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Balanced Change. Erfolgreiche Prozessnavigation im Unternehmenswandel

Titel: Balanced Change. Erfolgreiche Prozessnavigation im Unternehmenswandel

Diplomarbeit , 2003 , 136 Seiten , Note: sehr gut (1,3)

Autor:in: Ansgar Metz (Autor:in)

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit versucht einen Beitrag zur Fragestellung zu leisten, welche strategie- und führungsrelevanten (kommunikativen, interaktiven und psychosozialen) Herausforderungen der geplante Unternehmenswandel mit sich bringt und wie soziale Veränderungsprozesse von Unternehmen möglicherweise mit mehr Aussicht auf Erfolg gestaltet und geführt werden können. Dies setzt ein prozessuales, dynamisches und multidimensionales Verständnis von Veränderungsprozessen voraus.

Die Theoriebildung steht in weiten Teilen hier allerdings erst am Anfang, so dass (auch vor dem Hintergrund des komplexen Gegenstandsbereichs und auch formaler Beschränkungen dieser Arbeit) letztlich nur Grundzüge des Phänomens „Unternehmenswandel“ als sozialer Prozess dargestellt werden können. Dabei sollen auch einige vor dem Hintergrund des Scheiterns vieler Veränderungsvorhaben bedeutsam erscheinende Ausschnitte und Ansätze vertiefend behandelt werden (Unternehmenskultur, Widerstand und insbesondere emotionaler Vorgänge im Wandel).

Vorweg muss klargestellt werden, dass wer Rezepte des Wandels erwartet, grundsätzlich enttäuscht werden wird. Es entspricht der Auffassung des Autors, dass ein Wandel von Organisationen als sozialen Gebilden zwar möglich, aber nicht technisch machbar oder einfach durchsetzbar ist. Vielmehr geht es um den sozialen Prozess des Organisierens des Unternehmenswandels.

Die vorliegende Arbeit verfolgt stärker das Ziel, die bestehende Praxis kritisch zu hinterfragen, die Bedeutung sozialer (Beziehungs-) Prozesse im Unternehmenswandel herauszustellen und einen kleinen Beitrag zur Weiterentwicklung eines reflexiven prozessorientierten Navigationssystems für die soziale Veränderung von Organisationen zu leisten. Es geht dabei letztlich auch um den Versuch - wie die Bezeichnung „Balanced Change“ im Titel der Arbeit nahe legen möchte - aus der Darstellung der möglichen (theoretischen) Vielfalt und komplexer oft gegenläufigen Anforderungen, das Denken über den Unternehmenswandel und die Chancen für eine ausgewogene, d. h. balancierende (nicht: harmonisierende) Praxis zu befördern.

Auch für Psychologen eröffnet sich durch die stärkere Betrachtung sozialer Prozesse statt individueller Bezüge und Unterschiede im Unternehmenswandel für die Zukunft ein zunehmend wichtiger werdendes Forschungs- und Praxisfeld, das nicht ignoriert oder anderen oder sich selbst überlassen werden sollte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Hintergrund und Zielsetzung der Arbeit

1.2 Aufbau der Arbeit

2. Organisation und Organisationsgestaltung

2.1 Überblick

2.2 Organisationsbegriffe

2.3 Organisationstheorien

2.4 Entwicklungstrends

3. Der Wandel von Organisationen

3.1 Überblick

3.2 Theorien des Wandels

3.2.1 Wandel als Lernen, Evolution, Entwicklung, Transformation

3.2.2 Prozesstheorien des Wandels

3.2.3 Phasenmodelle des Wandels

3.3 Zwischenfazit: Organisation und Wandel

3.4 Unternehmenskultur und Unternehmenswandel

3.5 Widerstand gegen Unternehmenswandel

3.6 Emotionen im Unternehmenswandel

4. Strategie und Führung von Veränderungsprozessen

4.1 Überblick

4.2 Unternehmenswandel und Strategie

4.3 Unternehmenswandel und Führung

5. Phasenspezifische Strategie- und Führungsanforderungen im Unternehmenswandel

5.1 Überblick

5.2 Anforderungen der Orientierungsphase

5.3 Anforderungen der Austauschphase

5.4 Anforderungen der Übergangsphase

5.5 Anforderungen der Umsetzungsphase

5.6 Anforderungen der Stabilisierungsphase

6. Fazit und Ausblick

6.1 Fazit

6.2 Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen des geplanten Unternehmenswandels aus einer sozial-konstruktivistischen Perspektive und zielt darauf ab, ein reflexives, prozessorientiertes Navigationssystem für soziale Veränderungsprozesse in Organisationen zu entwickeln.

  • Theoretische Fundierung von Organisation und organisationalem Wandel.
  • Analyse psychosozialer Faktoren wie Widerstand und Emotionen im Wandel.
  • Strategische Gestaltung und Führung von Veränderungsprozessen unter Berücksichtigung komplexer sozialer Dynamiken.
  • Entwicklung eines phasenspezifischen Prozessmodells zur Steuerung von Veränderung.
  • Kritische Reflexion der "Machbarkeitsillusion" in traditionellen Managementansätzen.

Auszug aus dem Buch

Die Dynamik des Widerstands im Wandel

Das spezielle Konzept „Widerstand gegen Veränderungen“ (vgl. WATSON 1975) betrachtet den Widerstand im Wesentlichen als emotionale Sperren, die Organisationsmitglieder oder organisationale Systeme gegen Veränderungen aufbauen. Der zunächst nicht unmittelbar nachvollziehbare Widerstand wird auf personaler Ebene im Kern auf Angst bzw. Furcht als emotionale Hauptgründe zurückgeführt: Angst, im Rahmen der Veränderung die erworbene Sicherheit, das Vertraute und Gewohnte zu verlieren und sich einer neuen, ungewissen und undurchschaubaren Situation aussetzen zu müssen. Und Furcht davor, eine Verschlechterung gegenwärtiger Bedürfnisbefriedigungsmöglichkeiten zu erleiden (Kompetenzverlust, Prestigeverlust in neuen Arbeitsorganisation, Furcht vor sozialen Verlusten bei neuen Gruppenzusammensetzungen etc.). Der bisher erreichte Status Quo der sozialer Bedürfnisbefriedigung der Organisation wird also als bedroht angesehen und verteidigt.

Die Stärke von Widerständen und seine Äußerungsformen ändern sich dabei in der Regel im Laufe von Veränderungsprojekten. Anfangs sind die Widerstände oft diffus und ungezielt, im Laufe des Veränderungsprozesses formieren sich die Kräfte aber oft zur „offenen Schlacht“ (SCHREYÖGG 1999). Auf emotionaler Ebene lässt sich dies als Übergang von Angst zu Ärger bzw. „Gegen-Angriff“ interpretieren (vgl. unten).

Für die grundsätzliche Frage, wie mit solchen Widerständen im Rahmen von Veränderungsprozessen umgegangen werden soll, haben die Forschungen von LEWIN und das daran angelehnte Konzept der Organisationsentwicklung (OE) wesentliche Impulse gegeben. Eine zentrale Bedeutung wird hier dem frühzeitigen partizipativen Einbezug von „Betroffenen“ als „Beteiligten“ in den Veränderungsprozess und dem Ausgleich von Unternehmens- und Mitarbeiterinteressen beigemessen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage, die hohe Anzahl an Change-Projekten und die Problematik des Scheiterns vieler solcher Vorhaben aufgrund mangelnder Berücksichtigung sozialer Faktoren.

2. Organisation und Organisationsgestaltung: Analysiert verschiedene Begriffe und theoretische Ansätze von Organisation, wobei der Fokus auf der konstruktivistischen Sichtweise liegt.

3. Der Wandel von Organisationen: Untersucht verschiedene Theorien und Phasenmodelle des Wandels sowie die Rolle von Unternehmenskultur, Widerstand und Emotionen im Veränderungsprozess.

4. Strategie und Führung von Veränderungsprozessen: Beleuchtet strategische Anforderungen und die Notwendigkeit eines differenzierten Führungsverständnisses unter Unsicherheitsbedingungen.

5. Phasenspezifische Strategie- und Führungsanforderungen im Unternehmenswandel: Detailliert die Anforderungen in den fünf Phasen (Orientierung, Austausch, Übergang, Umsetzung, Stabilisierung) für ein prozessorientiertes Vorgehen.

6. Fazit und Ausblick: Fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer "Psychologie des Unternehmenswandels" für die zukünftige Forschung und Praxis.

Schlüsselwörter

Unternehmenswandel, Change Management, Organisationsentwicklung, Unternehmenskultur, Widerstand, Emotionen, soziale Konstruktion, Führung, Strategie, Prozesssteuerung, psychosoziale Dynamik, Organisationsdiagnose, Transformation, Lernende Organisation, Veränderungsmanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der kritischen Untersuchung des geplanten Unternehmenswandels und der Bedeutung sozialer sowie emotionaler Prozesse bei der Gestaltung solcher Veränderungsvorhaben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder umfassen Organisationstheorien, die Dynamik von Wandlungsprozessen, die Bedeutung von Unternehmenskultur, das Phänomen Widerstand, die Rolle von Emotionen und die Anforderungen an Strategie und Führung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die sozialen und psychologischen Dimensionen von Veränderung zu schaffen und ein prozessorientiertes Navigationssystem für eine erfolgreichere Praxis im Unternehmenswandel aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine theoretische und konzeptionelle Analyse, die Ansätze aus der Organisationsforschung, Organisationspsychologie, Kulturanthropologie und anderen sozialwissenschaftlichen Disziplinen integriert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Wandels von Organisationen, eine Analyse von Strategie und Führung sowie ein spezifisches Phasenmodell, das die Anforderungen an Führung und Strategie über den gesamten Veränderungsprozess hinweg detailliert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen gehören "Balanced Change", die soziale Konstruktion von Organisationen, prozessuales Navigationssystem, emotionale Dynamik im Wandel und die Absage an rein instrumentelle Machbarkeitsansätze.

Warum ist laut Autor die Diagnose für Change-Prozesse so wichtig?

Der Autor betont, dass eine Organisation nicht technisch machbar verändert werden kann. Ohne eine intensive, tiefgehende Diagnose der spezifischen Situation und der "Tiefenstruktur" einer Organisation führen Veränderungsprogramme häufig ins Leere oder scheitern.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Führungskräfte im Wandel?

Führungskräfte werden nicht als "Macher" gesehen, die den Wandel per Dekret verordnen, sondern als Coaches und Moderatoren, die den sozialen Prozess des Organisierens steuern und Rahmenbedingungen schaffen müssen, damit Mitarbeiter den Wandel mitgestalten können.

Ende der Leseprobe aus 136 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Balanced Change. Erfolgreiche Prozessnavigation im Unternehmenswandel
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Psychologie)
Note
sehr gut (1,3)
Autor
Ansgar Metz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
136
Katalognummer
V17317
ISBN (eBook)
9783638219167
ISBN (Buch)
9783640385270
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Balanced Change Erfolgreiche Prozessnavigation Unternehmenswandel Change Management Management
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ansgar Metz (Autor:in), 2003, Balanced Change. Erfolgreiche Prozessnavigation im Unternehmenswandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17317
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