, formiert und dressiert, der gehorcht, antwortet, gewandt wird und dessen Kräfte sich mehren" (Foucault, 1977, S.174). Durch Disziplin wurden unterworfene und geübte Körper „fabriziert", somit gezielt Soldaten ausgebildet.

Unterricht bedeutet in diesem Sinne eine gezielte Ausbildung von Zöglingen, je nach wirtschaftlicher Lage. Wo man früher Soldaten benötigte um die Stärke des Landes aufrecht zu erhalten und diese zu symbolisieren, braucht man gegenwärtig gelehrte Intellektuelle um zum Beispiel langfristig konkurrenzfähig in Entwicklung und Forschung zu sein.

Im 18. Jahrhundert entstanden diverse Rahmenbedingungen, die heute immer noch als Bestandteil des effektiven Unterrichts betrachtet werden. Foucault beschreibt die Verteilung der Individuen in abgeschlossenen, abgeschiedenen Räumen um die „Disziplinar-Monotonie" zu behüten. So erscheint das Internat, „wenn nicht als häufigste, so doch als vollkommenste Erziehungsform" (Foucault, 1977, S.181).

Die Entwicklung von schulischen Stätten fand, wie man sieht, zu dieser Zeit eine ebenso erhebliche Prägung, wie die Einhaltung von festen Unterrichtszeiten. Durch vermehrte Kontrolle aber auch durch Überwachung und Sanktionen wurde Disziplin gefördert und somit Abweichung und Ungehorsam vermieden.

Im weiteren Verlauf beschreibt Foucault, wie die Anordnung der Schüler nach sozialem Stand und Eigenschaften vollzogen wurde. „Man wird es so einrichten, dass diejenigen, deren Eltern nachlässig sind und Ungeziefer haben, von denen getrennt sind, die sauber sind und keines haben; dass ein leichtsinniger und flatterhafter Schüler zwischen zwei vernünftigen und gesetzten Schülern sitzt, ein liederlicher Schüler entweder allein oder zwischen zwei frommen Schülern" (Foucault, 1977, S.189). Eine derart unmenschliche Behandlung ist in unserer heutigen Schulform nicht mehr denkbar, wurde doch dadurch eine gewisse Art der Inspektion entworfen, die eine Abtrünnigkeit des Schülers gegenüber dem Unterricht sofort unterband. Wo Schüler heute schwänzen oder gar gegen den Lehrer gewalttätig werden, herrschte im 18. Jahrhundert eine Unterdrückung der „Individuen" um konformes Verhalten zu gewährleisten. „Die Disziplin ist nicht mehr bloß eine Kunst der Verteilung von Körpern und der Gewinnung und Anhäufung von Zeit, sondern die Kunst der Zusammensetzung von Kräften zur Herstellung eines leistungsfähigen Apparates" (Foucault, 1977, S.212). Eine Reduzierung von Abweichung ist durch den Aspekt der Überwachung und Disziplinierung lückenlos möglich gewesen.

Peter Gstettner beschreibt 1981 in seinem Buch „Die Eroberung des Kindes durch die Wissenschaft - aus der Geschichte der Disziplinierung", wie ebenfalls im 18. Jahrhundert „Disziplinen" herrschten, mit „dessen Hilfe die Anatomie der kindlichen Physis und Psyche besser zu studieren und kontrollieren war". Denn: „Je besser und unverstellter man das Kind beobachten lernt, desto nützlicher (d.h. pädagogisch effektiver) wird das Eindringen in den kindlichen Verhaltens und Interessenbereich" (Gstettner 1981, S.46). Gstettner beschreibt ebenfalls den Zustand der Kindheitsforschung in einem Stadium, in dem eine Entwicklung des Kindes durch Sanktionen geprägt wurde, um diese in vorgegebene Bahnen zu leiten. Der Unterricht von Kindern diente zu diesem Zeitpunkt eher der Überwachung, um Abweichung auszuschließen und Fehlverhalten zu bestrafen. Kinder wurden regelrecht herangezüchtet bzw. konstruiert, um so zu funktionieren, wie es die vorhergegangene Generation im Sinne hatte.

Eine detaillierte Ausführung würde aber den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Dennoch ist festzuhalten, dass Züchtigung zum Beispiel mit dem Rohrstock noch lange Zeit ein wesentlicher Bestandteil des Tadels innerhalb der Schule darstellte und vor über 300 Jahren entwickelte Rahmenbedingungen von Raum und Zeit nach wie vor ihren Stellenwert in der heutigen Unterrichtskultur erfahren.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Was ist guter Unterricht? - Über die Entwicklung des Unterrichts, sowie seiner heutigen Methoden, Formen und Ziele
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Autor
Jahr
2008
Seiten
14
Katalognummer
V173148
ISBN (eBook)
9783640932894
ISBN (Buch)
9783640932979
Dateigröße
817 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterricht, Hilbert Meyer, Unterrichtsentstehung, Schule, Lehrer, Pädagogik, Lehramt
Arbeit zitieren
Dipl.Päd. Dominik Pohl (Autor), 2008, Was ist guter Unterricht? - Über die Entwicklung des Unterrichts, sowie seiner heutigen Methoden, Formen und Ziele, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173148

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