Grundlagen und Prinzipien der Jungenarbeit


Referat (Ausarbeitung), 2009

10 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeine Informationen über Jungen-Arbeit
2.1 Ziele
2.2 Voraussetzungen
2.3 Methoden

3. Praxisbeispiel
3.1 Das Mann-Sein ins Spiel bringen- Jungen haben’s nötig
3.2 Maskenspiel- ein Projekt in der 6. Schulstufe

4. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Hoffnung auf eine gerechte Gesellschaft und das Verlangen nach Gleichberechtigung lassen Jungenarbeit immer wieder neu zum Thema werden. Dennoch sind die Anliegen von Jungenarbeit oftmals vielfältig und umstritten. Sind Jungen heutzutage vielleicht orientierungslos und brauchen neue Angebote für positive Identitätsbildung? Doch was macht Jungen-Arbeit überaus aus und wie kann man konkret und effektiv mit Jungen und Männern speziell in der Schule arbeiten?

Diesen Fragen möchte ich mich in meiner Ausarbeitung näher widmen und zunächst einige allgemeine Informationen über Jungenarbeit, deren Ziele, Voraussetzungen und Methoden anführen (Kap 2).

Da Jungenarbeit ein sehr praxisbezogenes Thema ist, folgt ein konkretes Praxisbeispiel aus der Schule (Kap 3), um im nächsten Schritt meine Ausarbeitung zusammenfassend auf den Punkt zu bringen (Kap 4).

2. Allgemeine Informationen über Jungenarbeit

Zunächst möchte ich anführen, dass es DIE Jungenarbeit nicht gibt, sondern dass Jungenarbeit immer eine Vielfalt von Methoden, Anwendungen und Praktiken umfasst, die sich im weitesten Sinne mit Jungen und Männern und ihren Problemen und Fragen befasst.

Es geht außerdem um die Entwicklung einer gewissen Sichtweise bzw. eines speziellen Blickes auf Jungenarbeit, denn diese kann nicht einfach als eine Methode angewendet werden. So beschreibt es auch Holger Karl in seiner Kritik: “Jungenarbeit bedeutet für mich, einen bestimmten Blick auf Jungen zu haben und dieser Blick hat für mich verschiedene Facetten, sowohl die geschlechterpolitische als auch die empathische”[1]. Dieser Blickwinkel hat natürlich gewisse bestehende Bilder von Männlichkeit als Grundlage, sollte aber offen für Veränderung sein.

2.1 Ziele

Grundlegend sollte Jungenarbeit zunächst das Ziel haben, Selbst- und Verantwortungsbewusstsein aufzubauen und zu stärken. Sie sollte Hilfestellung bei der Identitätsbildung sowie beim Herstellen von Selbstbezügen geben. Jungen müssen wieder mehr lernen, sich selbst wahrzunehmen und zu spüren.

Darüber hinaus sollte versucht werden, wieder eine Vielfalt von Männlichkeit herzustellen bzw. Jungen zu unterstützen, ihre eigene männliche Identität zu finden.

Jungenarbeit sollte Jungen ermutigen, sich ihren eigenen Platz in der Gesellschaft zu suchen. Dabei sollte von festgefahrenen Männlichkeitsmustern Abstand genommen und Jungen gelehrt werden, wie sie eigene Positionen beziehen und Standpunkte vertreten können.

Auch sollte Jungenarbeit Vorbilder schaffen, denn es fehlen Väter und männliche Bezugspersonen gerade im pädagogischen Bereich. Hier ist das übergeordnete Ziel also die Ausbildung einer positiven männlichen Identität.

Weitere Ziele sollten die Verwirklichung von Chancengleichheit, Gleichberechtigung und Gleichstellung, sowie der Abbau der Geschlechterhierarchie sein. Jungenarbeit sollte versuchen, auf all diesen Ebenen bestmöglich aktiv zu sein.

Jungenarbeit sollte sich außerdem zum Ziel setzten, Jungen auf ihrem Weg zum Mann-Sein zu begleiten und das Junge-Sein kritisch zu reflektieren.

Männliches Handeln sollte auch in Beziehung zu Frauen und anderen kritisch hinterfragt werden, um notwendigeVeränderungen zu schaffen, wo diese benötigt werden.

Alles in allem sollte Jungenarbeit Freiräume für Jungen schaffen, in denen sie sich entfalten können und in dem sie geschützt von Vorurteilen Fragen und Probleme ansprechen und bewältigen können.[2]

2.2 Voraussetzungen

Jungenarbeit sollte vornehmlich von männlichen Leitern und Jugendhelfer betreut und geleitet werden, um eine optimale geschlechterbezogene pädagogische Arbeit mit Jungen zu ermöglichen. Nur so kann ein Schonraum geschaffen werden, indem Jungen auch frei vom ständigen Balzverhalten gegenüber Mädchen ihre Wünsche und Sorgen äußern können.[3]

Ein männlicher Leiter sollte über genügend Lebenserfahrung verfügen und die Intention sowie Motivation und Spaß in sich tragen. Alles in allem sollte er in seinem Verhalten sicher und selbstbewusst auftreten und sich selbst gerade als Mann respektieren.

2.3 Methoden

Zunächst möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass Jungenarbeit an sich keine Methode ist, sondern dass sie eine Vielfalt von Methode in sich trägt, die sich immer an gegebenen Verhältnissen und Bedingungen orientieren müssen.

Es gibt einige nützliche Methoden, die innerhalb von Jungenarbeit angewendet werden können, um oben genannte Ziele zu erreichen.

Das können zum Beispiel scheinbar banale Dinge wie Entspannungs-, Selbst- und Fremdwahrnehmungsübungen, Autogenes Training und Achtsamkeitsübungen sein, aber auch Selbstbeobachtungen durch Videoaufnahme oder Fotografie, sowie das Schreiben von Geschichten und Gedichten zu bestimmten Themen oder Problemen.

Ganz praktisch können auch Methoden zur Zukunfts-, Berufs- und Lebensplanung durchgeführt werden, um Jungen zu helfen, sich zu orientieren und Perspektiven für die Zukunft zu schaffen.

Weitere Methoden finden sich in den Bereichen Jungen und Sexualität, Jungen in der Schule und Gewaltprävention und können in Einzel- aber auch in Gruppenarbeit angewendet werden.[4]

Es bleibt zu beachten, das in Anbetracht aller Methoden die Beziehung zu den einzelnen Jungen im Vordergrund stehen sollte. Es sollte ein zuverlässiges, vertrauensvolles und tragfähiges Beziehungsangebot vorherrschen, denn solche Methoden können nur erfolgreich angewandt werden, wenn eine effektive Beziehungsbasis vorliegt.

[...]


[1] Karl, Holger (…), Neues aus dem Mekka der antisexistischen Jungenarbeit, S. 91-107.

[2] Vgl. Forster, Edgar J., Jungenarbeit als Männlichkeitskritik, S. 3f.

[3] Vgl. http://jungenarbeit.syncope.de/was-ist-jungenarbeit/

[4] Vgl. http://www.lagjungenarbeit.de/jungen_methoden_praxis.php

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Grundlagen und Prinzipien der Jungenarbeit
Hochschule
Universität Osnabrück  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Grundfragen der Pädagogik - WPK 1.1 Wandel der Geschlechterrollen
Note
2,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
10
Katalognummer
V173204
ISBN (eBook)
9783640933907
ISBN (Buch)
9783640933525
Dateigröße
433 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jungen, Jungenarbeit
Arbeit zitieren
Esther Kaiser (Autor), 2009, Grundlagen und Prinzipien der Jungenarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173204

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